An American Dream
02.04.2002
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 Hellokittie
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****American Psycho / Bret Easton Ellis**** ich möchte diesmal über das Skandalbuch American Psycho schreiben . In dieser Meinung werde ich ein paar Eindrücke im Film wiedergeben , aber dieser Bericht ist in erster Linie eine Buchbesprechung. Autor: Bret Easton Ellis wurde 1964 in LA geboren. Er schrieb als Student seinen ersten Roman „Unter Null“, weitere Werke von ihm sind : Die Informanten, Einfach unwiderstehlich, Glamorama Inhalt: Die Hauptperson Patrick Bateman ist ein erfolgreicher Geschäftsmann an der Wallstreet. Er studierte in Harvard, danach besuchte er ein College und nach seinem Studium arbeitet er bei P & P . Patrick führt auf den ersten Blick scheinbar ein normales Leben; es ist für ihn sehr wichtig, dass er von seinen Bekannten und Freunden akzeptiert wird. Dementsprechend informiert er sich über Insiderneuigkeiten (welches Restaurant momentan „in“ ist, was gegessen wird etc), besitzt eine Platin American Express (was ihn recht stolz macht) und er muss immer gut aussehen (was im Buch übertrieben genau beschrieben wird) Doch seine Nächte verbringt er mit unglaublichen Gräueltaten- er bringt unschuldige Menschen um, die ihn nerven oder im Weg stehen . Patrick wurde nie erwischt, aber als ihn die Polizei fast schnappt , bereut er seine Taten und gesteht seinem Anwalt 30- 40 Morde, aber ihm wird nicht geglaubt. Im Gegenteil die Leichen verschwinden spurlos aus der Wohnung, wo er die Körperteile aufbewahrt. Letztendlich führt er wieder sein Leben als Business-man und er bereut seine Mordtaten nicht: „Warum?“ und obwohl ich stolz auf meine Kaltblütigkeit bin und dass ich die Nerven habe zu tun, was von mir erwartet wird, verstehe ich dann Warum?.... ....obwohl ich weiß, ich hätte es tun sollen, anstatt es nicht zu tun, ich bin 27, du lieber Himmel, und so, äh, präsentiert sich in einer Bar oder in einem Club in NY, vielleicht überall, nun mal das Leben im ausgehendem Jahrhundert, und so benehmen sich Leute wie , na ja , ich eben“ ****Patrick, wie ihn die Gesellschaft sieht**** Patrick Batemann studierte in Harvard und nach seinem Studium arbeitet er bei P & P an der Wallstreet. Patrick hat ein schönes Büro und eine Sekretärin namens Jean – er scheint seinen Job nicht besonders zu lieben, denn als seine Verlobte Evelyn fragt, „warum er denn überhaupt denn arbeite, weil...“ im Buch darf Evelyn diesen Satz nicht beenden, deswegen weißt der Leser nicht, warum er nicht wie jeder anderer arbeiten sollte; welches Privileg sollte er besitzen , um sein Leben lang auf der faulen Haut zu sitzen? Im Film jedoch wird im Gespräch zwischen Patrick und Evelyn kurz erwähnt, dass P & P praktisch seinem Vater gehört- Patrick arbeitet in erster Linie, eigentlich ausschließlich, „weil er dabei sein möchte“ Ein gepflegtes Business- leben hat für ihn erste Priorität. Vor der arbeitet geht er meistens ins Fitnessstudio (2 Std Training), danach (falls nötig) Maniküre, Pediküre und irgendwann kommt er ins Büro um sich Termine auszumachen; Tische für Lunch, Brunch, Abendessen zu reservieren. Seine privaten Kontakte beschränken sich ausschließlich auf Leute aus seiner Branche (bzw. Snobs) Zu seinen sogenannten Freunden gibt es anscheinend keine engere, tiefsinnige Beziehung, denn deren Gespräche beinhalten keine persönlichen Themen, eher oberflächliche Gespräche wie zum Beispiel: Mode, Drogen & hardbodies (=Frauen) Er kann seine Gefühle niemanden offenbaren (wahrscheinlich würde es niemand verstehen)- nur Jean, seine Sekretärin, die unsterblich in ihn verliebt ist, kann seine emtionale Seite entdecken ; in ihm rinnt nicht nur das Blut eines Serienmörders, sondern auch einen durchaus emotionalen Menschen . **** Patrick – als Familienmensch **** Patrick hat in seiner Kindheit kaum Zuneigung und Liebe von seiner Familie bekommen. In der Verfilmung werden die Familienverhältnisse überhaupt nicht in Betracht gezogen, was ich sehr schade finde, denn ich glaube, dass der ersten Lebensjahre für einen Menschen sehr prägend sind und Familie ist ein wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung (besonders im psychischen/emotionalen Bereich) für das Leben ist. Im Buch hingegen spürt man deutlich Patricks Aversion gegen seinen Bruder ( sie sehen sich nur zwangsweise à Geburtstag), Vater (über den verliert überhaupt kein Wort) – mit seiner Mutter führt er nur verkrampft Gespräche ; nach 2 Sätzen haben sich beide nichts mehr zu sagen. Ich schätze, dass Patrick in seiner Kindheit nie gelernt hat mit Gefühle umzugehen und dass man ihm keine idealen Richtlinien (Ethik) für das Leben als Erwachsenen mitgegeben hat. Frauen sind für ihn im Prinzip nur hardbodies. Er hat