Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
große Auswahl an Shirts, Farben, exzellente körperbetonte Schnitte, Image, ethisch/ökologisch korrekt |
| Kontra: |
"sexistisches" Marketing, verrückter Firmenchef, einige Kontroversen, leichte Verarbeitungsmängel bei einzelnen Modellen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Nachdem ihr in meinen bisherigen Berichten bereits lesen konntet was ich esse, lese, höre, auftrage und wie ich photographiere sollt ihr heute erfahren, welche Kleidung mitunter meinen Körper bedeckt. Sämtliche Marken zu besprechen ist mir dann aber schon ein wenig zu aufwendig, weshalb ich zunächst einmal mit einer mir inzwischen besonders liebgewonnen Firma anfangen möchte - American Apparel.
°°°° Das Unternehmen - Anspruch, Philosophie, Marketing und die Kontroversen°°°°
American Apparel ist inzwischen der größte Bekleidungshersteller der USA, der seine Produkte auch im Heimatland fertigt. Eine große Ausnahme, da aufgrund des harten Wettbewerbs die meisten Konkurrenten billig in Asien produzieren. Die von American Apparel (im Bericht immer wieder mit AA abgekürzt!) vertriebene Kleidung umfasst vielfältige Schnitte, die in unzähligen Farben erhältlich sind. Es sind die Grundgerüste eines jeden Kleiderschranks, vor allem T-Shirts in Varianten, aber auch Röcke, Shorts, Kleider, Schals, Unterwäsche und demnächst auch die ersten Jeans. Ihnen allen gemeinsam ist der Verzicht auf Logos oder die Firmenbezeichnung, die Markenidentität soll allein durch "das der Kleidung immanente Lebensgefühl"(AA-Text) und die Schnitte entstehen, die man auf der Straße eigentlich sofort erkennt.
Großes Anliegen von AA und von der Marketing-Abteilung erfolgreich in die Köpfe der potentiellen Kunden transportiert, ist der Verzicht auf eine billige Produktion der Shirts im Ausland. "Sweatshops", Produktionsstandorte mit miesen Arbeitsbedindungen und fehlenden oder eingeschränkten Rechten für die Arbeitnehmer soll es hier nicht geben. Gefertigt wird in Los Angeles, wo inzwischen mehr als 4000 meist aus Lateinamerika stammende Mitarbeiter die Shirts in ausgeklügelten Systemen zusammennähen. Der Durchschnittslohn ist mit 12,50$ doppelt so hoch wie der Mindestlohn, die Arbeitsplätze sind sicher, die Krankenversicherung zu großen Teilen von der Firma subventioniert, viele Annehmlichkeiten wie Massagen, kostenlose Englischkurse und Fahrradprogramme sind kostenlos. Auch ökologisch will AA ein reines Gewissen haben: Sämtliche Ausschussware wird wiederverwertet, und immer mehr Shirts werden als "Sustainable Edition" aus zertifizierter ökologischer Baumwolle hergestellt. AA nennt ihr System vertikale Produktion, da sämtliche Abläufe in Los Angeles durchgeführt werden (Schneiden, Nähen, Design, Marketing) und so aufgrund der guten Kontrollmöglichkeiten und hochwertigster Garne exzellente Endprodukte entstehen.
Soweit das vom Unternehmen und auch in den Medien verbreitete Bild, das natürlich sehr positiv ist. Trotzdem gibt es auch immer einige Punkte, die Anlass geben einmal nachzuhaken. Die Mitarbeiter sind nicht in Gewerkschaften organisiert, da sie und das Management es nicht wollen. Vor einigen Jahren gab es da große Auseinandersetzungen. Desweiteren ist der Chef von AA ein ziemlich schräger Vogel, der gerne Mal in Unterhosen durch die Firma läuft, sich vor Reportern selbst befriedigt (!) und Beziehung zu Mitarbeiterinen hatte - kombiniert mit den von der Marketingabteilung sexuell aufgeladenen Werbestrategien hat das zu mehreren Klagen von Mitarbeiterinnen geführt, die sich von der Arbeitsatmosphäre und von dem Chef Dov Charney bedroht fühlten. Ich will es hierbei belassen, Interessierte können sich über diese Konflikte auf diesen beiden relativ objektiven Seiten weiter informieren.
