Kellersanierung eines gemauerten Altbaus

5  28.12.2000

Pro:
ein schön ansehnlicher Keller

Kontra:
zeitaufwendig

Empfehlenswert: Ja 

kreativ

Über sich:

Mitglied seit:23.06.2000

Erfahrungsberichte:44

Vertrauende:42

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 219 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor geraumer Zeit habe ich einen Keller eines Gebäudes aus den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts saniert.

Für die Außenarbeiten habe ich eine Firma beauftragt, welche die Schachtarbeiten und Trockenlegungsmaßnahmen im Außenbereich des Hauses vorgenommen hat. Nachträglich bin ich froh, daß ich mich trotz meiner handwerklichen Fähigkeiten nicht auf diese Art von Arbeit eingelassen habe. Die Kosten sind allerdings leider nicht ganz unerheblich.

Nach Abschluß der Außenarbeiten habe ich mich dem Keller gewidmet. Zuerst habe ich den Putz abgeschlagen. Aber nur in den Bereichen, in denen Hohlräume zu hören waren - und das war so ziemlich der gesamte Kellerbereich einschließlich der Decken. Ich habe jeden Raum einzeln saniert, um keine Großbaustelle zu haben. Außerdem ist das Erfolgserlebnis eines jeden fertiggestellten Raumes und der Fortgang der Arbeiten immer schön anzusehen und motivierend.

Alte Stromleitungen sind von einer Elektrofirma ersetzt worden und nach meinen Wünschen verdrahtet. Die Wasserleitungen wurden ebenfalls erneuert.

Nach dem Abschlagen des Putzes habe ich Kellerbereiche, die feucht waren, einige Tage mit einem Gaskatalysatorlüfter getrocknet. Die Teile des Mauerwerkes, die im Laufe der Jahre brüchig geworden sind, habe ich durch neue Ziegelsteine ersetzt. Die nichtfeuchten Bereiche habe ich dann schon angefangen, neu zu verputzen. Da es sich um Kellerräume handelt, in denen es immer feuchter ist als im übrigen Haus, ist es notwendig, mit Zementputz diese Arbeiten vorzunehmen. Zementputz hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit ablüften zu lassen und verleiht dem Mauerwerk zusätzliche Stabilität.

Da ich den Keller in seinem ursprünglichen Zustand belassen wollte, habe ich auf Eckputzschienen verzichtet, um den alten Charakter des Kellergewölbes wiederherstellen zu können. Das heißt, ich habe auch auf den Gebrauch einer Kartätsche verzichtet, weil alte Wände ebenfalls Unebenheiten aufweisen, anders als bei einem Neubau. Das soll aber jetzt nicht heißen, daß alles krumm und schief ist.

Das Aufziehen des Putzes habe ich mit einer Glättekelle vorgenommen und zwar so, daß eine gleichmäßige Fläche erzielt wird. Bereiche, in denen ich 5 bis 6 cm alten Putz abgeschlagen habe, sind von mir mit Streckmetall versehen worden. So hat der neue Putz eine zusätzliche Stabilität, und die Fläche wird von Anfang an halbwegs plan. Streckmetall soll generell bei stärkeren Putzstärken verwendet werden. Nach dem Auftragen des Putzes lasse ich ihn abbinden, aber nur solange, daß ich ihn dann mit einem Reibebrett abziehen kann. Dadurch erhalte ich dann auch die typische Putzstruktur. Wem die Arbeit mit einem Reibebrett zu kompliziert ist, der kann auch einen Schwamm dazu nehmen. Hierbei ist zu beachten, daß das Schwammbrett nicht zu feucht ist, weil der frische Putz sonst abfällt.
Die Decke habe ich ebenfalls in ihren ursprünglichen Zustand verputzt. Hier mußte ich ein leichtes Gewölbe wieder herstellen.

Nachdem der Putz nun abgebunden hat, grundiere ich Wände und Decken mit PCI-Isogrund. Diese Art der Grundierung sollte mindestens zweimal vorgenommen werden.

Zum Schluß machte ich dann den Fußboden. Dabei ist zu beachten, wenn noch nicht vorhanden, daß ein Abfluß in den Feuchträumen vorhanden ist und ein entsprechendes Gefälle zum Abfluß führt. Beim Fußboden hatte ich auch das Problem, daß das Grundwasser die Betonplatte über die Jahrzehnte sehr angefeuchtet bzw. durchfeuchtet hatte. Aus diesem Grund habe ich eine Dichtschlämme aufgetragen. Dies führte ich zweimal durch, um eine Gesamtstärke vom ca. 1 cm zu erhalten. Bei der Verarbeitung der Dichtschlämme sollte der Abbindevorgang langsam vonstatten gehen. Um diese Verzögerung zu erreichen, muß der Fußboden anfangs feucht gehalten werden. Beim zweimaligen Auftrag ist der Boden nach 36 Stunden begehbar.

Für Nichtfachleute sei gesagt, daß Dichtschlämme die Aufgabe hat, Wasser aus dem Erdreich daran zu hindern, in Beton und Mauerwerk einzudringen, sie dichtet Gebäudebereiche gegen stehende und drückende Flüssigkeiten ab und ist säure- und ölresistent. Das heißt außerdem, daß ich Auffangbehälter für Öltanks ebenfalls mit Dichtschlämme auskleiden kann.

Nach dem Abbinden der Dichtschlämme trage ich dann eine ca. 1,5 cm starke Estrichschicht auf und ziehe diese plan ab (bei Feuchträumen Gefälle beachten). Nach dem Abbinden des Estrichs grundiere ich den Boden noch zusätzlich mit Isogrund.

Zum Schluß verschönere ich meinen Kellerraum mit einem neuen Wand- und Deckenanstrich. Für den Fußboden habe ich mich für einen Flüssigkunststoff entschieden.

Andere Kellerbereiche habe ich teilweise auch mit Wand- und Bodenfliesen versehen, um alles ein wenig optisch aufzupeppen. Den Treppenaufgang habe ich ebenfalls gefliest. Für den Arbeitsraum habe ich die Decke abgehängt und ihn mit einer hellen Holzdecke versehen sowie tapeziert.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
PeterPan2

PeterPan2

30.04.2001 11:20

Hallo, herzlichen Dank erst einmal für dein Vertrauen. Ich werde mir Mühe geben es nicht zu enttäuschen ;-) Bei der Gelegenheit habe ich gleich mal ein paar Berichte von dir gelesen, denn schließlich will man ja wissen, wer einem so vertraut... Nein mal im ernst, du schreibst interessante Berichte. Dieser hier gefällt mir besonders. Was glaubst du, habe ich letztes Wochenende gemacht? Ich kann heute kaum krauchen, gestern war auch Fußbodensanierung im Keller angesagt.... Schöne Grüße Peter.

Cappuccino-Mama

Cappuccino-Mama

19.02.2001 21:27

Ein gewölbter Keller ist Gold wert. Hier ist es auch im heißesten Sommer schön kühl.

Kuschelwuschel

Kuschelwuschel

16.02.2001 17:00

Hi kreativ, ich bin auch gerade dabei meinen Keller zu sanieren, das haus ist zwar erst Bj. 1904 - aber bei mir hört sich das nach mehr arbeit an. Viele mehr, habe ich mir mehr arbeit damit gemacht - da ich Wohklima da unten haben wollte und keinerlei Feuchte mehr!

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