Keller /Sockelabdichtung - lang aber detailiert

5  10.09.2003

Pro:
lohnende Arbeit für Selbermacher

Kontra:
schweißtreibende Tätigkeit

Empfehlenswert: Ja 

robbi5

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Kellerabdichtung - eine leidiges Proplem? Bei mir nicht mehr und bei euch bald auch nicht mehr oder?!!!

Da dieser Bericht sehr lang ist, hier eine kleine Orientierung

Vorwort
1. Aufgraben
2. Reinigen
3. Abtrocknen lassen
4. Wand ausbessern und verputzen
5. Wand verkieseln (bzw. Voranstrich)
6. Dickbeschichtung auftragen
7. Kellerlichtschächte anbauen
8. Drainage einbauen
9. Systemschutz /Drainagematten anbringen
10. Anfüllen
11. Abschlussarbeiten


Vorwort
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Mauerwerk sollte, wenn irgend möglich, von ausßen abgedichtet werden. Wenn dies nicht möglcih ist, gibt es für den Kellerbereich auch eine Möglichkeit der Innenabdichtung. (anderer Bericht)

Die Regenzeit beginnt zwar, aber noch ist es Zeit, einen Keller (oder auch den Haussockel abzudichten. Der Grundwasserstand ist an vielen Orten noch recht niedrig und es kommen bestimmt noch einige trockene Herbsttage.
##Tut mir leid, dass dieser Artikel etwas spät erscheint. Die beste Zeit wäre natürlich der extrem trockene und warme Sommer gewesen. (Leider musste ich in dieser Zeit mein eigenes Haus dicht bekommen)##
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Bemerkung
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Ich beschreibe hier ausschließlich die Vorgehensweise mit den Materialien der Firma REMMERS, die ich selbst anwende und bei deren Verarbeitung ich mich (inzwischen) ganz gut auskenne.
Mit den Produkten anderer Firmen funktioniert das System aber ganz ähnlich.
PROFITIPP: Hier habe ich gute Tipps meines Baustoffhändlers (Auslieferungslager von Remmers) bekommen. (Ich schmücke mich ja nicht mit fremden Federn
TIPP: Hier kann ich den einen oder anderen Tipp selbst beisteuern.
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1. Schritt - Aufgraben
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Zuerst kommt die aufwendigste Arbeit. Der Keller oder das Fundament sollte bis zur Unterkante freigegraben werden. Ich weiß, dass das sehr abschreckend wirkt. Bei einer Kellerwand von 2,40m Tiefe war das Ganze bei mir auch wirklich kein Spaß.

TIPP: Den Graben bitte unbedingt so breit machen, dass man auch ganz unten noch bequem stehen kann. Wenn der Graben zu schmal ist, kann man sich nicht bewegen, man bekommt das Material nicht nach unten und außerdem kann man nicht so sorgfältig arbeiten, wie es notwendig ist.
Ich hatte den ersten Graben zu schmal gegraben (eine Schippenbreite => Schürfwunden beim Graben => Vollgeschmierte Klamotten und Hände beim Abdichten => schlechtes Hantieren beim Drainageeinbau

Kellerlichschächte müssen abgebaut (abgestemmt) werden

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2. Schritt - Reinigen
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Als Nächstes sollte die Wand gründlich gereinigt werden. Gut funktioniert das mit einem Kärcher (auch wenn erst einmal noch mehr Wasser an die Wand kommt.

TIPP: Bitte gebt beim Kärchern ordentlich "Gas" mit dem Dreckfräser. Auch lose Mörtelstellen oder lose Steine müssen weg.

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3. Schritt - Abtrocknen lassen
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Dies ist die schönste Arbeit. Mit einem Fläschchen Bier in den Garten setzen und 2 Tage ausruhen. Die Wand muss nicht vollständig durchtrocknen, wenn sie nach innen austrocknen kann. Ansonsten gilt natürlich, je trockener, um so besser.

