Als ich hier die Rubrik "Altkatholische Kirche" noch leer vorfand, habe ich beschlossen, einige Zeilen zu diesem Thema zu schreiben.
Ich bin ursprünglich römisch-katholisch getauft, habe in dieser Kirche meine erste Kommunion empfangen, einige Jahre ministriert und bin auch dort gefirmt worden. ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von BlueLion1 über Altkatholische Kirche 18.12.2002
Produktbewertung des Autors:
Pro:
Katholische Formen, reformkatholische Inhalte
Kontra:
Diaspora - Situation
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Als ich hier die Rubrik "Altkatholische Kirche" noch leer vorfand, habe ich beschlossen, einige Zeilen zu diesem Thema zu schreiben. Ich bin ursprünglich römisch-katholisch getauft, habe in dieser Kirche meine erste Kommunion empfangen, einige Jahre ministriert und bin auch dort gefirmt worden. Doch während des Erwachsenwerdens habe ich mich der Amtskirche mehr und mehr entfremdet. Dogmen wie die päpstliche Unfehlbarkeit, eine lebensfremde Einstellung zur Sexualität, die streng hierarchische Ordnung, der Pflichtzölibat - all das und einiges mehr konnte ich nicht mit meinem Glauben in Einklang bringen. So kam es, daß ich schließlich zwar meinen persönlichen Glauben lebte, aber kein Interesse mehr am Gemeindeleben nahm, nur noch ein- bis zweimal im Jahr den Gottesdienst besuchte. Bis, ja bis ich eines schönen Tages zufällig am Pfarramt der altkatholischen Gemeinde St.Willibrord in München vorbeischlenderte. Der Aushang dieser Gemeinde hat mich schlichtweg fasziniert. Hier fand ich viele der Antworten, die ich so verzweifelt suchte: Keine pauschale Verurteilung Geschiedener. Kein Zwang zur Ohrenbeichte. Gewährung von Gewissensfreiheit, was Empfängnisverhütung betrifft (kein Pillenverbot) Keine Diskriminierung von Menschen aufgrund sexueller Ausrichtung, Geschlecht oder Hautfarbe ... etc. Ich kontaktierte daraufhin den Pfarrer Hrn.Harrer und führte ein interessantes Gespräch. In den darauffolgenden Wochen, Monaten, Jahren beschäftigte ich mich intensiv mit der altkatholischen Kirche. Ich studierte Informationsschriften und besuchte regelmäßig Gottesdienste. Nach einigen Jahren war ich mir sicher: das ist meine Kirche. So habe ich den Schritt getan und bin übergetreten. Wie ist die altkatholische Kirche entstanden? Im Jahre 1870 wurden im Rahmen des 1.Vatikanischen Konzils zwei neue Lehren beschlossen: 1. Der Papst ist unfehlbar, wenn er neue Glaubens- und Morallehren offiziell verkündet. 2. Der Papst hat unmittelbare Befehlsgewalt über alle Christen. Viele katholische Christen hielten diese neuen Dogmen für unvereinbar mit dem Glauben, den sie aus der Bibel und den Kirchentraditionen schöpften. Da alle Katholiken, die sich den neuen Dogmen nicht unterwarfen, die Exkommunikation drohte, waren sie gezwungen, eigene "altkatholische" Gemeinden zu bilden. Die Arbeit dieser Gemeinden wurde stark durch synodale, d.h. demokratische, Prinzipien geprägt. Das ist bis heute so geblieben. Im Gegensatz zur römisch-katholischen Praxis werden Priester und Bischöfe nicht von oben ernannt, sondern von Gemeinde bzw. Synode gewählt. Auch die Arbeit in den Gemeinden wird stark von Laien beeinflußt. Es gibt einen gewählten Gemeindevorstand, in dem der Pfarrer auch nur eine Stimme hat. Die liturgischen Formen sind denen der römisch-katholischen Kirche ziemlich ähnlich, doch sind seit 1870 viele Reformen in der altkatholischen Kirche durchgeführt worden. So ist lange vor dem 2.vatikanischen Konzil Deutsch als Liturgiesprache eingeführt worden, es gibt kein Pflichtzölibat, die Wiederverheiratung Geschiedener ist möglich und vor einigen Jahren wurde die Frauenordination eingeführt. Die altkatholische Kirche Deutschlands ist in der Utrechter Union mit den altkatholischen Kirchen der Niederlande und Österreichs sowie der christkatholischen Kirche der Schweiz verbunden. Ansonsten arbeiten Altkatholiken engagiert in der Ökumene mit. Mit der Anglikanischen Kirche und der Evangelischen Kirche Deutschlands besteht volle Kommunionsgemeinschaft. In altkatholischen Gemeinden ist die verantwortliche Mitarbeit der Gemeindemitglieder ein willkommenes und prägendes Element. Mit ca. 25.000 Kirchenmitgliedern in Deutschland handelt es sich um eine ziemlich kleine Kirche, die aber den größten Teil reformkatholischer Forderungen, wie sie etwa im "Kirchenvolksbegehren" erhoben wurden, umgesetzt hat. Wer das Priesteramt in der Altkatholischen Kirche anstrebt, kann das durch ein Theologiestudium am Altkatholischen Seminar der Uni Bonn erreichen. Der Übertritt in die Altkatholische Kirche setzt den Austritt aus der bisherigen Konfession voraus. Altkatholiken zahlen ebenso Kirchensteuer wie bei den großen Konfessionen üblich, in Bayern wird darüberhinaus ein geringfügiges Kirchgeld erhoben. Es gibt, aufgrund der Diasporasituation, einen Nachteil: Es kann sein, daß man manchmal einen weiten Weg zu Gottesdiensten und Gemeindefeiern zurücklegen muß, da die altkatholische Kirche natürlich nicht so flächendeckend wie die großen Konfessionen vertreten ist. Das wird aber m.E. mehr als ausgeglichen durch das vielfältige und aktive Gemeindeleben, das man hier vorfindet. Wer mehr wissen will, sei auf die Seite http://www.altkatholisch.de verwiesen. Hier findet man auch eine Auflistung von Gemeinden und Kontaktadressen. Ich persönlich kann sagen, daß ich den Eintritt in die altkatholische Kirche nie bereut habe und diesen Schritt insbesondere denjenigen empfehle, denen der Glaube viel bedeutet, die aber mit dem römisch-katholischen Vorstellungen oftmals nicht mehr übereinstimmen.
