Hätte ich die Wahl; gleich nochmal!

5  30.07.2003

Pro:
Gute Betreuung, tolle Vorbereitung

Kontra:
ein wenig zu streng

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Betreuung Vorbereitung:

Betreuung vor Ort:

Kosten des Austauschprogrammes:

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Nini-Fee

Über sich: Ich werde immer älter - Schreck lass nach ;) Beinahe überschreite ich nun schon die 20iger Grenze un...

Mitglied seit:19.07.2003

Erfahrungsberichte:15

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Wie ich in meinem Bericht über Wisconsin bereits erwähnt habe, wurde ich mit 15 Jahren als Austauschschülerin in die USA geschickt.

Die Idee entstand so, dass zwei meiner besten Freundinnen ebenfalls beschlossen hatten, mit AFS ein Auslandsjahr bzw. semester zu machen. Die eine verschlug es nach Spanien, die andere nach Australien.

Nachdem man mit 15 Jahren nun doch noch nicht so wahnsinnig erwachsen ist (auch wenn man das meistens glaubt), erlaubte mir meine Mutter höchstens ein halbes Jahr in die USA zu fahren, was ich dann nach einigem hin und her auch akzeptierte.
Von diesem Zeitpunkt an ging es los:
Im Allgemeinen sagt man, dass ein AFS-Jahr, 3 Jahre lang dauert...ein Jahr im Vorhinein, ein Jahr der tatsächliche Austausch und ein Jahr danach.
Dieser Aussage kann ich nur voll und ganz zustimmen, denn sobald ich auch nur die kleinste Sympathie für AFS geäußerst hatte, wurden mir Dutzende von Fragebögen und Formularen zugeschickt und ich wurde auch sofort zu einem Camp eingeladen.
Dieses begeisterte mich sofort, da die Betreuer wirklich außerordentlich sympathisch und bemüht waren und sich vor allem unglaublich gut auskannten. Jeder der bei AFS mitmacht, muss mindestens ein Trimester im Ausland verbracht haben und somit hat jeder Mitarbeiter selbst schon Erfahrungen gemacht und konnte alle Fragen zur Genugtuung beantworten.

Nach dem ersten Meeting erhielt ich dann die Hauptanmeldeformulare, die aus mehreren Bögen zu verschiedenen Themenbereichen bestanden.

Das ärtzliche Attest:

Ein wichtiger Tip zu allererst: Nicht ein Familienmitglied als Arzt einsetzen! Ansonsten muss man nämlich das ganze Formular noch einmal ausfüllen! Ich habe im Endeffekt die Daten von meinem Vater einfüllen lassen und dann von einem anderen Arzt unterschreiben lassen!

Von Gewicht über Größe, bis hin zu allerlei Impfungen und Angaben über Sehfehler, ist alles vorhanden. Man sollte sich wirklich recht früh einen Termin beim Arzt ausmachen - das kann dauern!

Persönliche Vorlieben:

Deine Hobbies, deine Religiosität - dauert nicht sonderlich lange, diesen Teil auszufüllen, da es nur um deine eigenen Vorlieben geht!

Personenbeschreibung von einem Familienmitglied:

Um einen objektiven Eindruck von dir zu bekommen, muss ein Familienmitglied, dich beschreiben.

Schulische Leistungen:

AFS will eine Kopie von deinem aktuellsten Zeugnis bevor du wegfliegen darfst. Darum sollte man sich recht bald kümmern, besonders wenn man im zweiten Semester fliegt, bevor man das Halbjahrszeugnis bekommt (ich musste zu jedem Lehrer einzeln hingehen und um die Note bitten!)
Man sollte sich im Übrigen anstrengen, einen guten Abschluss vorweisen zu können - die Noten waren oft genug der Grund, warum Leute abgewiesen wurden!

Wohin willst du!?

Nunja, hier wird die Frage nach dem Land, in das du reisen willst gestellt. Hier sollte man nun mind. 2 Länder angeben, wenn in dem einen kein Platz mehr ist, kannst du immer noch in das andere geschickt werden. Auch die Frage ob du lieber in eine Großstadt, Kleinstadt oder sonstiges willst, musst du hier beantworten. Um ehrlich zu sein, ist es vollkommen egal, was du ankreuzt, denn die meisten kommen sowieso in eine Kleinstadt oder überhaupt irgendwohin in die Pampa - also nicht erwarten, dass man das bekommt, was man ankreuzt!

Sprachkenntnisse:

Dabei musst du deinen Englischlehrer ausfüllen lassen, wie gut du sprechen, verstehen und schreiben kannst.
Gut zu sein, ist keine Voraussetzung, nur ein paar Vorkenntnisse in zumindest dieser Sprache sollte man schon haben.
Wenn du nach Spanien oder in irgendein andersprachiges Land willst, musst du die Sprache nicht beherrschen. Eine meiner Freundinnen ist ohne jegliche Vorkenntnisse nach Spanien gefahren, hatte zwar einige Anlaufschwierigkeite, spricht jetzt jedoch perfekt Spanisch!

