Analphabetismus Werbekampagne (gesamt)

Analphabetismus Werbekampagne (gesamt)

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Erfahrungsbericht von kerlimaus99 über Analphabetismus Werbekampagne (gesamt)
31.03.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: macht auf das Problem aufmerksam, sensibilisiert und macht Mut
Kontra: manche Details etwas irreal und ungeschickt

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Heute mal wieder Werbewochen bei kerlimaus99, so kommt es mir fast selbst vor, obwohl diesmal geht es nicht um einen einzelnen Werbespot, sondern um eine ganze Kampagne, nämlich die vom Alpha Telefon Münster gegen Analphabetismus. Über einen einzelnen habe ich ja schon mal geschrieben, aber nun möchte ich meine Gedanken und Eindrücke zur gesamten Kampagne zu Papier, äh, zu Bildschirm bringen.

Sicher kennen die meisten von Euch den einen oder anderen Spot, von denen mir jetzt so ad hoc vier Stück einfallen, die ich erstmal kurz beschreibe.

1. Der Lagerarbeiter
In einem Lager bricht ein Aufbau zusammen, weil der Lagerarbeiter das Schild "Beladen verboten!" einfach nicht lesen konnte. Natürlich ist der Chef, dessen Tag wohl eh nicht der Beste war, zunächst alles andere als begeistert, aber nachdem sich die Situation klärt, will er dem Arbeiter natürlich helfen, schön wär´s.

2. Der Liebesbrief
Eine junge Frau bekommt einen Liebesbrief und lässt ihn sich von ihrer Freundin vorlesen. Als es dieser zu intim wird, will sie aufhören, wird aber aufgefordert weiter zu machen, da die Empfängerin ja nicht lesen kann. Zunächst denkt die Freundin, der 1. April sei vorverlegt worden, aber dann glaubt sie es und die Lesensunkundige sagt dann noch, für´s Bett hätte sie noch nie ein Buch gebraucht, musste das sein.

3. Das Gedicht
Ein Mädchen kommt aus der Schule und hat für ein Gedicht eine gute Note bekommen und präsentiert es stolz ihrem Vater, der es jetzt lesen soll. Dieser fordert zunächst das Mädchen auf, das aber wohl erstmal nicht will, woraufhin er auf die Mutti verweist, die es später vorlesen soll. Als das Mädchen jedoch insistiert, fängt er stotternd an zu lesen, so daß das Mädchen begreift, was los ist und nun doch ihrerseits das Gedicht vorliest, geht mir am meisten zu Herzen.

4. Die Liebeserklärung
Ein Päarchen erwacht und er hat wohl heimlich etwas auf den Badezimmerspiegel geschrieben, was sie aber nicht lesen kann, was wiederum er aber nicht weiß. Als sie aus dem Bad zurückkommt erwartet er natürlich eine Antwort und auf das "Nett!" reagiert er etwas entsetzt, war glaube ich ein Heiratsantrag auf dem Spiegel, weiß ich aber nicht mehr. Daraufhin erklärt sie, daß sie ihm was beichten muß.

Allen Spots gemein ist sicherlich der Zweck auf das Problem aufmerksam zu machen, die Zuseher zu sensibilisieren und gleichzeitig den Betroffenen Mut machen sich zu outen. Sicherlich alles heere Vorsätze, aber kommt es auch so rüber.

Das erste mit Sicherheit, denn ich bin sicherlich nicht der einzige der angesicht der Zahl von vier Millionen Menschen in unserem doch so fortschrittlichen Land, die nicht richtig lesen und schreiben können, zunächst einmal ungläubig entsetzt ist. Ich denke auch eine gewisse Sensibilisierung findet statt und der oder die eine oder andere Betroffene wird sicherlich auch Mut fassen. Insgesamt halte ich diese aufklärerischen Spots auch für absolut notwendig und nützlich, ähnlich denen für Krebsvorsorge oder AIDS, aber trotzdem darf auch Kritik erlaubt sein, die sich hauptsächlich auf die beiden von mir erstgenannten Spots beschränkt.

Ob wirklich die meisten Chefs so verständnisvoll reagieren, darf zumindest bezweifelt werden. Wird hier nicht ein Teil heile Welt vorgespiegeln, den es so wahrscheinlich nicht gibt, auch wenn es wünschenswert wäre.

Und der zweite, musste denn dieser Satz "Für´s Bett hab´ ich noch nie ein Buch gebraucht" wirklich sein, haben denn dümmere oder unwissendere Leute nichts anderes im Kopf als poppen und sich ihre Schreib- und Leseschwächen bewusst ausgesucht, weil man das für gewisse Dinge nicht braucht, ich denke eher nicht. Inzwischen gibt es aber auch eine Version dieses Spots, in dem eben gerade dieser Satz fehlt, Gott sei dank.

