Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Spirit |
| Kontra: |
Doppelmoral |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Was weckt in einem die Lust eine Sportart mit gesteigertem Interesse zu verfolgen, die in unseren Breiten so gar keine Tradition hat! Was lässt einen die schwer verdienten Euros in Mitschnitte von Spielen investieren. Was treibt einen einmal Jahr in die USA nur um LIVE dabei sein zu können!
Mir fällt nur eines ein: SPIRIT! Der Geist der von diesen Spielen ausgeht!
Einleitung
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American Football entwickelte sich im 19. Jahrhundert aus den englischen Spielen Fußball und Rugby. Football wird von Schul-, College- und Profimannschaften gespielt; es gehört zu den beliebtesten amerikanischen Sportarten und kann jedes Jahr Tausende von Mitspielern und Millionen von Zuschauern für sich gewinnen. American Football wurde durch seine College- und Universitätsmannschaften berühmt, und auch heute noch hat der College Football mit seinen über 600 Mannschaften mehr als 35 Millionen Zuschauer pro Jahr und dies trotz wachsendem Interesse am professionellen Football.
American Football verdankt seinen Stellenwert in den USA der Tatsache, das er in seiner Entstehungsphase zwei unterschiedliche Mentalitäten begeistern konnte: Die „Kopfarbeiter“ an Eliteuniversitäten wie Harvard, Yale und Princeton sowie die „Handarbeiter“ an den Hochhöfen und in den Bergwerken von Ohio, New York und Pennsylvania. Für die Zöglinge reicher Familien bot Football die Möglichkeit in einem gewissen Grad ihren Charakter zu bilden (Roosevelt). Für die Arbeiter wurde der Sport zu einem Sinnbild für das Prinzip der Solidarität und zu einem Ausdruck sozialer Identität.
Geschichte
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Die Stunde Null des American Football ist der 6.November 1869, als in New Jersey die erste Begegnung zwischen den Universitäten Rutgers und Princeton stattfand. Das Spiel erreicht schnell Beliebtheit unter Sportlern und Zuschauern. Als jedoch im Jahr 1905 13 Spieler an Verletzungen starben, folgte eine Protestwelle für ein Verbot! Die Verantwortlichen der Colleges wurden dadurch zu einem weniger brutalen Spiel ermahnt. Ein Jahr später wurde der Pass nach vorne erlaubt (im Rugby nicht gestattet). Dies gab dem American Football nochmals einen imensen Schub. Erste Helden wurden geboren und im Jahre 1926 kamen z.B. 110.000 Zuschauer in Chicago zusammen, um den Klassiker Army – Navy zu verfolgen! Seit dieser Zeit hat der American Football und im speziellen der College Football nichts an seiner Popularität verloren!
Wirtschaftsfaktor College Football
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Wie alle anderen Hochschulsportler in den USA verdienen auch die Footballspieler kein Geld. Es ist eine Ehre, für die Universität spielen zu dürfen. Sieht man von den Stipendien ab sind also alle Spieler Amateure. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Das liegt daran, dass die Universitäten wissen, dass es keine wirksamere Werbung als eine erfolgreiche Footballmannschaft gibt. Darum finden sie Wege, ihren Studenten die eine oder andere Unterstützung zukommen zu lassen. Weiterhin hilft man beim Bestehen der Abschlussprüfungen etc.. So wird immer mal wieder der eine oder andere Spieler gesperrt, der ein oder andere Skandal aufgedeckt. Jedoch glaubt niemand, dass die Zahl derer die erwischt werden, auch nur annähernd den wahren Verhältnissen entspricht. Aber trotz der Doppelmoral, Ruhm & Ehre gegen Unterstützung, strömt das Publikum zwischen September und Dezember in einer großen Zahl in die Stadien.
Die 117 Top Colleges der I-A erwirtschaften im Bereich Football mittlerweile über eine Milliarde Dollar im Jahr aus Fernsehrechten, Tickets und Merchandising. Die besten College Trainer bekommen Gehälter weit über denen der Professoren.
Struktur
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College Football wird von der 1906 gegründeten NCAA (National Collegiate Athletic Association) organisiert. Die NCAA hat die Colleges in verschiedene Divisionen eingeteilt: I-A, I-AA, II und III. Die Einteilung erfolgte nach der Größe der Universitäten. Die NCAA setzte dabei voraus, dass große Schulen mehr hochklassige Spieler zur Verfügung haben und mehr Geld in Football Programme investieren, folglich auf einem höheren Niveau Football spielen.
Die Division I-A, der aktuell 117 Universitäten angehören, ist nach der geografischen Lage der Schulen noch nochmals in Conferences unterteilt. Es gibt 11 Conferences und eine Gruppe von Unabhängigen, Independents, zu denen u.a. Notre Dame gehört. Jede Mannschaft spielt in den drei Monaten von September bis November 10 – 12 Spiele. Gegner sind dabei zumeist die Conference Mitglieder. Weiterhin werden zwischen einzelnen Universitäten schon Jahre im Voraus Spiele vereinbart!
