Allgemeines zu Karriere & Ausbildung

Erfahrungsbericht über

Allgemeines zu Karriere & Ausbildung

Gesamtbewertung (19): Gesamtbewertung Allgemeines zu Karriere & Ausbildung

 

Alle Allgemeines zu Karriere & Ausbildung Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Mein Weg zum Berufsabschluss - Als Selbstprüfling

5  28.02.2009

Pro:
Berufsabschluss, man fühlt sich besser, mehr Jobangebote, besseres Geld

Kontra:
keine

Empfehlenswert: Ja 

MaraX

Über sich: Das lila muss weg. :) Wer sich für Star Trek, Militaria, Trading Cards, Fotographieren, Kanada od...

Mitglied seit:02.07.2004

Erfahrungsberichte:62

Vertrauende:6

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

1998 begann für mich der Ernst des Lebens. Hola die Waldfee...wie hab ich mich darauf gefreut. Na ja, man freut sich ja öfter mal...so zum Anfang einer neuen Sache.

Getrübt wurde die Freude dann schnell, auch wenn ich auf meinem 'Wunschzettel' einiges zu stehen hatte, was Berufe angeht, so wurde das dann doch gewissenhaft gestrichen...nach und nach....

Am Ende stand ich dann als Lehrling im Supermarkt und sortierte Büchsen in die Regale. Ist so spannend wie es klingt. Aber was viel schlimmer ist, es fehlte mir jeglicher Glauben, damit später mein Geld zu verdienen (und verdienen zu wollen). So brach ich nach 3 Wochen ab. Zu Hause sitzen war tabu, also auf zur neuen Suche. Ich wurde sogar recht schnell fündig - Restaurantfachfrau...Man war ich glücklich...so als Kind von Gastronomen...Der Beruf stand nie auf meiner Liste, obwohl er für mich am einfachsten war, kannte ich ihn doch bereits. So bekam ich auch sehr schnell meine Zusage und die Ausbildung begann.

Ich blieb nicht lange, diesmal war mein Weggang jedoch unfreiwillig. Der Betrieb, Teil einer Gmbh, ging pleite. Alle wurden entlassen. Da Restaurantfachfrau jedoch kein so seltener Lehrplatz ist, kam ich bereits sehr schnell anderswo unter. Es handelte sich sogar um ein 4* Haus....hier war mein Abgang dann wiederum freiwillig. Das Personal war nur damit beschäftigt sich gegenseitig fertig zu machen und jeden Tag die gleiche Schicht, das brachte mich dann doch zum gehen. Aber irgendwie hatte ich immer auch etwas Glück an meiner Seite, 2 Monate nach meiner Kündigung, ging meine Lehrzeit weiter - in einem Brauhaus.

Hier gefiel es mir auch von der Arbeit her besser, als in dem 4* Haus, es gab einfach mehr Abwechslung. Hinzu kam, es war ein Mittelpunkt des Tourismus und das Trinkgeld überstieg bei weitem meinen Lehrlingslohn. So gingen 13 Monate ins Land...ich wurde entlassen, kurz bevor ich selbst kündigen konnte. Denn das hatte ich vor, besaß ich doch einen echt 'tollen' Plan - ich nahm mein gespartes und flog in die USA. Ja, der Plan war so blöd wie er klingt. Aber damals erschien er mir richtig und ich bereue es nicht.

Es vergingen fast 2 Jahre, bevor ich die Ausbildung wieder aufnahm. Der Betrieb erkannte die vorherige Lehrzeit an, was übrigens sehr viele machen, und so startete ich in mein 2 Lehrjahr. Nach zweieinhalb Jahren Lehrzeit, war endgültig alles vorbei - ich kündigte und beendete das Kapitel. Ohne Abschluss.

2005 bekam ich eine befristete Stelle (Sommersaison) auf Teilzeit. Ich war einfach froh was zu haben, wird man hier in meiner Gegend, nicht gerade mit Jobs überhäuft. Es war, wie ich heute feststelle, die wohl beste Sache die mir passieren konnte. Ein kleines Familienunternehmen, eine super Atmosphäre und eine Zufriedenheit meiner Person (ich war letztendlich bis 2008 tätig), die mich dazu brachte, das Kapitel Ausbildung 2006 neu in Angriff zu nehmen. Nein ich wurde kein Lehrling, dass hätte ich nicht mehr durchgehalten. Aber das auf mich einreden meiner Chefs, brachte mich dazu, mich 2006 selbst zur Abschlussprüfung anzumelden. Als so genannter 'Selbstprüfling'.

