Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
sehr menschenbezogen, extrem verschmust, wenig pflegeintensives Fell |
| Kontra: |
hohe Auflagen, teils negative Reaktionen seitens der Öffentlichkeit |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Nachdem am 13.02.2007 unsere American-Staffordshire Hündin Baileys im Alter von elfeinhalb Jahren verstarb und meine Frau bei ihrem Auzug am 07. Mai die Nachfolgerin Shakira mitnahm, stand für mich fest, dass ich wieder einen Listenhund zu mir nehmen würde. Das Wort "Kampfhund" gebrauche ich im Folgenden ganz bewusst nicht, da es keiner der gelisteten Rassen gerecht wird.
Die Suche
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Noch im Mai diesen Jahres begab ich mich in den umliegenden Tierheimen auf die Suche nach einem neuen vierbeinigen Mitbewohner.
Aufgrund der extrem hohen Steuer für Listenhunde, ist die Auswahl im Frankfurter Tierheim Fechenheim naturgemäß am größten. Nicht jeder ist in der Lage, 900 Euro jährlich in die Stadtkasse zu bezahlen, um sich eine solche Fellnase zu halten.
Leider musste ich in einigen Tierheimen auch sehr unschöne Erfahrungen machen. Teilweise hat man den Eindruck, dass manch einer Tierheimleiterin nicht wirklich an einer Vermittlung gelegen ist. Man wird mehr als Bittsteller, denn als möglicher Tierhalter behandelt.
Somit führte mich mein Weg, wie schon einmal, erneut nach Frankfurt - ein Tierheim, in welchem es sehr herzlich zugeht, und genau aus diesem Grund bin ich im dortigen Tierschutzverein auch Mitglied.
Empfehlenswert ist es, sich zunächst mit den zuständigen Pflegekräften in Verbindung zu setzen und ihnen möglichst genau die eigene Lebenssituation zu schildern. Nur so besteht die Möglichkeit, eine Vorauswahl geeigneter Hunde treffen zu können. Hierbei muss neben der Berufstätigkeit auch die Wohnsituation, das Alter des Hundes, dessen Bewegungsdrang und Vorgeschichte berücksichtigt werden. Nicht jeder Hund ist für jedwede Lebenssituation geeignet.
Da ich vollzeit berufstätig bin, kommen in meinem Fall ausschließlich die Senioren in Frage, welche es auch gewohnt sind, ein paar Stunden am Tag alleine bleiben zu können.
Letztendlich standen zwei "Kandidatinnen" zur Auswahl, welche ich hiernach regelmäßig im Tierheim besuchte. Recht schnell jedoch schloss ich Happy, eine neuneinhalb Jahre alte Staffordshire-Dame, ins Herz.
Die Bekanntmachung
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Um dem Hund die Möglichkeit zu geben, sich mit dem neuen Herrchen oder Frauchen anzufreunden, ist es selbstverständlich sehr wichtig, vor einer eventuellen Übernahme regelmäßige Besuche im Tierheim durchzuführen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Kontaktaufnahme sowohl in der Box, als auch im Auslauf und beim Gassigehen erfolgt. Nur so besteht die Möglichkeit, sich gegenseitig so gut kennenzulernen, wie es der Tierheim-Alltag eben zulässt.
Ich trug, soweit es mir möglich war, auch bei jedem meiner Besuche dieselbe Kleidung, um das Vertrauen des Hundes in mich weiter bestärken zu können. Auch das Mitbringen eines Spielzeugs bei jedem Besuch ist für den Vierbeiner immer wieder ein Highlight, und bestärkt die positive Erinnerung genauso, wie ein paar Leckerlis. Diese sollten selbstverständlich nur dann gegeben werden, wenn die Fellnase sich so verhält, wie es gewünscht ist.
Das Leben des Hundes im Tierheim ist naturgemäß mit sehr viel Streß verbunden, somit wird auch sein Verhalten keineswegs das sein, welches er nach der Übernahme im neuen Zuhause an den Tag legt. Dennoch ist es möglich, bereits bei den Tierheim-Besuchen das ein oder andere Verhalten positiv zu bestärken und im Gegenzug, unerwünschtes Verhalten entsprechend zu maßregeln.
Happy hatte anfangs die Angewohnheit, an mir hochzuspringen und beim Streicheln nach meiner Hand zu knappen. Ein konsquentes "Nein" und das darauffolgende Ignorieren meinerseits zeigten jedoch bereits nach ein paar Besuchen die gewünschte Wirkung. Schlußendlich unterlies sie dieses Verhalten, da sie ja keinesfalls mehr mit dem Entzug meiner Aufmerksamkeit bestraft werden wollte.
Beim Gassigehen zog Happy damals noch sehr stark an der Leine. Doch dieses Verhalten lässt sich während der Tierheim-Zeit leider nicht ändern. Wenn man bedenkt, dass diese Hunde meist nur ein- bis zweimal die Woche überhaupt die Möglichkeit eines Spazierganges besitzen, so ist es kaum verwunderlich, dass sie dann entsprechend in der Leine stehen.
