Aloha zu meinem erstem Bericht hier überhaupt, welchen ich über den Film "American Psycho" schreiben werde - aber nunja, das ist ihnen ja klar, sonst hätten sie ja gar nicht hier raufgeklickt! ;)
Nun, ich werde ihnen erstmal die grobe Übersicht meines Reports präsentieren:
1. Inhaltsangabe (mit einigen persönlichen Kommentaren)
2. allgemeine Daten
3. Schauspieler und meine Meinung zu ihren Leistungen
4. Atmosphäre des Film
5. Lieblingsszenen
6. Andeutung auf Verstecktes im Film
7. negative Kritikpunkte
8. Fazit
Also dann ~ran an's Werk!
1. Inhalt
Wir befinden uns im New York der 80er Jahre... Yuppies - junge, erfolgreiche Unternehmer - sind die treibende Kraft der Riesenkonzerne.
Patrick Bateman ist einer von ihnen: 27 Jahre jung, smart, intelligent, attraktiv und eben erfolgreich. Er ist einfach ein typischer Wall Street-Broker! Typisch...?
Nicht so ganz. Oder ist ein in der Nacht mordender Psychopath für sie typisch? Wohl eher nicht - wenn doch, sind sie wohl selbst einer von denen. ;)
Alles beginnt mit einer Szene in Patricks Apartment: Er selbst stellt sich vor. Duschend, pflegend, sport treibend... Aufstrebend scheint er, Willenskraft scheint er zu haben, einfach perfekt. Sich selbst scheint er zu perfekt zu sein, denn alles läuft vollkommen wie es soll - und so schwindet der Sinn von Patricks Leben.
Aus Lust und Gier nach Blut und dem Leid anderer Menschen tötet und misshandelt er sie, nicht nur körperlich... Er ergötzt sich im Film innerlich an ihnen, er genießt es einfach...
Drogen, Frauen, Geld und noch viel mehr - das alles reicht ihm nicht.
Der Materialismus überwiegt im Leben des jungen Brokers, er hasst es, jedoch tut er nichts dagegen. Wie auch, wenn eh alles schon nur nach Luxusgütern strebt in dieser Welt?
Auch die Morde helfen ihm nicht, aus schier unergründlichen und scheinbar lächerlichen Motiven löscht er Menschenleben aus - einen Obdachlosen tötet er obwohl er ihm anscheinend davor noch mit Geld aushelfen wollte, seinen Arbeitskollegen Paul Allen tötet er, weil dieser im beliebten und meist ausgebuchten Restaurant "Dorsia" eine Reservierung erhält, und vieles Absurdes mehr...
Detektiv Kimball scheint ihm nach dem Mord an Allen auf die Schliche zu kommen, aber selbst dieser lässt sich vom Charme Batemans trügen. Immer mehr Morde folgen...
Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Patrick Bateman vollkommen ausflippt und einen Amoklauf der blutrünstigen Art veranstaltet, oder wird er rechtzeitig gefasst? Wer das wissen will, sollte sich den Film ansehen...
2. Allgemeine Daten zum Film
Länge: 97 bis 101 Minuten (je nach Version des Films)
Drehort / Drehjahr: USA, 2000
Genre: Psycho-Thriller / Drama
Farbfilm? SW-Film?: Farbfilm
FSK?: FSK 16
erhältlich als: Video und DVD
Regie: Mary Harron
Produzenten: Edward R. Pressman, Chris Hanley, Christian Halsey Solomon
Drehbuch: Mary Harron, Guinevere Turner
Vorlage: Roman "American Psycho" von Bret Easton Ellis
Filmmusik: John Cale
Kamera: Andrzej Sekula
Ausstattung: Gideon Ponte, Andrew Stearn
Schnitt: Andrew Marcus
Kostüme: Isis Mussenden
3. [wichtige] Schauspieler, ihre Rolle und meine Meinung zu den Leistungen einiger
Christian Bale - Patrick Bateman (Hauptfigur)
Willem Dafoe - Donald Kimball (Detektiv)
Jared Leto - Paul Allen (Arbeitskollege von Patrick Bateman)
Josh Lucas - Craig McDermott (Arbeitskollege von Patrick Bateman)
Samantha Mathis - Courtney Rawlinson (Geliebte Patricks)
Matt Ross - Luis Carruthers (Ehemann der Geliebten Patricks)
Chloe Sevigny - Jean (Sekretärin Patricks)
Cara Seymour - Christie (Prostituierte)
Justin Theroux - Timothy Bryce (Arbeitskollege von Patrick Bateman)
Guinevere Turner - Elizabeth (Callgirl)
Reese Witherspoon - Evelyn Williams (Verlobte Patricks)
und noch einige mehr...
