Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
weicht geschmacklich positiv von Billigglühweinen ab, schmeckt vollmundig |
| Kontra: |
Preis, schmeckt holundermäßig herb und leicht bitter |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Dieter, das Kältehoch über Russland, hatte uns mehrere Tage eisige Temperaturen beschert. Bei Temperaturen von unter 15 Grad Minus macht es keinen Spaß, irgendwelchen Outdoor-Aktivitäten in den Tiefen des Bayerischen Waldes nachzugehen.
Und wenn man doch mal raus muss (oder möchte) kommt man mit roten, kalten Backen, klammen Fingern und einer triefenden Nase zurück in die warmen, geheizten vier Wände.
Trotzdem dauert es Ewigkeiten, bis man sich von einem steifen, durchgefrorenen Yeti wieder zu einem menschlichen Wesen gewandelt hat.
Um diese Wandlung zu beschleunigen, hilft ein warmes, leicht alkoholisches Getränk. Tee mit Rum ist da eine Option, eine andere Möglichkeit stellt ein guter Glühwein oder Punsch dar.
Da ich ehrlich gesagt meistens zu faul bin, mir selbst einen hausgemachten zu machen, bediene ich mich des reichhaltigen Angebotes in den SB-Märkten. Einen kleinen Vorrat dieser Herzenswärmer habe ich immer zu Hause. Und wenn es zum nahenden Saisonende bei unserem Real den „guten“ Glühwein zum reduzierten Preis gibt, kann ich natürlich nicht nein sagen. Dann wird der Vorrat wieder aufgestockt.
Dieses Jahr habe ich mich für einige dekorative Bügelverschlussflaschen, gefüllt mit Fruchtglühwein, entschieden. Eine Flasche Altbayerischer Holunder-Glühwein und eine Flasche Alpenzauber Punsch mit Marillen-Geschmack fanden den Weg in meinen Einkaufskorb.
In meinem heutigen Bericht geht es um den
*****Altbayerischer Holunder-Glühwein*****
Kaufort und Preis:
Gekauft habe ich den Glühwein beim -,real zum Preis von € 1,50 je 1-Liter-Flasche. Was der Glühwein normalerweise dort kostet, kann ich nicht sagen, er war nicht mehr normal ausgezeichnet. Bei Amazon bekommt man die Flasche für rund € 4,00 zzgl. Porto, bei Ebay zwischen € 4,99 und € 5,99 jeweils zzgl Porto.
Ein ganz schön heftiger Preis für so ein bischen Wein mit Geschmack. Ich hatte mal in einem Bericht gehört, dass die meisten Glühweine aus einer Fabrikation stammen und später nur noch in unterschiedliche Flaschen abgefüllt werden – also alles der gleiche Fusel? Oder auch nicht – mal sehen!
Hersteller ist die:
KUNZMANNWeinkellerei - Mineralbrunnen - Fruchtsaft GmbH & Co. KG
Taitinger Straße 64
86453 Dasing
Telefon: 08 20 5/96 04 - 0
Fax: 0 820 5/15 12
Email: info(at)kunzmann-dasing.de
Web: http://www.kunzmann-dasing.de/
Neben Punsch und Glühwein hat die Firma Kunzman auch noch Fruchtsäfte (Kela-Fruchtsaft), VC Limonaden, Frucade, AQ Limonaden und Mineralwasser der Marke Albertus Quelle im Programm.
Optik:
Der Glühwein ist abgefüllt in einer dickwandigen Glasflasche, die im Gegensatz zu den billigen Glühweinflaschen mit einem Bügelverschluss verschlossen ist. Dieser ist mit einem Papierstreifen versiegelt, dessen Unversehrtheit zeigt, dass die Flasche tatsächlich noch nicht geöffnet war.
Durch das durchsichtige Glas sieht man eine tief dunkelrote, fast schwarze Flüssigkeit, die auch vor einer Lichtquelle dunkel bleibt und nicht durchsichtig wird.
