Amstrad/Schneider CPC

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5  01.05.2001

Pro:
Einfache Bedienung

Kontra:
Das 3" Diskettenformat

Empfehlenswert: Ja 

rapp

Über sich:

Mitglied seit:10.04.2000

Erfahrungsberichte:23

Vertrauende:1

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Der Schneider CPC 464 war ein OEM Produkt des englischen Herstellers Amstrad. Schneider hat die Kisten damals vertrieben, und somit waren sie praktisch überall zu haben. Es war mein 2. Rechner den ich hatte, 1986 glaube ich. Gegenüber dem Texas Instruments TI 99/4A hatte der CPC unglaubliche 64 Kilobyte Speicher. Was man da alles machen konnte. Ich hatte den damals üblichen Grünmonitor, der so starke Störungen im Hochfrquenzbereich ausstrahlte daß im Fernseher der 2 Zimmer weiterstand das Bild anfing durchzulaufen....vor allem konnte man erkennen was der CPC gerade tat. Ob er gerade vom Tape lud, oder ein Listing listete...

Das Schwestermodell der CPC 664 hatte anstatt des eingebauten Casettenrecorder eine Diskettenstation. Warum die nur die dummen 3" Disketten verwendet haben ?

Danach kam der CPC 6128 heraus dessen Gehäuse etwas niedriger und die Tastatur besser war, aber auch wieder mit dem unsäglichen 3" Laufwerk. Der 6128er hatte einen phänomenalen Speicher von 128 Kilobyte.

Mit dem eingebauten Locomotive Basic war programmieren kinderleicht. Es gab 3 Bildschirmauflösungen, und eigene Grafik-Befehle. So konnte man mit Plot(x,y) einen Punkt auf dem Bildschirm markieren, dann noch einen 2. und dann wiederum mit dem Befehl draw die beiden Punkte verbinden. Zu der Zeit war das was feines, was bei anderen Rechnern erst mit einem Erweitertem Basic das man zukaufen mußte machen konnte.

Ja, den CPC konnte man sogar an die Stereoanlage anschließen und man konnte "richtig" Musik damit machen, sofern man mit Oktaven usw. was anfangen konnte. Zudem gab es zu allen möglichen Themen Bücher zum kaufen, so wie das CPC Schulbuch. Hat die Mathehausaufgaben enorm erleichtert :-))

Besonders an Schulen wurde der Rechner sehr gerne eingesetzt. Den CPC 6128 gabs mit Monitor damals für glaube 999 DM zu kaufen. An der Berufsschule hatten wir auch die CPCs, der Lehrer hatte keinen Plan von den Dingern, sondern nur das Handbuch auswendig gelernt. So war es möglich mit einem Befehl Tasten zu vertauschen. So vertauschten wir auf dem Lehrerrechner die Tasten Return mit der Leertaste aus, und der Lehrer hat den ganzen Rechner zerlegt weil er meinte er sei defekt. Unvorstellbar - der Mann war Professor der Elektrotechnik ! Sein ganzer Stolz war ein Programm das irgendwelche Funktionen berechnete und graphisch darstellte. Dauerte ewig bis da was zu sehen war. Wir haben es dann während des für uns totlangweiligen Unterrichts in Maschinensprache umgesetzt, das Ergebnis hat dem Mann fast die Tränen in die Augen getrieben. Da zeigte der CPC was er konnte, und das mehrfarbig und nicht nur im öden s/w.

Die Nächte mußten wir uns nicht mehr mit dem abtippen von Programmlistings (DATA Zeilen) herumschlagen, der Rechner war so weit verbreitet daß es genügend Kopien gab.

Ach ja, wer kann sich noch an Apfelmännchen und Juliamengen erinnern ? Was das ist ? Fraktale. Mittels einer Formel werden sich immer wiederholende Formen berechnet, so entsteht z.B. ein Baum aus lauter kleinen Bäumen oder ein farbiges Bild das aussieht wie wenn man einen Apfel aufschneidet. Man mußte teilweise stundenlang warten bis man das Ergebnis sehen konnte, und durch einfaches Verändern der Formel gab es wieder ganz neue Bilder.

Ende der 80er kam auch für den CPC das aus, nachdem Schneider den CPC nicht mehr vertrieb. Amstrad hatte zwar noch versucht die Plus Modelle der CPCs zu vertreiben, die waren aber außerhalb England, dem Mutterland des CPC´s nicht mehr zu verkaufen. Der Atari ST und der Commodore Amiga hatten die Markführerschaft übernommen. Amstrad hat dann noch versucht mit der aufgekauften Tochterfirma Sinclair die legendären ZX Spectrums zu etablieren und hat diese weiterentwickelt, was aber auch nicht funktionierte. 8-Bit Rechner waren nicht mehr gefragt, und Neuentwicklungen gab es keine.

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