http://www.jewlicious.com/?p=77
http://www.knowmore.org/index.php/Amer ican_apparel%2C_llc
Den ganzen Sachverhalt spreche ich nur deshalb an, weil AA liebevoll das Image einer Firma mit fairen Löhnen, akzeptablen Arbeitsbedingungen und generell einer sozialen und ökologischen Verantwortung pflegt. Bildet euch selbst eure Meinung, so wie ich die meine gebildet habe!
Für viel Kritik (vor allem in den USA) sorgen immer wieder die Werbekampagnen von AA. Beispiele finden sich auf der Internetseite http://www.americanapparel.net und in den angehängten Photos. Die Werbemotive zeigen meist äußerst knapp bekleidete Personen, die in aufreizenden Posen aufgenommen wurden - gleichzeitig erwecken die Photos im Gegensatz zu den Hochglanzaufnahmen der bekannten Modehersteller aber den Eindruck, dass sie eher zufällig durch die Hand von Amateuren entstanden sind und wirken dementsprechend intim und ungefiltert. Die provokativen Bilder gehen teilweise über das übliche Maß von sexueller Spannung in Werbekampagnen hinaus und tragen ihren Anteil zum "alternativen" Image der Marke bei. Mich stören die Bilder nicht im geringsten, da sie vor allem am Anfang eine erfrischende Abwechslung zu den Motiven der übrigen Designerlabels waren, die üblicherweise perfekt ausgeleuchtete, geschminkte und mit Bildbearbeitungsprogrammen optimierte Modelle zeigen. 20Jährige die cool aber gleichzeitig normal aussehen sind eine wahre Wohltat.... Sowohl die Photographen als auch die Models sind im übrigen meist Mitarbeiter von AA - auch das Marketing wird also direkt in der Firma geregelt. Der Stil der Photographien erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit, wozu neben AA und Terry Richardson auch Partyphotographen in den USA wie Cobrasnake und Lastnightsparty beigetragen haben. Aber zurück zu den Kritikern: Zumindest müssen diese der Firma zugute halten, dass sie mit den freizügigen und suggestiven Bildern Kleidung bewerben die ebenfalls sehr sexy, eng und körperbetont geschnitten ist - und keine Produkte die gar keinen Bezug zu den halbnackten Geschöpfen haben.
Nicht unerwähnt bleiben soll ein weiterer positiver Aspekt dieses Unternehmens: Die in sämtlichen schriftlichen Publikationen (Werbung, Kataloge, Logos) verwendeten Schriftart - Neue Helvetica™ (85 Heavy). Ein Klassiker. ;-)) Ich weiß, es ist schon merkwürdig so fasziniert von einem Schrifttyp zu sein, aber Neue Helvetica ist in meinen Augen einer der schönsten Sans Serif Fonts und findet Verwendung in fast allen Arbeiten, die ich verfasse. Ärgerlich nur, dass sie so teuer in der Anschaffung ist. Aber das ist ein anderes Thema.
°°°° Die Stores - und wer kauft eigentlich bei American Apparel ein? °°°°
In Deutschland hat American Apparel innerhalb der letzten 2 Jahre 8 Filialen eröffnet: Berlin (2x, bald 3x), Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München(2x), Köln. Persönlich kenne ich Stores in Berlin, München und Frankfurt (+ das Vertriebszentrum in Düsseldorf), so dass ich euch diese hier näher erläutern kann - die anderen sind aber konzeptionell ähnlich aufgebaut und vergleichbar.
