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Eigentlich fand ich diesen Film, der mit vollem Titel "Always - die Feuerengel von Montana" heißt, bisher immer ganz nett, weil er so alles hat: ein bißchen Heldentum, Liebe, Tod, Tragik, Geister - ganz im Stil von „Ghost“, den ich ja wirklich liebe. Nun hab ich ihn mir nochmal angesehen, ... Bericht lesen





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1-6 von 6 Erfahrungsberichten    
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Fliegerwitwe mit Geisterproblemen
Erfahrungsbericht von carmen über Always
05.07.2004


Produktbewertung des Autors:   

Humor durchschnittlich humorvoll 
Spannung wenig spannend 
Anspruch eher nicht 
Action: wenig 
Romantik: viel 

Pro: leicht humorvoll, einige warmherzige Szenen, schöne Naturaufnahmen
Kontra: überzogene Figuren, Macho Dreyfuß geht auf die Nerven

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Eigentlich fand ich diesen Film, der mit vollem Titel "Always - die Feuerengel von Montana" heißt, bisher immer ganz nett, weil er so alles hat: ein bißchen Heldentum, Liebe, Tod, Tragik, Geister - ganz im Stil von „Ghost“, den ich ja wirklich liebe.
Nun hab ich ihn mir nochmal angesehen, und ich war doch nicht mehr so begeistert.


** Die Geschichte **
Pete (Richard Dreyfuß) arbeitet als Pilot bei einer Gruppe Brandbekämpfer in Montana. Fliegen ist sein Leben, und dennoch setzt er es täglich aufs Spiel. Das bestürzt vor allem seine bezaubernde Verlobte Dorinda (Holly Hunter), die seine Waghalsigkeit immer mit Sorge betrachtet.
Leider ist Pete aber auch ein typischer Mann, der seiner Freundin nie sagen kann, daß er sie liebt, egal, wie sehr sie ihn darum bittet. Im Gegenteil, er gebärdet sich furchtbar eifersüchtig und bevormundend, daß es schon weht tut.

Eines Tages stellt Dorinda ihn vor die Alternative, einen Job fernab dieser Gefahren zu übernehme oder sie gehen zu lassen, weil sie es nicht mehr ertragen kann, täglich Angst um ihn zu haben oder ihn sterben zu sehen. Und sogar in dieser Situation macht Pete, dieser eingebildete, arrogante Kerl noch Scherze mit dem Gedanken an den Tod. Als ihm sein Mädchen aber unmißverständlich klar macht, daß sie ihn liebt, aber keine Freude daran hat, erklärt er sich endlich bereit, sein Leben nicht mehr zu riskieren und nach Flatrock, Colorado, zu gehen und Flugschülern beizubringen, Brände zu löschen.

In der gleichen Nacht macht er noch einen Einsatz, bei dem es ziemlich schlimm aussieht, weil man nur an drei von neun Brandherden rankommt. Leider hört Dorinda nicht mehr, wie er ihr endlich im Motorenlärm seine Liebe gesteht.
Das ist sein letzter Flug, denn er stürzt ab, als er seinem Kumpel Al (John Goodman) zur Seite steht, der mit einem brennenden Triebwerk fliegt, und danach aus dem Sturzflug nicht mehr heraufkommt.

In einer anderen Welt begegnet Pete Hep (Audrey Hepburn), einem Engel, die ihm im Wald die Haare schneidet. Es sind schon 6 Monate seit seinem Tod vergangen. Sie bietet ihm an, als Engel zurückzugehen und sozusagen als inspirativer Schutzengel anderen über die Schulter zu schauen, wie es diese Wesen wohl schon immer machen, wenn man Hep glauben kann.

Und so ärgert er noch im Tode seinen Kumpel mit seinen schlechten Scherzen und sich selbst gleich dazu über jenen Flugschüler Ted Baker (Brad Johnson), für den er zuständig ist, denn der verliebt sich ausgerechnet in Dorinda, seine ehemalige Verlobte, die Al mit nach Flat Rock gebracht hat.


** Darsteller **
Richard Dreyfuß wurde dem Kinopublikum wohl er so richtig mit seiner Rolle in dem Schocker „Der Weiße Hai“ bekannt, obwohl er schon seit 1973 einprägsame Charaktere spielt. Bereits 1977 bekam er einen Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Leistung in "Der Untermieter".
Zuletzt war er zu sehen in „Second Chance“.

Holly Hunters berühmteste Rolle ist wohl die der stummen Ada in Jane Campions „Das Piano“, für die sie einen Oscar bekam. Die kleine Schauspielerin überrascht immer wieder durch Rollen von starken Frauen oder sehr prägnante Figuren, wie z. B. in „Copykill“ oder „Die Firma“.

John Goodman dagegen kennt wohl jeder, sei es aus der sarkastischen Family-SitCom „Roseanne“, als exzentrischer König in „King Ralph“ oder als Fred Feuerstein in „The Flintstones“.

