Am Ende kommen Touristen
19.03.2008
Pro:
s . Text
Kontra:
s . Text
Empfehlenswert:
Ja
 Berurin
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 122 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Allein der Name des Films machte mich schon neugierig,so zog ich los um mir den Film auszuleihen und euch schließlich darüber zu berichten. Ich weiß,kein langes Vorwort,aber so kennt ihr es ja und deshalb geht es auch direkt los ^^
Handlung Sven hatte sich alles so gut ausgerechnet: In Amsterdam wollte er seinen Zivildienst in einem Jugendzentrum ableisten; für ihn eine perfekte Verbindung zwischen Auslandserfahrung und der Möglichkeit, in dieser Zeit etwas Sinnvolles zu tun. Doch aufgrund einer kurzfristigen Absage seitens des Jugendzentrums findet er sich am Bahnhof der polnischen Kleinstadt Oswiecim wieder, um eine Stelle in der internationalen Jugendbegegnungsstätte im ehemaligen Auschwitz anzutreten. Die Eingewöhnung fällt dem jungen Mann sowohl beruflich als auch privat nicht leicht. Beruflich verfügt er zwar durchaus über Wissen um die Geschichte des Ortes, aber auch über eine gewisse Unbedarftheit und Naivität. Als Deutscher in Auschwitz zu arbeiten, so muss Sven bald erfahren, das bedeutet einen ständigen Slalomlauf zwischen Fettnäpfchen, Vorurteilen und Tabus. Dies wird ihm deutlich vor Augen geführt, als er den Auftrag bekommt, sich um den eigenwilligen KZ-Überlebenden Stanislaw Krzeminski (Ryszard Ronczewski) zu kümmern, der immer noch im Gästehaus neben der Gedenkstätte wohnt. Der alte Mann ist wenig begeistert über den bei ihm wohnenden deutschen Babysitter und macht Sven die Aufgabe nicht leicht. Eine Beschwerde Svens gegenüber seinem Chef Herrn Herold (Rainer Sellien) weist dieser mit der Begründung ab, dass Sven an diesem sensiblen Ort nicht einfach nur Zivi, sondern ein junger Deutscher mit einer besonderen Verantwortung unter den Augen der Weltöffentlichkeit sei. Zusätzlich zu den beruflichen Anfangsschwierigkeiten fällt es Sven privat schwer, Kontakte zu den einheimischen Jugendlichen herzustellen, da er über keine hinreichenden Sprachkenntnisse verfügt und diese sich gerne über den "deutschen (Zivil)Soldaten" in Auschwitz lustig machen. Erst als Sven aufgrund der Querelen mit Krzeminski bei der jungen Dolmetscherin Ania (Barbara Wysocka) einzieht, die im Auschwitz-Birkenau-Museum arbeitet, eröffnet sich Sven eine Welt außerhalb der Gedenkstätte. Die beiden verlieben sich und mit Anias Hilfe und der ihres schwierigen Bruders Krzysztof (Pjotr Rogucki) wird Sven langsam in das Leben der polnischen Stadt hineingezogen. Unter diesen positiven Eindrücken fängt Sven auch an, Krzeminski mit anderen Augen zu sehen... (filmstarts.de)
Meinung zum Film
Der Film besteht aus Sentimentalität,Liebe,Naivität,Respekt und Verstand.Er zeigt eine Menge Facetten der Gefühle die entstehen wenn zwei verschiedene Nationalitäten an einem sensiblen Ort aufeinander treffen.Vorallem die reale Kameraführung (ein bisschen schwankend und nah dran) und das natürliche Schauspiel der Darsteller tut sein übriges.Somit kommen alle Gefühle echt rüber und man kann diese auch gut verstehen.Wie würde man sich selbst verhalten? Würde man sich selbst als Deutscher an so einem Ort schuldig fühlen,obwohl man nichts damit zutun hat? Oder geht es alle an,noch heute? Fragen über Fragen und keine wird mit diesem wirklich beantwortet,höchstens angeregt.Selbst Sven fragt,aber er wird eher abgewiesen.
Charaktere / Darstellung Sven: Sven wird von Alexander Fehling gespielt-und das sehr überzeugend.Er wirkt sehr verloren in der ganzen Szenerie um ihn herum,bis er ein wirkliches Verantwortungsgefühl für Krzeminski entwickelt.Nachdem vieles schief geht,wird er erstmal richtig selbstbewusst und kann noch nicht loslassen.
Stanislaw Krzeminski: Ryszard Ronczewski spielt Svens Schützling wirklich grandios.Genau so wie man sich einen alten Kauz vorstellt,der sich an einem Ort eingelebt hat und nicht mehr weg will.Jemand der gebraucht werden will und denkt,dass mit ihm noch alles in Ordnung ist.Ich war wikrlich sehr beeindruckt,wie natürlich er spielen konnte.Als wäre das alles echt. Ania: Die Dolmetscherin in die sich Sven verliebt spielt Barbara Wysocka.Ania ist eine "Karrierefrau" die unbedingt von der bedrückenden Stimmung Auschwitz´entfliehen will.Bevor sie jedoch Sven enttäuschen kann wegen ihrem Studium in das sie geht,geht er weg.
Dies waren die Hauptcharaktere,die die Handlung hauptsächlich bestimmen.
Musik / Sonstiges Der Film hat schnelle Schnitte,schöne Musik,die meist sentimental klingt (Klavier),aber auch rockig (polnischer Rock) und alte,deutsche Liebeslieder.Das Ende gestaltete sich eher abgehackt mit einem "Ich finde es beeindruckend,wie sie den Schülern helfen" und einem leeren Blick.Aber da Sven ja zurückfährt,kann man sich ja ausmalen was passieren wird.Aber wie soll man so einen Film schon beenden? Mit Happy End ist ja auch doof ö.ö" Zu dem Film gibt es übrigens auch einen Soundtrack.
Regie: Robert Thalheim Laufzeit: 85 Minuten 2007 erschienen Verleih: X-Film keine Altersbeschränkung Der Regisseur war übrigens selbst Zivildienstleistender in Auschwitz.
Fazit
"Am Ende kommen Touristen" ist ein schön gemachter,kurzweiliger Film der zu einem gemütlichen Fernsehabend einlädt.Schön ruhig erzählt er von der Problembewältigung mit Auschwitz in der heutigen Zeit und lässt dem Zuschauer dabei mit Fragen zurück. Empfehlenswert.
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26.04.2010 20:31
hab ihn gestern auf 3-sat angesehn, und er hat mich auch berührt.
22.03.2008 17:17
den Film kenne ich nicht, aber ein schöner Bericht von dir!
22.03.2008 10:49
Frohe Ostern wünsche ich dir. Gruß Steffi