Horrorkomödie mit schwacher Story
04.03.2006
Pro:
sehenswerte Monster
Kontra:
Story zu wenig dicht, um Horror oder Komik zu tragen
Empfehlenswert:
Nein
 IQIQIQ
Über sich:
Aha - hier ist also alles beim Alten! - Auf die "Politik" hab ich nach wie vor keinen Bock...
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Die Geschichte: Der junge Amerikaner Andy macht mit zwei Freunden eine Reise durch Europa, wobei sie offenbar ausschließlich Sex und groben Unfug im Kopf haben. Andy wirkt dabei ein bisschen netter und sensibler als seine Freunde - aber nicht viel. Dann kommen sie in Paris an. Dort mogeln sie sich abends auf den Eiffelturm, wo Andy seine Freunde endlich beeindrucken will, indem er einen Bungeesprung von der Plattform aus macht. Doch sein Vorhaben wird gestört von der jungen Französin Serafine, die Selbstmord begehen will. Andy kann sie im letzten Moment retten und verliebt sich in sie. Doch obwohl auch Serafine von Andy sehr angetan scheint, läuft sie vor ihm weg. Als Andy, immer noch in Sorge, sie könnte noch einen Selbstmordversuch begehen, ihr nachspioniert, gerät er an Claude, einen "Freund" von Serafine, der ihn und seine Freunde zu einer Party einlädt. Als Serafine davon hört, eilt sie Andy zu Hilfe, denn die "Party" ist eine Falle, von Werwölfen gestellt, um ihre Opfer zu finden. Und auch Serafine gehört zu ihnen, auch wenn sie sich dagegen wehrt. Andy wird gebissen, einer seiner Freunde stirbt und spukt fortan als Untoter herum, solange bis der Werwolf, der ihn getötet hat, stirbt, Andys anderer Freund wird von Claude und anderen Werwölfen entführt. Andy kapiert nur schwer, dass er durch den Biss selbst in einen Werwolf verwandelt wurde, so sehr Serafine es ihm auch zu erklären versucht. Auch die Vorstellung, dass er nur wieder ein Mensch werden kann, wenn er das Herz des Werwolfs isst, der ihn gebissen hat, akzeptiert er nicht. Andy gerät an die Polizei, die ihn für einen Drogensüchtigen Fantasten hält. Doch Andy verwandelt sich unaufhaltsam. Als er eine junge Amerikanerin verführt, eine "Barbie", die er vorher niemals angeschaut hätte, schlägt der Werwolf in ihm durch, er tötet sie und einen Polizisten, der ihn beschattet hat. Die "Barbie" verfolgt ihn fortan als Untote, denn auch sie wird erst erlöst, wenn der Werwolf, der sie getötet hat, stirbt. Nun versucht Claude, der Anführer einer Werwolf-Gang mit faschistischen Ideen, Andy auf seine Seite zu ziehen, doch als Andy seinen Freund umbringen soll, flieht er. Gemeinsam mit Serafine stellt er sich Claude und seiner Gang ... Wenn sich die Geschichte relativ wirr anhört, dann liegt das nicht an mir - sie ist leider tatsächlich so chaotisch. Immer wieder hat man als Zuschauer das Gefühl, dass keine logische Lösung mehr bleibt, dann kommt wieder irgendein neues Detail oder eine Erklärung, die zwar vorher keine Rolle spielte (und in einigen Fällen auch nicht zuzutreffen scheint), aber nun die Geschichte wieder für ein Weilchen am Laufen hält. Ganz besonders schade ist es, dass auch das Ende der Geschichte aus so einer Erklärung entsteht, die nicht wirklich logisch erscheint, denn wenn schon Andy nicht weiß, welcher Werwolf ihn gebissen hat, so sollte man doch denken, dass wenigstens Serafine weiß, ob sie es war oder nicht ...
