Wie ich in Salamanca überlebte!!!
14.10.2002
Pro:
Party
Kontra:
Manchmal etwas zuviel von obigem !
Empfehlenswert:
Ja
 Ann-Christin
Über sich:
Ich bin wieder zurück....
Mitglied seit:21.09.2001
Erfahrungsberichte:14
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 46 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hola y que tal! Nachdem ich jetzt fast ein halbes Jahr im Ausland studiert habe, bin ich ab nun wieder bei Ciao tätig und freue mich auf Eure vielen guten Berichte, die ich in nächster Zeit lesen werde. Zuerst findet ihr anbei allerdings einen kurzen Informationsbericht über meine tolle Zeit in Salamanca. Vielleicht möchtet Ihr ja auch mal ins Ausland, wisst jedoch nicht wie!Falls ihr Erasmus gefördert ins Ausland möchtet, solltet ihr Euch ca. ein Jahr vor der Abreise an das entsprechende Büro Eurer Heimatuniversität wenden. Die entscheidenden Auswahlkriterien sind bisherige Studienleistungen und Eure Sprachkenntnisse. Für Anreise und den Aufenthalt in Salalmanca benötigt Ihr zwar kein Auto, es kann Euch aber wegen der Gewichtsbegrenzung bei Flügen und diversen Ausflügen in Spanien und Portugal sehr nützlich sein. Als ich Salamanca ankam habe ich mir ein Zimmer in einem der zahlreichen Hostals (ab ca. 20 Euro ) gemietet, um mir in aller Ruhe eine Bleibe für die anstehenden Monate zu suchen. Neben dem Kleinanzeigenblatt „La Ocasión“ und dem „S.O.U.“ – Büro im ersten Stock der juristischen Fakultät (Campus), habe ich auch Menge von Zimmerangeboten an öffentlichen Telefonen, in Kneipen, Cafés an natürlich an den schwarzen Brettern der Fakultäten studiert. Für ca. 150 Euro / Monat habe ich dann schließlich ein cooles Zimmer in zentraler Lager gefunden. Die beliebteste Wohnform ist die WG („Piso compartido in meinem nächsten Bericht schreibe ich Euch warum....) mit Einheimischen. Von den spanischen Studentenwohnheimen kann ich Euch wegen der üblen Restriktionen durch die Hausordnungen nur abraten. Mit Wohnraum versorgt, meldete ich mich dann beim Generalsekretariat der Universität (Patio de Escuelas Menores 1), wo eine Erasmus- Bescheinigung der Heimatuni vorlegt werden muss und Informationen über den weiteren Ablauf erhältlich sind. Als nächste organisatorische Hürde steht die Einschreibung mit Vorlesungswahl bevor. Hierfür darf man sich allerdings bis Mitte Oktober Zeit lassen. Die Immatrikulationsunterlagen sind gegen ein geringen Entgelt am Informationsschalter der jeweiligen Fakultät erhältlich. Für die von der Uni angebotenen, dreiwöchigen Sprachkurse verschiedenen Niveaus ist das Büro der "Cursos Internacionales" (Patio de Escuelas Menores) zuständig. Diese günstigen (ca. 80 DM inkl. Lernmaterial) Kurse sollte man sich schon wegen der Erweiterung des Bekanntenkreises nicht entgehen lassen. Bevorzugte Lehrmethode in der sehr verschulten universitären Ausbildung bleibt der Frontalunterricht, soll heißen der Prof hält einen zweistündigen an eine Predigt erinnernden Monolog und 200 Studis schreiben brav mit. Am Ende der Vorlesungszeit (Ende Mai) werden sodann die Skripten (apuntes) des vermeintlich besten Mitschreibers kollektiv kopiert. Als ausländischer Student genießt man jedoch häufig das Privileg, Zeitpunkt und Art der Leistungskontrolle wählen zu können. So werden neben Fragen- und Themenklausuren auch multiple-choice-tests, Hausarbeiten und mündliche Abfragen angeboten. über den alltäglichen Unibetrieb hinaus gibt es eine Fülle von weiteren Möglichkeiten sich akademisch zu engagieren: So offeriert das "Instituto de Estudios de Iberoamérica y Portugal" (Calle San Pablo 26) eine Reihe interessanter meist zweiwöchiger Seminare mit Schwerpunkt Lateinamerika, die allen Interessierten