Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Moderne Zukunftstechnologie, hoher Wirtschaftsfaktor |
| Kontra: |
unbekannte Risiken, Vorsorgeprinzip wird vernachlässigt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Es gibt viele Abhandlungen und Meinungen zur Gefährlichkeit von Elektrosmog und insbesondere zur Gesundheitsgefahr durch Mobilfunkstrahlen.
Ich will hier nicht darauf eingehen ob die Grenzwerte in Deutschland zu hoch sind oder ab wann die Strahlung uns wirklich gesundheitlich belastet. Dazu fehlt mir die technische und medizinische Fachkenntnis. Aufgrund eigener Erfahrungen und der in diesem Zusammenhang eingeholten Informationen will ich jedoch so kurz wie möglich darstellen,
dass wir kaum eine Möglichkeit haben den Strahlen zu entgehen
aber
dass wir durch unser Verhalten und durch Kenntnis der Sachverhalte trotzdem die Belastung relativ einfach minimieren können.
1. Gesetzliche Grenzwerte
Der Gesetzgeber hat 1997 die Grenzwerte über elektromagnetische Felder in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes festgelegt. Jeder Mobilfunkstandort wird auf die Einhaltung von Sicherheitsabständen und Strahlungsgrenzwerten durch die Bundesnetzagentur geprüft. Die Genehmigung erfolgt mit der Ausstellung der Standortbescheinigung durch die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Bisher ist es nicht gelungen einen Zusammenhang zwischen Mobilfunksendeanlagen und auftretenden Gesundheitsschäden zu belegen. Das bedeutet in der Praxis, dass die von den Gerichten anerkannten Grenzwerte der 26. BImSchV als ausreichender Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischer Strahlung gelten.
Nach Stand der Forschung und Technik kann objektiverweise von keiner Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung ausgegangen werden. Die Grenzwerte in Deutschland sind relativ hoch aber Gott sei Dank werden sie nur zu einem sehr geringen Teil ausgenutzt. An vielen Sendemasten haben wir Sendeleistungen, die im Promillebereich der zulässigen Werte liegen, Auslastungen von 15% sind schon eher selten. In diesem Zusammenhang ist natürlich unverständlich warum die Grenzwerte nicht einfach reduziert werden. Allerdings würden Grenzwertreduzierungen gerade aufgrund dieser geringen Auslastungen in der Praxis die Strahlenbelastung nicht verringern.
2. Räumliche Situation
Je nach Lage der Sender zum Aufenthaltsort wird der Körper unterschiedlich belastet. In aller Regel senden die Antennen nicht rundum sondern sind auf bestimmte Sektoren gerichtet. Vor allen Dingen gilt, dass die höchste Belastung auf dem Niveau der Antenne ist, höhere oder niedrigere Aufenthaltsorte sind weniger intensiv bestrahlt.
Wände dämpfen die Strahlung, abhängig vom Material und der Stärke. Hinter metallbedampften Isolierglasscheiben ist die Dämpfung sehr groß. Es gibt Material zum Abschirmen, das reicht von Metallgittern die unter dem Putz eingebaut werden über spezielle Tapeten bis hin zu absorbierenden Vorhangstoffen, aber VORSICHT! Hochfrequente gepulste Mikrowellen können auch reflektiert werden und bei falscher Montage könnte die Strahlung möglicherweise sogar stärker werden. Also vor der Investition durch einen soliden Ingenieur eine Messung durchführen und dann erst die Schutzmaßnahmen aufgrund der dokumentierten Messergebnisse planen (lassen).
Für elektrosensible Menschen ist z.B. bei einem Wohnungswechsel die Belastung einer Wohnung durch die umliegenden Mobilfunkstandorte von wesentlicher Bedeutung. Informationen über die genehmigten Standorte von Funkanlagen in der EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur sind öffentlich einsehbar:
http://emf.bundesnetzagentur.de/gisinternet/index.aspx?User=1000&Lang=de
Der Inhalt der EMF-Datenbank:
Standorte von Funkanlagen werden nur dann in die EMF-Datenbank dargestellt, wenn
- für den Standort eine Standortbescheinigung erteilt wurde und
- mindestens eine der installierten Funkanlagen sich im Betrieb befindet.
Standortadresse von Funkanlagen
Aufgrund von datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist es der Bundesnetzagentur nicht möglich, die konkrete Adresse eines Standortes zu veröffentlichen. Die Lage eines Standortes wird deshalb in Form eines Dreiecks in dem jeweiligen Kartenabschnitten dargestellt. Dabei ist zu beachten, dass der eingetragene Standort zwar der Straße nicht aber der Hausnummer zugeordnet werden kann.
Angabe zu Betreibern von Funkanlagen
Betreiber von Funkanlagen werden sowohl aus Gründen des Betriebs- und Geschäftsgeheimnisses als auch aufgrund zu beachtender Sicherheitsbelange (zum Beispiel Funkanlagen von Sicherheitsdiensten) nicht genannt. Sofern an einem Standort eine Mobilfunkbasisstation installiert ist, wird hierauf im Infofenster des Standortes durch den Eintrag "Mobilfunk" hingewiesen. Alle übrigen Funkanlagen werden aus den genannten Gründen im Infofenster unter dem Stichwort "Sonstige" aufgeführt.
