Überlebenskampf und mehr....
28.02.2004
Pro:
interessant gemacht, anspruchsvoll, bietet einen guten Einblick in die Frühzeit, wie sie gewesen sein könnte
Kontra:
Effekte mit denen von heute nicht vergleichbar, teilweise sehr hart und brutal, kaum Extras
Empfehlenswert:
Ja
 Miara
Über sich:
Ich möchte mich bei allen bedanken, die bisher bei mir gelesen haben und vielleicht auch jetzt noch ...
Mitglied seit:22.03.2000
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 89 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Am Anfang war das Feuer ist ein Film, den ich schon seit langer Zeit kenne, den ich vor dem Kauf der DVD allerdings bisher doch nur einmal gesehen habe. Heute möchte ich hier diesen Film bzw. die DVD vorstellen.
INHALT
Vor vielen Jahren, als noch Neandertaler und die Frühmenschen zur gleichen Zeit lebten, hatte der Mensch die Macht des Feuers erkannt. Mühsam suchte man solange, bis man ein brennendes Stück Holz fand und hütete es (wie seinen Augapfel). Denn das Überleben des Stammes konnte von dem Feuer abhängen. Tiere wurden durch das Feuer abgehalten und zudem nutzte der Mensch es als Wärmequelle und zur Zubereitung des Essens. Auch der Stamm der Ulan haust in den Wäldern und besitzt sowohl das Feuer als auch einen Mann, der die Aufgabe hat, das Feuer zu hüten. Eines Tages wird der Stamm von den Neandertalern auf brutalste Art angegriffen. Viele Frauen und Männer werden dabei getötet und den restlichen Überlebenden bleibt nur die Flucht in die Sümpfe. Was den Stamm aber Besonders trifft, das ist der Verlust des Feuers. Denn das Feuer wird vernichtet und auch der Feuerhüter schafft es nicht, das letzte glimmende Stück heil zum Stamm zu bringen.
Da den Menschen bewußt ist, was dieser Verlust für sie bedeutet, werden drei starke Männer des Stammes ausgeschickt, um neues Feuer zu suchen und dieses dem Stamm mitzubringen. Noah, der Anführer des Stammes, ist einer der Männer, der sich auf das gefährliche Abenteuer begibt. Auf der Suche nach dem Feuer begegnen die drei Männer vielen Gefahren. Denn zu dieser Zeit gab es für den doch eher schwachen Menschen viele Gefahren. Raubtiere waren eine der Hauptgefahren, aber auch die Kälte konnte tödlich sein. Aber nicht nur die Natur macht es den drei Männern schwer, ihre Aufgabe zu erfüllen. Denn ehe sie sich versehen, begegnen sie anderen Menschen, die sich als gefährliche Kannibalen entpuppen. Den Dreien gelingt es aber, die Kannibalen zu verscheuchen und auch eine ihrer Gefangenen, ein junges Mädchen mit dem Namen Ika zu befreien.
Als die Männer weiterziehen, um das Feuer zu finden, nehmen sie auch Ika mit sich. Nach einer Weile geschieht etwas, das etwas völlig neuartiges ist. Denn Ika und Noah finden Gefallen aneinander und entwicklen Gefühle/Liebe zueinander.... *****************************========== MEINUNG ZUM FILM
Der Film "Am Anfang war das Feuer" gehört zu den subtilsten und auch interessantesten und fremdartigsten Filmen, die ich kenne und jetzt auch besitze. Es ist ein Film, bei dem man die Sprache als Zuschauer interpretieren muss. Denn hier wird nur in dieser teilweise noch sehr affenähnlichen Ursprache gesprochen, die wohl die Anfänge unserer heutigen Sprache war. Narürlich kann niemand sagen, was für Worte oder Töne unsere Vorfahren gesprochen haben, aber was hier gezeigt wird, könnte durchaus so gewesen sein. Gut finde ich, dass es in dem Film keine "Superhelden" gibt. Die hier gezeigten frühen Homo Sapiens sind in meinen Augen im Verhalten sehr extrem und manchmal auch noch sehr affenartig. Es ist auf keinen Fall so, dass plötzlich ein superintelligent wirkendes Stammesmitglied entsteht und hier hervortritt.