Hoffentlich erfüllt diese Kampagne auch wirklich ihren Zweck, daß sich einerseits die Betroffenen mehr an die Öffentlichkeit trauen, die andereseits hoffentlich verständnisvoll und helfend reagiert, denn Absicht wird man wohl keinem unterstellen dürfen, denn wann lernt man normalerweise Lesen und Schreiben, doch in ganz jungen Jahren, aber kein Kind wird sich bewusst Analphabetismus als Lebensziel aussuchen, kommen wohl immer mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Später wenn man älter ist, ist es sicherlich oft Scham, daß man es dann nicht nachholt, was ich durchaus nachvollziehen kann, wenn ich mir vorstelle in dieser Situation zu sein auch wenn ich es schade finde.

Wenn auch diese Kampagne nur einen Teil des Problems beseitigt, hat sie sich auf jeden Fall gelohnt und wir sollten vielleicht mal darüber nachdenken, wie tiefsinnig im Prinzip der so oft dahergesagte oder -geschriebene Satz "Wer Lesen kann ist echt im Vorteil" in Wirklichkeit ist.

Ich kann jedenfalls jedem nur raten, sollte er von einem Betroffenen erfahren, diesem nach Möglichkeit zu helfen und ihn zu unterstützen, statt ihn bloßzustellen und zu verhönen, was wohl nur dazu führen würde, daß sich dieser noch weiter zurückzieht. Andererseits kann ich nur jeden Betroffenen auffordern, daß Problem offensiv anzugehen und ihm sich zu stellen, indem er sich einer vertrauenswürdigen Person anvertraut und von dieser unterstützen und helfen lässt.

Ich jedenfalls finde diese Kampagne mehr als wünschenswert, wenn mir auch ein paar Details nicht gefallen, aber irgendwas ist ja immer.

Sollte etwas Wichtiges oder Wissenswertes fehlen, bin ich für Hinweise und Anregungen ebenso dankbar, wie für jeden anderen Eurer hoffentlich wieder zahlreichen Kommentare, die herzlich willkommen sind wie immer und gegebenenfalls in einem Update verarbeitet werden.

Danke für Euer Interesse sowie das Lesen und Bewerten meines Beitrages.

Liebe Grüße und einen wunderschönen Tag

Euer Gerd

© kerlimaus99 31.03.2003

Shake Hands und NICHT IN MEINEM NAMEN (Nähere Infos bei Ria1 und easywk)   
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Schreib dich nicht ab !!!
Bewertung für Analphabetismus Werbekampagne (gesamt) von KatiKR

Pro: die Idee, die Umsetzung
Kontra: keine

Es gibt zwei Spots zur "Alpha"-Werbekampagne, die mir praktisch unter die Haut gehen, wenn ich sie sehe. Von beiden möchte ich euch heute hier berichten und meinen "Senf" dazu abgeben: *** "Fürs Bett brauchte ich noch nie ein Buch!" *** Ein Liebesbr ... Bericht lesen

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31.03.2003
°*° WER LESEN KANN, IST IM VORTEIL °*°
Bewertung für Analphabetismus Werbekampagne (gesamt) von DerVulkanierSpock

Pro: Zielsetzung, Umsetzung, Präsentation, Erkennbarkeit, Erfolge.
Kontra: 4 Millionen Analphabeten in Deutschland und jedes Jahr kommen 10.000 dazu.

Lesen können - schreiben können. Für mich die größten geistigen Errungenschaften in meinem Leben. Leseratte, wurde ich schon von klein auf genannt; alles was Buchstaben hatte wurde von mir verschlungen und bis heute biegen sich die Bretter in meinen Büche ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

29.03.2003
Ääääääääääääääääääh - NEIN
Bewertung für Analphabetismus Werbekampagne (gesamt) von LillyMarlene

Pro: --
Kontra: --

Ein Werbespot im Fernsehen regt mich oft zum Schmunzeln und auch zum Nachdenken an und manchmal macht er mich auch sehr traurig. Traurig darüber, das sehr viele Menschen auf der Welt und besonders in Deutschland weder lesen noch schreiben können. Gerade d ... Bericht lesen

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14.03.2003
Lies die Telefonnummer und ruf uns an?
Bewertung für Analphabetismus Werbekampagne (gesamt) von Tanescia

Pro: Spots erregen Aufmerksamkeit
Kontra: was machen Analphabeten?

Zuerst möchte ich sagen, daß ich die Spots eigentlich gut finde, da viele Leute sicherlich noch nicht realisiert haben WIEVIELE Analphabeten es in Deutschland gibt. Die Werbung ist gut gemacht. Klar und deutlich wird gezeigt, daß auch deine Freundin oder ... Bericht lesen

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weniger hilfreich

28.03.2003

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