Und sonst sind noch dabei: Marg Helgenberger (C.S.I.) und Audrey Hepburn (Frühstück bei Tiffany).


** Filmkritik **
Die Geschichte wurde bereits einmal 1943 unter der Regie von Victor Heming verfilmt, und zwar unter dem Namen "A Guy Named Joe". Die Hauptrolle spielte damals Spencer Tracy.

Wie gesagt, als ich den Film zum ersten Mal sah, fand ich ihn echt bewegend und hab schon Rotz und Wasser geheult. Das hat sich nun etwas relativiert, wenn man ihn mal eher nüchtern betrachtet. Vielleicht war ich auch nur nicht in der Stimmung.

Schuld daran ist wohl vor allem die Figur des Pete, die mir plötzlich so richtig unsympathisch war. Irgendwie geht er einem schon mächtig auf die Ketten, weil er so gar keinen Respekt vor dem Leben hat, es dauernd für sein eigenes Ego aufs Spiel setzt, obwohl er weiß, daß sich andere Sorgen machen. Für ihn zählt im Grunde nur, immer der Größte und der Waghalsigste zu sein. Außerdem führt er sich wie der totale Macho auf: er selbst nimmt sich das Recht raus, andere in ihren Ängsten zu verletzen, gesteht es aber wiederum anderen nicht zu, wenn er z. B. seiner Freundin verweigert, ebenfalls Rettungs- und Löscheinsätze zu fliegen.
Und so nimmt er auch seine Freundin nicht ernst, weil das ja in der Männertruppe auch nicht männlich wäre.

Selbst bei der Szene mit Hep in der Zwischenwelt ist es doch bezeichnend, daß Pete er sogar nach seinem Tod nur an sich denkt und kaum einen Gedanken an seine trauernde Verlobte verschwendet.
Er respektiert niemanden so richtig, nicht mal seinen Freund Al (John Goodman), den er „Hirni“ nennt und bei jeder Gelegenheit lächerlich macht. Allerdings rettet er ihm auch das Leben und setzt dabei sein eigenes aufs Spiel. Ist der Kerl schizophren? Sicher gibt es ein psychologisches Krankheitsbild für solche Menschen.

Irgendwie ist mir all das diesmal zum ersten Mal so richtig aufgefallen.

Auch die Figur der Dorinda scheint mir ein klein wenig würdelos dargestellt, daß sie sich beispielsweise durch ein Kleid in ihrer berechtigten Wut besänftigen läßt und diesem Macho alles verzeiht. Die Zeichnung dieses Charakters grenzt schon an eine echte Herabwürdigung der Frauen durch Spielberg, obwohl Dorinda doch sonst ein ziemlich ungewöhnliches Mädchen ist als Frau in diesem Männerberuf.

Immerhin ist er manchmal doch recht nett und witzig auf eine warmherzige Weise, wenn alle Männer plötzlich zum Waschbecken laufen, nur um einmal mit Dorinda tanzen zu können oder wenn Ted den Ausbilder Al mit dem roten Löschschlamm übergießt. Es gibt schon einige Szenen die einen wirklich schmunzeln lassen. Aber ansonsten herrscht hier der Kitsch eimerweise vor und die Dialoge lassen öfters auch zu wünschen übrig.

Insgesamt kommt das Fantasy-Liebes-Drama vollkommen ohne Tricks aus: der Geist von Pete geht nicht durch Wände oder durch andere Personen, was natürlich dann nicht so perfekt wirkt wie z. B. in „Ghost“. Aber die Szenen mit den Waldbränden und die Feuerlöschaktionen sind schon beeindruckend.
Da habe ich gelesen, daß diese auch besonders schwierig und deshalb auch recht kostspielig waren. Für diese Aufnahmen, die natürlich perfekt gedreht werden mussten und dabei aber gleichzeitig das Team nicht gefährden durften, wurden vom Special-Effects-Team unter Koordinator Mike Wood spezielle Bäume konstruiert, die per Knopfdruck in Flammen aufgingen. Damit wurde kein einziger echter Baum geopfert. Allerdings wurde auch einige Originalaufnahmen von einem verheerenden Brand im Yellowstone National Park verwendet, die man in die Brandszenen hinein montierte.


Nett ist übrigens auch die Filmmusik, wobei hier vor allem der wunderschöne Song „Smoke gets in your eyes“ heraussticht.


** Meine Meinung **
Ich bin nicht ganz sicher, was ich hier für eine Bewertung abgeben soll. Einerseits ist er, na ja, ganz nett und kann immerhin durch drei wirklich gute Darsteller aufwarten, aber die plakativen und fast schon kleinbürgerlich überzeichneten Figuren trüben den Genuß erheblich. Zudem ist die Handlung schon ziemlich melodramatisch und beinahe exzessiv kitschig.
Deshalb gibt es von mir nur ein mittelmäßig.


** Daten **
USA 1989
Genre: Fantasydrama
Originaltitel: Always
Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
FSK 12


   

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