Eingerichtet sind sie ziemlich minimalistisch. In Frankfurt tritt man beispielsweise durch die verglaste Front samt süßer Parkbank einen langen, hellen weißen Raum samt grauem Estrichfussboden. Beleuchtet durch lange Reihen von Neonleuchten hängen unzählige Kleidungsstücke an den Wänden, in allen nur erdenklichen Farben und verleihen dem Geschäft einen angenehmen Charme. Der Berliner Store sieht fast genauso aus, sieht man einmal vom Parkettfussboden ab. Die Wände sind meist ungeschmückt, an ausgewählten Stellen hängen jedoch großformtige Photos aus den aktuellen Kampagnen der Firma - das heißt also, dass sich immer wieder halbnackte Geschöpfe an den Wänden reckeln.... An dem Tresen an der Kasse findet man den üblichen Kleinkram wie Geldbeutel, hinter der Kasse zeigen raumhohe hängende Stoffe die breite Farbskala der Shirts an. Inmitten des Stores findet sich ein gemütliches weißes Sofa, auf dem man sich entspannen und in den vielen internationalen Zeitschriften und Magazinen verlieren kann. Auf im Raum stehenden Podesten finden sich Schals etc. Würden die Produkte etwas weniger dicht gedrängt an den Bügeln hängen und der Shop somit ein wenig leerer wirken, könnte ein American Apparel Store glatt als exklusive Boutique im Stile von Colette, Paris oder Departmentstore, Berlin durchgehen. Naja, fast. ;-)) Ein Unterschied zu "normalen" Kleidungsgeschäften wie H&M ist definitiv feststellbar, wozu auch der Ausstellungsraum für Vernisagen beiträgt - die "Gallery" ist im Untergeschoss zu finden. Kunstausstellungen wie am vergangenen Wochendende (Isabelle Fein: Drawings) finden regelmäßig statt.
Die Stimmung ist angenehm locker; schon vor dem Geschäft macht sich keine Schwellenangst/Klinkenangst breit - ok, die Tür ist bei gutem Wetter auch immer geöffnet ;-)) Aber auch im Inneren sorgen nette, überaus hübsche und unglaublich junge Verkäuferinnen (die meist irgendwelche höchst kreativen Fächer studieren) für Wohlfühlatmosphäre. Meist lassen sie einen in Ruhe und kommen erst zu Hilfe, wenn man mit fragendem Blick vor den Shirts steht oder hilfesuchend auf sie zuläuft. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich finde das angenehmer als ständig die Verkäufer in meinem Nacken zu spüren.
Die Klientel von AA ist durchaus unterschiedlich. Es ist schon ein bisschen schwierig, hier verallgemeinernde Kategorien zu finden - gerecht wird man den Leute in der Beschreibung sowieso nicht. Damit ihr aber eine ungefähre Vorstellung bekommt, will ich mal mein Bestes versuchen. Die meisten Kunden sind unter 35 Jahre alt, die große Mehrzahl ist sehr trendbewusst bekleidet und legt Wert auf qualitativ hochwertige Kleidung. Oh Mann, ich stoppe hier einfach mit meiner Beschreibung! Schnäppchenjäger findet man hier nicht. Schon lustig Leute zu sehen, die gerade bei Comme des Garcons eingekauft haben und sich dann ein Shirt für 15€ kaufen ;-))
°°°° Die Internetseite °°°°
Die Klamotten lassen sich aber nicht nur in den Geschäften, sondern auch auf der American Apparel-Internetseite anschauen und kaufen. Leider ist der Internetauftritt des Unternehmens bisher nur in englischer Sprache gehalten - aufgrund der übersichtlichen und klar strukturierten Gestaltung kommt aber wohl jeder mit ihr zurecht.
