Ich habe mir von meinem Studium stets die Chance erhofft, mit Spaß und Liebe zur Materie ein wenig mehr über mich selbst zu erfahrene. Karriere ist ja gut und schön, doch wollte ich die wenigen Jahre vor dem wirklichen "Ernst des Lebens" noch ordentlich dazu nutzen, so viel wie möglich an ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von sunshinegirl über Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft - FU Berlin 18.07.2000
Produktbewertung des Autors:
Pro:
lern intensiv, klein, gute Möglichkeiten der individuellen Betreuung, tolle Bibliothek
Kontra:
ein verträumter Elfenbeinturm
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ich habe mir von meinem Studium stets die Chance erhofft, mit Spaß und Liebe zur Materie ein wenig mehr über mich selbst zu erfahrene. Karriere ist ja gut und schön, doch wollte ich die wenigen Jahre vor dem wirklichen "Ernst des Lebens" noch ordentlich dazu nutzen, so viel wie möglich an Hirnarbeit mitzunehmen. Komparatistik an der FU zu studieren hat mir ziemlich dabei geholfen. Sicher, das Institut liegt in einem Dornröschenschlaf (oder sollen wir sagen, Elfenbeinturm), aber wer gewillt ist, hier etwas zu lernen, wird die Tür zur Bildung nicht verschlossen werden. Eigentlich war das Studium der allgemeinen und vergleichenden Literatur anfangs als Aufbaustudium für GermanistInnen gedacht, deshalb wird hier auch heute noch ein höheres Niveau an Vorbildung vorausgesetzt als in jedem germanistischen Grundstudium. Auch werden englische und französische/spanische Sprachkenntnisse in einer Klausur abgeprüft, sie sollen dazu dienen, daß Texte auch im Original gelesen und vergleichen werden können. Ich kann mich noch gut erinnern, wie man mir - frisch aus der Schule - im Einführungskurs im 1. Semester erklärte, "Schopenhauer, Freud und Nietzsche haben Sie ja bereits intus, Sie müssen aber vielleicht noch ihre Derrida- Lacant und Adornokenntnisse um einiges vertiefen." Den Rest des Sommers verbrachte ich dann lieber auf einer der netten Parkwiesen in der Umgebung der verträumten AVL-Villa. Aber schließlich packte mich der Ehrgeiz, und ich schloß auch einige nette Bekanntschaften mit anderen Institutsmitgliedern, so daß schon ein Jahr später die Kurse an diesem Institut meine Lieblingsseminare waren. Besonders gerne habe ich mich in der Bibliothek aufgehalten, die eine der bestsortiertesten geisteswissenschaftlichen Deutschlands ist und einen wunderschönen Wintergarten hat. Ein weiterer Vorteil waren die recht kleinen Seminargruppen - keine 100 Studenten, die nie einen Ton von sich geben. Sie haben mich immer viel mehr Arbeit als andere Studienfächer gekostet, ich war nie die Klügste und auch oft habe ich mich über "Angeber" geärgert (wohl hauptsächlich, weil ich nicht immer folgen konnte), aber ich habe in den Seminarsdiskussion gelernt, wirklich wissenschaftlich zu denken und Texte zu verpflücken, ohne die Schönheit über das Geschriebene dabei zu verlieren. Dafür bin ich den Profs dort heute noch dankbar, auch wenn nicht alles dort rosig war. Sie haben mir geholfen, mein Hirn zu nutzen und mir nicht nur dröge Vorträge gehalten.
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Fogger
Pro: das Gebaüde ist schön Kontra: alles andere
Es ist schon ein kleiner elitärer Verein, der da in einer alten Stadtvilla haust.
Jeden der dieses Fach studiert sollte klar sein, das AVL sich mit Literaturwissenschaft beschäftigt. Man reflektiert also nur Literatur und redet sehr selten über die "eige ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
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27.05.2000
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