Das Volk streicht
07.08.2011
Pro:
Preis, Deckkraft
Kontra:
die Wände streichen sich nicht von allein
Empfehlenswert:
Ja
 gerrhosaurus78
Über sich:
Nach längerem habe ich es mal wieder geschafft, einen Bericht zu schreiben, viel Spaß beim Lesen... ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 238 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo, heute kommt noch ein weiterer Bericht zum Thema Renovieren, nachdem ich damit fertig bin und meine Wohnungsschlüssel erfolgreich abgegeben habe. Neben Heizkörpern, Türen, Fenstern und Fußleisten galt es ja auch, die Wände zu streichen. Dies war auch dringend nötig, weil an einigen Stellen von weiß keine Spur mehr zu sehen war, sondern so gewisser Dreck die Wände hässlich verdreckt hatte. Die Decken wären per se wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen, aber wenn man schon am Streichen ist, fällt es dann doch auf, wenn man sie nicht streicht, also habe ich im Alleingang meine komplette Wohnung gestrichen. Dafür habe ich natürlich auch eine entsprechende Farbe benötigt. Hier gibt es große Preisunterschiede, von 10 € bis über 40 € für einen 10 l Eimer. Eine kleine Unterhaltung mit meinem Papa hat ergeben, dass ich nicht die allerbilligste Farbe nehmen soll, weil mich das nur zusätzliche Arbeit gekostet hätte. Die billigste Farbe deckt nicht besonders und ein zweiter Anstrich wäre damit vorprogrammiert gewesen, und das muss ja nicht sein, gerade, wenn man nicht viel Zeit hat. Also habe ich mich für die
Alpina Volksfarbe Innenfarbein Weiß entschieden. Mein Bruder ist einen Monat vor mir umgezogen und hatte schon die gleiche Farbe verwendet, also konnte mir mein Papa sagen, dass sei auch gut ist und dass damit ein Anstrich ausreicht. Also bin ich in den Praktiker gelaufen und habe mir erst einmal einen Eimer Farbe gekauft, der Spaß hat mich 19,99 € gekostet, für die ich 11 l bekommen habe. Dieser 11 l Eimer wiegt im Übrigen ca. 17,5 kg, also habe ich freiwillig auf den 3 km Fußmarsch verzichtet und bin Straßenbahn gefahren. Die 500 m bzw. beim 2. Mal 1000 m, die ich damit zurück gelegt habe, haben auch gereicht.
Herstellerangaben
Alpina schreibt, dass es sich bei der Farbe um eine weiße und matte Farbe handelt, die waschbeständig ist und die man leicht verarbeiten kann. Der komplette Eimer soll laut Angabe auf dem Eimer für bis zu 70 qm reichen. Im Internet habe ich gefunden, dass auf glatter Wand ca. 160 ml Farbe / m² nötig sind und auf Rauhfasertapete noch mehr, was aber nicht weiter präzisiert wurde, da das strukturabhängig zu sein scheint. Letztlich ist die Volksfarbe durch eine Aktion zwischen Bild und Alpina auf den Markt bekommen, denn normal kostet ein 10 l Eimer Alpina-Farbe entspannt mind. den doppelten Preis wie diese Farbe. Und da sich die Bild-Zeitung fürs Volk einsetzt, wurde der Preis gegenüber der normalen Farbe deutlich nach unten geschraubt, so dass der Sommer auch wirklich zum Wohnungsanstrich genutzt werden kann.
