Allora, Andiamo / Maria Martorana-Frank

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Parli italiano?

2  28.01.2006

Pro:
Stimmiger Ablauf der Themen

Kontra:
Unübersichtliches Layout  |  nervendes "hin -  und herblättern"  |   .  .  . u . v . m .  siehe Bericht

Empfehlenswert: Nein 

DottiGross

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 79 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es ist inzwischen schon mein zweiter Italienisch-Grundkurs, den ich in Agriff nehme. Der erste liegt ca. acht Jahre zurück. Damals arbeiteten wir mit dem Buch "Corso Italia" (Klett-Verlag), das von vielen Italienischlehrern abgelehnt wird. Auch für meine jetzige Lehrerin ist dieses Buch - wie sie sagt - "ein rotes Tuch". Zu ihrer Freude benutzt man an den Volkshochschulen inzwischen wieder das Lehrbuch "Allora, Andiamo!" des Langenscheidt-Verlags. Es ist im Buchhandel für 23,90 Euro zu haben und begleitet nun auch unseren Unterricht.

Ich kann Erfahrungen aus zwei Blickwinkeln wiedergeben. Einerseits meine eigenen Erfahrungen mit diesem Buch, als eine Schülerin, die bereits Italienisch-Kenntnisse besitzt. Andererseits möchte ich Beispiele eines "blutigen Anfängers" geben, da ich die Lernerfolge meines Freundes mitverfolge, der noch kein Wort Italienisch spricht.


| Fakten
Titel: Allora, andiamo!
Autoren: Marta Martorona-Frank, Matthias Frank
Seiten: 248
Preis: 23,90 Euro
ISBN: 3-468-48301-5
Mehr Infos: www.langenscheidt.de/allora-andiamo


| Auf den ersten Blick...
Der Umschlag macht einen guten Eindruck. Das moderne Design gefiel mir von Anfang an und machte "Lust aufs Lernen". Die Qualität des Umschlags und der Innenseiten scheint gut zu sein - das Material wirkt robust. Nach mehrmonatigem (pfleglichem) Gebrauch sieht es noch sehr gut aus. Im Innenteil sind jedoch diverse Radierspuren (= Schmierspuren, Druckstellen/Rillen) deutlich zu sehen, was sich aufgrund des Hochglanzpapieres nicht vermeiden ließ.

| Auf den zweiten Blick...
Kunterbunte Bilder und Zeichnungen lockern das Erscheinungsbild auf den ersten Blick auf. Doch wenn man mit dem Buch lernen will, wirken diverse Auszeichnungsmerkmale störend. So sieht man hier mal ein grünes Kästchen, dort mal einen beigen Notizzettel - man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Das Layout verwirrt sehr, weil zu viel Gestaltungselemente verwendet wurden. Schrägsatz, viele Farben, Grafiken und Hervorhebungsmerkmale sowie unpassende Schriften überladen das Buch und überfordern den Leser. So wird zum Beispiel als Auszeichnungsschrift die "Brush Script" verwendet, die gerade in einer Fremdsprache unbrauchbar ist. Zum Beispiel ist das Wort "Qual" in dieser Schriftart gesetzt, was jedoch wie "Lual" aussieht. Trotzdem ich tagtäglich mit dieser Schrift zu tun habe, musste ich eine Weile überlegen, wie das Wort richtig heißt. Doch meine Mitschüler kamen nicht darauf und fragten die Lehrerin dann tatsächlich, was denn "Lual" heiße.

Die von mir bereits erwähnten Kästchen/Notizzettel sollen angeblich wichtige Informationen hervor heben. Doch teilweise sind es Dinge, die gar nicht so wichtig sind oder, was sehr oft der Fall ist, sie sind unvollständig. Als Beispiel möchte ich den "Notizzettel" auf der Seite 15 erwähnen. Dort sollten eigentlich die Beugungsformen von "essere" (= sein) abgebildet sein. Komplett müssten dort sechs Wörter stehen: (io) sono, (tu) sei, (lui, lei, Lei) è, (noi) siamo, (voi) siete, (loro) sono. Doch es werden nur die drei ersten Formen in der 1. Person genannt, was ich inakzeptabel finde. Ein Anfänger sollte auf jeden Fall die weiteren Formen von Beginn an kennen. Gerade die 2. Person "wir" (noi siamo) finde ich sehr wichtig, weil sie im täglichen Leben allgegenwärtig ist. Aber auch ich möchte - mit meinen italienischen Vorkenntnissen - eine Festigung dieser Beugungsformen in der 2. Person erreichen, was hier aber nur dann möglich ist, wenn ich mich durchs Buch blättere und an anderer Stelle suche, bzw. mir Notizen mache.

Irgendjemand - ich glaube meine jetzige Lehrerin war es - hat behauptet, in meinem alten Lehrbuch "Corso Italia" vom Klett-Verlag, müsse man ständig "herumblättern", weil die Informationen im ganzen Buch verteilt seien. So wäre es umständlich, weil die Grammatik hinten, die Vokabeln ganz hinten und die Lehrmittel vorne abgedruckt sei. Bei "Allora, andiamo!" ist das nicht anders. So finde ich im vorderen Teil die einzelnen Lektionen. Der hintere Teil besteht aus dem Übungsteil, einem sogenannten "Ratgeber Lernen", der Grammatikübersicht, der "Transkription der Hörtexte im Lektionsteil" und den "Lösungen zum Übungsteil". Abgeschlossen wird mit dem Lektionsvokabular und dem "Alphabetisches Wortschatzregister". Möchte ich also z.B. zum Thema "bestimmte Artikel", der in der Lektion 3 auf Seite 22 behandelt wird, Hintergrundinformationen einholen, muss ich nach hinten auf die Seite 182 in die Grammatikübersicht blättern. Fällt mir dort ein Wort auf, dass ich nicht kenne - z.B. "zio" - finde ich dieses entweder auf Seite 245 im Alphabetischen Wortschatzregister oder im separaten Duden. Ähnliche Beispiele könnte ich hier endlos wiedergeben. Ihr seht also, auch in diesem Buch muss man ständig zwischen den Seiten hin und her blättern.