Die Übernahme
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Am 20. August 2007 war es dann endlich soweit. Ich hatte mir für die zwei kommenden Wochen Urlaub genommen, denn während der Eingewöhnungszeit ist es äußerst wichtig, dass man möglichst viel Zeit mit dem neuen Hund verbringt und ihn langsam an den neuen Lebensrhythmus gewöhnt.
An diesem Tag kam der Sachverständige ins Tierheim nach Frankfurt-Fechenheim, damit Happy ihren Wesenstest und ich meinen Sachkundenachweis ablegen konnte. Zu den genauen Auflagen zur Haltung eines solchen Hundes komme ich im weiteren Verlauf meines Berichts.
Nachdem wir beide all diese Tests bestanden hatten, waren noch ein paar Formalitäten mit der Tierheimleitung zu erledigen und sodann konnte es losgehen in Happys neues Zuhause.
Mein Auto hatte ich zuvor entsprechend mit einem Absperrgitter und einer Bodenwanne für den Kofferraum neu ausgestattet. Die Fahrt bis zu mir nach Hause war sowohl für Happy als auch für mich mit Streß verbunden. Einerseits weiß der Hund ja nicht, was denn nun mit ihm geschieht und ist entsprechend unruhig. Zum Anderen weiß man selbst auch nicht, wie sich der Hund während der Fahrt verhalten wird und hat somit stets ein Auge im Rückspiegel. Da ich Happy jedoch mit reichlich Spielzeug versehen hatte und ihr immer wieder ruhig zuredete, beruhigte sich sich mit jedem Kilometer zusehends.
Zuhause angekommen, galt es für Happy nun erstmal, die neue Umgebung zu erkunden.
Die ersten Tage & Erziehung
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Die ersten beiden Tage habe ich Happy zu keiner Zeit alleine gelassen, damit sich erst gar keine Verlustängste in ihr festigen können. Wir unternahmen ausgiebige Spaziergänge und ich versuchte, die Bindung zueinander so gut als möglich aufzubauen.
Als erstes gingen wir die Leinenführung an. Aufgrund ihres langen Tierheimaufenthaltes zog Happy anfangs sehr stark an der Leine. Um die Leinenführigkeit zu verbessern hat sich die folgende Methode, zumindest für mich, noch immer als die beste herausgestellt. Jedesmal wenn Happy an der Leine zog, blieb ich sofort stehen und wartete solange, bis sie mich ansah. Wichtig ist es, in dieser Zeit keinerlei sprachlichen Kontakt zum Hund anzunehmen, sondern wortlos zu warten, bis dieser den Hundehalter ansieht. Als Belohnung für ihre Aufmerksamkeit gingen wir dann weiter. Zog sie erneut an der Leine, blieb ich wieder sofort stehen und wartete, bis sie mich ansah.
Gerade bei einem Hund aus dem Tierheim kommt man mit dieser Methode anfangs nur schrittweise voran. Doch nach nur wenigen Tagen hatte Happy sich gemerkt, dass es umso länger bis zur Wiese dauert, je mehr sie an der Leine zieht, ging entsprechend bei Fuß und suchte stets den Blickkontakt zu mir.
Selbstverständlich muss gerade in dieser Anfangszeit jedwede Kontaktaufnahme des Hundes entsprechend belohnt werden.
Nachdem Happy nun gelernt hatte, nicht mehr in der Leine zu stehen, konnten wir auf den Spaziergängen auch erste Spiele einbauen. Hierbei sollte man beachten, dass sich solche Spiele stets in der unmittelbaren Umgebung des Hundehalters ereignen. Es macht wenig Sinn, einen Stock oder Ball möglichst weit weg zu werfen, da so der Hund die noch nicht gefestigte Bindung zum Hundehalter unnötig verliert und sich zumeist recht schnell auf Abwege begibt.
Für den Anfang hat es sich beispielsweise bewährt, den Hund beim Namen zu rufen und ihm ein Leckerli zuzuwerfen. So lernt die Fellnase zum Einen, zum Hundehalter zu schauen, sobald er beim Namen gerufen wird. Und zum Zweiten verbindet er dieses Rufen zugleich noch mit einer Belohnung und wird zukünftig immer wieder auch von sich aus den Kontakt suchen.
Auch hatte Happy so in meiner unmittelbaren Umgebung gleich etwas mehr Bewegung als nur das Gehen an der Leine, da sie die Leckerlis ja in der Luft auffing.
Auch sollte in den ersten Tagen darauf geachtet werden, dass die Rangfolge entsprechend klargestellt wird. Dies lässt sich beispielsweise dadurch recht gut bewerkstelligen, dass ich nicht jedesmal darauf eingehe, wenn Happy zu mir kommt und gestreichelt werden will. Ab und an werde ich der Aufforderung gerne nachkommen, doch immer mal wieder lehne ich diese mit einem "Nein" und anschließendem Ignorieren ab.
