Erfahrungsbericht über

Alundra (PSX)

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Träume sind Schäume - oder doch nicht?

4  15.10.2004

Pro:
Stimmungsvolle Musik, Spielspaß ohne Ende, coole Story

Kontra:
veraltete Grafik

Empfehlenswert: Ja 

FlowerAerith

Über sich: schüchtern, interessiert, fantasievoll

Mitglied seit:27.05.2002

Erfahrungsberichte:34

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Alundra ist eines der ersten Spiele der Firma Matrix, nach deren Trennung von Climax.
Über dieses Spiel herrscht eine breite geteilte Meinung, aber für wen ist dieses Spiel wirklich etwas?

Story:
Von einer seltsamen Traumfigur namens Lars geleitet, reist der junge Alundra in das abgelegene Dörfchen Inoa, wo er die sieben Wappen finden soll, um den Oberdämon Melzas, der aus seinem Schlaf erwacht ist, endgültig umzubringen.
Doch nicht nur in seinen Träumen, auch in der Realität läuft bei der Schifffahrt nach Inoa nicht alles glatt: das Schiff gerät in einen Sturm und sinkt.
Alundra wird an einen Strand gespült, wo er ohnmächtig liegen bleibt.
Als er wieder erwacht, liegt er in einem Bett. Ein Mann stellt sich ihm als Jess – sein Retter – vor, er bietet Alundra an, solange bei ihm zu wohnen wie er will.
Alundra verlässt das Haus und begegnet einem kleinem Mädchen namens Sybill, das ihm mysteriöse Dinge von einer Prophezeiung erzählt.
Schon bald trifft Alundra auf den Studierten Septimus, der Alundra erzählt, dass dieser ein >Traumwandler<, ein Auserwählter sei.
Alundra rettet einen Dorfbewohner aus einem Albtraum und wird daraufhin als Erlöser gepriesen.
Doch die Ereignisse überschlagen sich, viele Dorfbewohner beginnen, den Teufel in Alundra zu sehen – und dann taucht da noch die mysteriöse Maia auf, die von sich behauptet, ebenfalls eine Traumwandlerin zu sein.
Wem kann Alundra noch vertrauen?
Wird er die Intrige durchschauen?
Und wird er das Rätsel von Inoa lösen, bevor es zu spät ist?

Gameplay:
Die Steuerung ist eigentlich recht einfach zu handhaben, nur in den Wüsten- Eis- und Wassergebieten kommt es zu einigen Schwierigkeiten ohne die richtige Ausrüstung.
Hat man jedoch erst die richtige Ausrüstung, kann man loslegen und die Fetzen fliegen lassen.
Das Gebiet von Toran, die Umgebung von Inoa, besteht aus vielen großen Karten, manche Gebiete werden jedoch erst nach und nach freigeschalten.
Neben vielen Geschicklichkeits- und Denkaufgaben lauern in den zahlreichen Dungeons natürlich noch unzählige Monster und Fallen. Ein Raum oder ein Objekt, der oder das also auf den ersten Blick ungefährlich wirkt, ist oft nur eine getarnte Falle.
Durch schnelles Handeln und/oder logisches Denken kann man jedoch alle Fallen und Rätsel meistern, bis man im jeweiligen Dungeon beim gesuchten Objekt ist.
Das kann variieren, von einem Buch über eine neue Waffe, bis zu den kostbaren Wappen, die den Kernpunkt der Geschichte darstellen.
Nur sehr selten hat Alundra das Pech nichts vorzufinden – außer einem Lebensdiamanten.
Diese Diamanten stellen Alundras HP da, die je nach gegnerischem Angriff, unterschiedlich stark abnehmen.
In Alundras Rucksack ist zwar Platz für einige Heilmittel, jedoch ist der Platz begrenzt, so dass taktisches Denken in den Dungeons und den monsterverseuchten Gegenden erneut erforderlich ist.
In den Dungeons findet man an bestimmten Stellen Portalfelder, die einen in einen absolut sicheren Bereich bringen. Dort kann Alundra seine HP und MP auffüllen und speichern.
Pro Memory Card wird ein Block gebraucht, in dem vier verschiedene (!) Spielstände angelegt werden können.
Speichert man an bestimmten Stellen des Spieles ändert sich der Kapiteltitel des Speicherbuches. Manchmal bereits schon nach einem unscheinbaren Ereignis. Wer also alle Kapiteltitel mindestens einmal gesehen haben will, sollte so oft wie möglich speichern.
Am Anfang des Spieles kann Alundra nur mit einem Schwert zuschlagen. Je weiter man im Spiel vorankommt, desto mehr und stärkere Waffen findet man. Neben einem Morgenstern verfügt Alundra dann noch über Pfeil und Bogen, sowie über einen Eis- und einen Feuerstab.
Für Leute, die besonders oft den Game Over Screen gesehen und direkt vom letzten Speicherplatz fortgesetzt haben, gibt es eine ganz besondere Waffe zu finden.
Ab einem bestimmten Punkt im Spiel lernt Alundra außerdem, mit Magie umzugehen. Allerdings bekommt er nur maximal 4 Zauberkristalle und das Heilmittel für die Magie, darf nur in einfacher Ausführung im Gepäck rumgetragen werden.
Hat Alundra seinen ersten Magiekristall und die erste magische Schriftrolle gefunden, wird er beim gründlichen Suchen noch weitere Rollen, Kristalle und später auch Bücher, die stärkere Magie beinhalten als die Schriftrollen.
Im Laufe des Spieles bekommt man sogar Zutritt zu einem Casino, wenn man zu einer bestimmten Stelle, eine bestimmte Bedingung erfüllt...
An manchen Stellen tritt ein augenzwinkernder Humor zutage, denn man dem Spiel eigentlich gar nicht zutrauen würde („Warum gibt es hier kein Kabelfernsehen? Oh, entschuldige, vergiss das letzte.“).
Die Steuerung ist etwas gewöhnungsbedürftig, schon allein, weil Alundra nicht gerade auf sensiblen Knopfdruck reagiert.
So kommt es, dass man nach mehreren Spielstunden auch schon mal ziemliche Schmerzen in den Daumen hat.
Das tut dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch, man bemerkt es meist nicht einmal.
Ansonsten spielt man sich recht schnell in dieses Spiel ein und hat später auch gegen die fiesesten Gegner keine Probleme mehr.