Ich weiß nicht, was sich die Autoren dieser Sprachbücher bei folgendem Thema denken. In unregelmäßigen Abständen werden in den Lektionen Leseübungen abgedruckt, die weit über dem Niveau des jeweiligen Lernziels liegen. Anders erklärt: In Lektion 3 berichtet ein Artikel über eine Kartenlegerin, die von ihrem Leben erzählt. Zweidrittel der enthaltenen Worte haben die Schüler aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelernt. Auch diverse Grammatiklernziele sind bis dahin noch gar nicht durchgenommen worden. Ich bin ein Typ, dem das nichts ausmacht. Ich gehe über diese Übungen mit einem gelangweilten "aha-und-was-soll-ich-jetzt-damit-?" hinweg. Meinem Freund brach aber der Schweiß aus allen Poren: "Waaaaaaaaaaas? Ich verstehe kein Wort!! Hiiiilfe!"

Dem Buch liegt eine Audio-CD bei, die als Ergänzung zum Übungsteil dient. Ich brauchte eine Weile, bis ich die Zusammenhänge zwischen Buch und CD verstand, weil auf der CD selbst keine deutlichen Hinweise zu finden sind. Die Übungs-CD verwende ich selten. Als "Hörprobe" find ich sie recht nützlich, weil man durch sie ein gewissen "Hörgefühl" für die Sprache bekommt. Aber ich denke, wenn man einen italienischen Radiosender hört, erhält man den gleichen Effekt. Als Lernhilfe nützt die CD - wie ich finde - nicht viel, weil sie die Themen nur oberflächlich streift. Was will man bei einer Laufzeit von nur 28 Minuten auch anderes erwarten?!

Eine Kollegin lernt nun schon im dritten Jahr Intalienisch an einer professionellen Sprachenschule. Dort werden andere Lehrbücher verwendet. Sie hat ihr erstes Buch mit dem meinen verglichen und sich gewundert, in welcher Reihenfolge diverse Themen behandelt werden. Ich kann die Abhandlung der Themen in "Allora, andiamo!" nicht bemängeln. Sie erscheinen mir logisch und überschaubar. Der Lehrweg wird dem Schüler eindeutig vorgegeben und die Themen widersprechen sich nicht. Dass manche Dinge im Laufe einer Lektion vorweg genommen werden, die vielleicht erst im zweiten Buch behandelt werden, ist verständlich. Vielleicht sollte ich hier ein Beispiel nennen? Nun, "berühmt" ist wohl der Ausdruck "mi chiamo" (= ich heiße), was ein reflexives Verb ist, und bereits auf den ersten Lehrbuchseiten auftaucht. "Rückbezügliche Tunwörter" lernen die Schüler aber wesentlich später. Doch wenn man einen Kurs beginnt, ist ein "sich Vorstellen" unumgänglich. In diesem Fall pflegt meine Lehrerin immer ihre Lieblingsredewendung zu sagen: "Das lernen wir später einmal. Das verstehen Sie jetzt noch nicht. Nehmen Sie es einfach so hin."

| Fazit
"Einfach so hin nehmen" möchte ich das Lehrbuch "Allora, andiamo!" jedoch nicht. Die bereits erwähnten Schwächen des Buches, veranlassen mich immer wieder, mein altes Italienischbuch heraus zu kramen, um dort nach weitere/anderen Informationen zu forschen. Im Großen und Ganzen kann ich also sagen, dass ich mich bis heute nicht mit "Allora, andiamo" anfreunden konnte. Deshalb vergebe ich auch nur zwei Sterne für dieses Lehrbuch.

In diesem Sinne... alles bleibt anders... alla prossima volta amici... Dotti



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speedy013

speedy013

29.07.2006 10:53

Ich sollte mein Italiensch auch wieder mal aufpolieren. Ist ja schon 20 Jahre her, seit meiner Schulzeit. Aber, wenn man's so selten braucht... Du fährst ja wenigstens regelmäßig nach Italien, wie ich sehe. Ich freue mich schon, wenn ich mal in die Eisdiele komm... *grins*

Foriana

Foriana

27.05.2006 21:13

Ich habe von Klett 'Buongiorno' an der VHS gehabt, allerdings schon fast 20 Jahre her! (Hilfe, bin ich schon so alt?) Aber ich bin dafür, dass man selber was austüfteln muss und das Buch nur zur Richtlinie nehmen sollte. Für den deutschunterricht habe ich, glaube ich, auch von einem deutschen Verlag. Weiss aber nicht, wo es jetzt ist zum Nachgucken. Auch da gilt: selbst ist der Lehrer. Comunque: buona lezione e tanta pratica durante le vacanze in Italia! Speriamo non a Napoli che si parla "u' napuletan", un dialetto come il sardo o siciliano che gli stranieri non capiscono. E nemeno gli italiani di altre regioni. Un salutone.. Heidi

JennyN

JennyN

09.02.2006 20:03

Das bestellen wir jetzt auch als Englischversion!!!

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