Und jetzt ist Schluss...
08.09.2003
Pro:
January Jones
Kontra:
aufgesetzt, wenig neues, nicht vergleichbar mit den beiden ersten Teilen
Empfehlenswert:
Nein
 Quines
Über sich:
Wieder aktiv! Als ambitionierter Hobby-Filmkritiker unterwegs.
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Vertrauende:10
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 55 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Knapp 2 Jahre nach Paul Weitz’ Fortsetzung der Teenie – Komödie „American Pie“, „American Pie 2“ kam nun in diesem Sommer der dritte Teil in die Kinos: „American Pie – Jetzt wird geheiratet“ (American Wedding). Wie schon bei den Vorgängern war und ist Adam Herz für das Drehbuch verantwortlich, im Regiestuhl saß diesmal: Jesse Dylan. Ein unbeschriebenes Blatt am Stars und Sternchen Himmel von Hollywood. Vielleicht hätte man den Abschluss des Trilogie Projektes „American Pie“ in erfahrener Hände geben sollen und so merkt man leider dass die Luft raus ist, die Gags sich abermals wiederholen und die Figuren nur noch kalte Marionetten sind die, so scheint es, selbst keine Lust mehr auf das Filmprojekt haben. ##### Inhalt #####
Jim(bo) (Jason Biggs), ehemaliger Berufsloser und Frauenmissversteher sitzt mit seiner langjährigen Freundin Michelle (Alyson Hannigan) in einem noblen Restaurant, er will um ihre Hand anhalten. Nach einer etwas peinlichen Szene gelingt es ihm schließlich vor seinem Vater, Jim(bo)s Dad (Eugene Levy) und heruntergelassener Hose die entscheidende Frage zu stellen, die mit einem „Ja ich will“ beantworte, die kommenden 96 Minuten bestimmen. Jim’s alte High School und College Freunde, Kevin (Thomas Ian Nicholas) und Paul Finch, alias „Heimscheißer“ (Eddie Kaye Thomas) sind auch wieder am Start und versuchen Jims letzten Tage als „Junggeselle“ aufzumischen und bei den Hochzeitsvorbereitungen mitzuwirken. Wäre da nicht der Vollzeitmacho und selbsternannte Frauenheld, Stiffmaster oder kurz „Stifler“ (Sean William Scott) der mit seiner überheblichen und extrem selbst überzeugten Art nicht nur seine ehemals „besten“ Freunde zur Verzweiflung bringt. Er setzt sich zum Ziel Michelles Schwester Cadence (January Jones) zu vögeln. Dabei schreckt er vor nichts zurück. Doch bei allem scheint er vergessen zu haben dass sein Freund bald heiratet und dass seine Gefühle, genau wie die von Michelle, arg in Mitleidenschaft gezogen werden (könnten). ##### Inszenierung #####
Jahre scheinen nach dem letzten Teil vergangen und so ist nicht nur Paul Finch um einiges an Intellekt und Erfahrung reicher geworden. Viele alte Gesichter sehen wir wieder, so auch die beiden Jungs die auf Stifflers Party im ersten Teil völlig hingerissen vor „Stifflers Mum ™“ Bild standen und das Kultwort „MIGFW“ („Mum Die Ich Gern Ficken Würde“) prägten. Auch ist Jims Dad wieder voll in seinem Element der den wohlwollenden Vater spielt der stets immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Leider müssen wir komplett auf Oz (Chris Klein), Vicky (Tara Reid), Kevins Ex Freundin und den Sherminator, Sherman (Chris Owen) verzichten die eigentlich die ersten beiden Teile sehr stark prägten und aktiv an der Story mitwirkten. Man sieht weder ihre Bilder noch wird erwähnt was mit ihnen geschehen ist. Lediglich Jims alte Liebe Nadia (Shannon Elizabeth) wird im Vater Sohn Gespräch, das wir wieder des Öfteren erleben dürfen, kurz erwähnt. Mit etwas höher gesteckten Erwartungen sah ich mir den Film an, wohl wissend dass er mich nicht vom Stuhl hauen würde. Und doch hab ich die Messlatte schon bei „Guter Durchschnitt“ angesetzt was sich als glatte Fehlprognose erwies. Ich vermisste vor allem die überschwingliche Partyatmosphäre die mir in den ersten beiden Teilen geboten wurde. Hemmungslose Hauspartys, Flirts am laufenden Band und viele viele schöne Frauen. All das passte zum Sommer wie die Faust aufs Auge und lies einen in diese heile Welt verfallen und die Hoffnung erwecken man würde ewig jung bleiben und man hat doch noch so viel vor sich. Leider wird dieser Traum im dritten Teil abrupt unterbrochen und irgendwie findet man es auch komisch dass Jim schon so „früh“ heiraten geht. Und dann noch mit seiner ersten Freundin die er gerade mal 3 Jahre kennt. Alle diese ungewohnten Szenarien passen nicht in einen, von den Medien immer noch verkauften: Teenie – Film. Auch auf das Niveau von „Tomcats“ kommt er um Längen nicht heran, ging es doch dort um einen Eid unter Freunden dass der letzte überlebende Junggeselle einen gut gefüllten Jackpot bekommt.