Was nun den Horror in der Story angeht: American Werewolf 2 ist die späte (1997 gedrehte) Fortsetzung des 1981 gedrehten ernstgemeinten Horrorfilms American Werewolf (1), der damals sogar einen Oscar fürs Makeup (und damit für die für damalige Verhältnisse großartigen Monster) erhielt. Die Fortsetzung hat zwar nach wie vor gut ausgedachte und gestaltete Monster (insbesondere die Verwandlungsszenen sind gut, und natürlich wurde die Technik von 1997, nicht die von 1981, eingesetzt!), aber da sie mehr auf Gags als auf Horror setzt, machen die letztlich doch keine Gänsehaut. Ich grusele mich normalerweise furchtbar in Horrorfilmen, bin die allererste Kandidaten dafür, laut zu kreischen, aber bei American Werewolf 2 bin ich trotzdem nur ein einziges Mal ernsthaft zusammengezuckt. Überhaupt scheint mir, dass zumindest in diesem Film die Gags den Grusel kaputt machen. Und die Komik? Naja, es gibt mehr zum Lachen als zum Gruseln. Aber leider wechseln sich einige (wenige) gute Gags (z.B. Serafines Rettung ganz zu Anfang) mit welchen unter aller Kritik ab, die den Hauptteil ausmachen.
Der Regisseur von American Werewolf 2 ist Anthony Waller. Er hat zwar, vor allem im Thrillerbereich, einige ganz gute Filme gemacht (beispielsweise "Stumme Zeugin"), kommt aber längst nicht an John Landis heran, der beim ersten Teil Regie geführt hat. Ich vermute, es ist hauptsächlich Anthony Waller anzulasten, dass sich der Film nicht zwischen Humor und Horror entscheiden kann und deshalb letztlich in beiden Bereichen nicht wirklich überzeugt. Andy wird gespielt von Tom Everett Scott, ein Schauspieler, der (noch?) nicht übermäßig bekannt ist, aber schon ein paar gute Filme gemacht hat (z.B. "That Thing You Do" unter der Regie von Tom Hanks). Ich finde, er ist für diese Rolle gut besetzt, da er den Teenie oder fast-noch-Teenie, den er hier spielt, überzeugend verkörpern kann. Er hat einen Touch von "niedlicher Boy", so dass man ihn trotz seines anfangs nicht unbedingt sympathischen Verhaltens ins Herz schließt und sich auch davon überzeugen lässt, dass er das Herz am rechten Fleck hat und natürlich die süße Serafine unter Einsatz seines eigenen Lebens retten würde.
Interessant ist Julie Delpy in der Rolle der Serafine. Auf den ersten Blick ist sie vor allem süß, aber im Laufe des Films offenbart sie auch schauspielerische Fähigkeiten. Man spürt gleich zu Anfang des Films, dass da mehr ist als nur die Oberfläche, die hübsche Französin mit Selbstmordabsichten. Ebenso interessant finde ich die Schauspielerin generell, denn sie spielt durchaus sehr ernsthafte Rollen (z.B. in "Homo faber" von Volker Schlöndorff und in "Hitlerjunge Salomon"), nimmt aber auch gerne Rollen wie diese hier in American Werewolf 2 oder eine vergleichbare in "Killing Zoe" an. Fazit: Ich glaube, dass "American Werewolf 2" kein Muss ist. Horrorfans sind mit dem Original von 1981 besser bedient, selbst wenn die Monster uns nach 25 Jahren nicht mehr so eindrucksvoll erscheinen wie damals. Spaß machen könnte der Film, wenn man ihn in der Gruppe sieht, wobei ich die Zielgruppe allerdings mit um die 20 beziffern würde. Keine Sorge - schrecklich gruselig wird er nicht, so dass man ihn durchaus auch mit Leuten anschauen kann, die nicht auf harte Horrorfilme stehen. Und ich selbst würde sicherlich noch einmal reingehen, wenn er nochmal in einem Kino gezeigt würde - da wirkt er nämlich wesentlich besser als auf dem kleinen Fernsehschirm. Empfehlen würde ich den Film Fans von Julie Delpy, die sie bisher nur in ernsthafteren Rollen kennen!
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23.03.2006 01:16
Find den Film wirklich grausam, und das soll nicht als Kompliment gemeint sein. Generell die Kombination aus Horror und Komödie ist bis auf die Scary Movie Reihe nicht wirklich als weiter zu empfehlen. SH für deinen Bericht, lieben Gruß Fischi ><((°>
05.03.2006 11:26
Den hab ich vor längerer Zeit auch schon gesehen, ich fand ihn zwar nicht spitze aber trotzdem hatte er seinen Reiz.LG
05.03.2006 08:57
Ich kann mich nur ganz wage daran erinnern, mal den ersten Teil gesehen zu haben. Zwar bin ich eigentlich ein Horrorfan, jedoch hat es mir das Werfolfgenre bisher nicht allzu sehr angetan. Daher wohl auch nur die wage Erinnerung *lol* Lg Adrian