Die sexuell aufgeladenen Werbebanner werden natürlich auch hier präsentiert: Sich immer wieder abwechselnde Photos einer Slideshow bestimmen das Zentrum der Startseite. Hier finden sich neben aktuellen Werbekampagnen auch Amateurphotographien, die dem Image der Marke entsprechen. Erfreulich ist, dass man sich durch die einzelnen Photo-Ordner klicken , die Slideshow stoppen und sich so einfach durch die Vielzahl an Bildern bewegen kann. Natürlich laufen hier nicht alle Bildordner Schleife. Ein Klick auf "Archieved Photo Collections" führt den Besucher dann aber zum Photoarchiv mit all den schönen Photomodellen.
Über diesem Flash-Element finden sich übersichtlich angeordnet die üblichen Navigationselementen wie das Press Center (mit aktuellen Firmenmitteilungen und Medienberichten), Kontakt, offene Jobs, ein Link zum Online-Store, ein Store Locator (Suche nach Filialen) sowie die Anmeldung für den Newsletter. Weitergehende Auswahlmöglichkeiten gibt es am unteren Ende der Seite, wo Großhändlern (Wholesale) eine Vielzahl an Informationen geliefert wird, man direkt den europäischen, amerikanischen etc. Online-Store auswählen kann sowie Zugang zu den neuesten Nachrichten und Änderungen bekommt (zum Beispiel über den Firmen-Blog). Nahezu perfekt. Ich wüsste nicht was da noch verbessert werden könnte. Gleiches gilt für den Online-Store, der auf der linken Seite die Auswahl nach Männer-, Frauen-, Kinder- und Baby-Klamotten ermöglicht (+ Accessoires). Aufgrund der Aufteilung nach Jacken, Kurz-/Langarmhemden, Kleider, etc. kommt man trotz der Masse an verschieden Modellen und Schnitten nicht durcheinander und gelangt immer zum gewünschten Objekt, dass man sich dann wie üblich in verschieden Farben anschauen kann. Einziges Ärgernis ist die Bezahlung: AA akzeptiert nur Kreditkarten, Besitzer von ec-Karten oder PayPal-Konten müssen draußen bleiben. Verschickt werden die Bestellungen dann mit UPS, was meiner Erfahrung nach etwa 3 Tage dauert und für einen Bestellwert von über 100€ kostenlos ist und ansonsten 6€ kostet.
http://www.americanapparel.net
direkter Link zum OnlineStore und der kompletten Kollektion: http://store.americanapparel.de/
°°°° Die Produkte - wie gut sind sie? °°°°
Die wichtigste Kategorie! Sind die verkauften Produkte gut oder eher Durchschnittsware? Sehen sie wirklich so gut am eigenen Körper aus wie versprochen? Einen Überblick über den Stil der verkauften Kleidungsstücke habe ich ja schon in vorangegangen Abschnitten gegeben, hier folgt nun eine detaillierte Beschreibung und Kritik. Auch wenn alle Stücke aus der AA-Kollektion frei von Aufdrucken und Logos sind, gibt es doch aufgrund der Vielzahl von Schnitten und vor allem Farben eine riesige Auswahl und damit Abwechslung. Sie alle aufzuzählen ist unmöglich und auch wenig hilfreich, vielmehr werde ich Modelle beschreiben die stellvertretend für die aktuelle Kollektion stehen. Ich glaube es ist in einem vorangegangenen Abschnitt bereits angeklungen, aber den Verzicht auf Logos und die Firmenbezeichnung will ich hier nochmals erwähnen. Sämtiche Kleidungsstücke sind frei von diesen, haben somit eine klare Optik und eignen sich selbstverständlich perfekt zum eigenhändigen Bedrucken mit Motiven. Wer mit körperbetonten und "sexy" Schnitten nicht sonderlich viel anfangen kann wird Probleme beim Stöbern in der Kollektion bekommen, das sollte an dieser Stelle noch angemerkt sein. Zum Thema Kollektion muss ich anfügen, dass American Apparel nicht wie die meisten Hersteller besondere Winter- und Sommerkollektionen hat, die alle paar Monate komplett wechseln. AA vertreibt ganzjährlich die gleichen Klamotten und verkauft diese auch über Jahre; in regelmäßigen Abständen werden neue Varianten und Modelle eingeführt.