Am Anfang des Feuers muss man sich sehr konzentriert ansehen, denn neben den Sprachfetzen kommt es hier sehr viel auf die Gestik drauf an. So wie man heute glaubt, haben die Frühmenschen sehr viel mit Mimik und Gestik und diesen Wortbrocken kopmmuniziert. Und wer da nicht hinsieht, der verpaßt eben Wesentliches. Alles ist auch mir beim Ansehen des Filmes nicht gleich klar, zudem die Verhaltensweisen nicht gleich denen von uns in allen Punkten sind. Aber in vielem verhalten sich die Mitglieder einiger hier gezeigten Stämme doch schon sehr menschlich bzw. wie man es vom modernen Menschen her kennt. Insgesamt ist der Film sehr hart. Ich könnte es auch mit brutal und schonungslos ausdrücken. Für mich abschreckend sind schon die vielen Vergewaltigungsszenen. Als Frau wollte ich nicht unbedingt in dieser Zeit gelebt haben. Jedenfalls nicht in dieser von Männern dominierten Welt. Es soll ja auch Matriarchische Völker gegeben haben. Auf alle Fälle wird hier gezeigt, wie schnell ein Mensch zur damaligen Zeit ums Leben kommen konnte.
Schon beim Inhalt bin ich darauf eingegangen, dass es etwas Neuartiges ist, dass Ika und Noah Liebe zueinander empfinden. Beim Ansehen des Filmes wird einem klar, dass dieses etwas Neuartiges ist bzw. wahrscheinlich war. Denn hier wird auf die affenähnlichen Ursprünge des Menschen hingewiesen. Ein Mann paart sich mit einer Frau, wenn er gerade bestimmte Reize empfängt (nackter Hintern einer sich bückenden Frau) und wie bei den meisten Tieren geschieht dieses von hinten. Auch Ika hat Anfangs keine Möglichkeit, sich zu wehren, als Noah sich so mit ihr paart. Der Mann ist stärker. Aber während des Filmes entwickeln sich hier nicht nur Gefühle zwischen den Beiden auch in Bezug zum Sex gibt es eine Entwicklung. Denn Ika bringt Noah dazu, dass sie sich von Gesicht zu Gesicht ansehen im Liegen paaren. Und dass hier beide mehr Lust empfinden. Interessant und gelungen fand ich die insgesamte Umsetzung des Filmes. Da sieht man, wie sich Menschen manchmal sehr human verhalten, manchmal aber unbedacht wie Tiere. Die Menschen bewegen sich auch manchmal, wie wir es von dem Schimpansen her kennen. Aber es wird beim Ansehen des Filmes auch klar, dass hier Menschen durchaus schon füreinander Sorgen, wenn ein anderer Mensch verletzt oder in Gefahr ist.
Die Landschaftsszenen haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Alles wirkt hier sehr ursprünglich. Gedreht wurde übrigens in einem Nationalpark, denn so eine geschützte Landschaft bietet ja die besten Möglichkeiten zu einem solchen Film. Etwas amüsiert habe ich mich über die Löwenzahntiger. Bei der heutigen Tricktechnik ist man da anderes gewohnt als zwei Löwen mit ca. 15 cm langen Eckzähnen herumrennen zu sehen. Aber zur damaligen Zeit hatte man noch nicht die Mittel wie heute. Sehr gut fand ich dagegen die Darstellung der Mammuts. Sehr lächerlich empfand ich die Darstellung der Neandertaler. Sie sehen hier wie Gorillas aus und entsprechen in keiner Weise dem, was man heute über die Neandertaler weiß. Der gesamte Film dreht sich meiner Ansicht nach um die Themen Mensch und Menschlichsein bzw. Entwicklung zum humanen Verhalten. Und darum, wie sehr der Mensch damals vom Feuer abhängig war. Aber es ist auch ein Film über das Lernen. Und so lernt beispielsweise Noah, dass es Menschen gibt, die kein Feuer suchen müssen, sondern es per Reibung mit Holzstäben selbst erzeugen können.