offenstehen. Auf den im Mai und November stattfindenden "Diploma de español como lengua extranjera" (DELE)- Test bereiten sich die meisten Teilnehmer mit Hilfe einer der zahlreichen hierauf spezialisierten privaten Sprachschulen vor. Bei einem einjährigen Aufenthalt wird man im Mai an den Tests zum Niveau "Diploma basico" (etwa 250 DM Prüfungsgebühr) teilnehmen. Die Anmeldungsunterlagen sowie übungsmaterial erhält man im bereits oben erwähnten Büro der "Cursos Internacionales". Ferner soll hier noch die beliebte "Escuela Oficial de Idiomas" (Nähe Busbahnhof), eine staatliche Sprachenschule, Erwähnung finden. Salamanca, mit etwa 150000 Einwohnern sicher keine Großstadt, verfügt über ein ganz besonderes Flair. Der Reichtum an historischen, häufig im berühmten Platereskenstil gehaltenen, hervorragend restaurierten Gebäuden, der warme Ockerton des Sandsteins, die Plaza Mayor- der zentrale galerienumschlossene Hauptplatz, der zu den schönsten Spaniens zählt-, die Einkaufsstraßen von hier aus in alle Richtungen (insbesondere die Rua Mayor zur Kathedrale), die alte Römerbrücke über den Rio Tormes, dazu ab Januar rund zwei Dutzend Störche - all dies gibt der Stadt mit der ältesten Universität Spaniens ihre einzigartige Atmosphäre. Bevölkert wird diese Kulisse von einer bunten Mischung unzähliger Studenten aus allen Teilen Spaniens und der Welt, zahlreichen Touristen und natürlich den "echten" Salmantinern. Aber nicht nur Anthropologen und Kulturliebhabern, sondern auch Nachtschwärmern wird einiges geboten. So rühmt sich die Stadt, die größte Kneipendichte Spaniens zu haben, was man nach einigen nächtlichen Streifzügen auch gerne glaubt. Als Ausgangspunkt für derartige Expeditionen hat sich übrigens das bereits legendäre "Country" (nähe Gran Via) bewährt. Globetrottern bieten sich im Umkreis von 500 km vor allem die Destinationen Madrid, Portugal, Andalusien und Galizien an. Besonders von der spanischen Kapitale und Sevilla zeigte sich der Verfasser dieser Zeilen immer wieder sehr angetan. Auch Marokko und die Kanaren sind nun keine Fernreiseziele mehr. Immer wieder mal nach Sonderangeboten der Reisebüros fragen ! Tagesausflüge könnten ins idyllische La Alberca oder auf die malerische Peña de Francia (ca.1500m ü.NN) führen. Sportbegeisterte finden an der Uni Salamanca gute Hallen bzw. Plätze sowie diverse Clubs und Gleichgesinnte vor. Abschließend einige Tips für den spanischen Alltag: DIA ist die günstigste Supermarktkette, ARBOL hat die angenehmsten öffnungszeiten und der riesige PRYCA die größte Auswahl. Die überteuerten Internet-Cafés meidet man zugunsten der kleinen Firma SPATMESS (3 DM /h Internet) im zweiten Stock des "Edificio de España" an der Plaza de España. Um ausreichenden Krankenversicherungsschutz sollte man sich bereits in Deutschland gekümmert haben. Die Homepage der Universidad de Salamanca findet man unter der Internetadresse http://www.usal.es. Allgemeine Infos zu Salamanca, das im Jahre 2002 Kulturhauptstadt Europas sein wird, gibt es unter anderem bei: http://members.tripod.com/~Pisos/salamanca.htm. Probierts aus! Viele Grüße Eure Ann-Christin
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
25.10.2002 14:49
Ja Du hattest viel Spaß und vor allem hast viele neue Erfahrungen gesammelt. Ich habe selber 2 Jahre im Ausland studiert (guck in meinen Berichten nach) und kann es nur weiterempfehlen. Wilkommen wieder in Deutschland, Grüße Gosita
21.10.2002 15:17
Schöner Bericht! Leider ist meine Studentenzeit schon rum, aber vielleicht ergibt sich anderweitig mal die Gelegenheit.
17.10.2002 15:48
Sehr interessanter bericht: Ich möchte nämlich auch gern in Spanien studieren, ein Semester. LG nici