Produktbewertung des Autors:
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Gefahr für Leib und Leben |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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In meinem letzten Skibericht erwähnte ich beiläufig den Verlust meiner sehr geliebten Atomic Metron B5 - Bretter. Im Zusammenhang damit feiere ich allerdings seit dem 12. April des Jahres 2007 ein zweites Mal im Jahr Geburtstag. Wie es dazu kam und vor allem welche == Lehren == ich daraus gezogen habe will ich Euch im Folgenden erzählen:
Lawinenwarnstufe "0"? Das heißt nichts
Es war ein wunderschöner Skitag, die Davoser April-Sonne brannte bereits morgens intensiv vom Himmel. Ich hatte meiner Liebsten versprochen vormittags mit ihr zusammen zu fahren. Für 12 Uhr hatte ich mich mit einem Freund verabredet um im Gotschnagebiet eine Geländeabfahrt vom Gotschnagrat herunter zu fahren, die ich schon mit anderen Freunden einige Tage vorher probiert hatte. Dort lag durch die Nordexposition noch recht pulveriger Schnee und wir hatten mordsmäßig Spaß. Dieses Mal wollte ich allerdings einige hundert Meter weiter oben in den Hang einsteigen, ich hatte beim Letzten Male vielversprechende Spuren gesehen.
Bevor es nach oben ging, hatte ich natürlich erst einmal den Lawinenbericht im Tal studiert. Die Warnstufe war "0", mit anderen Worten sehr gering. Aufgrund der relativ dürftigen Schneelage - die Saison 2006/2007 ging nicht gerade als Jahrhundertwinter in die Skianalen ein - wunderte ich mich darüber nicht. Leider fühlte ich mich dadurch auch ziemlich sicher.
Mein Kumpel und ich begaben uns also nach der Verabschiedung unserer Mädels zum Gruobenalp-Schlepplift und ließen uns von ihm auf rund 2400 Meter Höhe ziehen. Von dort ging es dann etwa eine halbe Stunde zu Fuß am Gotschnagrat nach oben. Wir passierten die Stelle, an der ich zwei Tage zuvor eingestiegen war, beschlossen aber erst weiter oben in den Hang einzusteigen.
Als wir ein gutes Stück weiter oben eine sehr lecker aussehende Stelle ausgemacht hatten ruhten wir uns zunächst ein paar Minuten von den Anstrengungen des Aufstiegs aus. Einige letzte Bilder mit der Videokamera und diese verschwand im Rucksack.
Nordexposition + Pulverschnee = trügerisch
Ich freute mich auf eine wunderschöne Pulverschneeabfahrt, sah mir aber kritisch meinen Kumpel an: Er trug keinen Helm...warum fiel mir das jetzt erst auf? ...eine Ahnung? Dass er kein Lawinenequipment besaß war mir klar, aber als er meine Frage, ob er wenigstens ein Handy dabei habe verneint hatte, beschloss ich, dass wir einzeln fahren würden.
"Ich sondiere mal die Lage" und fuhr einige Schwünge voraus, freute mich über den in diesen warmen Tagen seltenen Pulverschnee und blieb nach ca. 200 Metern stehen. Zu meinem Kumpel hoch schauend jubilierte ich ob der fabelhaften Verhältnisse - jedoch nur für einige Sekunden. Ich drehte mich wieder um und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass der ganze Berg von unten her in Bewegung geraten war.
Mein Freund erzählte mir später, dass ich noch die Arme ausgebreitet hätte um das Gleichgewicht zu halten und dann sah er mich schon nicht mehr. Die Abrisskante des Schneebretts war nur wenige Meter unterhalb von ihm.
