Amasra, Amasra

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Erfahrungsbericht über "Amasra, Amasra"

veröffentlicht 27.09.2016 | celles
Mitglied seit : 27.02.2011
Erfahrungsberichte : 2074
Vertrauende : 185
Über sich :
Gut
Pro am Schwarzen Meer
Kontra sehr überschaubar, abgelegen
besonders hilfreich
Erreichbarkeit:
Übersichtlichkeit
Dienstleistungsangebot (Banken, Geschäfte etc.):
Abfertigungszeit und Pünktlichkeit:
Atmosphäre

"Bei der UNESCO Festung"

Fatih II Mehmed Amasra, Amasra

Fatih II Mehmed Amasra, Amasra

Grüß Gott aus Wien !

Vor kurzer Zeit waren wir zum ersten Mal an der Schwarzmeer Küste der Türkei. Wir konnten aber nicht tendern, sondern mussten in Bartin an den oden Hafen zwischen Badestrand der Einheimischen und militärischen Sperrgebiet andocken. Vom Hafen weg kann man Oberhaupt nichts unternehmen, weil man zum nahen Badestrand nicht hin kann, weil das Sperrgebiet mit einem Berg dazwischen liegt. Folglich bekamen wir einen kostenfreien Shuttle nach Amasra. Die Fahrt dauerte fast 45 Minuten.

In Bartin hätte man nicht viel gesehen, denn es ist nur der Hafen und dort gab es zwar am Meer in der Nähe einen Strand, wenn auch zu Fuß kaum erreichbar, weil dazwischen noch ein militärisches Sperrgebiet auftauchte, das sich ganz schön weit erstreckte. Danach kam noch einiges an normalen Häusern, aber eigentlich nichts, was man sehen hätte wollen, auch nicht die Raffinerie. Im Hafen glaube ich, konnte man nicht herumgehen und der Shuttle wurde auch kostenfrei vom Schiff angeboten.


ALLGEMEINES

Amasra liegt im Norden der Türkei am Schwarzen Meer. Die Stadt hat rund 6.600 Einwohner und liegt zum Großteil auf einer Halbinsel. Der sehenswertere Teil ist auf einer steilen Insel, die über eine Steinbrücke mit dem Rest der Stadt verbunden ist. Die Gesamtfläche ist mit 175 km2 aber sehr beachtlich ! Der Tourismus, in erster Linie noch der Binnentourismus, spielt eine wichtige Rolle.

Den antiken Namen Sesamos finde ich aber ansprechender und auch den Namen der Landschaft Paphlagonien. Amasra verdankt seinen Namen hingegen der persischen Adeligen Amastris. Diese wurde angeblich von ihren eigenen Söhnen rund 300 vor Christi ertränkt. Auch soll Amasra ein kleines Atlantis sein, das versunken und um 1050 herum wieder aufgetaucht sein soll !


KLIMA

Nachdem Amasra bei 41° N und 32° O liegt, fällt es in die subtropische Zone. Die Sommer sind dort mit 35 C heiß und trocken und die Winter kühl und ozeanisch geprägt. Im Winter ist es oft regnerisch und es kann auch schneien. Bei uns war es eigentlich ziemlich heiß, aber nicht schwül, sodass ich mich nicht unwohl gefühlt habe.


ANREISE

Die Anreise ist schon komplizierte, denn man muss nach Bursa oder Istanbul fliegen und weiter per Bus oder Mietwagen. Dann ist es schon besser, mit dem Schiff zu kommen, nur legen dort kaum welche an und seit der Krimkrise kommen nicht mehr sehr viele Schiffe ins Schwarze Meer.


SEHENSWERT

Ich habe diesen Abschnitt mal Sehenswert genannt, denn außer der Festung, auf türkisch Kale, findet man nicht viel. Die ist auch teils das Leitmotiv der wenigen Postkarten der Stadt.


KALE

Die Festung ist das Wahrzeichen von Amasra. Diese wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Warum genau verstehe ich nicht, denn die Burg ist durch Bauten der Neuzeit durchzogen Hierzu gibt es zwei Tore, die recht niedrig und eng sind, aber dennoch von Autos und Traktoren durchfahren werden. Ich wurde dabei sogar von einem Rückspiegel gestreift.