Vieles in „American Wedding“ wirkt aufgesetzt. Vor allem die Rolle der Michelle wirkt so lachhaft und übertrieben. Kevin spielt so gut wie keine Rolle mehr. Der Stiffmaster wurde von Teil zu Teil in seinem Ego überboten und hat hier eindeutig seinen Höhepunkt erreicht. So dreht sich im Laufe des Filmes schließlich alles nur noch um ihn und wie er versucht Michelles Schwester rumzukriegen (das ist diesmal aber auch die einzige Frau auf die er abfährt). Er wird zum tragenden Gerüst einer simplen Story. Aber nicht nur die Partys wurden in Länge und Häufigkeit weit eingeschränkt. Leider überwiegt der dämliche Humor mal wieder, bei einer peinlichen Situation erwischt zu werden. Im ersten Teil war es Jim der sich mit einem Apfelkuchen vergnügt (daher auch der Name des Films: „American Pie“, ein amerikanischer Apfelkuchen), im zweiten Teil war es der Onanier Versuch Jims mit einer Packung Sekundenkleber und jetzt ist es der „Blowjob“ unterm Restauranttisch und viele weitere Szenen. Man muss dazu sagen dass diesmal auch eine wirklich übertriebene absolut ekelhafte Szene eingebaut wurde, deren Details ich mir hier jetzt erspare. Gut, was mich gefreut hat war der zum Ende hin sehr gut eingesetzte Kameradschaftssinn. Endlich wird erkannt dass unter der Macho Stiffler Fassade ein ganz lieber Kerl steckt, Freunde sind doch für einander da und gut aussehende scheinbar intelligente niveauvolle Frauen verstecken sich vor einer ganz anderen Einstellung. Die Hochzeit, um die es ja im Film eigentlich geht, kommt dagegen sehr kurz, das heißt die eigentliche Szene am Schluss ist nur noch Mittel zum Zweck, um den Film Hollywood – Like zu beenden. Die Filmmusik ist wie auch in den vorangegangenen Teilen sehr gut. Nur werden diesmal eindeutig mehr „Schnulzen“ eingespielt, die Band „Blink 182“ die bis dato ihr neues Album leider noch nicht veröffentlich hat, fehlt komplett im Repertoire, im Gegensatz zum ersten und zweiten Teil wo sie immer mit einem Titel präsent waren. Diesmal ist sogar Uncle Cracker unter den Artisten der mit einem Verschnitt von einem sehr guten „Need for Speed“ Soundtrack Jims Schamhaarrasur begleitet.
Ich vermisse einen richtigen Junggesellenabschnitt wie er beispielsweise in „Gelegenheit macht Liebe“ (siehe meine Filmkritik) geboten wird. Stattdessen gibt es nur eine blöde Szene mit zwei Striptease Tänzerinnen die von einem Schwulen aus Chicago (der extra 300 km angereist kam) angeheuert wurden. Jim ist nicht einmal dabei und wird von ihnen „vernascht“. Stattdessen stellen Finch, Stiffler und Kevin sein Haus auf den Kopf (das im übrigen ganz anders aussieht als im ersten Teil !!). Überraschend niveauvoll präsentieren sich dagegen einige Dialoge, so auch der zwischen Jim und seinem Vater als der ihm eine gute Theorie über die Ehe abliefert, oder der zwischen Michelle und Jims Vater und dessen Versuch einer Definition von Liebe und „Liebe machen“. ##### Fazit, reingehen lohnt sich nicht ######
Wer einen frischen, dauernd lustigen Teenie – Film erwartet ist diesmal gänzlich falsch. Stattdessen präsentiert sich „American Wedding“ wenig humorvoll, die Witze sind ausgelutscht, die Charaktere abgestumpft und übertrieben an ihre typischen Klischees angeheftet. Wer denkt sich coole Anmachsprüche abzuschauen wird leider auch enttäuscht. Es gibt auch keine wilden Partys mehr auf denen scheinbar alles erlaubt war. Schöne Frauen sind eher Mangelware. Ich persönlich hätte es bei zwei Teilen gelassen. Wertung: 1 Punkt für eine gute und süße January Jones, 1 Punkt für teilweise humorvolle Einlagen, und 1 Gnadenpunkt dafür, dass ich mir die ersten beiden Teile noch immer gerne anschaue (was das mit dem dritten zu tun hat weiß ich eigentlich selber nicht so genau). Macht zusammen 3 Punkte auf meiner 10er Skala.
Filmlänge: 96 Minuten Quines für ciao.com
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05.11.2003 13:48
Kein Film bei dem ich lachen konnte maximal ein schmunzler war in meinem gesicht zu sehen aber deinen Bericht finde ich sehr hilfreich. Denn über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten
30.10.2003 16:25
Dein Bericht ist sehr gut strukturiert, aber wirklich gut finde ich dein Fazit nicht. Für mich ist es einer der lustigsten Filme des Jahres neben "Bad Boys II". Aber ich bewerte ja nicht deinen Geschmack sondern die Art und Weise wie du sie niederschreibst; daher ein "sehr hilfreich".
23.10.2003 23:54
Also ich fand den dritten Teil wirklich seeeehr komisch und habe ihn auch mit der vollen Sternzahl bewertet. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden ;-) Machs gut, bye ..:majo:..