Anzahl der installierten Antennen
Bei Antennen unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Typen - die Sende- und Empfangsantenne. Nur die Sendeantennen geben elektromagnetische Signale ab. Empfangsantennen nehmen lediglich Information auf. Allein die Zahl von Antennen an einem Funkmast gibt also keinen Hinweis auf die Leistung der Funkanlage oder die Stärke der elektromagnetischen Felder in der Nähe. Auch lässt die Anzahl nicht auf die Anzahl von installierten Funkanlagen schließen, da beispielsweise zu einer Mobilfunkbasisstationen mehrere sogenannten Sektorantennen gehören können.
3. Handhabung von Mobitelefonen
Die Belastung durch das Benutzen des Handies ist deutlich höher als die Belastung, die von den Sendern ausgeht. Zum Einen sendet auch das Mobiltelefon und zwar um so stärker je schlechter die Verbindung ist, zum Anderen hat man dabei üblicherweise das Telefon genau dort wo es am schädlichsten ist. Wenn also dieser Sender direkt am Ohr platziert wird, bekommt das Hirn die volle Ladung ab.
Die Mobiltelefone sind nicht alle gleich stark strahlend. Es ist im Hinblick auf eine möglichst geringe Strahlendosis beim Telefonieren sinnvoll auf strahlungsamre Geräte zu achten.
Verringerung der Strahlenbelastung ist möglich durch Verwendung von Headsets, Nutzung des Handies nur im Freien und bei gutem Netzempfang. In Autos sollten nicht nur die vorgeschriebenen Freisprechanlagen, sondern nach Möglichkeit auch Außenantennen für die Telefonie verwendet werden. Besonders während des Wählvorganges ist die Sendeleistung hoch. Während dieser Zeit als weg vom Kopf. Für alle Telefonate gilt natürlich : So kurz wie möglich.
Das ist gerade Kindern nicht immer ganz leicht zu vermitteln. Es gibt jedoch ganz gut gemachte Broschüren, die Kids aufklären.
https://www.klicksafe.de/service/schule-und-unterricht/unterrichtsmaterial/coole-tipps-fuer-handykids---strahlung-antismog-und-schuldenfalle.html
4. Oft vergessene Strahlenquellen
Bei aller Angst vor den Sendern wird oft vergessen, dass wir die größten "Strahler" oft im Haus haben. Während ich hier diese Zeilen schreibe arbeitet mein W-Lan-Router im Keller vermutlich unter Vollast. Auch das ist Mobilfunkstrahlung, ebenso wie DECT-Telefonanlagen. Bei Nacht ist mein W-Lan-Router allerdings ohne Strom! Und auch ein Mikrowellenherd strahlt oft bei Betrieb deutlich mehr als ein Handy.
Wer also seine Strahlenbelastung verringern möchte sollte unbedingt auf schnurgebundene Telefone und drahtgebundenen Internetzugang Wert legen. Wie ich allerdings im Rahmen einer Messung festgestellt habe strahlen insgesamt 4 W-Lans und 6 DECT-Telefone in meine Haus. Das sind die Geräte der Nachbarn. Wer dann noch in einem Mehrfamilienhaus wohnt, der hat möglicherweise, völlig umbemerkt, das drahtlose Kommunikationsmittel des Nachbarn nur durch die Wand getrennt neben dem Kopfteil seines Schlafplatzes. Da wird Einflussnahme schwierig.
Nur der Vollständigkeit halber will ich noch die Fernseh- und Radiosender sowie die magnetischen Felder von Hochspannungsleitungen nennen, aber nicht weiter darauf eingehen. Für Sonderfunknetze wie z.B. Polizeifunk oder Funkfrequenzen für die Luftfahrt oder den Bahnfunk gelten im Grunde die gleichen Aussagen wie für den Mobilfunk.
5. Allgemeine Informationen - Ausblick
Das Kommunikationszeitalter hat erst begonnen. Die dritte Generation des Mobilfunks, das UMTS (universal mobile telecommunications system), bietet
neue, über das bisherige Angebot wesentlich hinausgehende Einsatzmöglichkeiten. Es wird den Mobilfunkgegenern nicht gelingen das Rad zurück zu drehen und dieses Technologie abzu schaffen. Dafür ist bereits heute die Wirtschaft viel zu abhängig von schneller Datenübermittlung. Der Fortschritt und der ständig steigende Bedarf an immer schnelleren und besser funktionierenden Kommunikationstechnologien wird in den nächsten Jahren eine grosse Anzahl zusätzlicher Antennen und möglicherweise auch höhere Sendeleistungen erfordern. Was für uns von nur einigen Jahren noch revolutionär erschien ist für unsere Kinder bereits Alltag ohne den sie sich weder Beruf noch Freizeit vorstellen können.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die Bevölkerung transparent und vollständig über die potentiellen Risiken und den gefahrlosen Umgang mit dieser Technik informiert wird. Die medizinische Forschung auf diesem Fachgebiet sowie die Beratung von Personen, die ihre gesundheitlichen Störungen in Verbindung mit Elektrosmog vermuten, muss qualitaitv und quantitativ weiter ausgebaut werden.
Um auch unbekannte Risiken so weit wie möglich zu vermeiden kann jeder User in seinem persönlichen Umfeld die Strahlenbelastung durch das eigene Verhalten ganz wesentlich reduzieren. Ich selbst verwende mein Handy nur im Ausnahmefall und auch unsere Kinder sind sehr zurückhaltenden Mobilfunknutzer.
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