All diese Möglichkeiten müssen selbstverständlich stets auch auf das Wesen des Hundes abgestimmt werden. Nicht jeder Hund wird auf all diese Umgangsformen in gleicher Weise reagieren. Wichtig ist es, gerade in der Anfangszeit, aber auch später immer wieder den Hund genau zu beobachten, seine Schwächen und Stärken herauszufinden und an und mit diesen entsprechend zu arbeiten.
Gerade bei den Rassen der sogenannten Listenhunde ist Konsequenz oberstes Gebot. Doch eben diese sollte nicht mit Härte verwechselt werden. Es bringt rein gar nichts, den Hund für etwas zu betrafen, was er Stunden zuvor in unseren Augen falsch gemacht hat. Auch das Anschreien führt niemals zum gewünschten Erfolg. Wer jedoch in jedweder Situation konsequent und vor allem auch gelassen bleibt, der signalisiert seinem Vierbeiner, dass er stets Herr der Lage ist und für den Hund kein Anlass besteht, die Situation selbst in die Hand nehmen zu müssen.
Meiner Erfahrung nach ist der Entzug der Aufmerksamkeit mit einer der härtesten Strafen, welche man seinem Hund zuteil werden lassen kann. Es benötigt also weder lauter Worte noch Gewalt.
Auch sollte man den Hund nicht generell den Kontakt zu seinen Artgenossen und anderen Menschen untersagen. Zunächst sollte Happy mich anschauen, wenn uns andere Hunde, Jogger, Spaziergänger, Radfahrer oder Kinder entgegenkommen.
Hat sie dies getan, so darf sie, das Einverständnis der anderen Person vorausgesetzt, an lockerer Leine schauen, wem sie da so begegnet.
Ich für meinen Teil habe bemerkt, je lockerer man selbst mit einer solchen Situation umgeht und je lockerer auch die Leine bleibt, desto ruhiger geht auch der Hund an diese Situation heran.
Und zumeist waren anfangs ängstliche Menschen im Nachhinein ganz begeistert von ihr und Happy verbringt dann die meiste Zeit auf dem Rücken liegend und lässt sich ausgiebig verwöhnen.
Niemals sollte man den Hund schon beim Anblick anderer Hunde oder Personen an der Leine zurückziehen, denn dann wird der Vierbeiner jede Begegnung als Bedrohung sehen und entsprechend reagieren.
Also auch hier ist Gelassenheit wieder die erste Wahl. Selbstverständlich sollte man den Hund in all der Zeit stets im Blick haben und ihm seine Aufmerksamkeit widmen.
Keinesfalls kann ich hier alle Möglichkeiten der Erziehung anreißen. Hierfür bietet es sich an, sich bereits vor der Anschaffung mit entsprechender Lektüre zu versorgen.
Auch der Besuch einer Hundeschule des Vertrauens ist stets empfehlenwert.
Die Auflagen
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Die Haltung eines Listenhundes ist in allen Bundesländern mit recht hohen Auflagen verbunden. Auf jeden Fall sollte man sich vor der Vermittlung nicht nur im Tierheim, sondern auch beim örtlichen Ordnungsamt ausreichend informieren. In Hessen beispielsweise benötigt jeder Listenhund einen bestandenen Wesenstest, welcher alle zwei Jahre erneuert werden muss. Der zukünftige Hundehalter muss seine Sachkunde in einem theoretischen und einem praktischen Teil nachweisen. Zusätzlich ist ein Lichtbild des Hundes, ein besonderes polizeiliches Führungszeugnis für Behörden und eine Hundehaftpflichtversicherung notwendig.
Fazit
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Wer einen treuen Weggefährten mit hoher Menschenbindung sucht, sich aber zugleich der Probleme bei der Vermittlung und der Verantwortung bei der Haltung bewusst ist, der wird mit einem American Staffordshire Terrier glücklich werden können.
Staffis sind nämlich alles andere als die seitens der Medien gern zitierten Beißmaschinen, wenn am anderen Ende der Leine ein verantwortungsvoller Halter hängt.
Für weitergehende Informationen bieten sich auch zahlreiche Internetforen wie beispielsweise die Kampfschmusergemeinde an.
Gerne beantworte aber auch ich alle weiteren Fragen zum Thema.
| weitere Erfahrungsberichte |
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sehr hilfreich
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sehr hilfreich
16.09.2005
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hilfreich
09.04.2004
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hilfreich
05.06.2003
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Bewertung für American Staffordshire Terrier von
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Pro: Alles
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Den bisherigen Erfahrungsberichten kann eigentlich nicht viel sehr mehr hinzugefügt werden außer das sie voll und ganz zutreffend sind.
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hilfreich
21.01.2008
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