Von Fishismen und komischen kleinen Männern

5  11.04.2002 (12.04.2002)

Pro:
du kannst sie lieben .  .  .

Kontra:
.  .  . oder hassen .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Kultstatus:

Spannung

Spaß

Romantik:

Dialoge:

mehr


Cora-Lee

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:248

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 115 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

„Wenn Frauen die Gesellschaft verändern wollten, könnten sie es tun. Ich habe vor, sie zu ändern. Ich will nur vorher einen Mann finden.“

Das ist Ally. Ende 20, aufstrebende Anwältin der Kanzlei „Cage & Fish“ und immer auf der Suche nach dem richtigen Mann. Ally hat eine Menge Illusionen über die Liebe, die sie sich trotz zahlreicher Enttäuschungen nicht zerstören lässt. So wirkt sie gelegentlich etwas naiv, wenn sie ihren Glauben an die große, monogame und ewige Liebe verteidigt. Ihre endlosen Grübeleien und ihre teils außergewöhnlichen Schlussfolgerungen machen sie für mich dennoch zu einer sehr liebenswerten Figur.

Eigentlich liebte Ally zeitlebens ihren Sandkastenfreund Billy, ebenfalls Anwalt, der sie während des Studiums (angeblich) umzugsbedingt verließ und dann eine andere heiratete. Das hat Ally nie ganz verkraftet und als Billy und dessen Frau Georgia dann auch noch in der selben Kanzlei wie Ally arbeiten, erschwert das die ohnehin komplizierte Situation erheblich.
Ally zeigt sich aber tapfer. Obwohl sie Billy gerne zurück hätte, respektiert sie seine Ehe – nicht zuletzt, weil sie Georgia sehr gern hat.

Ally wohnt mit ihrer Freundin Renée zusammen, die desöfteren nachts an ihr Bett eilt, wenn Ally unter Alpträumen oder Halluzinationen leidet. Renée ist Staatsanwältin, tough, schonungslos ehrlich und direkt, allerdings für meinen Geschmack etwas zu lüstern. Anders als Ally hat sie eine große Stimme, die sie – wie sich selbst – gerne zur Schau stellt. Sie ist sehr selbstbewusst, reflektiert und tendenziell arrogant. So kann es vorkommen, dass sie Ally, die mit geröteten Wangen und leicht decoiffiertem Haar verspätet zu einem Treffen in der Bar erscheint, vor der versammelten Kanzlei-Belegschaft auf den Kopf zusagt, sie habe Sex gehabt. „Du hast diese Röte im Gesicht und dieses Glitzern in den Augen.“

Allys Chefs sind John Cage und Richard Fish, die Seniorpartner und Namensgeber der Kanzlei.
John Cage und Ally sind irgendwie seelenverwandt. Er ist ein begnadeter Prozessanwalt, seine grandiosen Plädoyers verschaffen ihm den Respekt aller Kollegen. Allerdings hat er eine Menge Schrullen, die ihn zu einer der witzigsten und sympathischsten Figuren machen. Wenn ihm unbehaglich zumute ist, beginnt sein Nasenloch zu pfeifen; muss er nachdenken, zieht er sich in eine Kammer hinter einer Toilettenkabine zurück; ist seine aktuelle Freundin größer als er selbst, lässt er ihre Absätze mit Hilfe einer Fernbedienung schrumpfen, um sie besser küssen zu können und wenn es ihm notwendig erscheint, hält er ganze Prozesse auf, indem er Minuten damit zubringt, sich ein Glas Wasser einzugießen. Auch er halluziniert von Zeit zu Zeit, hat aber seine spezielle Art, damit umzugehen.

John:
„Ich denke, man muss sich seinen Halluzinationen stellen. Mir ist eine Zeit lang immer meine tote Tante erschienen. Sie wollte mit mir Tee trinken.“
Ally:
„Und, wie bist du sie losgeworden?“
John:
„Indem ich mit ihr Tee trank.“

Richard Fish hingegen ist relativ oberflächlich. Keine Phantasie, keine Träume, keine Illusionen. Alles, was ihn interessiert, sind Frauen, Geld und Ruhm. Geld und Ruhm hat er genug, mit den Frauen ist es nicht so das Wahre. Richard hat nämlich einen (widerlichen!) Kehllappen-Fetisch und entschuldigt jede ungelenke Bemerkung mit „Fishismus“. Er wirkt ziemlich unsensibel, dennoch ist ihm am Wohl seiner Angestellten gelegen. So mischt er sich in jedes Problem ein, verteilt „gute“ Ratschläge und schließt meist nach kurzer Zeit mit „Schwamm drüber“. Als Anwalt taugt er nicht viel, er ist plump, ungeschickt und einfallslos. Wenn es aber drauf ankommt, können sich alle auf ihn verlassen.

