Allgemeines zu Erotik

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Erotische Faseleien...

5  15.06.2002

Pro:
Kanns's denn noch jemand richtig? Dann wird's gut .  .  .

Kontra:
Eigentlich keines .  .  .  wenn man's kann .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

Loverman

Über sich: Abgesehen von meinem CIAO-Namen (den Nick trage ich auch sonst schon seit 10 Jahren mit mir herum) h...

Mitglied seit:17.02.2000

Erfahrungsberichte:79

Vertrauende:62

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 71 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Aachen, 14.06.2002 - Der Bericht fängt an mit der Überlegung, welche Erzählform ich wähle.

Wählte ich die "Ich-Form", fände ich mich besonders von diesem Thema betroffen. Angesichts meines CIAO-Namens (von Anbeginn an) wäre der Witz aber schon weg. Verpufft! "Loverman der Erotik-Spezialist" - zum schreien komisch, oder? Das wäre nicht meine Absicht, niemals!

<SCHNITT: Eine stark geschminkte, von der Form des Lidstriches an eine Eule erinnernde, Frau unergründlichen, jedoch fortgeschrittenen Alters zeigt in die Kamera, schaut so richtig böse drein, und setzt dem geneigten Zuschauer mit den Worten zu: "Ruf mich an!">

Wählte ich die "Allgemein-Form", und erzählte von anderen und anderem, käme ich mir vor wie Dr. Sommer, schlimmer noch, ich präsentierte Erotische Fantasien a la Erika Berger oder Lilo Wanders oder "blubbte" etwas zum Thema wie seinerzeit Verona Feldbusch. Der Witz wäre garantiert: "Loverman schreibt Fakten zum Thema Erotik".

<SCHNITT: Eine sehr gewichtige, ebenso stark und an Eule erinnernd geschminkte Frau fortgeschrittenen Alters mit zwei Säuglingen in ihren Armen lächelt verzerrt aber willig in die Kamera. Mein Gott... Oh nein... es sind keine Säuglinge...>

Ich will hier nicht präsentieren, was erotisch ist, oder ich als erotisch empfinde... und doch muß ich es, wenn ich klar machen möchte, was "Erotik" von offensichtlich als "Erotik" verstandenem unterscheidet.

<SCHNITT: Wie lustig! Ein Cartoon. Eine schlanke Lack- und Leder-Domina mit einer Peitsche in der Hand. Sie zieht an einem Seil... und ein nackter, an Möllemann erinnernder Halbglatzkopf kommt auf einem riesigen Skateboard in's Bild gefahren. Und stammelt eine Rufnummer. Was hat der denn da im Anus...?>

Erzählte ich also ganz unverfänglich, was ich von "Erotik" denke, und leite meinen "Bericht" damit ein, wie ich ihn erzählen möchte, wird wahrscheinlich jedem klar werden: "Loverman schreibt über Erotik, weil er so seine eigene Ansichten darüber hat".

<SCHNITT: Eine bis auf den Slip nackte Blondine läßt mit Ihren... Titten? Ist das der richtige Terminus? Auf jeden Fall läßt diese Blondine mit ihren Titten eine Fensterscheibe zerbrechen... Doof!>

Und sicherlich bin ich mir bewußt darüber, dass das arrogant klingt. Geradezu super-arrogant - jemand scheibt über Erotik, wenn man doch alles, was damit zu tun hat, heutzutage ohne falsche Scham oder aus gesteigertem Interesse nachschlagen könnte. Es wird einem ja schon geradezu aufgedrängt...

<SCHNITT: Toll. Auch wir Homosexuellen, wir so nach aussen hin sexuell-körperlich Orientierte haben eine Werbung! Zweit Typen, modisch gekleidet, marschieren auf die Kamera zu. Einer sagt: "Seit gestern bin ich schwul!" Dem anderen wird ein Satz in den Mund gelegt: "Und das ist gut so!" Ich übergebe mich...>

Doch arrogant finde ich, was mir jeden Tag unter dem Vorwand des Begriffes "Erotik" vor die Füße geworfen wird! Und ich trete auch immer wieder hinein...

<SCHNITT: Ich greife zur Fernbedienung, und schalte um zu Heiner Bremer...>

Jetzt hebe ich den virtuellen Finger in einer Art demonstrativen Vorwurfs , und stelle den Studenten und Akademikern der "leidenschaftlich soziologisch einstudierten Erotik" eine Frage:

"Gibt's noch etwas, dass ihr erotisch findet? So richtig? Ich meine, törnt Euch noch etwas so richtig an? Ja... Versteht Ihr mich denn nicht?"

