Erfahrungsbericht über

Am Ende des Tages / Bjarne Reuter

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Am Ende des Tages / Bjarne Reuter

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Weckt mich, wenn's vorbei ist...

1  10.05.2004

Pro:
Wer was gefunden hat, kann es mir gerne sagen

Kontra:
das Buch an sich .  .  .

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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bolmsoe

Über sich: Genieße meine Ciao-freie Zeit.... Ob ich wiederkomme? Mal sehen, kann's aber nicht versprechen. Kann...

Mitglied seit:08.01.2004

Erfahrungsberichte:125

Vertrauende:36

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 94 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wie Ihr dem Titel entnehmen könnt, möchte ich Euch heute vor einem Buch warnen, das ich als eines der langweiligsten bezeichnen würde, das ich je gelesen habe. Dabei fing alles so gut an...

***Inhalt***

19. Oktober, irgendwo in Dänemark: Der 78jährige Leon Culman findet morgens eine merkwürdige Mitteilung in seinem Briefkasten: „Heute, am 19. Oktober, wirst Du zur Strafe für Deine früheren Untaten hingerichtet!“ Leon verfällt in Grübeleien, doch ihm fallen außer den üblichen kleineren Sünden des Lebens keine „Untaten“ ein, die er begangen haben soll. Je näher der Abend rückt, umso nervöser wird er. Besonders die Tatsache, dass er und seine Frau Anna wie jeden Donnerstag Gäste erwarten, beunruhigt ihn: Ist der Mörder etwa unter seinen Freunden?!

***Meinung***

An meiner kurzen Inhaltsangabe kann man schon erkennen: In dem Buch passiert einfach nichts. Womit wir schon beim ersten Kritikpunkt wären: Gestrafft hätte die Handlung auf 50 Seiten gepasst. Vom Thema her hätte durchaus ein spannender Thriller aus dem Buch werden können. Alleine die Idee, solch einen Brief zu bekommen und nur noch einen Tag zu haben um herauszufinden, wer ihn abgeschickt hat, finde ich für ein Buch sehr gut. Die Kapitel des Buches sind in Zeitabschnitte von maximal einer Stunde eingeteilt, durch welche wir Leon den Tag über begleiten. Leider hat Bjarne Reuter in der Umsetzung der Thematik kläglich versagt. Dass solch ein Buch Rückblenden enthalten muss, ist verständlich. Schließlich denkt Leon über sein Leben nach, und dies geht eben nur in Form eines Rückblickes. Doch Bjarne Reuter schafft es, diese Rückblicke so einzubauen, dass man vielfach gar nicht weiß, in welcher Zeit man sich befindet. Ich habe nichts gegen Rückblenden in vernünftigem Maße, doch möchte ich ungern ein bis zwei Seiten lesen, um dann erst festzustellen, dass ich gerade einen Zeitsprung von 50 Jahren hinter mich gebracht habe. Die Passagen aus Leons Vergangenheit bestechen darüber hinaus durch Langatmigkeit und unwichtige Details, die für den Ausgang der Geschichte keinerlei Bedeutung haben. Die Dinge, die wichtig wären, deutet er dafür nur an, so dass man sich kein eindeutiges Bild von Leon machen kann.

Die Abschnitte über das Hier und Jetzt sind zwar auch nicht das Spannendste, das ich je gelesen habe, doch sind sie teilweise recht interessant und ich hätte mich damit anfreunden können. Bjarne Reuter gibt uns einen Einblick in den Alltag eines älteren Menschen; wir erleben ihn, wie er mit anderen Rentnern schwimmen geht, wie er Besorgungen macht, sich mittags ein Weilchen ausruht... alles könnte ruhig und gemütlich sein, wenn er nicht von dieser inneren Unruhe gehetzt würde, die um die Frage kreist: „Was habe ich nur falsch gemacht, dass mich jemand dafür umbringen will?“ Leon wird schnell paranoid und vermutet hinter jedem noch so unschuldigen Mitbürger, dem er im Laufe des Tages begegnet, den potentiellen Mörder. Sei es eine allein erziehende Mutter aus dem Haus gegenüber, sein Nachbar, der Hausmeister,... am Ende zweifelt er sogar an der Integrität seiner eigenen Frau. Hier zeigt Bjarne Reuter ansatzweise, dass er durchaus gute Krimis schreiben könnte. Doch auch in diesen etwas besseren Szenen fehlt es an Pepp und Spannung zwischen den Personen, so dass sie unterm Schnitt wenig überzeugen.

Die Stelle, als sich der Abend nähert und der Leser gespannt auf den Höhepunkt der Geschichte wartet, wäre eine gute Gelegenheit für den Autor gewesen, etwas Gas zu geben. Alle eingeladenen Personen befinden sich in der Wohnung und es hätte sich wunderbar Spannung aufbauen können. Doch nein, Bjarne Reuter zieht es vor, die Personen über Belanglosigkeiten sprechen zu lassen, die wirklich nichts mit dem Mord zu tun haben. Irgendwann ist der Abend zu Ende und die Gäste gehen wieder. Man könnte meinen, Leon sei vielleicht einem Scherzkeks aufgesessen, doch zwei Seiten vor Schluss gibt es noch eine kleine Begebenheit, die ich hier nicht verraten möchte, um nicht den einzigen Spannungspunkt der Geschichte – nämlich die Frage nach dem Schreiber des Briefes – zu verraten.

***Der Autor***

Bjarne Reuter wurde 1950 in Dänemark geboren und erlangte in Deutschland zunächst Berühmtheit für seine Kinder- und Jugendbücher wie z.B. „Carlsen in der Schule“, „Prinz Faisals Ring“ oder „Hodder, der Nachtschwärmer“, um nur einige zu nennen. Weitere Bücher aus der Erwachsenenliteratur sind „Die Himmelsstürmer“ und „Das Zimthaus“.

***Fazit***

Ich habe das Buch nicht gelesen, ich habe mich hindurchgequält. Es passiert selten, dass ich ein Buch ungelesen zur Seite lege, daher habe ich auch dieses Buch bis zum Ende ertragen. Ich konnte einfach nicht glauben, dass sich bei der Thematik, die ich nach wie vor sehr interessant finde, so gar keine Spannung einstellen würde. Ich dachte, irgendwann müsse es doch endlich interessant werden. Gleichermaßen fragte ich mich, wofür Herr Reuter in seiner Heimat so viele Preise für das Buch bekommen hat. Wenn ich den erwische, der damals in der Jury saß...!

Ich kann nur dringend vor dem Erwerb dieses Buches abraten und es bekommt natürlich auch nur einen Trost-Stern von mir.

Ich habe das Buch als Sonderausgabe für 3,95 Euro auf einem Wühltisch erstanden. Wer noch nicht abgeschreckt genug ist, kann das Buch unter der ISBN-Nr. 3453199367 für 9,- Euro im Buchhandel kaufen.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
playa_del_sol

playa_del_sol

06.02.2006 21:07

Das lese ich gerade, und es fesselt mich überhaupt nicht. Die Rückblenden könnten mir gefallen, wenn die Charaktere sympathisch oder auf irgendeine andere Weise interessant wären, aber das ist m.E. gar nicht der Fall. Werde es wahrscheinlich nicht bis zum Schluss durchlesen. LG Nadine

AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

09.06.2004 23:46

Aha hört sich wirklich unspannend an, na dann ist es ja nicht schlimm, daß ich eh nie Zeit zum Lesen habe.

cskendras

cskendras

05.06.2004 02:48

Danke für die Warnung... ;-)

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