Jede Serie braucht ein Biest. „Ally McBeal“ hat derer gleich zwei, Nell und Ling. Beide sind unglaublich kühl, nahezu gefühllos, berechnend und – natürlich – großartige Anwältinnen. Und das wissen sie auch. Jede von ihnen hatte schon mal ein Verhältnis zu einem Seniorpartner, denn beide sind sehr geldgierig. Nell trennte sich, während dieser im Aufzug feststeckte, von John, weil dieser nicht damit klar kam, dass sie nie mit einem Hausmeister ausgehen würde. Und Ling charakterisiert sehr gut der folgende Satz, den sie sprach, nachdem sie einmal kritisiert wurde:
„Das hätte mich verletzt, wenn ich Gefühle hätte.“

Und als wären das nicht schon genügend anstrengende Frauen, gibt es da auch noch Elaine, die Sekretärin, die ständig merkwürdige Dinge erfindet (unvergessen: der Gesichts-BH). Elaine ist neugierig, indiskret und aufgrund dessen immer bestens über alles und jeden informiert. Weil sie „nur“ Sekretärin und keine Anwältin ist, leidet sie mitunter an einem Minderwertigkeitskomplex, aus dem der Drang entstand, immer im Mittelpunkt stehen zu wollen. Dabei setzt sie meist auf ihre weiblichen Reize und geht nicht gerade dezent vor. Wenn ein attraktiver Mann die Kanzlei betritt, kann es schon mal vorkommen, dass Elaine stark zu schwitzen anfängt und ihr der Schweiß vom Gesicht läuft...

Und natürlich ist da auch noch Vonda Shepard, die jeden Abend in der Bar auftritt, die die komplette Kanzlei-Belegschaft regelmäßig besucht. Bei „Ally“ ist es übrigens ganz offensichtlich, dass nie ein Lied zufällig zu einem bestimmten Zeitpunkt läuft, der Text passt immer zur jeweiligen Situation. Gelgentlich treten in der Bar auch Gastmusiker auf, wie zum Beispiel Sting, Tina Turner oder Anastacia, um nur einige zu nennen.

Ich persönlich liebe es besonders, wenn Ally und Renée mit einem Riesenbecher Eis im Wohnzimmer am Kamin sitzen und über die Liebe philosophieren. Ich hätte dann auch gerne so ein Eis und vor allem so einen Kamin... Und dieses Klavier! Ein Flügel, der so schön in diesen Raum passt, dass man sogar Allys dünnen Gesang ertragen kann, wenn sie mit Renée zusammen alter Zeiten gedenkt. Auch Allys sämtliche Dates sind immer wieder köstlich, denn sie sind in der Regel schreckliche Reinfälle. Ich denke da an den Kerl, der es nie merkte, wenn ihm die Salatsauce im ganzen Gesicht hing oder an den anderen, der so grauenhaft gelacht hat... :o)

Auch John mag ich sehr gerne. Zwar ist er ein „komischer, kleiner Mann“, aber Menschen (Figuren), die so viel nachdenken, so menschlich und sich über so viele Dinge bewusst sind, die muss man ja einfach mögen. Und wenn sie dann noch alle Probleme ihrer Freunde ernst nehmen, immer zuhören, sie nie verspotten, dann... hach...

Zwischendurch gibt es immer mal wieder nette Computeranimationen. Wenn jemand zum Beispiel Billy anmacht, wird Ally zum Tier und beginnt zu knurren. Billy sah eine Zeit lang alle Frauen nackt, Ling fiel schon des öfteren die Zunge aus dem Mund auf den Boden, wenn ein schöner Mann den Raum betrat.

„Ally McBeal“ ist mit Abstand meine liebste Soap. Ich denke, man kann sie nur hassen oder lieben; ich liebe sie. Kein blödes Emanzen-Getue, nein, Ally weiß, dass es ihr mit einem Partner besser ginge. Schöne Musik, schöne Dialoge, tolle Prozesse, großartige Strategien, sympathische Rollen, fantastisch besetzt. Und SOWAS von lustich! Nur schade, dass es nur einmal die Woche läuft (dienstags, 22.10h auf VOX), aber bald ist ja wieder Weihnachten und dann gibt´s bestimmt wieder „Allymania“, also stundenlang eine Folge nach der anderen...
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
KleinerFilou

KleinerFilou

11.12.2002 13:57

ja, Dienstags ab 22 Uhr brauch keiner mehr stören *g* - sehr gute Zusammenfassung.

wuddel2

wuddel2

08.10.2002 02:09

"Anders als Ally hat Renée eine große Stimme." Bist Du sicher, daß Du die Stimme meinst? ;-) ...wuddel2

kruemel78

kruemel78

11.07.2002 22:41

bin durch eine freundin auf Ally gekommen und bin auch süchtig geworden. mich stört nur die späte zeit, es könnte auch gegen 20.15 Uhr kommen. aber da werden ja lieber horrorfilme o.ä. gezeigt. gruß krümel

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Ähnliche Angebote
DVD ALLY MCBEAL SEASON 2 DVD ALLY MCBEAL SEASON 1 DVD ALLY MCBEAL SEASON 3
DVD ALLY MCBEAL SEASON 2 DVD ALLY MCBEAL SEASON 1 DVD ALLY MCBEAL SEASON 3
Conrad.de Conrad.de Conrad.de
€ 14,99 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 17,99 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 14,99 *

Händler kann Preis
erhöht haben

Versandkosten: 5.​95; Nachname:7.​95; Vorkasse: 5.​95
mehr
Versandkosten: 5.​95; Nachname:7.​95; Vorkasse: 5.​95
mehr
Versandkosten: 5.​95; Nachname:7.​95; Vorkasse: 5.​95
mehr
 zum Shop  zum Shop  zum Shop
Conrad.​de Conrad.​de Conrad.​de
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 872 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. Birgit1957
  2. KleinerFilou
  3. wuddel2
und weiteren 112 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.