Vorbereitung
Ganz ohne Vorbereitung geht es beim
Bilder von Alpina Volks-Farbe Innenfarbe
Streichen nicht, der Boden muss abgedeckt werden, etwaige Möbel müssen geschützt werden und man muss sich auch das passende Equipment zum Arbeiten besorgen. Ich habe zum einen für die beiden großen Räume (Küche, Schlafzimmer) je eine 4x5 m große Folie besorgt, dazu noch etwas Zeitung gesammelt, weil ich meine Küche gestrichen habe, ohne dass ich die Möbel entfernt habe. Und ich habe auch noch Folie mit Krepp besorgt, die ich direkt über die Möbel kleben / befestigen konnte. Und dort, wo der Eimer stand, habe ich mein DOIT Saugflies hingelegt, denn man kleckert und saut immer etwas herum und die Kunst ist letztlich, so wenig Farbe wie möglich im Raum zu verteilen. In der Küche hatte ich einen PVC-Boden, den konnte ich nicht entfernen, nur im Schlafzimmer gab es einen verlegten Teppich, bei dem noch nicht einmal beim Einzug die Klebung gehalten hätte, geschweige denn nach knapp 5 Jahren beim Auszug. Da die Vermieterin den Teppich aber nicht ersetzen wollte, habe ich ihn dann einfach mal zusammen gelegt und in die Küche verfrachtet, so dass er mir nicht dreckig werden konnte. Und auf den Untergrund (müsste Estrich oder so sein) kam dann die Folie drauf. Das hat den Vorteil, dass man auch mal ein wenig Kleckern kann, ohne dass das eine absolute Katastrophe ist. Im Bad habe ich nur das Flies verwendet, in die Badewanne auf Anraten meines Papas dann ca. 10 cm Wasser eingefüllt, ins Waschbecken ebenfalls ein paar cm Wasser und ansonsten, wenn ich gekleckert habe, sehr schnell mit einem feuchten Lappen geputzt. Die Diele habe ich mit Folie und Flies beglückt und dann gestrichen. Am schönsten wäre es gewesen, beim Streichen alle Räume komplett mit Flies auszulegen, aber da es selbiges nur in 1 m Breite gibt, wäre das zu aufwändig und zu teuer geworden…
Dann habe ich mir noch ein einfaches Gitter zum Abstreifen nebst einer Farbrolle und einem 5 cm breiten Pinsel mit langem Stiel besorgt. Ich hatte letztlich sogar eine 20 cm sowie eine 30 cm Farbrolle, die ich verwenden konnte, allerdings habe ich ausschließlich mit der 20 cm Farbrolle gearbeitet. Das mag zwar insgesamt mehr Arbeit bedeuten, weil man weniger Fläche mit Farbe beglücken kann und damit öfter zum Eimer und wieder auf die Leiter muss, geht aber längst nicht so auf die Armmuskulatur, weil die Rolle doch weniger wiegt. Und da ich Freitag bis Sonntag mit Möbelschleppen (3 Stockwerke runter, 2 Stockwerke hoch) beschäftigt war, hatte ich mehr schmerzende Teile als gute Armmuskulatur.
Praktischer Teil, oder wie bringe ich die Farbe an die WandAn dieser Stelle gibt es von mir eine dringende Empfehlung, wenn man streicht, dass man sich entweder einen Einmal-Overall besorgt oder aber alte Klamotten anzieht, die man danach entsorgen kann, denn wenn man mit der Rolle arbeitet, wird die Farbe unter Garantie nicht ausschließlich an den Wänden bzw. der Decke landen, sondern man wird ein wenig weiß werden. Allem voran die Arme, weil es viele kleine Farbspritzer gibt, wenn man die Farbe mit der Rolle aufträgt. Arbeitet man an der Decke, und ist nicht schnell genug, stürzt auch mal ein Klecks Farbe vom Pinsel oder der Rolle ab, entweder auf einen selbst oder auf die (hoffentlich vorhandene) Abdeckung von Boden, Geräten etc. Und wer nicht selbst weiß werden will, nun ja, der muss sich jemanden suchen, der für ihn streicht. Es gibt theoretisch auch Farbrollen mit Teleskopstiel oder sogar welche, so man die Farbe direkt ins Rohr einfüllt und dann mit einer Art Stempel nach und nach in die Rolle drückt. Vom Sehen und Fluchen kenne ich diese Art, die Farbe an die Wand zu bringen, weil das mein Papa schon vor Jahren verwendet hat, so richtig überzeugt hat mich das aber nicht, weswegen ich nur eine normale Rolle verwendet habe, und dazu dann halt eine Leiter. Bei 2,80 m hohen alten Räumen macht es herrlichen Spaß, auf der Leiter herumzuturnen, weil man jedes mal 4 Stufen herunter und wieder hinauf muss. Aber das hält fit.