Pro: Offen liberal und dennoch katholisch Kontra: Wenig Mitglieder
Liebe Leser/innen
Vor kurzer Zeit liess ich diese Kategorie aufnehmen für alle religiös und kulturell Interessierten. Ja, Religionen und Konfessionen sind auch ein Stück unserer Kultur. Also, es geht mir nicht darum, euch zu bekehren, sondern ledigli ...
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sehr hilfreich
07.01.2003
Die Beichte Bewertung für Altkatholische Kirchevon
ManfredJG
Pro: Mut zur Beichte Kontra: Wenig, wenn man keine Erfahrungen machen will
Ungeduldig saß er vor der braunen Tür, abwartend, was da auf ihn zukommen würde. Es war seine Entscheidung gewesen, diesen Geistlichen aufzusuchen, weil sein 30-jähriges Leben etwas in Unruhe geraten war. Fest entschlossen, den Formalitäten zu trotzen, ve ...
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Die katholische Kirche. Fortschrittlich oder zurückgeblieben? Sachen die mich immer schon bewegt haben.
Meine Familie wohnt schon seid dem späten Mittelalter in der römisch-katholischen Metropole Köln. Noch immer sind alle aus meiner Familie kathol ...
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Pro: Liebe Kontra: Gilt oftmals noch als schwere Sünde!
...Verständnis und hat sich diesen Fragen schon sehr geöffnet. Noch immer aber gibt es Gemeinden, die einen homosexuellen Pfarrer/in nicht wünschen... Doch eine Aufarbeitung dieser Frage in der evangelischen Theologie lässt hoffen!
In der anglikanischen Kirche ist dieses Thema nun wieder brand-aktuell. Vor 3 Wochen wurde der zukünftige Erzbischof von Canterbury gewählt. Dieser verkündigte, dass er nichts gegen homosexuelle Menschen habe und diese in die Kirche integrieren wolle. Es sei nicht sein Ziel mit der Lupe unter die Bettdecke der Gläubigen zu schauen. Hut ab, vor so einer Haltung! Ob die Queen "amused" sein wird, weiss ich nicht...:-)
Die christkatholische Kirche der Schweiz (in Deutschland "Altkatholiken") haben auch ein sehr liberales oder besser gesagt "vernünftiges" Verständnis zu diesem Thema. Auch sie sehen Homosexualität als genau...
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Pro: Philosophie Jesu: vertraue auf Gott als unmittelbare Vaterfigur Kontra: verkannt, verfälscht und zweckentfremdet durch die Kirchen
...(Lutheraner, Calvinisten, Baptisten,...) und Altkatholiken.
Primär gingen die Ketzerverfolgungen, die Kreuzzüge gegen die arabischen Sarazenen und Mauren (um die Stadt Jerusalem aus den Händen der Ungläubigen zu befreien), die Judenpogrome und die Hexenverfolgungen von der Katholischen Kirche aus. Vor allem das jüdische Volk hatte unter der antisemitischen Auslegung des Christentums (Aussprüche Jesu v.a. im Johannes-Evangelium waren dafür maßgeblich) erheblich, fast bis zu seiner Ausrottung, zu leiden. Die Juden wurden als Gottesmörder bezeichnet, obwohl sie paradoxerweise in der Erlösungslehre (Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz - nach christlichem Glauben - die Menschheit von der Sünde befreit) einen positiven Beitrag zum Heilsgeschehen lieferten. Doch dies ist nur ein Aspekt in der widersprüchlichen christlichen Auslegung.
Die Geschichte...
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hilfreich 01.01.1970
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