Platte Frage? Nicht vor folgendem Hintergrund: Erotik definiert sich mir (faktisch!) mit: "Etwas, dass mich antörnt, dass mich verlangen läßt, dass mich zu einer Intimität hinreisst, etwas dass ich mit mir oder mit anderen teilen möchte - oder alles dieses könnte".

Leider bin ich ein Mensch der Sinneseindrücke. Damit meine ich, dass ich sehr oft über Eindrücke nachdenke, und mir eine Meinung darüber bilde. Zwangsläufig muß ich das, weil ich nicht abstumpfen möchte.

Oft, nach der Arbeit, will ich also nur noch fernsehen. Ich will fernsehen, und nicht abstumpfen!

Und da ich kein Premiere habe, sehe ich auch zwangsläufig die passende Werbung nach 0.00 Uhr...

Mit Erotik hat das jedoch nichts zu tun.

Ich muß nicht beschreiben, welche Körperteile in diesen Werbungen durch die Luft fliegen, Glas zerspringen lassen, oder wer in welcher Art und Weise zappelt oder absolut sinnentleerte Sprüche abläßt.

Ich finde hierfür kein Novum, kein Superlativ mehr, es ist nicht mehr aufsehenerregend; nein noch nicht einmal mehr erregend. Witz? Keiner!

Also was soll das Gezappel?

Und ich überlege wieder einmal so in mich hinein, und möchte auch gerne etwas zur Erotik schreiben... Würde ich von mir selber ausgehen, gibt es einiges, was ich erotisch fände... Doch der allgemeine Begriff dessen, was "Erotik" noch so bedeuten könnte, leidet offensichtlich in meinem Verständnis.

Es leidet an der Offensichtlichkeit! Es leidet an zuviel Gezappel! Es leidet an den ganzen Eindrücken prä-, inter- und postkoitalen Vergnügens.

Wenn mein besseres Drittel (!) mich in einem neuen, knappen Bekleidungsteil überraschen würde, fände ich die zur Schau gestellte Knappheit als kaum zu ertragen...

Warum nicht nackt, warum nicht natürlich? Und warum, um alles in der Welt, auch noch modisch ambitioniert ud drappiert, anstatt auf eine Art und Weise, wie man sich begegnet, seitdem es die Menschheit - oder zumindest die sexuelle Revolution der 70'iger als Vorwand gibt!

Jedoch Atem auf seiner Haut zu spüren... Langsame, tastende Berührung... Überraschendes Verlangen... Ein Gefühl einer Gänsehaut beim Hauch über die Körperhärchen. Der unausgesprochene Wunsch, sich nahe zu sein! Der unausgesprochene Wunsch, den Partner zu begehren, ihn an sich zu reissen, dieses Gefühl steigern zu wollen bis zu einem Gipfel, den man schon fast nicht mehr in Worte fassen kann... Ein Biß, ein ganz bestimmtes Verhalten, ein Ausdruck, den man wahrnimmt. Etwas, das einen ruft...

Das Gefühl des Gebens, den Willen, Momente festzuhalten, die einen sterben lassen, jedes Mal und immer wieder.

Das ist doch erotischer als alles andere! Da habe ich (fast) täglich mein Novum, mein Einzigartiges, mein superlatives und niemals redundant werdendes Erlebnis.

Und das so ganz anders, als bei den "wilden Russinnen ab 50", oder wie diese Low-Budget-Animationen mit ihrem zappelnden Gestalten firmieren.

Es mag halt sein, dass sich meine "Erotik" von dem unterscheidet, was man im allgemeinen davon versteht.

Doch die Hauptsache ist: Versteht man sich als Mensch, der eine Neigung zur und ein Verständnis von Erotik hat, dann steht man zu dieser Neigung, läßt Sie andere spüren, und schenkt diese Neigung jeder möglichen Situtation und vor allem demjenigen, dem man Sie geben will.

© Loverman
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dragonfly1975

Dragonfly1975

04.10.2002 22:24

Super Bericht!

Alexa32

Alexa32

10.07.2002 14:33

He...Toller Bericht gefällt mir... Gruß Alex

Beatrix20

Beatrix20

07.07.2002 14:00

Hi Loverman, haste schön gesagt, Bea

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Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 796 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

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