Und genau das ist der Punkt - man kann sich selber um seinen Abschluss kümmern. Vorrausetzung ist, dass man entsprechende Berufserfahrung aufweisen kann. Bei einem Beruf mit 3 Jahren Lehrzeit, benötigt man mindestens 54 Monate nachweisliche Arbeitszeit. Hierbei zählt aber auch ggf absolvierte Ausbildungszeit und so war dies keine Hürde für mich. Die Unkosten betragen 165€. Also ab zur IHK und das wars...na ja fast. Einer der Gründe, warum ich wohl die Lehre abgebrochen habe, war die Angst vor der Prüfung. Getreu dem Motto, 'wenn du nicht hin gehst, dann kannst auch nicht durchfallen'. Super Logik nicht?

Nun hatte ich mich um Buchmaterial gekümmert, um für die Prüfung zu lernen. Da gibt es entsprechende Hefte, mit Fragen und Lösungen der offiziellen Tests. Wirklich gelernt habe ich nicht, ich wollte zur Prüfung gehen und hatte 'Angst', je mehr ich mich damit beschäftige, je höher die Chance das ich kneife. Mir war auch selten so schlecht, wie an den Tagen der Prüfung. Es waren zwei, einer für die Praxis und einer für Theorie. Theorie musste ich leider wiederholen, da ich beim ersten Termin die Adresse nicht fand und zu spät kam. Wiederholung ist aber kein Problem - es kostet aber mal eben 80€ extra. ;-)

Da stand ich nun bei meiner Praxisprüfung und betete das ich nicht flambieren muss - und dankte selben Gott dann, dass ich es durfte. Hatte davor noch nie flambiert und außerdem Angst vor Feuer. Andererseits, hatte ich auch noch nie Fisch auseinander genommen. Netterweise, wurde uns der Aufbau der beiden Tische kurz vorher gezeigt. Welcher Bewerber was machen musste, dass entschieden dann die Prüfer. Habe mich gut gehalten, Pfirsiche etwas dunkel, aber durchaus essbar. ;-)

Als es dann um das Ergebnis ging, da war ich noch nie im Leben zuvor, so glücklich über eine 4. Denn damit hat man, gerade noch, bestanden. Auch die Theorie bestand ich mit 4, wenn auch mit mehr Punkten.

Heute fragt mich niemand mehr danach, welche Note ich habe. Was zählt ist der Abschluss und auch wenn man sicher ohne arbeiten kann, ich bin froh ihn zu haben. Kein umschreiben mehr bei Bewerbungen - warum und wieso kein Abschluss vorhanden ist. Und natürlich ist die Auswahl bei den Jobs nun auch wesentlich größer, gleiches gilt für die Bezahlung.

Persönlich, für mich selbst, habe ich jetzt mit einem wichtigen Lebensabschnitt abgeschlossen. Ich kann es nur jedem empfehlen, auch wenn ihr meint es sei zu spät. Es ist einfach ein super Gefühl, es nun auch geschafft zu haben. Ja, ich fühle mich gut damit! Auch wenn mir klar ist, ich hätte all das schon lange haben können.
Aber hinterher, da ist man ja meistens Klüger und, leider, läuft eben nicht alles so gerade wie man möchte.

Vielleicht erkennt jemand sich in diesem Bericht wieder, es läuft nun einmal nicht alles nach Plan und manchmal, da dauert Lehrzeit eben durchaus einmal 8 Jahre.

Die für euch zuständige IHK findet ihr im Internet, Gebühren betragen 165€ und Prüfungen können im Sommer und im Winter abgelegt werden. Und ich kann offen sagen, die Prüfung ist nicht so schwer wie man denkt. Ich war 3 Jahre raus aus der Ausbildung, habe zwar gearbeitet, aber der Alltag hat wenig mit dem Prüfungsbuch zu tun. Dennoch habe ich ohne Vorbereitung bestanden - wer also weniger Angst hat und sich hinsetzt, der kann wesentlich besser abschneiden.


Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Birgit1957

Birgit1957

12.03.2009 17:22

Am Ende ist heute wirklich der Abschluss das Entscheidende. Leider wird in vielen Berufen nicht mehr vermittelt, was man in der Praxis braucht.LG

MaraX

MaraX

04.03.2009 20:42

Nein ich habe 165 euro bezahlt und ich war bei keinem Betrieb.

E-pro

E-pro

01.03.2009 15:07

165,00 Euro waren dein Anteil? Der Rest hat dein Betrieb übernommen, oder? 165,00 Euro ist IMO einwenig wenig für eine IHK-Abschlussprüfung.

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 350 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. jockel2001
  2. Sommergirl-Mary
  3. noname_6032
und weiteren 26 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.