Amistad

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"Du musst den Löwen besiegen..."

5  05.07.2006

Pro:
Drehbuch, Darsteller, Schluss

Kontra:
Filmlänge

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


Julian71183

Über sich: Mein Leben: Marketing/Werbung, Sport/Basketball/Tennis, Liebe/Feiern/Entspannen

Mitglied seit:07.06.2006

Erfahrungsberichte:5

Vertrauende:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Story des Films:

Im Jahr 1983 wird ein spanisches Sklavenschiff vor der Ostküste der (gerade neu gegründeten) Vereinigten Staaten aufgebracht. Es stellt sich heraus, dass es eine Revolte der Sklaven gab und sie versucht haben mit dem Schiff in ihre Heimat zu segeln, nach Afrika.

Nachdem sie zunächst unter Arrest gestellt werden, wird der Prozess vorbereitet. Die Anklage soll auf Mord an den spanischen Sklaventreibern lauten. Dieses Urteil wäre aber nur möglich, wenn nachgewiesen wird (die Schiffspapiere belegen dies zunächst), dass es sich bei den "Arbeitern" nicht um verschleppte Sklaven aus Afrika (Elfenbeinküste) handelt. Also muss der junge Rechtsanwalt Baldwin (Matthew McConaughey) irgendwie beweisen, dass es sich um Sklaven handelt.

Leider erschweren mehrere Umstände den eh schon komplizierten Prozess. Erstens stehen die US-Präsidentschaftswahlen an und der jetzige Präsident möchte wieder gewählt werden, weshalb er darauf bedacht ist es allen Recht zu machen (der spanischen Königin, den Südstaaten). Zweitens erhebt die spanische Königin Anspruch auf das Schiff und alle Sklaven, da es ja ein spanisches Schiff ist. Drittens gibt es noch weitere Männer die Ansprüche geltend machen, nämlich zwei Marine-Offiziere, die das Schiff geborgen haben und es jetzt für sich haben wollen und die Überlebenden des Schiffes, die ja eigentlich die rechtmäßigen Eigentümer sind. All das erschwert den ganzen Prozess natürlich.

Die einzige Hilfe erhalten Baldwin und seine Freunde (Morgan Freeman) zunächst von Cinque (Djimon Hounsou), der als Sprecher die Sklaven vertritt. Neben sprachlichen Barrieren gesellen sich im Laufe des Prozesses noch weitere Probleme dazu. Denn als Baldwin auf der Gewinnerseite scheint und eigentlich schon nachgewiesen hat, dass die Sklaven entführt wurden, tauscht der Präsident zunächst Richter und Geschworene aus und last but not least geht er nach dem Urteil auch noch in Berufung und will das oberste Bundesgericht entscheiden lassen. Warum tut er das? Er bekommt Druck von Spanien (ehemaliger Verbündeter gegen die Briten vor der Unabhängigkeit) und von den Südstaaten (dort ist Sklaverei noch legal), die mit einem Bürgerkrieg drohen, bei Freilassung der Afrikaner.

Stand er während der ersten Gerichtsverhandlung nur im Hintergrund, rückt nun der ehemalige Präsident John Quincy Adams (Anthony Hopkins) in den Mittelpunkt. Auf Bitten (AnflehenJ) vom frustrierten Anwalt Baldwin, hilft er aus und hält am Ende des Films eine ergreifende Rede vor dem Bundesgericht, in der er auch auf die möglichen Folgen dieses Prozesses eingeht. Letztendlich entscheidet auch das oberste Bundesgericht, dass die Afrikaner freie Männer sind und zurückkehren dürfen nach Afrika.

Am Schluss wird dann ein Überblick über die weiteren Folgen des Prozesses gegeben, wie z. B., dass der US-Präsident nicht wiedergewählt wird und dass ein amerikanischer Bürgerkrieg das Land weiter. Beklemmend wirkt die Heimreise von Cinque und seinen Freunden (Szene: Segelschiff, alle in weißen Gewändern, fahren der Sonne entgegen + traurige Musik), nachdem der Text dazu erscheint:
"Als Cinque in sein Heimtatland zurückkehrte, herrschte dort Bürgerkrieg. Seine Angehörigen waren verschwunden. Wahrscheinlich wurden sie als Sklaven verkauft."

Darsteller des Films:

Matthew McConaughey:
~ spielt den Anwalt Baldwin, der zunächst nur seinen eigenen Profit im Auge hat, mit der Zeit sich aber mit Cinque anfreundet und den Gewinn des Prozesses mit voller Hingabe erzwingen will. Die schauspielerische Leistung ist gut, wobei er von allen Hauptdarstellern am schwächsten abschneidet. Zu aufgesetzt wirkt diese Gefühlsduselei mit dem Sklaven Cinque.

Morgan Freeman:
~ spielt den amerikanischen Freiheitsrechtler Joadson, der auch aufgrund seiner Herkunft, an einem Freilassen der Afrikaner interessiert ist. Die schauspielerische Leistung von M. Freeman erfüllt alle Erwartungen. Er überzeugt absolut in seiner Rolle und wirkt extrem glaubwürdig. Vor allem die Dialoge, die er allein mit Anthony Hopkins führt, sind wirklich etwas besonderes.

Anthony Hopkins:
~ spielt den ehemaligen US-Präsidenten John Quincy Adams, der sich zunächst sträubt, dem Prozess aktiv beizuwohnen und Baldwin zu helfen. A. Hopkins verpackt diese Rolle des alternden, greisen, leicht senilen Ex-Präsidenten so geschickt, dass es schon wieder niedlich wirkt. Klasse schauspielerische Leistung.

Djimon Hounsou:

~ spielt den Anführer der Sklaven Cinque, der anfänglich sehr zurückgezogen wirkt, mit Andauern des Prozesses und der wachsenden Freundschaft zu Baldwin immer mehr ins Geschehen eingreift. Zum Erscheinen des Films, war er ja noch sehr unbekannt, nicht nur seine weiteren Rollen, lassen auf das Können von D. Hounsou schließen (Gladiator). Auch hier spielt er die Figur mit soviel Überzeugungskraft und Hingabe, dass der Zuschauer wirklich mitgerissen wird.

Regie des Films:

Steven Spielberg:

~ leistet mal wieder grund solide (also hervorragende) Arbeit ab. Wie er die einzelnen Charaktere miteinander verknüpft und agieren lässt, ist einfach Weltklasse. Auch fasst er dass nicht leichte Drehbuch sehr gut zusammen und verpackt es mit einem packenden Anfang und einem grandiosen Schluss.

Bewertung des Films:

Wie schon aus meiner Beschreibung hervorgeht, bin ich absoluter Fan dieses Films. Der Stoff ist hoch interessant. Außerdem noch wirklich gut verpackt. Beim ersten Mal ansehen sind mir doch tatsächlich die Tränen gekommen bei der Schlussszene (siehe oben). Alles in allem kann man sagen, wo Spielberg drauf steht, ist auch Spielberg drin!!!!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sinai45

sinai45

06.07.2006 17:06

Das war ein Spitzenfilm

Sadie_at

Sadie_at

06.07.2006 03:12

Das ist ein selten guter und ergreifender Film und sicher nicht weit entfernt von den Tatsachen ;-)

Baerche

Baerche

05.07.2006 20:57

Kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen.

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