keinen Respekt vor ihnen, sie sind nur Sexobjekte, die man jeder Zeit ersetzen kann. ****Patrick als Serienmörder**** seine Opfer sind ausschließlich Penner, Nutte, Taxifahrer –quasi die unterste Schicht der Gesellschaft, die „sowieso niemand braucht und vermissen wird. Seine Opfer bringt er nicht einfach mit einem Schnitt durch die Kehle um, sondern er muss sie noch auf grausamste Weise quälen (zum Beispiel: Zunge bei Bewusstsein abschneiden) Patricks Mordtaten sind keine Affekthandlungen. Der Mord an zum Beispiel Paul Owen (Motiv: Neid) hat er eiskalt geplant ; sein Parkettboden hat er mit Zeitungen bedeckt, um den Boden vor Blutflecken zu schützen. Ansonsten sucht er seine Opfer nach Lust und Laune aus. Wenn ihn jemand auf die Nerven geht, dann spürt er schon den Drang diesem wehzutun. **** Evelyn**** ist seine Verlobte. Er liebt sie nicht und ihre Versuche ihn für die Ehe zu binden, scheitern kläglich. Patrick ist nur mit ihr zusammen, weil es „ zum Dabei sein „ dazugehört. Sie weckt in ihn keine Gefühle auf und er findet sie nicht einmal als Sexualobjekt interessant. Er trennt sich von ihr, weil sie , seiner Meinung nach nicht zusammenpassen. ****Business- Freunde **** darunter zählen u.a Van Patten ,Mc Dermotts, Price (werden meist nur mit den Nachnamen angesprochen) ..die meisten arbeiten an der Wallstreet wie Patrick. Die Männer treffen sich regelmäßig nach der Arbeit oder gemeinsam weg; auf ein Drink, Drogen besorgen oder hardbodies aufzureißen ****Resümee /Fazit**** Das Buch hat 549 Seiten und ich habe mir nie gedacht, dass ich innerhalb von 3 Tagen durch bin. American Psycho wird in mehrer Kapiteln unterteilt, zwischen Kapitel A & B können durchaus zeitliche Unterschiede geben (Kapitel A Ereignisse passieren am Montag nächstes Kapitel fangt erst wieder am Mittwoch an),am Anfang hat mich diese Zeitsprünge ein wenig verwirrt, aber man wird schnell aufgeklärt. Ich finde das Buch viel besser als den Film, denn im Buch werden die Gedanken ausführlicher geschildert und somit kann man sich besser in die Personen versetzen. Außerdem zeigt das Buch die vielen Gesichter von Patrick –als Geschäftsmann, Serienmörder und (Gefühls-)mensch klarer als im Film. Ich habe zeitweise beim Lesen über die Hauptfigur geschmunzelt, denn Patrick ist sehr leicht aus der Fassung zu bringen und wenn man ihn nur aus diesem Aspekt kennt, dann würde man in ihn eher den labilen Menschen sehen als den Serienmörder. Beispiel: er macht sich immer Sorgen um sein Image und möchte immer am neuesten Stand der Dinge sein. Er geht nirgendshin, wenn nicht reserviert wurde („ ich wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, weil ich glaubte, wir hatten nicht reserviert und würden keinen Tisch bekommen), oder wenn jemand eine Bemerkung über seine Frisur macht, dann steht er kurz vor einem Zusammenbruch. Die Mordszenen werden überraschend genau geschildert. Patricks Gräueltaten im Buch sind unvorstellbar grausam und mich wundert Bret Easton Ellis’ präzise Recherche über den anatomischen Körper ( wann die Leichenstarre beginnt etc) Da mich das Buch gefesselt hat , musste ich natürlich auch die Verfilmung anschauen, von der ich ziemlich enttäuscht wurde. Die Schauspieler (ua Jared Leto, Reese Witherspoon...) überzeugen nach meiner Meinung überhaupt nicht mit ihren Darstellungen. Sie werden den Figuren aus American Psycho überhaupt nicht gerecht, denn während des Lesens hatte ich ein genaueres Bild von den Figuren (hübsch, typisch hollywood-like) und als kleiner Illusionist hat mich der Film etwas aus der Bahn geworfen – meine American Psycho- Welt wurde zerstört ;-) (nicht so schlimm) Kurzum : Film – no thanks Buch – yes, why not **** kurzes Abschlußwort**** American Psycho ist keine Bettlektüre und man soll meiner Meinung nach dieses Buch nicht überwerten- es gibt natürlich ein paar Stellen, wo man denkt : Gotteswillen , das ist ja krank ! und da steckt keine Logik dahinter ....im Vorwort wurde ja noch extra erwähnt, dass diese Geschichte „frei erfunden“ wurde – alles nur Fiktion! Danke für die Aufmerksamkeit!!!- ist etwas länger geworden als erwartet,aber 550 Seiten kann man nicht einfach auf 5 Sätze minimieren ;-)
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02.11.2004 20:04
hab das buch auch gerade gelesen und finde der film ist wirklich auch nicht weiter zu empfehlen. mir gefällt dein schreibstil ich glaub man liest sich noch öfter.LG Jeanie
06.09.2002 22:26
Ich hab das Buch vor 2 Jahren im Urlaub gelesen. Ich muss sagen, der Brechreiz stand mir mehrfach in der Kehle. Das mit den Ratten fand ich am heftigsten. *würg*
22.08.2002 23:22
Hm, eigentlich wollte ich ja den Film mal anschauen (auf DVD oder so), aber so wie Du das beschreibst, ists wohl besser das Buch zu lesen! Toller Bericht! Gruss catistage :)