Meine Wände und Decken haben die Farbe sehr gut angenommen und die Farbe hat wirklich auch so gut durch gedeckt, das kein zweiter Anstrich nötig war. Die Farbe ließ sich so sehr gut auftragen, bis auf die vielen kleinen Farbspritzer, die ich auf beiden Armen hatte. Das T-Shirt und die Jeans habe ich nachher ebenso wie die Socken weggeschmissen, was kein Verlust war, weil beides sowieso beerdigt worden wäre…Für die Ecken und Kanten habe ich dann den Pinsel genommen und dort gut Farbe hingekleistert, so dass es saubere Kanten gab und es waren einfach Stellen, wo man mit der Rolle nicht den Hauch einer Chance hat. Ein beeindruckendes Beispiel für die Deckkraft der Farbe fand ich die Schlafzimmerwand, die teils durch 2 Polster deutlich blau gefärbt war, diese habe ich 2x gestrichen und damit war sie dann wieder wirklich weiß. Allerdings hatte die Farbe zwischendurch nur vielleicht 2-3 h Zeit zum Trocknen und keine 24 h, weil das nicht in meinen Zeitplan gepasst hätte. Für die Küche und das Schlafzimmer habe ich beide Male ca. 5 h benötigt, ich hatte befürchtet, dass ich für beide jeweils die doppelte Zeit brauchen würde, da sie doch einiges an Fläche hatten (ca. 3,20-3,50 m x 4,50 m) und die Decken 2,80 m hoch waren. Das Bad, das ich als erstes gestrichen habe, hat ca. 2 h Zeit in Anspruch genommen, aber da hatte ich den Bogen auch noch nicht raus, wie man möglichst effektiv streicht. Die Diele, die insgesamt mehr Fläche als das Bad hatte, war ebenfalls in 2 h fertig, da kam dann noch die Routine durch. Benötigt habe ich insgesamt an die 17 l Farbe, als ich das Bad, die Küche und die Diele fertig hatte, waren vielleicht noch 20% der Farbe im Eimer und das hätte im Leben nicht fürs Schlafzimmer gereicht, das auch noch der Raum mit der meisten Fläche zum Streichen war. Also musste ich noch einen zweiten Eimer Farbe kaufen - und hier ist ein großes Manko, dass es die Volksfarbe wohl nur in 11 l Eimern gibt, ein halber Eimer Farbe hätte mir auch gereicht. Nur werden im Praktiker 5 l Eimer grundsätzlich nicht mehr verkauft und 2,5 l Eimer kosten 13-20 €, was ich unverschämt teuer finde. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass jede Farbe von einem anderen Hersteller eine etwas andere Farbnuance hat, wird man mit Sicherheit verstehen, warum ich dann einen 2. Eimer Volksfarbe genommen habe. Wenn man den Eimer nach dem Streichen sauber verschließt und dann mit Krepp umwickelt, bleibt die Farbe ca. 1,5-2 Jahre streichfähig, bevor sie austrocknet. Und dieses habe ich gemacht, und sie dann meinem Nachmieter dagelassen, so hat dieser gleich die richtige Farbe, wenn er noch Ausbesserungen machen möchte und ich hatte nicht die Schlepperei, sie im Zug 700 km durch die Gegend zu fahren.
Und als letztes muss man natürlich noch Putzen, wenn man gekleckert hat, wenn man dies direkt macht, solange die Farbe noch frisch ist, reicht ein nasser Lappen, wenn man die Farbe über Nacht erst einmal auf dem Boden oder den Fliesen trocknen lässt, dann sollte man sich tunlichst Salmiakgeist besorgen. Den gibt es nicht nur in der Apotheke, ich hatte ihn im Obi besorgt, man bekommt ihn aber mit Sicherheit auch in anderen großen Baumärkten. Ammoniak mag nicht unbedingt etwas für die empfindliche Nase sein, aber die Wirkung ist wirklich phänomenal, damit bekommt man Farbspritzer sehr gut weg. Man verdünnt ihn mit Wasser und dann kann man damit den Boden schrubben… Eine Geruchsbelästigung durch die Farbe ist im Gegensatz zum Streichen mit Lack nicht aufgetreten.
Fazit
Streichen ist eine mehr oder weniger große Kunst, man muss nur die Farbe gleichmäßig an der Wand und Decke verteilen, eine gute Vorbereitung spart später einiges an Putzarbeit. Die Farbe ist sehr gut deckend und hat ein schönes mattes Weiß, ist preislich sehr gut bezahlbar und schwer weiter zu empfehlen. Da es egal ist, welche Farbe man kauft, jede Farbe spritzt, wenn man mit der Rolle arbeitet, kann ich dafür letztlich keine großen Abzüge geben. Die Farbe wäre noch mit 5% Wasser verdünnbar gewesen, was ich aber nicht gemacht habe, sie ist besser deckend, wenn sie nicht zu flüssig ist. Also vergebe ich 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung, wenn das Streichen ansteht. Inzwischen scheint es die Volksfarbe sogar in bunt zu geben, was ich vor ein paar Tagen im Praktiker gesehen habe. Ich persönlich bin froh, dass ich meine Wohnung komplett ohne Hilfe renoviert habe, 40 qm sind eine Menge Arbeit, wenn man kein Handwerker ist und sich kein fleißiger Helfer findet. Sollte ich in 3-5 Jahren meine neue Wohnung streichen, werde ich mit Sicherheit nach der Volksfarbe Ausschau halten, da anzunehmen ist, dass diese auch die nächsten Jahre immer wieder im Programm sein wird. In diesem Sinne bedanke ich mich fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren. Dr. Daniela
Ich schreibe für mehrere Verbraucherportale. Fotos folgen, sobald ich die Internet-Probleme beseitigt habe
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18.04.2012 22:59
ich hasse renovieren :0); bh folgt
02.12.2011 22:49
Renovierung ist anstrengend:)
20.11.2011 13:18
bh