Am Ende der Saison werden diverse Bowl Games ausgetragen, die Mitte Dezember beginnen und Anfang Januar mit den BCS Bowl Games enden. In diesen mittlerweile 28 Bowl Spielen stehen sich die am höchsten eingestuften Uniteams gegenüber. Von wichtiger Bedeutung sind dabei die abschließenden vier BCS Spiele (Rose Bowl, Fiesta Bowl, Sugar Bowl, Orange Bowl) in denen der Collegemeister ermittelt wird. Da die große Anzahl der Colleges und die Vielzahl der Conferences ein Playoff System unmöglich macht, erfolgt die Einstufung der Schulen über Umfragen unter Experten. Diese machen das System College Football für den Fan in Europa doch sehr undurchsichtig! Aber auch in den USA sorgt diese Art der Ermittlung eines Meisters für starke Kontroversen, wie zum Beispiel im Jahr 2003 als sich zwei Teams als nationaler Champion wähnten, nämlich die Louisiana State Universität und die Universität Southern California!
Immer Samstag
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OK fast nur Samstag finden die College Football Spiele statt. Mittlerweile hat in diese Tradition das Fernsehen etwas eingegriffen und überträgt das eine oder andere Spiel landesweit am Donnerstag oder Freitag Abend! Freitag Abend, der heilige Tag des Highschool Footballs, aber das ist eine andere Geschichte!
Der Besuch eines Spieles umfasst nicht nur die reine Sportveranstaltung. Je nach Spielbeginn trifft man sich davor oder danach mit Freunden zum Grillen vor dem Stadion (Tailgating) oder zieht gemeinsam nach Spielschluss um die Häuser. Ein Footballheimspiel der Universität, und davon finden ja nur fünf statt, ist ein Festtag für die gesamte Uni. Eingebunden in diese Veranstaltung sind die Studenten nicht nur in Form der Spieler, nein, auch tummeln sich eine unüberschaubare Anzahl an Cheerleadern und Musikern (Marching Band) in den Spielpausen auf dem Rasen. Und Spielpausen gibt es nicht zu knapp. So werden aus den effektiv 60 Minuten Spielzeit mindesten drei Stunden. Wird das Spiel noch verlängert, denn in der heutigen Zeit muss es immer einen Sieger geben, können es auch mal 4 Stunden werden! Auch eine große Zahl der Zuschauer im Stadion haben einen Bezug zur Universität. So geht ein Viertel der Karten an die Studentenschaft. Jedoch auch ein großer Teil der ehemaligen Studenten (Alumni) zieht es zu den Spielen wieder auf den Campus der Universität. Dies ist auch ein Teil was den Spirit dieser Spiele ausmacht, verfolgt man doch mit viel mehr Herzblut Spiele der eigenen Universität. Emotional für Spieler und Zuschauer wird es auch noch dadurch das die Zeit an der Universität auf vier Jahre begrenzt ist. Für den grossteil der Spieler ist die Sportkarriere damit zu Ende und es geht ins Berufsleben. Nur für einen sehr kleinen Teil der Spieler geht das Leben auf dem heiligen grünen Rasen in der NFL, NFLE oder CFL, den Profiligen weiter.
Eigene Erlebnisse
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Jede Menge! Fan wird man sicher nur vor Ort! Da College Football im deutschen Fernsehen nicht stattfindet kann man eigentlich nur live vor Ort infiziert werden. Aber Besserung ist in Sicht da der englische Sender NASN auch nach Deutschland expandieren will!
Angesteckt wurde ich auf einer Rundreise durch den Nordwesten der USA vor 10 Jahren und dem Besuch eines Heimspieles der Washington Huskies in Seattle. Seitdem führen mich Reisen in jedem Jahr in die USA. Natürlich nicht ausschließlich um diverse Sportveranstaltungen zu besuchen. Jedoch wird die Route schon in diese Richtung geplant! So besuchte ich schon die Heimspiele folgender Universitäten:
Miami (Canes), Louisiana State (Tigers), Notre Dame (Figthing Irish), Montana (Grizzlies), Washington (Huskies), Brigham Young (Cougars), Youngstown State (Penguins) und Michigan State (Spartans).
Problem ist natürlich immer der Kartenkauf! Trotz Stadiengrößen von bis zu 110.000 reichen die Tickets für die populären Teams lange nicht aus. So muss man sich oft mit dem Schwarzmarkt begnügen. Collegespiele von Notre Dame, Michigan, Ohio State, Texas, Oklahoma, Tennessee, Penn State und vieler anderen Universitäten sind schon seit 20 Jahren und länger immer ausverkauft. Bei einigen anderen populären Unis wie LSU, Miami, BYU, Washington hat man mindestens die Chance via Internet Karten im Vorverkauf zu erstehen.
Fazit
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Dieser Bericht soll einen kleinen, wirklich nur oberflächlichen Eindruck in die Welt des College Footballs geben. Wenn ich bei dem einen oder anderen Interesse geweckt habe würde mich dies sehr freuen! Wer näheres über meine Erfahrungen in den einzelnen Stadien erfahren möchte schreibe mir bitte in mein Gästebuch. Werde diese Fragen dann gerne beantworten!
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sehr hilfreich
12.06.2002
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sehr hilfreich
07.08.2002
(28.12.2004)
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barnicle79
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sehr hilfreich
05.10.2009
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