Amistad, Kampf um Freiheit!

5  25.03.2002

Pro:
detailliert und sehr spannende Geschichte; beruht auf einer wahren Begebenheit;

Kontra:
ungeübte Leser könnten bei den Gerichtsverfahren evtl .  ein bisschen durcheinander kommen

Empfehlenswert: Ja 

Mav019

Über sich:

Mitglied seit:19.03.2002

Erfahrungsberichte:3

Vertrauende:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor ein paar Jahren war ich im Kino zu dem Film „Amistad“ Da mir der Film sehr gut gefallen hat, kaufte ich mir das Buch.
Dieses möchte ich hier nun vorstellen.
Es ist noch anzumerken, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht.

Geschichtlicher Hintergrund!

Die Geschichte um die Sklaven der Amistad, spielt Mitte des 19 Jh. Seit fast Zwanzig Jahren ist der Handel mit afrikanischen Sklaven in der westlichen Hemisphäre verboten.
Schon während des 18 Jh. Hatten die Briten den Import von Sklaven in ihre Kolonien beendet.
1809 untersagten auch die Vereinigten Staaten die Einfuhr von Afrikanern. Im selben Jahr entwarfen die Briten einen Vertrag, der die Gefangennahme von Sklaven auf dem afrikanischen Kontinent und ihren Transport in die eng., amer. und spani. Kolonien verhindern sollte.
Die Amerikaner unterzeichneten den Vertrag, aber für die spanische Regierung war der Handel mit Sklaven äußerst profitabel. Deshalb verkündete der spanische König. Er würde den Vertrag nicht unterschreiben, falls seine Regierung keine Entschädigung für die Verluste erhalte. Die Briten willigten ein.
1819 wurde der englisch- spanische Vertrag zum Gesetzt erhoben. Damit verpflichteten sich Spanien und seine Kolonien, nur mit afrikanischen Sklaven zu handeln, die sie vor 1820 erworben hatten, und mit Landinos, den Nachfahren der Sklaven.
England ging noch weiter und schaffte 1833 die Sklaverei in allen seinen Kolonien ab.


