Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
süßer kleiner Minidrachen, der sogar pflegeleicht ist |
| Kontra: |
er frißt nur Lebend - und Frostfutter |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Heute möchte ich über unseren neuen Aquarienbewohner schreiben.
Schon länger habe ich überlegt, was ich aus meinem 60 cm Aufzuchtbecken mache. Klar, kommen da viele Fische in Frage, aber man will ja auch nicht immer normale Fische halten, von denen man die Verhaltensweisen kennt.
So kam ich auf Amphibien. Da gibt es ein weites Spektrum, aus denen man aussuchen kann.
Da ich aber ohne viel Aufwand mein Komplettbecken nutzen wollte, fielen mir nur Frösche und Molche ein.
Bei meinem Aquarienhändler fand ich ihn dann. Den Axolotl.
Es sind absolut niedliche, kleine Minidrachen, die unter Wasser leben.
Der Ursprung:
Genau genommen heißt der Axolotl Ambystoma mecicanum. Er ist eine ausschließlich im Xochimilco See in Mexiko vorkommende Salamanderart. Die Familie sind die Querzahnmolche. Diese interessanten Tiere sind ihr Leben lang Larven (Neotonie) und können sich auch so vermehren. Sie existieren seit ca. 350 Mio. Jahren in unveränderter Form auf der Erde. Damit ist er eines der ältesten noch auffindbaren Art.
Biologie:
Die Axolotls gehören zu den Amphibien. Interessant finde ich, dass sie wie kleine Drachen außenliegende Kiemen haben. Man sieht es an dem kleinen „Kranz“, der sich um den Kopf befindet und kleinere „Fransen“ hat. Axolotls haben keine vollständig ausgereifte Lunge, was für mich die Begründung ist, dass sie nur unter Wasser leben. Sie schnappen nur an der Wasseroberfläche nach Luft.
Diese Tiere sind so genannte Dauerlarven von bis zu 25 cm Größe. Eine genetisch veranlagte Schilddrüsenunterfunktion verhindert die Weiterentwicklung in die Landform. Man könnte diese Entwicklung mit künstlichen Injektionen mit Schliddrüsenhormonen auslösen. Nur dann würde der Axolotl ein Landgänger werden. Allerdings möchte ich gleich davor warnen, solch Experimente zu starten. Sollte man es theoretisch gesehen zu spät machen, würden die Tiere qualvoll verenden, da sich nur noch einzelne Körperteile weiter entwickeln. Weiterhin würde es als Tierexperiment angemeldet werden müssen. Daher wäre es eine Straftat, solch Tierversuche zu probieren.
Anschaffung:
Diese bitte sehr genau überlegen.
Axolotls werden in Gefangenschaft ca. 16 Jahre (!!!) und manche Tiere wurde auch vereinzelt bis 25 Jahren gehalten.
Diese Tiere kosten im Handel ca. 10 bis 20 Euro, was ich persönlich noch als preiswert empfinde. Immerhin sind Axolotls eine geschützte Art, die ein großes Verantwortungsbewusstsein erfordern. Auch wenn sie pflegeleicht sind.
Das Becken:
Die Größe des Aquariums ist je nach eigenem Geschmack fast egal. Es beginnt mit einem 60cm Becken und reicht für zwei Tiere. Je größer das Becken ist, desto mehr Tiere kann man auswählen. Aber bitte auf keinen Fall überbesetzen.
Das Becken sollte nicht abgedeckt werden, da es sich sonst schnell aufheizt.
Der Standort:
Axolotls sind Kaltwassertiere. Also gehören sie wie jedes Becken nicht in die Sonne und wie bei jedem Becken braucht es natürlich eine feste, stabile Grundlage (wie z.B. ein Aquarienschrank).
Die Beleuchtung:
Tagsüber sollte es im Aquarium heller sein als nachts. Das ist eigentlich schon alles. Allerdings nimmt man sich ja jegliche Freude, wenn man in einem nicht beleuchteten Becken die Tiere sucht.
Empfehlenswert sind alle Beleuchtungen, die keine Wärme verursachen.
Je nach Pflanzenbesetzung kann man die Beleuchtungsdauer gestalten.
Filter:
Ich habe einen normalen Innenfilter, der sich in der Leistung regeln lässt. Axolotls brauchen keine starke Strömung – eher im Gegenteil. Der Filter muß stark genug sein, um das Becken sauber zu halten und die Tiere mit ihrer Leistung bzgl. Der Strömung nicht behindern.