Die Burg sieht man gleich vom Parkplatz aus, an welchem wir ankamen. Das Sehenswerte sind im Grunde die hohen Mauern, denn die Häuser dazwischen sind kein Highlight. Der erste Durchgang ging von der Halbinsel weg und weiter ging die gepflasterte Straße über eine Brücke. Diese soll schon sehr alt sein und ist eine mehrbögige Steinbrücke. Dies kann man aber viel besser von weiter weg betrachten.

Das Ensemble wirkt auf den Betrachter chaotisch, denn es handelt sich um eine zerstörte, byzantinischen Zitadelle. Auch das Minarett einer Moschee ragt empor. Auf der Insel gibt es nur zwei Wege. Der eine ist recht flach und geht entlang der Stadtmauer mit ihren Aussichtspunkten über die Bucht und ihrem abrupten Ende an bunten Stufen hoch hinauf. Der zweite führt gleich geradeaus den Berg hoch in die pralle Sonne und in die Pampa mit dem hohen Gras. Von der Kernstadt weg gehen zwei Stufenaufgänge hinauf in die Stadt zwischen den Stadtmauern.

Ein Aufstieg lohnt sich aber nur bedingt. Ich muss sagen, dass ich mir unter einem UNESCO Erbe mehr versprochen hätte. Auch ist die Festung nicht so, dass ich sie unbedingt hätte sehen müssen. Einen Zugang hatten wir auch nicht und das einzige, was sie heraushob, war ein schlichtes Schild.

Mir hat die Festung von unten, vom Hafen aus sogar besser gefallen, weil man von dort aus erst die mächtigen, grauen Steinmauern so richtig gesehen hatte. Über diesen erstrecken sich etliches an kleinen Häusern. Zu denen hatte man aber nicht unbedingt einen guten Zugang. Der Zugang, den wir nahmen, war über eine kleine, schmale Steinbrücke, die damals eben saniert wurde und die auch durch einen schmalen, aber netten Torbogen weiter in die Burg führte. Leider fuhren dort auch Autos drüber, sodass ein Vorankommen auch nicht eben so einfach war.


STRANDPROMENADE WEST

Zuerst mussten wir erst von Busparkplatz zur Käme gelangen. Dies ging am besten über die Strandpromenade. Der erste Eindruck war nicht der allerbeste. Es gab viel Müll, der Überfall herum lag. Die Promenade geht hinter dem Museum vorbei und ein bisschen bergab. Der Boden ist dort in Rot gehalten und von Blumenbeeten gesäumt. Auch Sitzbänke waren stückweise vorhanden. Im Prinzip war es ansehnlich angelegt, aber der Müll störte. Weiter drinnen folgten kurze Alleen mit Sträuchern und einem versteckten Springbrunnen als auch einem Kinderspielplatz.


BAZARSTRASSE

Die Bazarstraße verläuft am Fuße der Burg als eine Fußgängerzone. Hier hat man nur wenig Bewegungsfreiheit, aber dafür ist alles an Geschäften sehr ordentlich aneinandergereiht und auch sauber wirkend. In einer kleinen Buchhandlung habe ich mir eine Ansichtskarte um 50 Kurus gekauft und ein Wörterbuch schwedisch deutsch für 12 Lira. Sonst gab es ziemlich viel Gleiches wie Bretter mit der Einschnitzung Amasra als auch Taschen oder Spielzeug. Ich habe mich dort auch nicht besonders intensiv umgesehen, weil ich meinte, dass mir einfach zu viele Leute auf so wenig Platz waren und ich eigentlich froh war, dass wir dort aus dem Gewusel schnell wieder heraus waren.

Dort kaufen auch viele Einheimischen ein, denn die Preise sind dort niedrig. Auch wurden wir nicht bedrängt, etwas kaufen zu müssen. Schön ist vielleicht noch, dass man probiert hat, vieles sauber und modern zu halten.

Als wir am Bazar ankamen, war eigentlich der Tagesmarkt schon am Ende. Die Leute bauten alles ab und wir sahen nur mehr die Reste, wie eingemachtes Obst und Gemüse schön übereinandergestapelt.


STRANDPROMENADE OST

Dort ist ein großer und sauberer Strand anzutreffen. Von dort aus hat man auch einen ungetrübten Blick auf die Festungsanlagen. Hierbei erschließt sich auch noch ein runder Turm, den man vorher gar nicht sah. Auch befinden sich unterhalb der Mauer ein kleiner Hafen, ein großer Parkplatz als auch Imbissbuden. Manche haben auch bei ihren Speisekarten eine gerade noch verständliche englische Übersetzung. Entlang des Strands befinden sich auch diverse Geschäfte, die in erster Linie Badesachen verkaufen. Auch gemütliche Restaurants haben sich dort eingefunden.