Die Flasche ist vorne und hinten mit einem Etikett versehen. Auf der Vorderseite sieht man ein kleines schneebedecktes Häuschen im Schnee vor einem dunkelblauen Himmel – im Vordergrund ist eine Holunderdolde zu sehen. Auf der oberen Etikettenhälfte ist die Produktbezeichnung in goldenen Buchstaben zu sehen. Der innere Rahmen des Etiketts ist auch goldfarben, umrahmt von einer orangefarbenen, ca. 4 mm starken Linie.
Auf dem Rückseitenetikett ist neben den Produktinformationen auch die Herstellerangabe, die Füllmenge, die Angabe über den Alkoholinhalt auch die Strichcodeangabe zu finden.
Was ist drin?
Sowohl auf dem Vorder- wie auch auf dem Rückseitenetikett ist zu lesen, dass der Glühwein aus Holunderwein hergestellt ist. Ein Angabe von weiteren Inhalts- oder Zusatzstoffen ist nirgends zu finden.
Geruch / Geschmack:
Letztes Wochenende war es soweit – mein Auto brauchte eine neue Füllung für die Scheibenwaschanlage und Vorder- und Rückseite mussten von Salz und Dreck so gesäubert werden, damit die Kameras am Straßenrand mein Kennzeichen auch richtig erkennen können. Wer bei diesem Wind und der knackigen Kälte mit Wasser pritschelt ist hinterher reif für Füße am Kachelofen und einen wohlschmeckenden Handwärmer. Zurück in der warmen Wohnung tropft die Nase und die Finger sind richtig klamm. In der Vorratskammer lacht mich der Holunder-Glühwein an – jetzt muss er dran glauben!
Die Flasche ploppt beim Öffnen des Bügelverschlusses hörbar auf. Natürlich muss ich erst einmal riechen, was dieser Warmmacher für ein Aroma hat.
Mit der Nase über der Flaschenöffnung bemerke ich einen – wie soll ich es beschreiben – irgendwie harten, etwas strengen, noch Alkohol duftenden Geruch. Der Inhalt riecht recht herb, gar nicht lieblich oder gar süßlich. Man riecht eindeutig den Alkohol heraus, der auf dem Rückseitenetikett mit 9 % angegeben ist.
Der Hersteller sagt dazu: „Der würzig-fruchtige Geschmack dieser Glühwein-Spezialiät ist Ergebnis einer über Generationen erhaltenen und immer wieder verbesserten Rezeptur: Ein Genuss, für den sich unser Kellermeister verbürgt.“
Na dann schauen wird doch mal, ob der Glühwein besser schmeckt als er riecht. Der Glühwein ist trinkfertig und braucht nur noch erhitzt werden, er darf nicht gekocht werden.
Also ab damit in einen Topf. Auf Stufe 6 erhitze ich langsam die dunkelrote Flüssigkeit. Innerhalb von zwei bis drei Minuten ist der Wein so warm, dass er zu dampfen anfängt. Ich warte noch eine kurze Zeit und gieße den nun heißen Holunderglühwein in ein hitzebeständiges Glas. Ich finde, Glühwein in einem Glas sieht viel ansprechender aus, als in einer Porzellantasse. Der Wein funkelt in dem durchsichtigen Glas richtiggehend und macht Lust, das Getränk zu probieren. Auf geht’s!
Der fast schwarze, heiße Wein benetzt meine Lippen und findet den Weg an den Gaumen – nee – davon packe ich kein volles Glas! Der Wein ist heiß und schmeckt herb, irgendwie leicht bitter und überhaupt nicht nach mehr. Da ich eigentlich eine Süße bin, bringe ich diesen fruchtig-herben, heißen Wein einfach nicht runter.
Während ich den anderen, einfachen, billigen Glühwein auch ohne Probleme zuckerfrei trinken kann, klappt das bei diesem Glühwein überhaupt nicht. Der Geschmack ungesüßt entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen, er ist wirklich holundertypisch. Damit kann ich mich sicher nicht aufwärmen, ohne ein Süßungsmittel hinzuzugeben.