90 Sekunden Extremsituation
Die Realisierung, dass ich offenbar eine Lawine ausgelöst hatte dauerte nur Bruchteile einer Sekunde. Von jetzt auf gleich befand ich mich in einer Situation, in der ich überhaupt nicht mehr einschätzen konnte, was im nächsten Augenblick passieren würde. Ich spürte, wie ich mit großem Tempo bergab rutschte, konnte aber überhaupt nichts mehr sehen, weil um mich herum alles weiß war. Irgendwann merkte ich, dass an meinem rechten Bein noch ein Ski dran war, ich trat ihn ab. Überhaupt hatte ich zwar wahnsinnige Angst, konnte aber - zumindest in der Rückschau - durchaus klare Gedanken fassen. Ich wusste, wenn es jetzt dumm läuft war es das. Dann hoffte ich inständig, mein Freund sei nicht in der Lawine (war er auch nicht). Ich erinnerte mich, was ich über das Verhalten in einer Lawine gelernt hatte. So ruderte ich wie ein Blöder mit allen Gliedern, als ich spürbar "unten" war...hatte ich doch gehört, dass es darauf ankäme, sollte man verschüttet werden, möglichst viel Platz zum Atmen zu haben. Zwei Mal spürte ich, wie ich im freien Fall unterwegs war und derb mit dem Oberschenkel aufschlug. Schmerzen spürte ich (noch) keine. Irgendwann blieb das ganze stehen und ich war mit dem ganzen Oberkörper im Freien. In diesem Moment war ich zunächst sehr erleichtert, dass ich offenbar mit einem "blauen Auge" davon gekommen war. Im nächsten hielt ich Ausschau nach meinem Kumpel und ich war noch erleichterter, als ich ganz weit oben ein Strichmännchen stehen sah, das nur er sein konnte. Natürlich ist das eigene Zeitgefühl in einer solchen Situation mit Sicherheit erheblich gestört. Ob es jetzt 30, 60 oder 120 Sekunden waren, die ich mit der Lawine unterwegs war, weiß ich nicht. Gefühlt waren es Stunden...
Noch mal Glück im Unglück gehabt
Nachdem ich nun eine Weile den in allen Öffnungen befindlichen Schnee ausgespuckt, -gekotzt, -gerotzt und -gehustet hatte und wieder einigermaßen Luft bekam suchte ich mein Handy und rief die 112 an, um die Bergrettung zu informieren, dass ich ein Schneebrett ausgelöst hatte, dass aber "nichts" weiter passiert sei. Noch tat mir nicht viel weh, ich spürte zwar einen dumpfen Schmerz im linken Oberschenkel, fühlte mich aber in der Lage mich aus meiner misslichen Situation selbst zu befreien. Anschließend rief ich meine Frau an und sagte ihr ich käme wohl später zur Mittagshütte weil ich meine Ski verloren hätte. Sie sollte sich halt keine Sorgen machen.
In der Zwischenzeit konnte mein Freund mich nicht entdecken, er glaubte schon mich nie mehr wieder zu sehen. Nachdem er es aufgegeben hatte mich zu entdecken begab er sich auf den Rückweg um unsere anderen Freunde zu informieren. Zu mir herunter zu fahren traute er sich nicht. Und er hatte ja keine Möglichkeit mit irgend jemandem Kontakt auf zu nehmen.
Ich versuchte nun auf zu stehen und das tat dann doch ziemlich weh. So versuchte ich auf dem Hosenboden rutschend weiter ins Tal zu kommen, die Mittelstation der Schiferbahn war immerhin in Sichtweite (vielleicht 3 Kilometer Luftlinie). Ich dachte zu diesem Zeitpunkt noch, ich könne sie aus eigener Kraft erreichen. Nachdem ich vielleicht zweihundert Meter so gerutscht war, wurde das Gelände so flach, dass ich hätte aufstehen müssen um irgendwie weiter zu kommen. Nach drei Versuchen, die jeweils damit endeten, dass mir schwarz vor den Augen wurde, sah ich endlich ein, dass ich auf Hilfe angewiesen sein würde. Ich rief also erneut die Bergrettung an und bat um Entsendung eines Skidoos oder Akias.