Wenn man das alles erledigt hat, wird man wieder zu einem Camp eingeladen, wo man länderspezifische Tips und Tricks bekommt, von Mitarbeitern, die eben auch schon in deinem Land waren. Kurz davor solltest du aber schon die Informationen über deine Gastfamilie erhalten haben (Ich hatte meine 2 Monate vor Abflug, es gab jedoch ein paar, die haben ihre erst im Land selber erhalten!)...

Darauf folgt dann der spannenste Teil der Erfahrung:
Der Abflug.(12.Jänner) Tränen, noch ein paar letzte Tips und ab gehts. Zuerst noch alle zusammen und dann in den USA war ich plötzlich ganz auf mich alleine gestellt.
Eine Mitarbeiterin von AFS steckte mich in einen Bus am Flughafen von Chicago und nach 3 Stunden und kaum aushaltbarer Nervosität erreichte ich mein erstes Ziel: Das Begrüßungscamp, das für alle anderen, die ja schon um 6 Monate länger dort gewesen waren, eigentlich das Mittjahrescamp gewesen ist.
In Kurzform wurden mir alle Infos mit auf den Weg gegeben und ich wurde entlassen.
Am ersten Tag stand ich noch recht unsicher bei den anderen Austauschschülern, verstand kein Wort, fühlte mich fehl am Platz, doch man knüpft schnell Kontakte, da jeder auf einen zu geht!

Nach 2 Tagen ging es weiter zu meiner ersten Gastfamilie im Nachbarort von meinem endgültigen Ziel. Meine eigentlich Gasteltern waren bei meiner Ankunft gerade auf Geschäftsreise und so musste ich 3 Tage bei einem netten Ehepaar verbringen.
Dort lernte ich das amerikanische Landleben kennen. Hühner, 3 km weit und breit nichts außer ein paar vereinzelten Häusern...ich war ehrlich gesagt froh, als meine richtigen Gasteltern mich abholen kamen, denn dort hätte ich (von der Umgebung her) nicht lange ausgehalten.

Meine Gasteltern waren perfekt: Mit 23 und 27 waren sie eher Freunde für mich als Autoritätspersonen, was es mir aber auch erleichterte mit ihnen über alles zu reden. Auch ein kleiner Hund war dabei, Sparky, über den ich auch meine Liebe zu diesen Tieren entdeckt habe.
John und Julia, wie die beiden hießen waren wahnsinnig rücksichtsvoll und unterstützten mich in jeder Hinsicht das ganze Jahr über!
Durch sie habe ich glaube ich am meisten profitiert, da ich wirklich durch das ganze Land reisen konnte - ich war in Florida, Kenntucky, Minnesota,Alabama etc. und das alles in nur einem halben Jahr!!

Auch die Schule war einfach eine ganz neue Erfahrung. So viele Menschen (meine Schule in Wien beherbergt nur 500 Schüler, die dort ca. doppelt so viele!), ein ganz anderes Schulsystem und ich mitten drin. Das gute als Austauschschüler nimmt wirklich jeder auf dich Rücksicht. Die Lehrer kamen alle angeeilt, um mich zu unterstützen, die anderen Schüler wollten alle mit mir befreundet sein,...es war schon toll!

Auch AFS hat mir in der Zeit sehr gut zur Seite gestanden:
Man bekommt eine eigene Vertrauensperson von AFS, die in deiner Gegend wohnt und die sich ca. monatlich mit dir in Verbindung setzt, um mit dir über deine Bedürfnisse und Wünsche zu reden! Das hilft wirklich, denn sie ist eine objektive Person, der du eigentlich alles erzählen kannst, ohne dass sie sofort zu deinen Gasteltern läuft und deine Beschwerden ausplaudert!
Wenn dir deine Gastfamilie z.B. absolut nicht zusagt und du nur mit ihnen aneinanderprallst, kannst du wechseln!
Auch ein, zwei Camps und gemeinsame Essen habe ich miterlebt während ich dort war.
Natürlich ist das ganz nett, aber um ehrlich zu sein, hätte ich die Zeit lieber mit meinen Freunden als mit AFS verbracht!

