Banditen oder Helden?
31.07.2002
Pro:
Schauspieler, Action, Humor
Kontra:
Story, Glorifizierung
Empfehlenswert:
Ja
 Larth
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Letzten Montag war ich mal wieder in der Sneak-Preview. Eine Action-Komödie war vorher angekündigt worden, doch tatsächlich kam der Western ‚American Outlaws‘. Ob man diesen Film tatsächlich als Action-Komödie betrachten kann? Um das zu erfahren müsst ihr nur weiterlesen.
*** Die Handlung *** Erzählt wird die Geschichte einer Gang, genauer gesagt die der berühmt-berüchtigten James-Younger-Gang. Im amerikanischen Bürgerkrieg kämpften Jesse (bekannt aus Lucky Luke Heften, gespielt von Colin Farrell) und Frank James (Gabriel Macht), sowie Cole (Scott Caan) und Bob Younger (Will McCormack) und der Indianer Tom zusammen gegen die Yankees (Nordstaaten), doch mit der Kapitulation von General Lee war dieser Kampf verloren. Nun wünschen sie sich nur, zurückzukehren zu ihren Familien und Farmen im friedlichen Liberty/Missouri. Doch bei ihrer Heimkehr erwartet sie eine böse Überraschung. Nicht nur, dass die Nordstaatenarmee ihre Heimatstadt besetzt hat, das Militär arbeitet auch noch zusammen mit dem Besitzer der Eisenbahngesellschaft ‚Rock Island Railroad‘ Thaddeus Rains (Harris Yulin), der in der Gegend Land für eine neue Eisenbahnstrecke kaufen/enteignen/rauben will. Ihm und seinen Mitarbeitern ist jedes Mittel recht, um die Farmer von ihren Ländereien zu vertreiben. So wird schon mal ein ‚verkaufsunwilliger‘ Farmer kurzerhand wegen Hochverrats angeklagt und als Motivationshilfe für andere Landbesitzer gehenkt. Auch der Gründer des amerikanischen Geheimdienstes Pinkerton (Timothy Dalton), unterstützt mit einer Schar Bundes-Detectives, hilft bei diesen schmutzigen Geschäften.
Als dann bei einem dieser ‚Verkaufsgespräche‘ der kleine Bruder von Cole angegriffen wird rastet dieser aus und erschießt zwei anwesende Detectives. Eine gute Gelegenheit für die Tyrannen, an Cole ein weiteres Exempel zu statuieren, auch er soll vor den Augen seiner Nachbarn gehenkt werden. Aber da haben die Eisenbahner die Rechnung ohne die James-Younger-Gang gemacht. Mit Hilfe eines spektakulären Ablenkungsmanövers gelingt es Jesse, Cole vom Galgen zu schneiden und zu retten. Zwar wird Jesse schwer verletzt, dafür kann ich sich aber auch von der hübschen Arzttochter Zee (Ali Larter) wieder gesund pflegen lassen. Als kurze Zeit später dann auch noch die Armee aus Liberty abzieht, fühlt man sich wieder sicher und die Rock Island Railroad Company scheint besiegt. Doch für die geht es um sehr viel Geld. In der Folge werden Häuser angezündet und auch Jesse und Franks Mutter (Kathy Bates) wird ein Opfer der Anschläge. Ein großer Fehler der Bahngesellschaft, denn anstatt die Farmer gefügig zu machen, erzeugen sie nun den Wiederstand der kriegserfahrenen und zu allem entschlossenen James- und Younger-Brüder. Von nun an haben diese ‚Outlaws‘ nur noch ein Ziel: Der Eisenbahngesellschaft Schaden zufügen. Dafür werden Banken und Postkutschen überfallen, Detectives erschossen, Materiallager geplündert und Gleise gesprengt. Ihre Beute verteilten sie großzügig unter den Leuten. Warum? Nicht aus bloßer Nächstenliebe, sondern um die Bevölkerung zu Verbündeten für schwierige Zeiten zu machen.