Unerlässlich: Verbandspack und Rettungsdecke
So saß ich zur Untätigkeit verdammt im Schnee und wartete. Die Schmerzen nahmen zu und ich fing an meine Knochen zu zählen. Dabei fand ich heraus, warum mein Kreislauf so abgekackt war. Neben dem unzweifelhaft vorhanden Schock hatte ich mir irgendwas knapp über dem Beckenknochen - vielleicht einen Skistock (die hatte ich noch) oder einen Ast in die Weichteile gehauen, es troff reichlich Blut in den Schnee und in meine zerrissene Skihose. Und mein linker Oberschenkel wurde zusehends dicker, offenbar war etwas gebrochen oder ein Gefäß war gerissen und es blutete ins Gewebe. Und dann fing ich auch noch an zu frieren...
Mir fiel mein Verbandspack ein, ich zog es aus dem Rucksack und versuchte die Blutung zu stillen - mit mäßigem Erfolg. Dann wickelte ich mich so gut es ging in meine Rettungsdecke ein, das half.
Zwischendurch schaute ich auf meinen Garmin, er funktionierte noch. Da ich oben die Höhe gecheckt hatte konnte ich mir ausrechnen, dass ich so um die 400 Höhenmeter mit der Lawine abgestürzt war...später hörte ich, dass ein Typ von der Bergwacht einem meiner Mitreisenden zugeraunt hatte, so etwas überlebe man zu 90% nicht...
1,5 Stunden dauerte es, bis endlich jemand bei mir war. Es war einer meiner Freunde, die von meinem Mitfahrer informiert worden waren. Er versorgte mich mit einer wärmenden Jacke und Schokoriegeln. Kurz darauf erschien auch ein Typ von der Bergwacht.
Mein erster Helikopterflug - hatte ich mir anders vorgestellt
Dieser setzte mich davon in Kenntnis, dass es nicht möglich sei mit einem Akia oder Skidoo zu dieser Stelle zu gelangen und dass er einen Helikopter gerufen habe. Letzterer flog dann weitere 20 Minuten später über den Horizont und ich beschloss, meinen ersten Heliflug zu genießen. Der Notarzt war ein lustiger Typ, vermutete aber auch eine Oberschenkelfraktur. Man verfrachtete mich auf einer Trage in den engen Innenraum des REGA-Helis und ab ging es ins Spital Davos. Dort wurde ich ziemlich auf den Kopf gestellt, weil ein irrsinnig hoher CK-Wert (Ein Enzym im Blut, was bei zu hoher Konzentration offenbar einen Nierenkollaps hervorrufen kann) festgestellt wurde, geklärt werden musste, ob die ca. 5 Zentimeter tiefe Stichfunde durch die Bauchdecke ging (ging sie nicht...) und ob irgendwelche Frakturen vor liegen. Auch letzteres war nach diversen Sonographien und Röntgenbildern ausgeschlossen worden und so durfte mich meine Frau am Abend mitnehmen.
Resummee
In der Rückschau muss ich konstatieren, dass ich wahnsinniges Glück gehabt hatte. Nicht nur, dass ich das überlebt hatte, ich wurde verhältnismäßig leicht verletzt. Die Blutergüsse im Oberschenkel waren nach drei Wochen nicht mehr zu sehen und die Stichverletzung, die von innen nach außen zu heilen musste und deshalb wochenlang mit Leukasekegeln behandelt werden musste, war Ende Mai gegessen.
Geblieben ist eine kreisförmige Narbe von etwa einem Zentimeter Durchmesser über dem linken Beckenkamm und ein riesiger Respekt vor Geländeabfahrten.
Über den Verlust meiner geliebten Atomic-Bretter und der Sonnenbrille kann ich da nur lachen....
Die Lehren
Oft bedarf es einschneidender Erlebnisse, bis man für sich Verhaltensänderungen durchzieht. So werde ich nie mehr mit Leuten ins Gelände gehen, die kein vollständiges Lawinenequipment dabei haben. Piepser, Schaufel und Sonde sind ein Muss, genauso, wie Verbandszeug und Rettungsdecke. Sinnvoll ist auch ein Handy, weil nur so im Zweifelsfall die Bergrettung informiert werden kann. Helm und Rückenprotektor sind ja nicht nur im Gelände wichtig, ohne fahre ich schon seit Jahren nicht mehr Ski.
Auch werde ich sicher nicht mehr allein außerhalb der markierten Pisten unterwegs sein..