Das führt mich zu den allgemeinen Kritikpunkten:

-)Zu streng: Von Anfang an werden dir die 3 AFS-Regeln immer und immer wieder vorgesagt:

-kein Alkohol
-keine Drogen
-kein Autostoppen

Gut...nur dass sie das mit dem Alkohol so wahnsinnig streng auswirkt, finde ich persönlich dann doch etwas übertrieben! Man wird schon verwarnt, wenn man nur mit seinen Gasteltern einmal bei einem Gläschen Rotwein erwischt wird!
Ich habe erlebt, wie einige wegen solcher Lapalien nach Hause geschickt wurden, also ich übertreibe nicht! Auch wenn du auf einer Party nur mit einer Bierdose in der Hand gesichtet wirst, ist das Austauschprogramm für dich frühzeitig beendet! (Auch wenn die Dose nicht dir gehört und du sie nur für einen Freund gehalten hast!)...

-)Teilweise zu theoretisch:

Wie gesagt bei den Vorbereitungscamps waren nur Mitarbeiter zugegen, die selbst schon einmal so eine Erfahrung mitgemacht haben - das heißt sie konnten dabei schon sehr plastische Eindrücke geben, nur bei den Camps im Land selber, war es dann schon leicht theoretisch.
Besonders in Wisconsin oder besser gesagt in dem kleinen Ort, wo ich wohnen durfte(Fort Atkinson), waren so wenige, die selbst weggefahren sind, dass sie Eltern von Returnees eingespannt haben. Diese können mit Sicherheit nette Tips geben, keine Frage, nur in wiefern können sie wirklich verstehen, was in einem vorgeht, wenn man seine Familie nach einem halben oder ganzen Jahr wiedersieht!?
Sie geben dir theoretische Tips, besprechen Situationen durch, aber diese Zeit hätte ich besser nützen können!

-)Zu wenig Betreuung auf den Flughäfen:

Man stelle sich das einmal vor: Eine 15-Jährige, die noch nie in ihrem Leben alleine geflogen ist und deren Englisch auch nicht gerade berauschend ist, wird in ein Flugzeug gesetzt und weggeschickt. Wir waren zu dritt am Hinflug und uns wurde versichert, dass in Amsterdam, wo wir umsteigen wollte, eine Mitarbeiterin von AFS stehen würde um uns zum Anschlussflug zu begleiten - dem war nicht so und so mussten wir uns irgendwie durchfragen und hätten tatsächlich fast unser Flugzeug verpasst!

Preis: damals noch 70.000 Schilling, jetzt ca. 5.087 Euro für ein halbes Jahr USA, für ein ganzes wären es nur 90.000 gewesen!
Darin inkludiert sind der Flug und alle sonstigen Reisekosten, so wie eventuelles Schulgeld und andere kleine Ausgaben - für das Essen muss man jedoch z.B. selber sorgen(außer du bekommst alles von deiner Familie!)

Anforderungen:
-)Wie gesagt, sind die Schulnoten sehr wichtig...etwas schlechteres als einen 3er solltest du wenn du in die USA willst nicht unbedingt vorweisen können!

-)Alter: variiert natürlich von Land zu Land. USA ist eines der weniger strengen Länder: 15 = das Mindestalter, in den anderen ist es meistens so ab 16,17 erlaubt (wobei es auch Ausnahmesregeln gibt!)

-)Sprachkenntnisse: Ein paar Vorkenntnisse sind zwar von Nutzen, aber nicht unbedingt erforderlich!

Finanzierung:
Wenn man zu wenig Geld hat, kann man einen Antrag stellen und hat die Möglichkeit auf ein Stipendium. Ich habe Leute getroffen, denen der ganze Austausch gezahlt wurde! Also auch das ist absolut kein Hindernis!
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Fazit
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Auch von meinen Freundinnen habe ich gehört, dass das AFS-Austauschjahr eines der besten ihres Lebens war und dem kann ich mich nur anschließen. Die Betreuung ist alles in allem ausgezeichnet und du fühlst dich gut aufgehoben in jeder Lebenslage.
Trotz aller Kritikpunkte ist AFS glaube ich die beste Organisation, denn alle, die mit anderen Organisationen in die USA gefahren sind, wurden praktisch überhaupt nicht betreut (ich habe mit einigen geplaudert!)...

Ich hatte eine unglaubliche Erfahrung und möchte keine Sekunde davon missen; deswegen empfehle ich euch da draußen: TRAUT EUCH UND VERSUCHT ES SELBST! AFS ist einfach der Wahnsinn!!!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Haukec

Haukec

07.10.2005 18:46

wirklich sehr guter bericht!...weißt du, ob ich eine garantie dafür habe, dass ich in eine gastfamilie mit anderen jugendlichen komme? danke. hauke

mjk25

mjk25

01.10.2003 12:29

sehr schöner bericht.ich wollte auch gerne ein austauschjahr nach australien aber leider hat mein zeugnis nicht gereicht dafür von 1990/91 und 92,weil alles in der damaligen zeit im umbruch hier in dresden war.grüße aus dresden mario

Tombo96

Tombo96

16.09.2003 16:27

Das war sicher eine tolle Erfahrung! lg Tom

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