Christian Bale:
Eindeutig mein Lieblingsschauspieler in diesem Film! Er hat seine Rolle perfekt getroffen, er bringt eine gewisse Arroganz gegenüber anderen Menschen rüber. Dies passt einfach ideal zu Patrick Bateman. Er wirkt jung, dynamisch, elegant, attraktiv - aber eben auch kühl, ein wenig selbstverliebt und abweisend. Die Schauspielkunst von Bale zeigt sich aber besonders mit dem Wahnsinn in seinen Augen, besonders beim Mord an Kollege Allen.
Einfach wärmstens zu empfehlen!
Willem Dafoe:
Er wirkt einfach nur freundlich und ein wenig naiv. Eine recht durchschnittliche Schauspielleistung, Dafoe trifft seine Rolle ganz gut. Ich denke, er ist ein sympathischer Kerl im Film und kommt ein bisschen zu wenig zum Zug, aber so ist das eben.
Jared Leto:
Paul Allen ist ein kleiner, mieser Drecksack. Er lästert über Patrick ab, sogar als er dabei ist - denn immerhin verwechselt er ihn mit einem anderen Arbeitskameraden. Leto hat irgendetwas Schleimiges und Hinterhältiges im Film an sich, und das macht sich bezahlt: Er spielt seine Rolle perfekt und gibt auch einen guten Toten ab.
Chloe Sevigny:
Wie Willem Dafoe wirkt sie ebenfalls naiv und freundlich, perfekt für die Rolle Jean. Sie sucht einfach nur ein schönes Leben und einen guten Mann, den versucht sie bei einem Treffen in Patrick zu finden. Das einfach perfekte Opfer wäre sie gewesen, und das spielt sie auch - leicht kindlich, naiv, lieb und freundlich. Wirklich eine Spitzenleistung!
Matt Ross:
Die Rolle passt wie angegossen! Ross spielt einen extrovertierten, homo- oder bisexuellen Mann, welcher aber verheiratet ist und sein Coming-Out noch längst nicht gebracht hat. Er hatte schon von Anfang an so einen Anschein gemacht, als würde er einen "warmen" Typen spielen, jedoch wurden diese leichten Anzweifelungen an seine Heterosexualität fast weggeräumt durch die Tatsache, dass er verheiratet ist. Man dachte eben, er wäre ein wenig quirlig. Es überrascht einen, und irgendwie auch nicht, als man es dann merkt. Ross hat seinen Part grandios erfüllt.
Cara Seymour:
Eine nicht ganz so gelungene Leistung, die aber nicht nur auf ihrer Rolle abzustempeln ist. Sie wirkt unmotiviert und teilweise ziemlich erschöpft, auch schon beim ersten Auftreten ihrerseits...
4. Atmosphäre des Films
Gleich ein Lob im Vorfeld: Wirklich alles erinnert an Amerika im 80er Jahre-Stil. Egal ob das Büro-Outfit des Yuppies mit typischem Hemd und Hosenträgern, die Apartments von Bateman und Allen und auch sonst so ziemlich alles erinnert an die Achtziger!
Daher trifft es die Atmosphäre auch ideal. Leicht steril wirkt es alles trotzdem, und das ist das Geniale daran.
