Schwangerschaft, Geburt und andere Katastrophen

5  07.12.2011

Pro:
unser Baby lebt und ist gesund

Kontra:
es kostete Kraft und Nerven

Empfehlenswert: Ja 

Fegerschen

Über sich:

Mitglied seit:19.11.2006

Erfahrungsberichte:64

Vertrauende:10

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 65 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich über die Geburt von unseren kleinen Valentin berichten.
Eigentlich ist sie in den meisten Fällen ja etwas besonders schönes, doch das hier lief ganz und gar nicht nach unseren Vorstellungen ab und hat uns alle viel Kraft und Nerven gekostet. Aber erst einmal der Reihe nach.

*Wie alles begann*
Mein Freund und ich kannten uns ja schon länger von der Arbeit her und irgendwann gab es eine Zeit, in der ich aus personellen Gründen zum LKW laden verdonnert wurde. Es kam wie es kommen musste - wir verliebten uns recht schnell und waren gerade dabei den 1. Teil unseres Umzuges hinter uns zu bringen. Im Oktober sagte mein Freund, das ich eigentlich die Pille absetzen könnte, er würde so gerne ein Baby haben. Die Pille hatte ich mir daraufhin geschenkt und schneller als erwartet fiel der Schwangerschaftstest im Januar positiv aus.

*Schwangerschaft*
Anders als bei meinen großen Kind war ich sehr nervös und übervorsichtig. Das war unser Wunschkind und dem sollte auf keinen Fall was passieren. Die ersten 3 Monate hin ich quasi nur über der Kloschüssel, ehe sich das wieder gelegt hatte. Die Untersuchungen fielen alle gut aus, in der 14. Woche wussten wir schon, daß es ein kleiner Junge wird. Der Name war schnell gefunden - Valentin. Ein weiterer Meilenstein war die Feindiagnostik in der 20. SSW. Hätte ich da schon geahnt, wie das ausgeht....ich wäre niemals zu diesem Doktor gegangen. Jens war mit mir zusammen dort. Die Untersuchung dauerte "nur" 10 Minuten, der gute Mann hatte offensichtlich keine Lust, die Bilder waren grottenschlecht und wir hinterher bedient. Er sagte, es wäre alles in Ordnung. Der grosse Hammer kam erst....!!!

Da ich ja nun nicht gerade zu den Fliegengewichten gehöre, dachte ich auch, diesmal wird es wieder nicht auffallen, das ich ne Murmel vor mir herschiebe - doch weit gefehlt...ich hatte einen riesigen Babybauch. Mit der Zeit wurde alles schwerer, das Wasser hat ständig zugenommen, das Gewicht auch und zum Ende hin das Fruchtwasser ab. Jedoch gab es keine kritischen Zeiten während der Schwangerschaft.

Ich habe mich entschlossen nicht in Gera zu entbinden sondern in Werdau. Habe extra ein Geburtsplanungsgespräch wahrgenommen und bis zum Ende gehofft, das es diesmal eine
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Intensivstation
normale Geburt werden würde.

*Die Stunden davor*
Mein offizieller Entbindungstermin war am 22.9.2011 - geboren wurde Valentin am 14.9.2011.
Es war wie eine schlechte Ahnung - ich erwachte an diesem Tag mittags um 12 Uhr und meine Fruchtblase platze. Ich ahnte schreckliches. Ich sah gedanklich wieder einen Kaiserschnitt auf mich zu kommmen. Ich rannte erstmal zur Toilette und mir kam ein Schleimpfropf samt Blut entgegen. Als nächstes erwischte ich gerade noch Jens, der bald losfahren wollte mit dem LKW. Nächste Station war den Krankentransport zu informieren und mich ins Krankenhaus bringen zu lassen - meine Sachen waren fertig.