Basis des Sortiments sind die T-Shirts, die es in verschiedenen Versionen gibt. Kurz-/Langarm, V-Kragen, gestreift, mit verschiedenen Stoffen usw. Ihnen allen gemeinsam ist ein für einen Mainstream-Shirt-Hersteller wohl unübertroffener, körperbetonter Schnitt der (fast) jeden Körper darin attraktiv erscheinen läst. Und unter den knapp 30 zur Auswahl stehenden Farben wird wohl jeder seinen Liebling finden. Die verwendeten Stoffe sind sehr hochwertig, und die Baumwoll-Shirts sind wunderbar weich und glatt und halten ihre Form und Qualität auch nach vielen Waschgängen. Aber Vorsicht: Einige Modelle kann man nur kalt waschen, auch wenn sie aus reiner Baumwolle bestehen!
Im Sommer und ganzjährlich in meiner Wohnung laufe ich immer wieder gerne mit AA-Tank Tops herum, die es wie üblich in unzähligen Varianten gibt. Mit rundem oder eher geradem Ausschnitt, mit Spandex-Jersey usw. Bei den Modellen, die ich mir gekauft habe fällt der fast vollkommen faltenfreie Sitz auf - es gibt keine ärgerlichen Wölbungen. Die Materialen sind vergleichbar mit denen der Shirts und eigentlich der gesammten AA-Kollektion. Sowohl die Shirts als auch die TankTops kosten je nach Ausführung zwischen 12 und 20€ - absolut fair für die gebotene Qualität.
Um die Kleider zu tragen muss man definitiv einen schlanken athletischen Körper oder zumindest viel Selbstbewusstsein besitzen: Hier zeichnet sich wirklich jede Körperrundung ab und es lässt sich kaum noch etwas verstecken. Auch wenn ich bisher nur 2 Modelle besitze finde ich sie aber wunderschön, da sie ganz schlicht gestaltet sind, die gleichen angenehmen Materialien wie die Shirts besitzen und den für meinen Körperbau perfekten Schnitt bieten. Preise ab 26€.
Kommen wir zu intimeren Zonen - Shorts und Unterwäsche. Vielfältige Varianten, von ganz schlicht bis zu verrucht und "minimalistisch" ist wohl alles dabei. Geradezu Klassiker sind inzwischen die "Cotton Spandex Jersey Boy Briefs", die es sowohl für Herren als auch Damen gibt und eine neben farbigen Stoff einen weißen Bund besitzen. Exzellenter Kontrast! Ab 13€ und für diesen Preis die wohl besten Pants auf der ganzen Welt! Ebenso berühmt sind die Tube-Socks. Weiße Socken mit farbigen Streifen, die es in verschiedenen Längen gibt (Wade, Knie, Oberschenkel). Ein Bild dazu findert ihr unten. Und für 8€ sollte jeder von euch einige Paare zu Hause rumliegen habe, um euren geliebten Schatz einmal damit zu überraschen..... ;-))))
Die Kinder- und Babykleidung habe ich mir bisher nicht genau angeschaut, da ich noch keinen Nachwuchs erwarte und auch in meiner Familie keine kleinen Kerlchen rumlaufen. Sollte ich einmal Kinder haben, würden sie mit Sicherheit auch in AA-Klamotten rumlaufen....