Inhalt des Romans!
***************
Singbe, ein afrikanischer Mende ist die Hauptfigur des Romans. Er wird eines Tages, als Er auf dem Weg war Ziegen zu kaufen, von 4.Männern überfallen und verschleppt.
Die 4 Männer verkauften ihn dann an einen Häuptlingssohn, bei dem er über 1 Monat verbrachte.
Über Umwege (Sklavenfaktorei) gelangen Singbe und andere Sklaven auf das Schiff „Teçora“, dass unter der Führung von dem Spanier Shawn segelte.
Shawn brachte ihn und die anderen Sklaven die er erworben hatte nach Havanna, um sie weiter zu verkaufen.
Nach dem man in Havanna eintraf wurden die Sklaven in Käfige gezehrt und angekettet.
Diese Käfige standen am Scheitelpunkt zweier Märkte mitten in Havanna. Dort wurden 1000-1500 Sklaven täglich angeboten. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, gingen vorbei, blieben stehen, lachten die Sklaven aus oder bespuckten sie.
Jeden Tag kamen Sklavenhalter um sie zu untersuchen und dann zu kaufen. Nach 14 Tagen kamen Pedro Montes und Pepe Ruiz nach Havanna um Sklaven zu kaufen. Montes kaufte 4 Kinder von Shawn und Ruiz ließ sich einige Sklaven, darunter auch Singbe von Shawn zeigen.
Um sie besser zu betrachten, wurden die Sklaven an Pfähle gekettet. Ruiz betrachtete Singbe ausgiebig um ihn und 49 andere Sklaven dann von Shawn zu kaufen.
Ruiz und Montes brachten dann ihre Sklaven auf das Schiff „Amistad“, mit dem sie nach Porto Principe segeln wollten um die Sklaven dann weiter an Besitzer von Zuckerrohrplantagen zu verkaufen.
Auf dem Schiff wurden die Sklaven wieder gequellt und man machte ihnen Angst, weil der Schiffskoch ihnen vormachte, das man sie an Kannibalen verkaufen würde, doch die Sklaven konnten nicht von dem Schiff runter
Durch Zufall fand Singbe dann aber ein paar Tage später einen Nagel auf dem Schiffsdeck als sich die Sklaven die Beine vertraten. Mit Hilfe eines weiteren Sklaven gelang es ihm den Nagel in den Laderaum zu schmuggeln. In einer stürmischen Nacht befreiten sich dann Singbe und die anderen mit Hilfe des Nagels von ihren Ketten.
Sie standen jetzt aber vor einem großen Problem, da niemand von ihnen ein so großes Schiff navigieren konnte, weshalb sie gezwungen waren einem ihrer Gefangenen die Navigation des Schiffes zu überlassen.
Die einzigen überlebenden waren Montes, Ruiz und ihr Diener Antonio, aber weder Ruiz noch Antonio konnte navigieren nur Montes war in der Lage dazu, weil er selbst früher Kapitän eines Sklavenschiffs war.
Er zeigte ihnen wie man Segel hiest und wie man am Tag segelte. Da die Sklaven es aber nicht verstanden, in der Nacht nach den Sternen zu segeln, überließen sie Montes die Navigation. Montes hinterging aber die Schwarzen, in der Nacht. Während die Schwarzen am Tag noch Osten segelten Montes nach Westen ohne das sie es mitbekamen. Nach 50 Tagen auf See, waren die Nahrungsvorräte aufgebraucht und sie waren gezwungen an Land zu gehen.
In der Zwischenzeit suchten Amerikanische Schiffe die Amistad, weil man dachte es handle sich bei den Schwarzen um Piraten.
Als Singbe und ein paar andere vor einer Insel ankerten dachten Sie, sie wären nicht mehr weit weg von Afrika, dabei ankerten sie vor Long Island in der nähe von New York. Dort kauften Sie ein paar Lebensmittel von den Einwohnern.
Als sie auf dem Rückweg zum Schiff waren sehen Sie wie die Amistad von einem Amerikanischem Schiff angegriffen wurde. Gedney und Meade, die die Leitung des amerikanischen Schiffs hatten nahmen Singbe und die anderen Sklaven fest und befreiten Ruiz, Montes und Antonio. Auf dem Weg nach New Haven stellte man sie vor Gericht. Die Verteidigung von Ruiz und Montes übernahm Holabird.
Ruiz und Montes erzählten vor Gericht, dass die Sklaven das Schiff meuterten, sie quellten und mit dem Tod bedrohten, weil man aber die Sklaven nicht fragen konnte wie alles aus ihrer Sicht geschah übergab der Richter den Fall an das Bezirksgericht. Nach dem sie in New Haven ankamen brachte man sie ins dortige Gefängnis.
Im Gefängnis drängten sich jeden Tag Tausende Menschen, nur um die Schwarzen zu sehen.
Am Donnerstag dem 19. September 1839 begann im Bezirksgericht von Hortford der Amistad-Prozeß.
Die Verteidigung von Ruiz und Montes übernahm Holabird und Hungerford. Die Verteidigung von Gedney und Meade übernahm Mark Isham und die Verteidigung der Amistads übernahmen Roger Baldwin, Seth Staples und Theodore Sedwick. Unterstützung erhielten sie von Lewis Tappan. Den Vorsitz führte Richter Smith Thompson vom Obersten Bundesgericht.
Hungerford sagte, dass die Schwarzen eindeutig Mr. Ruiz und Mr. Montes Eigentum seien. Sie hatten gegen ihre Herrn rebelliert, den Kapitän und die Besatzung ermordet und das Schiff unter ihrer Kontrolle gebracht. Nach
Baldwin erklärte aber dann, die Schwarzen sein widerrechtlich festgenommen worden, da die Anklage auf Meuterei nur auf den Aussagen von Montes und Ruiz basieren. Außerdem warf er Gedney vor, die Amistad nur aus Profitgier nach Connecticut gebracht zu haben. Thomson verkündete am 23 September das Urteil und übergab den Fall weiter an.
Nach dem Ende des Bezirksgericht durchsucht Gibs (Ein Helfer der Sklaven) alle Häfen zwischen Boston und Bridgeport ab.
Baldwin und Tappan glaubten, wenn sie einen Dolmetscher fänden, der die Sprache der Afrikaner kann, hätten sie bessere Chancen beim nächsten Prozeß. Nach ein paar Wochen fand er endlich einen der die Sprache verstand.
An dieser Stelle möchte ich aufhören, da die Spannung ja erhalten bleiben soll... Ich kann aber versprechen, es wird bis zum Schluss sehr spannend.

