American Dreamer - Charmante Lügner

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American Dreamer - Charmante Lügner

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Ein charmantes Kleinod!

3  13.08.2001

Pro:
gut gemacht

Kontra:
alles schon mal gesehen

Empfehlenswert: Ja 

MarsellusWallace14

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:255

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 14 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Von allen Autoren dieser Welt besann sich ausgerechnet der für seine mitunter schwachsinnigen, klischeereichen, übertriebenen Sex-and-Crime-Skripts berühmt-berüchtigte Joe Eszterhas, der unter anderem mit BASIC INSTINCT (1992) den populärsten Sexthriller des Jahrzehnts schrieb, mit JADE (1995) das Genre, das er einige Jahre zuvor noch fulminant wiederbelebte, wieder totschrieb und schließlich mit dem Lapdance-Drama SHOWGIRLS den schlechtesten Film des Jahrzehnts (Sorry, COLOR OF NIGHT!!!) verfasste, auf seine Jugend und schrieb ein autobiographisch angehauchtes Skript zu dem sensiblen Coming-of-Age-in-the-Sixties-Drama TELLING IN LIES IN AMERICA, welches er auch als ausführender Produzent betreute.

Trotz viel Talent vor der Kamera und einer ansprechenden, wenn auch altbackenen Story floppte der Film in den Staaten und feierte hierzulande auf Video seine Premiere. Schade um einen kleinen, feinen Filme, der zwar nicht sonderlich originell ist, aber sehr hübsch gemacht ist.

Die Geschichte dreht sich um den ungarischen Einwanderersohn Karchy (Brad Renfro, die Entdeckung aus THE CLIENT, 1994), der in Cleveland, Ohio auf eine High-School für schwerreiche US-Kids geht und einen Sprachfehler hat. Sein Vater (Maximilian Schell mit bewährt grauem Bart und trüben Augen) ist ein alter Arzt, der nach sieben Jahren endlich als US-Bürger eingewiesen werden will.

Renfro jobbt abends bei einem Eierverkäufer und ist verliebt in seine spröde Kollegin (Callista Flockhart, die kurz darauf mit der TV-Erfolgsserie "Ally MacBeal" zum Liebling der Nation avancierte), die er zu einem Rendezvous einlädt. Diese willigt jedoch nur unter der Bedingung ein, daß er vorher auf die Highschool-Beliebtheits-Top-Ten-Liste gewählt wird, die der örtliche, heftigst umschwärmte Radiomoderator Billy (Kevin Bacon) regelmäßig verliest.

Durch einen Schwindel kommt er auf die Liste, doch das Rendezvous wird zum Disaster. Dafür hat Billy an Karchy Gefallen gefunden, engagiert ihn als Laufjungen und zeigt ihm den American Way of Life von seiner glänzenden Seite. Für Karchy wird Billy zum Idol, doch dann kommt er hinter die Fassade des Betrügers...

Guy Ferlands USA-in-den-60ern-Drama fand einige Zeit nach den beiden hochkarätigen Hollywood-Sixties-Dramen "That Thing You Do!" von Tom Hanks und "Grace of My Heart" von Allison Anders seinen Weg in die Kinos.

Er floppte ebenso wie seine Vorgänger an der Kasse, doch während das fetzige Regiedebüt von Hanks und die excellente Musiker-Biographie von Anders von der Kritik gelobt wurden, wurde "Telling..." zu Unrecht mies gemacht.

Villalobos' superbe Kameraarbeit erzeugt im Zusammenspiel mit der eleganten Ausstattung, den bunten Kostümen und den poppigen, jedoch bedeutungslos eingesetzten Songs die perfekte Atmosphäre.

Das stimmige und ansprechend lebensechte Skript von Eszterhas bietet die Grundlage für einen großartig schmierigen, fesselnden Bacon und seinem vorjährigen Co-Star aus "Sleepers", Renfro, der eine kraftvolle, glaubwürdige Performance liefert. Besonders aber begeistert Callista "The Birdcage" (1996) Flockhart, die als eigenwilliges, schönes, klischeefreies Mädchen glänzt. Lediglich Schells Rolle ist etwas einseitig geraten.

Obgleich der Film kaum etwas Neues oder sonderlich Aufregendes zeigt, kann er doch durch viele tolle Momente und Bilder unterhalten. Das Thema ist nun aber endgültig ausgelutscht.
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