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MATERIAL BESORGEN
Jetzt ist die beste Zeit, um das nötige Material zu besorgen.
Abdichtungsmaterial => Remmers Auslieferungslager oder Baustoffhandel
Drainagematerial => Baustoffhandel

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4. Schritt - Wand ausbessern und verputzen
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MATERIAL: Zement, Sand, Wasser
WERKZEUG: Mischmaschine, Maurerkelle

Nach dem Kärchern sah meine Kellerwand ziemlich marode aus. Ich fand ein zerklüftetes Mauerwerk vor, bei dem es keinen Putz gab und auch der Mörtel zwischen den Naturbruchsteinen oftmals dem Wasserstrahl nicht standgehalten hat.
Nun sollte diese Wand also egalisiert und verputzt werden.

MATERIAL: Zementmörtel Mischungsverhältnis Zement: Sand = 1:4

TIPP: Die großen Löcher in der Wand und tiefe Risse oder Unebenheiten habe ich mit einer recht trockenen Mischung mit der Hand (Gummiarbeitshandschuhe) zugeschmiert.

Im zweiten Arbeitsschritt habe ich dann versucht, die Wand mit viel Zementmörtel halbwegs einzuebnen.

TIPP: Wenn beim Verputzen zu viele Wellen oder Grate bleiben, gibt es dafür eine Art Reibebrett, welches aus einem festen Eisengitter besteht. damit kann man die Unebenheiten ganz gut egalisieren, nachdem der Putz angetrocknet ist. Es muss keine völlig plane Fläche entstehen.
Es sollten aber auch keine Ecken oder Löcher vorhanden sein.

Der Putz sollte unbedingt durchtrocknen. Bei gutem Wetter ca. 3 Tage.

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5. Schritt - Verkieselung
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MATERIAL: AIDA Kiesol - (Firma Remmers) 0,2 l pro Quadratmeter
WERKZEUG: Gartenspritze (für kleine Flächen Blumenspritze) ACHTUNG hinterher unbedingt mit Wasser ausspülen !!!!

Jetzt wird die trockene eingeebnete Wand einmal mit Aida Kiesol eingesprüht. Bei gutem Wetter sollte es nach einigen Minuten abgetrocknet sein.

(Bei Produkten anderer Hersteller muss an dieser Stelle ein Bitumenvoranstrich erfolgen, der mit einem Quast aufgetragen wird.)

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6. Schritt - Auftragen der Dickbeschichtung
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MATERIAL: Sulfiton Dick 2000 - Einkomponenten Bitumen Dickbeschichtung (Fa. Remmers) Verbrauch: ca.5-6 l pro Quadratmeter
WERKZEUG: Zahnkelle 6mm/6mm , kleine Maurerkelle

Die Dickbeschichtung soll in zwei Schritten erfolgen und bei nichtdrückendem Wasser mit 4,5l/qm und bei drückendem Wasser 6l/qm erfolgen.

PROFITIPP: Der Auftrag einer gleichmäßig dicken Schicht wird folgendermaßen erreicht. Beim ersten Arbeitsschritt trägt man die Beschichtung gleichmäßig mit einer Zahnkelle (Zahnung 6mm) auf.
Wenn diese Schicht etwas angetrocknet ist, wird mit der Glättkelle oder einer kleinen Maurerkelle die zweite Schicht aufgetragen, in der nur die Rillen der ersten Schicht gefüllt werden.

Die erste Schicht darf dabei nicht zerdrückt werden - ansonsten noch warten.

GUT TROCKNEN LASSEN !!!!! (bei gutem Wetter 3 Tage - sonst evtl. länger)

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7. Schritt - Kellerlichtschächte anbauen.
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MATERIAL: Kellerlichtschächte mit Abfluss, Drainagerohr
WERKZEUG: Bohrmaschine, Schraubenschlüssel e.t.c.

Wenn die Abdichtung getrocknet ist, können die Kellerlichtschächte angebaut werden.