Grafik:
Ich mache euch nichts vor: Die Grafik ist auf jeden Fall überholt. Die Charaktere und Hintergründe wirken noch wie in den SNES-Zeiten, Nostalgiker freuen sich darüber.
Für alle anderen ist die Grafik recht gewöhnungsbedürftig, besticht jedoch durch hübsche Effekte, einen Animevorspann und einem Animeartigen Ende.
Leider kommt es aufgrund der Grafik manchmal zu Koordinationsschwierigkeiten bei einigen Hüpfeinlagen: „Ist die Plattform jetzt eigentlich tief genug? Oder muss ich mich ein bisschen weiter rechts aufstellen?“
Eigentlich aber auch keine große Sache, wer gute Nerven hat, wird sich nicht einmal über diese Stelle aufregen.
Details sind ziemlich wenige vorhanden, viele der Dorfbewohner sehen sich sogar äußerst ähnlich und erschweren einem dadurch manchmal die Suche nach Informationen. Im Großen und Ganzen aber auch keine allzu große Sache, solange man sich etwas damit auseinandersetzt, was einen Charakter nun von den anderen unterscheidet (manchmal ist es nur eine andersfarbige Kleidung).
Auch zu erwähnen ist, dass die Grafik keineswegs farbenfroh, sondern eher etwas düster gehalten ist, was jedoch, meiner Meinung nach, zur Atmosphäre des Spieles passt. Die (leider) sehr wenigen Nachtsequenzen sehen sogar wundervoll und verträumt aus, während die Traumsequenzen mit einem schönen nebeligen Rand versehen sind, um darzustellen, dass es sich um einem Traum handelt. Hier ist die Atmosphäre dann besonders düster und trostlos. Schön wäre es sicherlich gewesen, noch beizufügen wie sich der Albtraum in einen normalen Traum wandelt, aber das war kein plan der Programmierer, also wollen wir einfach hinnehmen, dass sich diese Träume danach endgültig auflösen.

Musik:
Die Musik variiert von wunderschönen verträumten oder gefährlich spannenden Stücken, bis zu verschiedenen unheimlichen Musikstücken, die vor allem in den Dungeons eingesetzt werden.
Manches davon klingt schon wieder richtig schräg, manchmal sogar unpassend, aber in den meisten Fällen kann man sich bestimmte Szenen gar nicht anders vorstellen.
Mich persönlich hat vor allem gewundert, dass für das Animeintro eine harte Rocknummer verwendet wurde, während der Rest des Spiels eher klassisch gehalten ist.
Bereits das zweite Pre-Opening hat eine Mischung aus Klassik und wenigen spanisch wirkenden Elementen, welche auch im späteren Verlauf des Spieles öfter eingebracht werden.
Das schönste Stück ist und bleibt für mich aber das Thema der Credits, welches in Japan den Titel „Tears“ trug, in der internationalen Version jedoch mit „Alundra Ending Theme US-Version“ auskommen musste. Das Stück ist eine Mischung von Klassik und Popmusik.
Übrigens: Das Stück „Ashes to ashes“ ist auch in „Legend of Legaia“ zu hören, welches teilweise den selben Komponisten aufweist.

Preis:
Ich habe neulich von jemandem gehört, dass es das Spiel bereits für 10 € zu kaufen gibt, ich weiß jedoch weder wo, noch ob es stimmt, darum übernehme ich hierfür keine Garantie.

Fazit:
Alundra ist ein wunderbares Spiel für Hardcore-Zocker, die einfach mal eine ziemlich harte Nuss im alten Gewand knacken wollen.
Grafikvernarrten Spielern rate ich jedoch davon ab, sie werden nur enttäuscht werden.
Ich persönlich liebe dieses Spiel und spiele es gern mindestens einmal im Jahr erneut durch.
Also, enjoy yourself!
Cu
Flower


Bilder von Alundra (PSX)
Alundra (PSX) Bild 85296 tb
Meteorattacke
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ladylaluna

Ladylaluna

15.10.2004 20:42

Wow, gut geschrieben. Gruß S

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Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1115 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

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  1. egg0r
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