Amores Perros

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Mi amor! Solo mi amor!!!!!!

3  21.09.2002

Pro:
typischer Roadstyle, Romantik, Liebe, Spannung

Kontra:
man verliert schnell den Faden, so richtig Roadmovie ist es nicht .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

chaosleo1

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:122

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Was sagt Euch das? Den nicht des spanischen Mächtigen unter Euch vermutlich nicht viel - den anderen auch nicht.....Zur Hilfe: Meine Liebe - nur meine Liebe!
So ähnlich hätte der Titel des Filmes auch heissen können......Aber "Amores Perros" heisst nach meiner spanischen Definition "geliebte Hunde" oder "Hundeliebe", wie man will.....

Da ich den Soundtrack schon lange vor dem deutschen Erscheinungsdatum besessen habe und die Musik mir eigentlich schon ein mexikanisches Roadmovie versprochen hat (genauso wie die Vorschau auf CNN), wollte ich den Film unbedingt sehen. Aber leider liess das Erscheinungsdatum in Deutschland auf sich warten und ich vergass den Film schlichtweg.

Vor kurzer Zeit aber hab ich dann die DVD in der Videothek meines Vertrauens entdeckt und natürlich sofort ausgeliehen......Was mich erwartete erfahrt ihr gleich - ich hatte allerdings mit etwas völlig anderem gerechnet.

Zur Handlung:

Der Film bleibt dem Titel treu - es geht um Hunde....Und zwar in jeder Situation, leider auch in sehr brutalen. Ich bin selber Hundehalterin und manche Szenen haben mich fast zum Heulen gebracht. Es geht um Hunde, um die Liebe zu Hunden, um die Liebe von Hunden zu Menschen und um Hundekämpfe....ganz am Rande gibt es auch noch die Liebe und die Kämpfe der Menschen zu sehen.....
Der Film beginnt eigentlich mittendrin. Man versteht die erste Szene erst zur Mitte des Films. Man sieht ein Auto, in dem zwei junge Mexikaner völlig panikartig davonflitzen, auf dem Rücksitz ein blutender Rottweiler......Dann ein KNALL!!!!
Und dann versteht der Zuschauer nichts mehr, bis er erkennt, dass er am Anfang der Geschichte angelangt ist und jetzt erst die Geschichte der ersten Szene verstehen wird....
Zweite Szene:
Ein junger mexikanischer Mann (der Film spielt schliesslich auch dort und es sind nur mexikanische Schauspieler vorhanden) wandert mit einem Rottweiler ins Elternhaus, in dem sich auch sein Bruder samt Ehefrau befinden. Der junge Mann heisst Octavio und Octavio ist sichtlich um die junge Ehefrau seines Bruders und auch um dessen Hund bemüht....Der erste Eindruck täuscht auch im weiteren Verlauf des Filmes nicht. Octavio liebt die Frau seines Bruders und versucht Geld zu verdienen, um diese auch von seinem "gewalttätigen" Bruder fernzuhalten. Dazu gibt es in diesem Film anscheinend nur die Möglichkeit von brutalen Hundekämpfen. Da er sich ohnehin mehr um den Hund kümmert, als sein Bruder, hat dieser auch mehr Vertrauen zu ihm und Octavio kann ihn zu den blutigen Kämpfen anmelden.

Dann haben wir noch seinen größten Widersacher, der seinerseits eigentlich immer die besten Hunde in die Kämpfe geschickt hat, doch keiner seiner Hunde kommt mehr gegen Octavios Rottweiler an. Er schwört Rache.

Zwischendrin, in Zwischensequenzen, die scheinbar fehl am Platz erscheinen, aber am Ende ein sehr logisches Bild des Filmes abgeben, lernen wir noch ein junges bildhübsches Modell kennen (mit ihrem Freund, der ja eigentlich noch verheiratet ist) und ZAAPPP!!! sind wir wieder in der Anfangsszene, bei dem Unfall.....Dort ist leider auch dieses junge Modell beteiligt. Wir lernen ihre (wirklich beeindruckende) Leidensgeschichte im weiteren Verlauf des Filmes kennen. Natürlich hat auch sie einen Hund, allerdings einen von der ganz kleinen Sorte....

Und dann taucht auch immer wieder dieser ergraute kräftige Mann mit seinem Einkaufswagen und einer Schar von herrenlosen Hunden hinter ihm auf. Er ist sowohl bei dem Unfall, als auch bei einem Mord, als auch bei der Aufnahme des völlig gestörten Rottweilers Octavios zu finden, den er besser nie aufgenommen hätte.

Und am Ende und auch mittendrin kommt doch alles anders, als man es erwartet hätte.....