Um den Glühwein für mich genießbar zu machen, muss ich mir den Glasinhalt mit eineinhalb Löffel Zucker versüßen. Dann entspricht der Geschmack meiner Vorstellung von einem guten, trinkbaren Glühwein.
Der Zucker überdeckt den sehr herben Holundergeschmack hervorragend – der Glühwein ist nun sehr gut trinkbar – trotzdem merkt man noch, dass es kein 08/15-Glühwein für 99 Cent handelt. Ich habe aber den Eindruck, dass die jetzt für mich angenehme Süße den Alkoholgehalt etwas verstärkt – bei zwei Gläsern Glühwein steigt mir der Wein etwas ín den Kopf.
Das erste mal hatte ich den Glühwein Sonntag nachmittag probiert und mir gleich noch ein zweites Glas genehmigt, um richtig warm zu werden. Da mein Mann keinen Glühwein mag, bleibt mir der Rest. Es stehen zwar keine Verbrauchsdaten auf der Flasche, ich möchte allerdings nicht, dass der Glühwein zu lange offen bleibt. Also habe ich mir auch die Folgetage nach der Arbeit zum Aufwärmen und Entspannen ein Gläschen gegönnt.
Weder nach zwei Gläsern am Sonntag-Nachmittag noch nach jeweils einem Glas an den Wochenabenden habe ich am nächsten Tag einen dicken Kopf bemerkt oder Kopfschmerzen gehabt.
Ich kann nur sagen, der Glühwein schmeckt einfach fruchtig lecker und hat so gar nichts mit dem Billigglühwein gemeinsam.
Natürlich handelt es sich auch bei Glühwein um alkoholhaltige Getränke - das heißt also, dass man nach dem Genuss dieses Warmmachers vorsichtig sein sollte, wenn es um das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Geräten geht. Aber soviel Verantwortungsbewußtsein haben wir ja alle!
Was mich allerdings etwas stutzig gemacht hat:
Angegeben ist, dass der Glühwein Sulfite beinhaltet. Was soll denn das schon wieder – so etwas in Weinen!? Also habe ich mich im Internet auf die Suche nach einer Erklärung gemacht.
Was sind Sulfite eigentlich?Laut wikipedia sind Sulfite die Salze und Ester der Schwefligen Säure H2SO3. Die Salze enthalten als Anion das Sulfition (SO32−). Sie werden häufig als Konservierungsmittel in Wein, Trockenobst und Kartoffelprodukten eingesetzt. Sulfite treten allerdings auch natürlich in nahezu allen Weinen auf.
Na ja – die Erklärung hat mich dann doch wieder beruhigt. Und irgendwelche Nebenwirkungen konnte ich nach dem Genuss nicht feststellen, so dass ich davon ausgehe, dass diese Information nur der Vollständigkeit auf dem Etikett steht. Allergiker werden sicher wissen, ob sie Probleme beim Genuss von Sulfiten haben oder nicht und können danach handeln.
Zusammenfassung:
Der Holunder-Glühwein ist in keinster Weise mit dem billigen Glühwein aus den Discountern zu vergleichen. Natürlich kann man auch diesen trinken, aber der Holunder-Glühwein schmeckt einfach besser, viel vollmundiger und fruchtiger. Zu dem Preis, den ich bezahlt habe, werde ich sicher noch Nachschub kaufen, sofern es den Glühwein kommende Woche noch zu diesem super Preis gibt.
Und was auch sehr positiv ist: diese Bügelverschlussflaschen können wieder verwendet werden, z.B. beim Entsaften im Herbst oder um selbst Likör anzusetzen. Normalerweise kostet eine solche Flasche zwischen ein und zwei Euro, da ist der Glühwein ja ein richtiges Schnäppchen gewesen.
Wem der herbe und teilweise etwas bittere Holundergeschmack nicht zu unangenehm ist und auch nichts dagegen hat, den Wein nachzusüßen, dem kann ich diesen Glühwein sehr an Herz bzw. in den Mund legen. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung und 5 Sterne – dieser Glühwein macht auf jeden Fall warm!
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