Heizstab:
Keiner erforderlich, da die Tiere im Kaltwasser leben.
Bodengrund:
Ein sehr wichtiger Punkt. Da die Tiere sich eher laufend statt schwimmend bewegen sollte ein griffiger Bodengrund angemessen sein. Allerdings fressen sie den Kiesel bei der Futteraufnahme mit. Daher ergibt sich so ein kleines Problem. Die meisten Tiere sterben an Verstopfungen, da der Besitzer einen falschen Bodengrund ausgesucht hat.
Kiesel mit mindestens 2,5 cm Durchmesser stellen keine Bedrohung mehr dar, da sie zu groß sind, um verschluckt zu werden. Allerdings wird so eine Bepflanzung zur Qual.
Sand bis 0,5mm ist so fein, dass er gar keine Probleme darstellt. Er kann verschluckt und ausgeschieden werden. Allerdings muß man auf entstehende Fäulnisherde achten. Sie würden die Wasserqualität total zerstören.
Bitte keine scharfkantigen Gegenstände, da der Axolotl sich verletzen würde.
Pflanzen:
Axolotls wühlen gerne. Daher am besten eher eine Hintergrundbepflanzung vornehmen und die Stellen wählen, wo das Tier nicht lang läuft und nach Futter sucht.
Robuste Pflanzenarten, die für Kaltwasser geeignet sind erfüllen so ihren Zweck.
Sonstige Einrichtung:
Ich habe mein Becken so eingerichtet, dass mein Axolotl sich seinen Platz selber aussuchen kann. Wenn er dem Wasserspiegel näher sein möchte, klettert er einfach auf einen Stein. Wenn er seine Ruhe haben möchte, dann kann er sich auch unter oder in einer Wurzel verstecken.
Futter:
Am besten täglich. Möchte man dies nicht, sollte man gezielt z.B. mit einer Pinzette alle 3-4 Tage füttern.
Die Tageszeit spielt dabei keine Rolle.
Axolotls sind Karnivoren. Das bedeutet, sie ernähren sich ausschließlich von anderen Tieren. Dabei wird es einem aber leicht gemacht, da es egal ist, ob die Tiere leben oder aufgetaut sind.
Auf die Futterliste, die nicht zu einseitig sein sollte, gehören z.B. Regenwürmer, Stör-Pellets, Maden, mit viel Vorsicht Krabben aus dem Supermarkt, Fischfilet, Jungfische, Muschelfleisch aus dem Supermarkt, Teichbeute (rote, weiße, schwarze Mückenlarven und Wasserflöhe für kleine Tiere), Frostfutter.
Zum Glück kann man diese Tiere auch nicht überfüttern. Der Axolotl weiß selber, wenn er satt ist. Allerdings müssen nach 24 Std. die Reste aus dem Becken entfernt werden.
Vergesellschaftung:
Bei den Axolotls heißt es eigentlich nur: „Entweder fresse ich Dich, oder Du mich“
Apfelschnecken können mit im Becken gehalten werden, allerdings muß man auch auf die eine oder andere verzichten können.
Für Guppies gilt das Gleiche. Sie sind zwar ein sehr guter Lebendfutterlieferant, aber wenn ein großer zu nahe kommen sollte, muß auch dieser daran glauben. Für wahre Guppyliebhaber der absolute Horror, da auch die Temperaturen für diese Fischart gerade zu nur noch an der Grenze der Akzeptabilität liegen.
Andere Tiere gehen an die Haut der Axolotls, da diese so weich ist, dass sie ohne Probleme angefressen werden. Dies gilt auch für alle Ancistren.
Eine Zucht würde ich nicht empfehlen, da man mit ca. 300 Tieren rechnen muß und wer hat schon so viel Platz bzw. Abnehmer.
Also alles in allem ist es ein relativ pflegeleichtes Tier, das gerne im Artbecken gehalten werden will. Die einzige Schwierigkeit für sensible Liebhaber ist die Ernährung, aber man kann auch regelmäßig Futterfische im Zoohandel kaufen.
Ich denke, dass dieser Punkt wahre Liebhaber nicht abschreckt.
Leider landen aber auch heute noch viele Tiere im Gartenteich, weil einfach der Händler falsch beraten hat. Dort verenden die meisten Tiere, da sie nicht ausreichend ernährt und viel schlimmer – den Winter nicht überleben.
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