PROFITIPP: Vor dem Ansetzen der Lichtschächte noch einmal eine dicke Schicht Sulfiton dick 2000 direkt auf die Ansatzkanten der Lichtschächte geben und fest an die Wand schrauben. So ist Dichtheit garantiert.

PROFITIPP: Von den Lichtschächten direkt ein Drainagerohr bis auf die Drainage am Boden führen.

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8. Schritt - Drainage einbauen
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MATERIAL: Drainagekies, Drainagerohr (ohne Hanf (Der vergammelt nur), Filterfies gegen Verschlammung
evtl.: Drainagekontrollschacht als Pumpenschacht und Tauchpumpe mit eingebautem Schwimmschalter, 1 Zoll Abwasserschlauch

Damit die Wand später nicht dauernd unter Wasserdruck steht. sollte eine Drainage eingebaut werden. Der Graben ist ja schon da und die Kosten halten sich in Grenzen.
Nun wird am Fuß des Grabens eine Schicht Drainagekies eingefüllt, so dass das Drainagerohr welches darauf kommt OBERHALB der Fundamentsohle liegt und das entsprechende Gefälle hat.

Wenn erforderlich muss noch ein Pumpenschacht eingebaut werden. Das ist nicht so tragisch.

TIPP: An einer Hausecke einen Drainageschacht einsetzen, an den die Drainagerohre angesetzt werden. Ich habe den Opti Control Verwendet. Der kostet mit zwei Aufsätzen um die 140 €.
Dazu braucht man noch eine Tauchpumpe mit eingebautem Schwimmerschalter (gibts auch im Baumarkt für ca. 150€).

Das Drainagerohr wird nun mit reichlich Drainagekies befestigt und damit auch die unterste Schicht des Grabens gefüllt. (Das Rohr ist gerade nicht mehr zu sehen.

Anschließend wird das Ganze SORGFÄLTIG mit Filtervlies abgedeckt.

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9. Schritt: Systemschutz / Drainagematten anbringen
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MATERIAL: Sulfiton DS Systemschutz (Drainagematte für die Wand mit angebautem Filtervlies)

Nun werden die Systemschutzmatten zugeschnitten und direkt vor die Wand gestellt und zwar so, dass sie unten direkt auf das Drainagerohr treffen. Mit etwas Drainagekies werden die Matten unten befestigt.

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10. Schritt - Anfüllen
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MATERIAL: Füllmaterial - Aushub

Bei den oben angegebenen Systemschutzmatten kann man den alten Boden wieder anfüllen. Es sollte darauf geachtet werden, dass er keine scharfantigen oder zu großen Steine enthält. Mir wurde ausdrücklich bescheinigt, dass man auch Lehm oder tonhaltigen Boden wieder anfüllen kann.

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11. Schritt - Abschlussarbeiten
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Nun ist es noch gut, als oberste Schicht direkt am Haus eine Schicht Zierkies an zu füllen, damit das Regenwasser nicht gegen die Hauswand spritzt.
Die Systemschutzmatte sollte abgeschnitten werden und mit einem entsprechenden Profil nach oben gegen Schmutz geschützt werden.


Ich wünsche euch viel Erfolg!!! Packen wir es an :-))


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
schawigo

schawigo

16.05.2008 13:20

bin auch grad mit renovieren fertig. hoffe mein bericht ist nur halb so gut wie dieser.

Dorni

Dorni

21.08.2004 20:14

Im Gegensatz zu den anderen Berichten, die ich in dem Bereich gelesen habe einmal das, was ich mir erwarte: Echte Tipps (auch wenns mir nichts bringt, denn ich suche nach Tipps für Entfeuchtung durch Untergrabung)

woley

woley

11.09.2003 00:13

Das ist ein sehr ausführlicher und informativer Bericht. Er hat mich sehr interessiert, weil bei meinem Haus demnächst an einer Kellerseite auch solche Arbeiten anstehen. Danke für die ausführlichen Tipps! Gruß woley

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