Freigegeben ist "Am Anfang war das Feuer" schon für Kinder ab 12 Jahren. Wenn ich ganz ehrlich bin, diesem Film würde ich meinem jetzt 12jährigem Neffen nicht zum Sehen geben. Ich finde ihn da schon zu hart, zu brutal. Für Actionfans ist dieser Film trotz vorhandener Action meiner Ansicht nach nicht geeignet. Es ist trotz der Härte und Brutalität ein eher intelligtenter Film, den ich als anspruchsvoll bezeichne. Bei mir selbst kommt durch diesen Film mal wieder die Frage auf, was genau macht den Menschen als human reagierendes Wesen aus? Wie groß ist der Unterschied zum Tier? Und sind wir wirklich so viel besser als dieser Urmenschen?
*****************************========= MEINUNG ZUR DVD Die DVD Version von Am Anfang war das Feuer habe ich mir nicht wegen vieler Effekte gekauft sondern weil mich der Film interessierte und ich selbst meine Videos abschaffe.
Wer sich für Extras interessiert, den muss ich hier auch enttäuschen. Das einzige, was dieser alte Film auf DVD bietet, das ist ein ganz gut verwirklichter Dolby Digital 5.1 Ton. Das Bild zeigt an einigen Stellen noch Störungen auf. Das fällt bei dunklen Szenen auf, in denen bei mir dann manchmal kleine weiße Punkte auftauchen. Insgesamt ist die Bildqualität aber sehr gut für einen doch relativ alten Film. Immerhin ist 1981 jetzt auch schon über zwanzig Jahre her. Bei dem Bildformat handelt es sich schon um das moderne 16:9 Breitbildformat. Leider wurde es hier so merkwürdig realisiert, dass man die Einleitungsschrift so gekappt hat, dass vorne und hinten ein paar Buchstaben fehlen. Gott sei Dank sind das nicht so viele, so dass man hier doch den Einleitungstext zum Film verstehen kann. Das Menü selbst ist teilanmiert. Man sieht bei der Haupt-Menüauswahl ein flackerndes Feuer. Und auch bei der Auswahl der einzelnen Szenen sind diese animiert.
Die Tonqualität empfinde ich somit als sehr gut, die Bildqualität als mittelmässig bis gut. Für so einen Film meiner Ansicht nach noch in Ordnung. Extras werden kaum welche geboten. Jedenfalls nicht, wenn man sich Hintergrundinformationen oder ähnliches darunter vorstellt. Es gibt Tafeln mit den Filmografien zu den Hauptdarstellen. Ansonsten kann man sich drei Trailer ebenfalls älterer Filme ansehen.
Wer sich auf viele Sprachen freut, den muss ich hier auch enttäuschen. Denn es gibt hier keine Sprachanwahl und somit auch keine Auswahlmöglichkeiten. Dolby Digital 5.1 Deutsch - so kann man sich den Film ansehen. ===== DATEN
Titel: Am Anfang war das Feuer Original: La guerre du feu Produktionsjahr: 1981 Herstellungsland: Frankreich Erschienen am 28.09.2000 Regie: Jean-Jacques Annaud
Schauspieler: Everett McGill Rae Dawn Chong Ron Perlman Nameer El-Kadi Ton: Dolby Digital 5.1 - Deutsch Untertitel: keine Preis: 3,99 Euro bei Weltbild
===== FAZIT Am Anfang war das Feuer ist ein Film, der zeigt, wie die Entwicklung des Menschen in einem bestimmten Abschnitt der Evolution gewesen sein könnte. Niemand weiß, wie es war, aber hier wird es so gezeigt, dass man den Eindruck hat, so könne es gewesen sein. Der Film ist hart aber auch anspruchsvoll. Sehr eindrucksvoll wird hier der Überlebenskampf des Menschen in der Frühzeit gezeigt.
Ich selbst freue mich trotz der geringen Extras, diesen Film endlich in meinem Besitz zu haben. Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt hier auf alle Fälle. Liebe Grüße Miara
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02.03.2004 15:23
Die Szene mit der Paarung am Fluß ist mir auch noch sehr gut in Erinnerung. Wie kommt das bloß! ;-)
29.02.2004 14:03
Also ich kannte den bisher zwar nicht, du hast ihn aber sehr ausführlich und gut beschrieben. Elmar
29.02.2004 13:08
*lach* Was für ein Zufall - gerade gestern abend habe ich den dritten (und letzten) Versuch gestartet, mir diesen Film anzusehen. Aber über eine halbe Stunde komme ich leider nicht hinaus, ich kann mich auf diese Art Film einfach nicht einstellen. Die "normale" Kommunikation fehlt mir einfach zu sehr.