Meinung:
Der Film besteht aus zahlreichen brutalen und rohen Elementen. Es geht hauptsächlich um die Grundelemente des Lebens. Gewalt, Mord, Liebe, Geld, Verzweiflung und die Liebe zu Tieren. In jedem Fall überzeugen die Personen durch ihre unabdingliche Liebe zu ihren Tieren, der Film besticht durch die verrückte Klarheit, die sich erst am Ende des Filmes herausstellt. Alles gibt einen Sinn, auch wenn man lange danach gesucht hat. Der Film hat stellenweise einen etwas langatmigen Charakter, teilweise ist er mir auch einfach zu brutal. Die Szenen mit den grausamen Hundekämpfen und auch die Szene mit Octavios Hund bei dem Bettler (der ja eigentlich Terrorist und Auftragsmörder ist, aber irgendwie auch doch nicht) haben mich am meisten geschockt....
Ich konnte das nicht nachvollziehen, dabei kenne ich solche Szenen aus der Zeitung. Die Schauspieler haben allesamt eine einsame Spitzenleistung gebracht, jeder einzelne konnte in seiner Rolle überzeugen. Besonders der vermeintliche Topterrorist und Auftragsmörder hat mich überzeugt. Die Musik während des Films ist durchaus passend (war sie doch auch der Grund warum ich mir den Film überhaupt angesehen habe), auch die Drehorte lassen einen das typisch mexikanische Kleinstadtleben gut nachvollziehen.
Was mich anfangs gestört hat, war der etwas wirre Aufbau des Films, allerdings musste ich am Ende feststellen, dass gerade dieser Aufbau den Film zu einem Meisterwerk macht.

Schauspieler:
Emilio Echevarría, Goya Toledo , Jorge Salinas, Vanessa Bauche,Alvaro Guerrero
Gael Garcia Bernal

Fragt mich nicht, wer wen gespielt hat, ich kannte keinen einzigen von denen bisher.

Der Regisseur des Ganzen (Inarritu) ist meiner Meinung nach noch recht unbekannt, was sich aber bald ändern könnte. Sein Stil ist anscheinend die bedingungslose Ehrlichkeit, in Bezug auf Brutalität und Liebe ist ihm das bei dem Film gelungen.

DVD-Extras:
Ja, das große Fragezeichen. Bei der Verleihversion war kein einziges Extra zu finden. Nicht einmal die Sprache (ausser Englisch) konnte man ändern. Dolby 5.1 gab es schon, aber das war es. Kein Making Of, Keine Kommentar, lediglich ein paar URALT Trailer (die waren bestimmt von 1960) that´s it!
Aber was soll´s? Bei dem Film habe ich das ehrlich nicht mehr erwartet. Höchstens ein paar Kommentare des Regisseurs fänd ich gut, um den Drehverlauf nachvollziehen zu können. So muss ich leider spekulieren!

Mein Fazit:

Der Film ist ein Meisterwerk für Liebhaber des Genres, auch wenn es sich hier irgendwie doch nicht um das typische Roadmovie handelt (dazu fehlt manchmal einfach die Action). Für Tierliebhaber ist er bedingt zu empfehlen, und auch nur dann, wenn sie verstehen wollen, wie man Tiere quält und was aus wirklich lieben Tieren wird....
Für Filmkritiker bestens geeignet, hier findet sich manches. Für Leute, die schnelllebiges, leichtes wollen, eher nicht geeignet. Man muss sich schon einigermassen konzentrieren, um den Sinn zu fassen. Auch sollte so ein Film natürlich niemals in die Hände von Minderjährige fallen, normalerweise nehm ich das nicht so genau, aber bei diesem Film die eindeutige Warnung! Nichts für Kinder und zarte Naturen.

Mich als Hundebesitzer hat der Film sehr nachdenklich gemacht, ich konnte mich an vielen Stellen wiedererkennen. Auch konnte ich lernen, warum so viele Hunde aggressiv werden und warum die Menschen diese Tiere so sehr lieben.

Eingeschränkte Empfehlung daher von mir für diesen Film!!!
Unter Empfehlung daher JA´, Punkte aber Mittelmass!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
barcelona2000

barcelona2000

11.05.2005 00:24

Ein Text, der mich doch sehr neugierig macht, hatte mir den Film bislang eher anders vorgestellt. "Amores Perros" soll also "liebst Du Hunde?" heißen....*lins-nach-unten*, hm...:-))) Federico

Zombie-Zowie

Zombie-Zowie

27.05.2004 22:09

Ich bin auch Hundefan und was mich da am meisten aufgeregt hat, war, dass die den armen kleinen Hund nicht berfreut haben und auch so lange gewartet haben. Das darf nicht sein. Ich frage mich auch wie die die Kampfhundeszenen nachgestellt haben oder ob die womöglich echt waren ( Ich guck jetzt mal bei AHA.Film rein, vielleicht steht da ja was). Was mich auch verwunderte war, dass der Rottweiler so ohne Tierarzt überlebt hat und er wurde ja auch noch angeschossen. Trotzdem ein genial schockierender Film. Gruß Zowie

Strangf

Strangf

15.08.2003 21:08

Ein schöner Bericht, jedoch bist du am Schluss zu huddelig geworden. Hätte gerne detaillierter erfahren, warum die Schauspieler überzeugen.. Außerdem heißt der Titel wörtlich übersetzt: Magst/Liebst du Hunde?. In der Bedeutung kommt es dem Ausspruch "Love's a bitch" gleich. Auch die Message hätte ich gerne gelesen: "Somos lo que perdimos" (Wir sind, was wir verloren). Deswegen leider nur ein h, aber ansonsten echt gut... :-) Grüßle

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