Wirklich nett sind auch die Jacken, die aus Nylon Taffeta, Fleece oder Tyvek gefertigt sind. Tyvek ist das Material, das im Inneren von Fedex-Verpackungen zu finden ist - sehr faltig und zerknittert und sehr lustig. Auch wenn man schon an den Materialen feststellen kann, dass die Jacken kaum wärmen werden, sind sie doch zumindest ein Windschutz und sehen mit den AA-typischen kräftigen Farben sehr schick aus. Verbesserungswürdig ist aber die Verarbeitungsqualität. Schon bei zwei Modellen sind bei mir Nähte gerissen, die man aufgrund des Nylons kaum selbst wieder zunähen kann. Die Preise sind mit bis zu 50€ deutlich teurer als die der Shirts.
Erwähnenswert ist noch die "Sustainable Edition". Die beliebtesten T-Shirt-Schnitte sind auch mit zertifizierter ökologischer Baumwolle zu haben, die allerdings nur in einem natürlichen Beige verkauft werden. Die Schnitte sind so eng wie immer, gleich bleibt der Preis von 15- 17€, und gleichzeitig hat man ein reines Gewissen weil man ein ökologisch verantwortliches Verhalten an den Tag gelegt hat.
Jetzt habe ich doch viel zu viel erwähnt. Und die Accesoires sind noch überhaupt nicht zur Sprache gekommmen.... Bleibt festzuhalten: Fast sämtliche Kleidungsstücke sind qualitativ hochwertig (ein paar Ausnahmen bei den Polyester-Jacken) und haben einen nahezu unerreicht guten Schnitt. Erfreulich ist vor allem, dass die Shirts sowohl an dünnen Menschen (mir!) als auch an fülligeren Personen gut aussehen. AA-Klamotten können zweifelslos das Grundgerüst im Kleiderschrank bilden. Die Preise sind natürlich höher als bei H&M, dafür bekommt bessere Stoffqualität, Schnitte, ein cooles Image und Lebensgefühl sowie die Gewissheit, dass die Produkte unter akzeptablen Arbeitsbedingungen bei fairen Löhnen hergestellt wurden.
°°°° Fazit und Empfehlung °°°°
American Apparel fertigt bequeme, tragbare und trendige Klamotten: Sie sind einfach genug für den Alltag, wirken aber ebenso gut wenn man ausgehen möchte, da sie leicht mit sündhaft teuren Designer-Objekten kombiniert werden können. In ihnen sieht man "stylish" (Oh Gott) aus, wirkt dabei trotzdem lässig ohne bemüht cool zu wirken. Wenn man also mal keine Lust hat, das Outfit aufwenig aufeinander abzustimmen, kann ich nur empfehlen einfach schnell in die eng geschnittenen AA-Klamotten zu schlüpfen. Die Preise sind fair, allerdings nicht billig. Dafür bekommt man natürlich auch das hippe ökologisch und ethisch korrekte Image mitgeliefert.... Ein kleiner Nachteil ist, dass inzwischen schlicht und ergreifend zu viele Leute AA tragen, das stört ein wenig. Trotzdem eignen sich die Produkte dieser Marke einfach perfekt für den Alltag! Und da auch bei der Verarbeitungsqualität keine großen Abstriche zu machen sind und die Kontroversen wie angeblich zu freizügige Werbekampagnen letzendlich keinen Einfluss auf das Produkt haben, kann ich 4 Sterne (****) vergeben.
Küsschen, magdal.ena
Die Photos sind allesamt von der American Apparel Website, eigene Bilder sind immer viel zu peinlich.... viel mehr Photos und die komplette Kollektion findet ihr im OnlineStore von AA:
http://store.americanapparel.de/
oder auf der Hauptseite
http://www.americanapparel.net/
UPDATE: Der SPIEGEL (beziehungsweise SPIEGELOnline) hat heute einen netten Artikel über Öko-Mode veröffentlicht, in dem American Apparel gleich am Anfang prominent erwähnt wird. Allerdings finden sich darin kaum Informationen, die ich in diesem Bericht nicht auch erwähnt hätte ;-))). Wer trotzdem reinschauen möchte, hier ist der Link: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,446416,00.html
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26.08.2010
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