Die Bühnenbilder verkörpern Patrick, sowohl seine innere Leere als auch seinen Drang dazuzugehören. Man merkt es eigentlich kaum, aber in einigen Schlüsselszenen erkennt man den Zusammenhang.
Auf jeden Fall perfekt.
5. Lieblingsszenen
Wie von vielen anderen Leuten, die den Film gesehen haben, habe ich eine ultimative Lieblingsszene: Die mit den Visitenkarten! Der Dialog zwischen Patrick und seinen Arbeitskollegen entwickelt sich immer stupider, es entbricht ein Wettkampf wegen Visitenkartenschrift sowie Layout von denen.
Eine andere Lieblingsszene ist der Mord an Paul Allen. Dort blüht Bale in seiner Rolle richtig auf. Er hat einen Blick in den Augen, wo man merkt, dass er die Kontrolle verliert. Sein Lächeln ist vom Wahnsinn geschmückt. Ich finde diese Szene genial, da Bateman den Mord an Allen immer weiter hinauszögert mit der Musik und seiner Vorbereitung und dann schlagartig und kaltblütig ihn umbringt.
Noch eine Lieblingsszene wäre gleich die am Anfang, wo Patrick seine Peeling-Maske vom Gesicht zieht - warum, wird in 6. erklärt.
6. Verstecktes im Film
Der Film ist deswegen meiner Meinung nach so fesselnd, weil er viele philosophische und soziale Aspekte in sich trägt. Immer wieder wird der Zuschauer zum Denken angeregt.
Einerseits ist es die eben angesprochene Szene, die einen grübeln lässt, ob sich jeder von uns nicht sozusagen hinter einer Maske versteckt. Und desweiteren fragt man sich im Nachhinein, was passiert, wenn diese hinunterfällt oder wir sie abnehmen. Oft wird im Film auf eine solche Maske angesprochen, diese Szene ist sozusagen eine Schlüsselszene im Film.
Allgemein werden im Film viele Probleme unserer Gesellschaft angesprochen wie Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Obdachlosigkeit, Hunger auf der Welt, Materialismus und Ähnliches. Wenn man nach dem Film, von der leichten Gänsehaut abgesehen, endlich zum Nachdenken kommt, wird man viele versteckte Botschaften entdecken...
Ich möchte jetzt nicht zuviel verraten und breche daher in diesem Punkt ab.
7. Negative Kritikpunkte
Wie bei Kontra schon erwähnt, finde ich nicht alles an diesem Film gut...
Das Buch bringt viele Momente einfach stärker rüber, was den Film nicht zu einer optimalen, aber recht würdigen Verfilmung werden lässt.
Die Motive für die Morde Batemans sind verwirrend und lächerlich, das erwähnte ich schon - zumindest sind sie das, wenn man sich den Film nicht mehr als einmal ansieht. Das lässt den Film beim ersten Mal abschwächen, daher ist er nicht wirklich etwas für Filmabende.
8. Fazit
Ich denke, "American Psycho" ist nicht wirklich für jeden was - erst recht nicht für reine Horror- und Gewaltfans.
Nachdenkliche Thrillerfans, Freunde des schwarzen Humors und Weltenverbesserer der eher blutrünstigen Art allerdings werden ihre wahre Freude haben.
Die Schauspielleistungen sind eigentlich fast immer gut bis wirklich herausragend und spiegelt die 80er perfekt wider.
Mary Harron hat meiner Meinung nach eine wie gesagt würdige Verfilmung des Kultbuches geschaffen.
Ich hoffe, ich konnte euch bei der Kaufentscheidung helfen.
BastiHST :)
20.10.2005 22:34
Dein erster Bericht ist dir super gelungen. Und mal nebenbei: Ich habe schon so oft überlegt, den Film mal auszuleihen, aber irgendwie habe ich es noch nie getan. Aber du hast mich nun überzeugt : BH
19.10.2005 17:48
Na das nenn ich mal einen guten Einstand! LG Kathi
19.10.2005 13:09
Super guter erstbericht. toll und mach weiter so. Lg