Die Erkenntnis aus diversen Statistiken, nämlich der, dass im Falle eines Absturzes mit oder eines Erfassens von einer Lawine, die Todeswahrscheinlichkeit im Falle der Verschüttung bei 60% liegt, im Falle der Nichtverschüttung hingegen "nur" bei 10%, hat mich zum Kauf eines Lawinenairbags bewogen. Das ist ein Rucksack, der mit Hilfe einer Pressluftflasche innerhalb Bruchteilen einer Sekunde zwei 75 Liter große Luftkissen aufbläst und den Träger an der Oberfläche einer Lawine hält. Immerhin werden 50% aller Lawinenopfer verschüttet!
Am allerwichtigsten ist es natürlich, sich und andere möglichst nicht in Gefahr zu bringen. Deshalb ist es wichtig die 3x3-Regeln zu beachten. Dazu gehört das Einholen der Lawinenberichte, die richtige Einschätzung der Bedingungen, wie Fahrkönnen der Tourteilnehmer, der Wetter- und Schneebedingungen. Heute weiß ich zum Beispiel, dass das Lawinenrisiko in Hängen mit Nordexposition extrem hoch ist...
© autoklinik 2008
P.S.: Was das mit den "Produktdetails" in dieser Kategorie soll erschließt sich mir nicht!
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Am Sonntag auf d Nacht montier i de Ski
Bewertung für Alpinfahren - Tipps & Tricks von
kami9
Pro: siehe Text
Kontra: siehe Text
Am Sonntag auf d´Nacht montier i de Ski.... auf mei Auto und dann begib i mi ins Stubaital oder nach Zell am See weil dort auf de Berg......
Wer kennt es nicht dieses Lied? Recht viel besser kann man das Phänomen Skifahren nicht beschreiben, aber ich ...
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sehr hilfreich
12.01.2001
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Lust auf was neues? Hier findet jeder seinen Spaß
Bewertung für Alpinfahren - Tipps & Tricks von
Ski-Balu
Pro: jede Menge Möglichkeiten
Kontra: Nichts (wenn genug Schnee da ist)
Wisst ihr, es gibt Kategorien in unserer Community, die erstaunen mich immer wieder. Manchmal sind sie so dermaßen aufgeschlüsselt in detaillierte Unterpunkte, dass man wirklich über alles schreiben kann.
Im Bereich des Skifahrens ist dem aber nicht so. ...
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sehr hilfreich
22.01.2003
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Funny life on the rocks
Bewertung für Alpinfahren - Tipps & Tricks von
funnymarmaris
Pro: fun pur
Kontra: Verletzungsmöglichkeiten
Wenn es einen mal gepackt hat, dann will man es immer wieder machen. Alpinskifahren ist einer der schönsten Beschäftigungen eines Winters, was ich mir vorstellen kann. Eigentlich ist der Winter meines Erachtens eine sehr langweilige Zeit, wo man vielleich ...
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sehr hilfreich
02.12.2000
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Leki's Schlaufensystem für Skistöcke...
Bewertung für Alpinfahren - Tipps & Tricks von
MarkusDolpp
Pro: keine verdrehten Schlaufen mehr
Kontra: am Anfang ungewohnt
... braucht man oder braucht man es nicht???
Vor einigen Jahren hat die Fa. Leki ein neues Skistock-Schlaufensystem auf den Markt gebracht!
Dieses System funktioniert folgendermaßen:
Die Skischlaufe, welche bei ursprünglichen Stöcken fest am Stoc ...
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sehr hilfreich
28.12.2001
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prepare yourself!
Bewertung für Alpinfahren - Tipps & Tricks von
Marins
Pro: siehe oben
Kontra: siehe oben
Jedenfalls, wenn man Spaß in den kostbaren Tagen im Schnee haben will... Ihr erklärt mich sicherlich für verrückt, daß ich bei diesen Celsius-Graden über SKIFAHREN schreibe - aber einmal machen die Sonnentemperaturen doch nun wirklich Lust auf Schnee ...
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sehr hilfreich
27.08.2001
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