*Geburt*
Im Krankenhaus zeigte man mir erstmal mein Zimmer, schrieb dann Wehen und untersuchte mich. Der Arzt hatte sich sogar die Zeit genommen, noch ein 3D-Bild von Valentin zu zaubern. So vergingen dann die Stunden bis 18 Uhr. Jens war zwischenzeitlich wieder heim gefahren, man wollte ihn anrufen, wenn es losgeht. Dann um 18 Uhr kam der Chefarzt, knallte mir Kaiserschnitt und Anästhesie an den Kopf und ehe ich es mich versehen konnte, wurde ich rasiert und stand auch schon im OP. Mein Wunsch war eine Spinalanästhesie - ich wollte ja was mitbekommen. Hätte ich das mal lieber nicht getan. Der gute Narkosearzt hat mir das Zeug so dermaßen schnell gespritzt und ich war nervlich so fertig, das es innerhalb von 2 Minuten gewirkt hat. Mein Kopf fing schon an zu drehen. Darauf schloss ich die Augen und erwachte erst wieder, als sie schon am zunähen waren. Mit allem fertig, wurde ich auf die ITS geschoben, weil mein Blutdruck im Keller war von der ganzen Aufregung (war die ganze Schwangerschaft schon zu niedrig). Dann durfte Jens endlich zu mir - aber leider mit nicht so guten Nachrichten.

*Das Schicksal nahm seinen Lauf*
Unser Baby hatte nur eine Sauerstoffsättigung von 60 Prozent und trotz Atemmaske konnte man diese nur auf 80 Prozent steigern. Im Blut konnte man Sauerstoff nachweisen, an dem Handsensor nicht. Der Kinderarzt vermutete, das etwas mit Lunge oder Herz nicht in Ordnung war. Unser Kind wurde nach Zwickau verlegt und von dort kam dann die Diagnose "Transposition der grossen Arterien". Da ich zu diesem Zeitpunkt noch unter Schwermittel und anderen Sachen stand, konnte ich das nur aufnehmen, aber ich war nicht in der Lage, zu weinen oder sonstwas zu tun. Der Kinderarzt war sehr betroffen. Jens hatte man nachts aus dem Bett geklingelt, damit er die Papiere für den Hubschrauberflug unterschrieb und Valentin ist dann frühs gegen 6 Uhr nach Leipzig ins Herzzentrum geflogen. Ich machte mir ernsthafte Sorgen um meinen Freund und hoffte, das es unserem Baby gut ging. Als ich ihn dann morgens sah, war ich erleichtert. Er sagte, es sehe sehr gut aus, man könnte Valentin operieren und die Chancen stehen bei 98 Prozent, das alles gut geht. Allerdings sah er mehr als schlecht aus - rote Auge und geweint hat er auch an meinen Bett. So hab ich ihn wirklich noch nie gesehen - er der sonst immer so stark und optimistisch ist....und jetzt musste ich ihn trösten....!

*Die nächsten Tage*

Nach einem Tag ITS kam ich wieder auf die normale Station. Alle kümmerten sich rührend um mich, aber jeder gratulierte mir - das war zu viel. Oft hab ich dort gelegen und geweint. Ich konnte nichts für mein Kind tun, ausser Milch abpumpen und jeden Tag in Leipzig anrufen, wie es ihm geht. Jens hatte viel Stress zu der Zeit - er kam mittag vorbei und holte die Milch, fuhr dann nach Leipzig, von dort wieder nach Hause und kam mich abends mit Fabian wieder besuchen. So ging das 5 Tage lang. Mir ging es ganz gut nach dem Kaiserschnitt - der Urinkatheder wurde am 2. Tag nach der OP entfernt, ich konnte aufstehen, und laufen, hatte kaum Schmerzen. Meine Eisenwerte waren schlecht und mein Blutdruck noch schlechter. Das ständige nicht schlafen können machte sich damit bemerkbar. Als ich mich am Montag freiwillig entlassen ließ, hatte ich einen Spitzenwert von 175/125!!! Aber wer sollte es mir verdenken, ich würde zum ersten Mal mein Kind sehen!