Tatsächlich wird die Gang sehr schnell von den einen verehrt, von den anderen gefürchtet. Die bloßen Namen ‚Jesse James‘ und ‚Cole Younger‘ lassen die Frauenherzen höher schlagen und Bankdirektoren in blanke Panik verfallen, Überfälle werden zum reinsten Kinderspiel. Einziger Gegenspieler der Gruppe und Verteidiger der Interessen der Eisenbahngesellschaft ist Pinkerton, der versucht, in den Aktivitäten der Outlaws ein Muster zu erkennen und so endlich einmal einen Schritt voraus zu sein. Und tatsächlich gelingt es Pinkerton, eine geschickte Falle zu errichten und zu einer großen Bedrohung für die Gang zu werden. Der Rest des Films ist schnell erzählt. Es wird geschossen, überfallen, geritten, getötet, und ab und zu ein bisschen geliebt. Eben genauso, wie es sich für einen Western gehört. Mehr will ich von der Story nicht verraten, wer mehr wissen will, sollte sich den Film anschauen.
*** Die Darsteller ***
Ganz klar, der Film lebt von dem charismatischen Jesse James-Darsteller Collin Farrell. Mal abgesehen davon, dass die weiblichen Zuschauer des Films anscheinend nicht genug von ihm bekommen konnten, überzeugt er außerdem noch durch seine Schauspielkunst. Auch die männlichen Filmfreunde kommen nicht zu kurz, dank Collins Film-Freundin Ali Larter, bekannt aus Filmen wie ‚Final Destination’, ‚Drive me Crazy’ oder ‚Natürlich Blond’. Ihre witzigen Dialoge mit Jesse, vor allem am Ende des Films, lassen einige Schwächen des Films vergessen.
Der Rest der Gang spielt ebenfalls sehr überzeugend, besonders Scott Caan als ‚Mit-Anführer’ Cone spielt sehr geschickt seine zunehmende Rivalität zu Jesse. Etwas enttäuscht war ich von Timothy Dalton, immerhin (filmhistorisch) geadelt durch seine vorübergehende Agententätigkeit als James Bond 007. Auf mich macht seine Rolle einfach keinen großen Eindruck, anstatt der große Gegenspieler des Helden Jesse James zu sein bleibt er gegen die restlichen Charaktere einfach nur blaß.
*** Mein Fazit ***
Wer Western mag, wird sicher auch ‚American Outlaws’ mögen Manchmal kam es mir wie eine Version von ‚Der Patriot’ (der Film mit Mel Gibson, nicht das furchtbare Machwert mit Steven Segal) auf Pferden vor, jedenfalls sind einiger Parallelen enthalten. Auch ist der ein oder andere Gag im Film, und in manchen Szenen durfte man auch herzhaft lachen. Als ‚Komödie’ (wie vorher angekündigt) würde ich den Film deswegen aber noch nicht bezeichnen. Die Kampfszenen sind brillant inziniert, und einige schöne Stunts steigern ebenfalls die Spannung. Außerdem gibt es Verfolgungsjagden und dramatische Momente, alles in allem ein ganz solider, spannender, manchmal witziger und manchmal trauriger Western mit viel Action. Was mir nicht gefallen hat ist die Glorifizierung dieser Outlaws. Obwohl sie rauben und morden, und dabei nicht nur die ‚bösen’ Jungs um die Ecke bringen, sind sie die Helden, mit denen man mitfühlen soll und muss. Nun gut, als Film mit einer solchen Aussage steht ‚American Outlaws’ sicher nicht alleine da, und wenn man solche Dinge nicht so eng sieht kann man sich auf 93 Minuten Kinospektakel freuen. Als kurzweilige Unterhaltung finde ich den Film jedenfalls absolut empfehlenswert, wer aber wert legt auf einen gewissen Anspruch sollte diesen Streifen meiden.
Ach so, bevor ich es vergesse: Deutschlandweiter Filmstart ist voraussichtlich der 15.August. http://www.americanoutlaws.com/ (offizielle Seite zum Film/englisch) http://www.american-outlaws.net/ (inoffizielle Seite zum Film/englisch) http://www.gomovietrailers.com/Movie_Page_Files/American_Outlaws/ American_Outlaws001.html (Trailer/englisch)
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21.01.2012 15:50
ach western, die gibts heute viel zu selten ... lg
13.08.2002 16:26
Dein Bericht ist zwar sehr schön, aber, nö, werde ihn mir nicht ansehen...finde Western gar nicht mal so gut! Gruß Jule =)
08.08.2002 13:58
Das ist mal ein ausführlicher Bericht..... Klasse..... Viele Grüße..... Ken (Irland)