STADTSTRAND

Am Strand, der eine halbrunde Form hat und recht breit ist, tummelte sich das Volk. Es handelte sich aber eher um Binnentourismus und es war auch nicht so, dass ich dort unbedingt hätte sein wollen. Der Strand hatte auch auf der Straßenseite etliches Kulinarisch zu bieten, denn es gibt dort viele Stände und auch kleine Restaurants. Alle von denen schienen mir aber ein gutes Geschäft zu machen und die Nachfrage war nicht eben gering.


FATIH MOSCHEE

Die Fatih Moschee war früher eine Kirche christlichen Glaubens und wurde später zu einer Moschee umgewandelt. Diese wurde auch kürzlich restauriert und ragt jetzt in altem Glanz mit ihrem Minarett in die Höhe. Trotzdem fand ich die Moschee von außen nicht so sehenwert und sie erschien mir auch eher klein zu sein. Die Geschichte der Moschee ist anscheinend auch interessanter als ihr Erscheinungsbild.


FATIH II MEHMED

Die Darstellung von Fatih II war sehr beeindruckend, denn sie war lebensgroß. Inmitten eines kleinen Beets mit Umzäunung steht Fatih II mit turbanartiger Kopfbedeckung und wallendem Gewand. Dabei hat er die Beine gespreizt und einen Arm angelegt, während er seinen rechten Arm fast horizontal ausstreckt. Sein Blick fällt auch seitlich. Die Darstellung ist sehr gut gelungen und man fühlt sich fast in diese Zeit damals zurückversetzt.

Dahinter auf einem anderen Podest steht ein zweiter Mann, mit angewinkeltem Arm auf der Brust, auch seitlich blickend. Es gibt zwar auf den gelben Tafeln eine Inschrift, aber ich kann kein türkisch. Schön waren auf jeden Fall die vielen Palmen ringsum.


SEFA PARK

Der Park ist nicht groß, aber eine schöne Grünoase in der Stadt. Durch einen quasi runden Torbogen aus Stein und dieser mit Silberschrift verziert, kommt man zu einem runden Brunnen, der seine Strahlen nach innen schießt.

Schon bemerkenswerter ist das Denkmal eines Mannes, dessen Namen ich nicht entziffern konnte, und er sehr erhöht auf einem eckigen Podest steht und die Mauern beidseits von ihm zeigen diverse Politiker und Männer in Booten in Sepia. So etwas habe ich vorher auch noch nie so gesehen. Der Park war nicht besonders gut besucht, weil es auch sonst nichts dort zu tun gab.


MUSEUM

Das Museum ist seit 1982 der Öffentlichkeit zugänglich und hat nur ein ebenerdiges Stockwerk. Dort gibt es 4 Säle über Artefakte aus dem Großraum von Amasra. Diese sind der hellenistischen, römischen, byzantinischen, genuesischen und osmanischen Periode zuzuordnen. Hierbei gibt es zwei ethnologische und zwei archäologische Räume. Diese haben wir aber nicht von innen besucht.


FAZIT

Amasra würde ich jetzt nicht unbedingt selbst ansteuern und dort einen Urlaub zu verbringen. Die Stadt ist schnell gesehen und die Sehenswürdigkeiten halten sich auch stark in Grenzen. Dafür ist die Stadt nicht so überlaufen und mal eine türkische Stadt, die am Schwarzen Meer liegt.

Am besten hat mir eigentlich der Ausblick aufs Meer gefallen. Die grauen Felsen und die Reste der Festung gepaart mit dem blauen Wasser waren schon sehr stimmig. Auch ist es gut, dass Amasra nicht so kommerzialisiert ist und ich dort noch für so manchen einen Rückzugsort sehen kann.

Danke fürs Lesen

Celles


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ciaochsi veröffentlicht 11.05.2017
    --> BH-Warteliste
  • quacky4321 veröffentlicht 18.11.2016
    bh
  • quacky4321 veröffentlicht 17.11.2016
    bh folgt.lg
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Produktdaten : Amasra, Amasra

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

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