Allgemeines zum Roman!

Bei dem Buch „Amistad“ handelt es sich um einen 310 Seiten starken Roman, der das Schicksal afrikanischer Sklaven und ihren Kampf um Freiheit zum Thema hat.
Eingeteilt ist das Werk in 2.Teile. Der erste Teil beschreibt die ganze Geschichte um die Sklaven und die unterschiedlichen Sklaventransporte.
Der zweite Teil spielt in Amerika und stellt die Geschehnisse der Sklaven vor und nach den Gerichten dar.
Jeder dieser Teile ist noch in einzelne Abschnitte untergliedert.
Die Handlung wird zum größten Teil aus der Sicht einer dritten Person, detailgetreu wiedergegeben, jedoch hier und da von Geschichten aus der Jugend Singbes und anderen geschichtlichen Ereignissen unterbrochen, was dem Roman aber keine Langatmigkeit verschafft.
Der Roman ist in einer einfachen, leicht zu verstehenden Sprache verfasst, in dem sehr detailliert die Personen und die Umgebung/ Schauplätze (Naturbeschreibungen) beschrieben werden.


Fazit!

„Amistad“ ist ein Roman, der die damalige Zeit, um den Sklavenhandel darstellt.
Obwohl der Sklavenhandel offizielle verboten ist, boomt er auf der ganzen Welt.
Die Sklaven um ihren Anführer Singbe versuchen der Sklaverei zu entkommen und zu ihren Familien zurückzukehren, doch sie werden von der Politik Amerikas daran gehindert und werden vor mehrere Gerichte gestellt und wegen Meuterei und Mord angeklagt.
David Pesci schaffte diese Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, in einem spannenden Roman niederzuschreiben.
Pesci beschreibt den Kampf der Sklaven, für ihre Freiheit.... auf eindrucksvolle Weise.


Meine Meinung!


Meiner Meinung nach, gehört dieser Roman in jede Buchsammlung. Er beschreibt auf beeindruckende und spannende Weise, wie die damalige Verhältnisse waren und wirklich mit den Sklaven geschah.
Besonders beeindruckt hat mich, dass die Sklaven nie aufgegeben haben und immer daran geglaubt haben, dass sie eines Tages wieder zu ihren Familien zurückkehren werden. Sie haben von der ersten bis zur letzten Minute an die Gerechtigkeit geglaubt.
Beeindruckt hat mich aber auch, wie sich die Verteidiger für die Sklaven eingesetzt haben. Fast eine gesamte Nation war gegen sie aber sie gaben nie auf und unterstützten und halfen den Sklaven mit allen, ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln
Ich kann diesen Roman nur weiterempfehlen, denn er beschreibt großartig und detailliert, über den damaligen Sklavenhandel und wie die Sklaven für ihre Freiheit gekämpft haben aber immer wieder auf Gegenwehr in der Gesellschaft gestoßen sind...
Der Roman ist für jeden geeignet, der gerne liest!!


„David Pesci verbindet die Genauigkeit des Historikers mit dem großen Atem des meisterhaften Romanciers“ (Los Angeles Times)

„Ein wundervolles Buch, kraftvoll geschrieben und zeitlos“ (Roberta Flack)

Viel Spass allen, die dieses Meisterwerk lesen werden!

BYE, Mav

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MCSEnf

MCSEnf

26.03.2002 09:53

Dafür, dass Du erst so wenige Berichte geschrieben hast sind sie aber sehr hochwertig (Zumindest dieser hier). Toller Bericht und wenn ich meinen derzeitigen Bücherstapel durch habe werde ich mich wohl auch mal an Amistad versuchen. Weiter so. Man liest sich, MCSEnf.

Robscure

Robscure

25.03.2002 15:36

Guter Bericht, ich muss mir das Buch mal besorgen...

Juli82

Juli82

25.03.2002 01:01

auch wenn die es die sklaverei nimmer gibt - gibt es dennoch einige teile der welt, wo man nicht weit davon ist.

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  1. Zwergfrucht
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