Anaphylaktischer Schock

Anaphylaktischer Schock

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... Bitte sofort beim Allergologen vorstellen, um die Ursache des allergischen Schocks (Anaphylaktischer Schock) feststellen zu lassen. Weitere Behandlung: Der Allergologe machte ein bedenkliches Gesicht und gab mir zu verstehen, dass erst einmal 4 Wochen vergehen müssen, ehe die Medikamente ... Bericht lesen





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Dieter hat "einen ganzen Pfirsich" im Mund
Erfahrungsbericht von didiba über Anaphylaktischer Schock
12.12.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Nichts
Kontra: Alles

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Einleitung:

Nach einigen Monaten des Überlegens und Lesens in zwei anderen Berichten zu diesem Thema, möchte ich euch über einen allergischen Schock berichten, den ich nur knapp und durch glückliche Umstände überlebt habe. Ich werde mich dabei hüten, ärztliche Ratschläge oder ähnliches zu geben, da in einem der Berichte ein Arzt berechtigt heftig reagiert und kommentiert hat, weil eben solche ärztlichen Ratschläge zum Inhalt genommen wurden.

Was passierte?

Im Juni diesen Jahres waren wir zum Geburtstag abends bei Freunden eingeladen. Ganz lecker waren u.a. auch gelbe Paprikas aufgeschnitten. Ja, und über die machte ich mich her.
Ich weiß nicht nach welcher Zeit ich merkte, dass meine Zunge im Halsbereich taub wurde. Ich konnte zunehmend nicht mehr richtig sprechen.
Was war das? So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Erst einmal das Gespräch unterbrechen. Alkohol hatte ich nicht getrunken(glücklicherweise). Ich ging ins Badezimmer und streckte mir vor dem Spiegel die Zunge raus. Zu sehen war nichts, aber die Taubheit nahm deutlich zu.
Dann schwoll die Zunge an. Na ja, der Abend war insofern gelaufen, da ich auch nicht mehr richtig sprechen konnte. Man gab uns zum Abschied noch ein paar Ratschläge, wie man denn eine Allergie, das war irgendwie schon klar, „bekämpfen“ könne.
Nun wohnen die Freunde ganz in der Nähe eines großen Allgemeinen Krankenhauses, für die Insider, das AK-Eilbek.
Nach ein paar hundert Metern schwoll die Zunge so an, dass ich kaum noch sprechen konnte. Gesicht und Augen schwollen ebenfalls an. Vor den Mund musste ich schon ein Tuch halten, weil der Speichelfluss nicht mehr zu kontrollieren war. Das Schlucken begann ebenfalls Schwierigkeiten zu machen.
Ja, dann fiel die Entscheidung, ins Krankenhaus zu fahren. Ich kam auch gerade noch an. Die Lippen ließen sich schon nicht mehr schließen.

Im Krankenhaus:

In der Notaufnahme herrschte reger Betrieb, es war etwa 22.00 Uhr. Ich hatte noch das Tuch vor dem Mund und meine Frau musste für mich sprechen. Ein Pfleger kam und fragte, was los sei. Ich nahm das Tuch vom Mund.........er schaute, griff mich beim Arm, zog mich in ein Zimmer, schrie irgendwelche Kommandos durch den Flur, legte mich auf eine Liege, sprach immer wieder beruhigend auf mich ein und legte mir einen venösen Zugang. Dann kamen zwei Ärzte, schauten mich an, fragten meine Frau, was ich gegessen hätte und begannen mehrere Ampullen Medikamente in den Zugang zu geben. Immer wieder gab es besorgte
Blicke auf meine Zunge. Ich hatte schon einen kleinen Schlauch in der Nase, der Sauerstoff zuführte. Unter größten Mühen gelang es mir doch noch von Zeit zu Zeit zu schlucken, da sich immer wieder Speichel im Hals sammelte.
Dann fielt die Entscheidung: Stationäre Aufnahme und Verlegung in die Überwachungs-
station

Überwachungsstation.

Zwei Schwestern schoben mich eilends auf die Station. Inzwischen hatte ich mich entkleiden müssen.
Dort auf der Überwachungsstation erschien der Stationsarzt. Der schaute mich an, schüttelte mit dem Kopf und meinte, er sein viele Jahre auf dem Notarztwagen gefahren, aber, dass jemand „einen ganzen Pfirsich“ im Mund hat, habe er auch noch nicht gesehen.
Ein Seitenblick auf meine Frau und die Frage, wie lange es von der letzten Nahrungsaufnahme her sei. Nachdem meine Frau antwortete, dass es wohl so 20 Minuten wären, kam der Hinweis 15 Minuten weiter wäre es wohl zu spät gewesen.

Ich muss noch einfügen, dass ich glücklicherweise nicht erkältet war und so immer konzentriert und die Panik unterdrückend durch die Nase atmen konnte.

Der Arzt wollte für die Nacht die Verantwortung nicht übernehmen und veranlasste meine Verlegung in die Intensivstation.

Intensivstation.

Ich war angenehm überrascht, denn ich wurde freundlich aufgenommen, auch wenn ich manche lustige Bemerkung im Flur ausmachen konnte. Ich hatte Verständnis, ich muss wirklich ein äußerlich witziges Bild mit meiner Zunge und dem aufgedunsenen Gesicht abgegeben haben. Mir war das alles nicht ganz geheuer, wenn ich nicht solche Spannung im Mund und Hals hätte, ich hätte mit gegrinst.
Ernst nahm ich aber zur Kenntnis, dass OP-Besteck und ein komischer Plastikschlauch in die Nähe gelegt wurde für einen Luftröhrenschnitt. Die Zunge war so dick, dass ein Tubus nicht mehr gelegt werden konnte.