*Die Wochen in Leipzig*

Den ganzen Weg nach Leipzig wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Klar, ich würde mein Baby sehen, aber ich hatte auch mächtig Angst um die kleine Maus. Mittags waren wir dann dort - eigentlich ist da gerade Ruhepause bis 14:30 Uhr, aber Jens fragte trotzdem, ob wir rein dürfen, weil ich Valentin noch nie gesehen hatte. Da stand ich nun an diesem Wärmebettchen und konnte nichts anderes als heulen. Er war so klein und winzig - aber es ging ihm gut. Die Operation war für den 26.9. geplant, wurde aber kurzfristig auf den 23.9. vorverlegt. Valentin ging es sehr gut für seine Umstände - er trank schön und nahm sogar zu. Man entfernte ihm deshalb auch die Magensonde. Ich blieb die ganze Zeit in Leipzig, hatte ein eigenes Appartment, Jens kam jeden Tag zu uns und so ging das bis zum 22.9.! Nachmittags um 16 Uhr standen plötzlich 2 Ärzte vorm Bett, erzählten was von OP morgen und das der Professor und der Narkosearzt dann noch kommen.

Eigentlich könnte man mich da sofort klinisch einweisen, aber ich war seltsamerweise total ruhig. Der Professor erklärte mir alles genau - und ich wusste, das alles gut gehen würde. Am nächsten Morgen war es soweit - Tag der OP. Ich war noch mal bei Valentin, brachte ihn aber nicht mit zum OP. Danach ging ich zurück ins Appartment und wartete auf Jens. Der erschien gegen 10 Uhr. Um 12 Uhr machte sich langsam Panik breit - der Professor hatte von 5 Stunden geredet. Wieder warten. Um 12:30 Uhr ging Jens zum Empfang und man sagte, das der OP jetzt leer wäre. Wir zur ITS - aber Baby war noch nicht da. Endlich gegen 13 Uhr der erlösende Anruf - Valentin hat alles sehr gut überstanden. Besuchen durften wir ihn erst nachmittags.

Valentin erholte sich sehr gut, die Ärzte waren mit ihm zufrieden, allerdings fing er sich infolge der OP Herzrhythmusstörungen ein. Tabletten mussten nun her, und wir drehten längere Runden auf ITS und Wachstation, weil die Einstellung ja überwacht werden musste. Fast 2 Wochen nach der Operation durften wir endlich auf die Normalstation. Unter ständiger Verkabelung lief es soweit ganz gut. Unser Kind nahm es zu genau mit der Futteraufnahme, wuchs zu viel und nahm zu schnell zu - brachte damit die Tabletteneinstellung durcheinander und wir durften noch eine Woche länger im Krankenhaus bleiben. Am 18.10.11 durften wir dann endlich nach Hause.

*Die Zeit danach*

Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Valentin erholt sich immer mehr, nimmt schön zu und wir sind vollends zufrieden. Er ist zwar öfters krank als andere Kinder, aber das geht auch vorbei. An die schlimme Zeit erinnert einen eigentlich nur die Narbe auf seiner Brust.

*Zusammenfassung*

Letztendlich hatten wir mit allen sehr viel Glück. Glück das es ein Kaiserschnitt war - wenn auch nicht so angenehm für mich, Glück - das der Kinderarzt den Herzfehler erkannt hat, Glück - das mit einer OP alles gut ist und Valentin als gesund gilt.
Ich kann den Kaiserschnitt zwar immer noch nix abgewinnen, aber wenn es sein muss, muss es sein. Wer die Wahl hat zwischen normaler Entbindung oder Kaiserschnitt sollte das normale bevorzugen. Ein Kaiserschnitt ist schließlich eine Operation, kann viele Risiken bürgen und schmerzfrei ist man danach keinesfalls.

Euer Fegerschen
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
utily_el

utily_el

15.12.2011 09:41

BH :-)

lila25l

lila25l

15.12.2011 08:09

Alles Gute für Euch!

Dana16w

Dana16w

09.12.2011 22:00

Dafür gibts natürlich ein bh und ich wünsche euch alles Gute

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