An den Überwachungsmaschinen mit laufenden Besuchen von verschiedenen Schwestern und Ärzten verbrachte ich die Nacht. Alle waren sehr besorgt, zuvorkommend und ausgesprochen nett!

Glücklicherweise schwoll die Zunge nicht noch weiter an, sondern die Schwellung stagnierte. Am nächsten morgen schien mir die Lage wieder entspannt. Die Zunge hatte sich etwa um die Hälfte zurück gebildet. Dieter wollte nach Hause! Eine Schwester brachte mir ein schnurloses Telefon, und ich durfte mit meiner Frau telefonieren. Als ich ihr erfreut mitteilte, wie gut es mir wieder geht und, dass ich gleich nach Hause käme, sah ich die Schwester energisch abwinken.
Es folgte die Visite und der Arzt entschied, dass ich noch einen Tag bleiben müsse, allerdings wieder zurück auf der Überwachungsstation.

Ja, und um es abzukürzen, ich schlief nahezu 24 Stunden durch (Medikamente) und wurde am nächsten Tag entlassen.

Ich ging auf Hausschuhen, da ein Witzbold meine Schuhe gestohlen hat. Diese standen nämlich nachweislich noch vor meinem Dauerschlaf unter meinem Bett.

Ein Rat noch vom Stationsarzt: Wenn das wieder mal passiert, GLEICH einen NOTARTZWAGEN, nicht zunächst einen Rettungswagen alarmieren, da der Arzt dann vielleicht noch einen Tubus legen kann.
Bitte sofort beim Allergologen vorstellen, um die Ursache des allergischen Schocks (Anaphylaktischer Schock) feststellen zu lassen.


Weitere Behandlung:

Der Allergologe machte ein bedenkliches Gesicht und gab mir zu verstehen, dass erst einmal 4 Wochen vergehen müssen, ehe die Medikamente aus dem Körper gespült sind. Dann verschrieb er mir zwei Fläschchen Antiallergiemittel, die ich austrinken sollte bei den ersten Anzeichen einer Allergie.
Zu Hause las ich die Beilagezettel. Schreck. Das waren hochkonzentrierte Mittelchen, von denen man über den Tag verteilt so etwa 20 Tropfen einnehmen soll. Ich rief den Arzt an. Ja ja, die sonore Antwort, machen sie bitte was ich ihnen gesagt habe, austrinken, beide Flaschen und den Notarzt rufen.

Nach einigen Wochen dann der Allergietest. Aber, es soll gerade im Bereich von Lebensmittelallergien Tausende von Möglichkeiten geben. Auf keine Fall soll ich rohe Paprikas und Nüsse essen. **Grins**, das mit den Nüssen, war mir schon klar, denn beim Katenspielen mit Freunden nahm ich zwei handvoll „Studentenfutter“, also verschiedene Nüsse und Rosinen. Nach zwei „Mund voll“ dachte ich an eine Spontanerkältung. Heftige Reizungen im Hals! Oh, entspannen und bloß nichts anmerken lassen, sonst jagt Schatzi dich ins Krankenhaus. Es ging auch gut.

Dann aß ich mal eine schöne frische Wurzel, Möhre oder Karotte, wie man sie auch immer nennt. Oh, taube Lippen und wieder eine „Spontanerkältung“.

Nun bin ich inzwischen etwas vorsichtiger geworden. Roh koste ich erst, warte ein paar Minuten und esse dann erst herzhaft weiter.

Der Anaphylaktische Schock:

Quelle: www.enius.de

Ich zitiere jetzt lieber wörtlich, denn ich bin kein Mediziner:

Allergische Reaktionen können unterschiedlich stark sein. Der anaphylaktische Schock stellt dabei die STÄRKSTE Reaktion dar, bei der der gesamte Organismus so heftig reagiert, dass lebenswichtige Funktionen beeinträchtigt sein können, etwa Blutkreislauf und Atmung. Anaphylaktische Schocks sind zum Glück recht selten und können mit kreislaufstärkenden Mitteln (Adrenalin) und hoch wirksamen antiallergischen Medikamenten (Antihistaminika, Kortison) behandelt werden.

Ein anaphylaktischer Schock kündigt sich in der Regel wie folgt an:

Brennen oder Juckreiz
Taubheitsgefühl auf der Zunge und im Rachenraum (AHA)
Bildung von Quaddeln
Herzrasen
Abfall des Blutdrucks bis Schwindel

Häufige Schock-Auslöser sind:

Insektengifte
Lebensmittel (z.B. Hasel- und Erdnüsse, Tiereiweiße)
Arzneimittel und Zusatzstoffe in Medikamenten (wichtig: Allergie-Pass ausstellen lassen und
mit sich führen)
Röntgenkontrastmittel
Naturlatex
Blutersatzstoffe“

Zitat Ende.

Abschlussbetrachtung:

Ich möchte mich bei einem bestimmten Herzmedikament entschuldigen, dem ich die Schuld gab, als mir im Sommer nach regelmäßigem Verzehr von gelben Paprikas im Salat die Unterarme und die Hände anschwollen! Auch die Sonne war es nicht!
Zu diesem Medikament bin ich auch wieder ganz lieb, weil es nicht die Ursache für zweijähriges Kopfjucken in den Sommermonaten in der Sonne war; und auch nicht für die Schweißausbrüche beim Essen und vieles andere mehr verantwortlich war.

Wer denkt denn schon an so was. Allergischer Schock! Vielleicht darum auch, dieser Bericht.
Es ist nicht alles so, wie es schein, oder wie wir es meinen.


©12. 12.2004 Dieter

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