Irgendwann im Dezember
25.10.2008
Pro:
lebensnahe Figuren, wunderschöne Musik, geschichtlicher Hintergrund
Kontra:
nix
Empfehlenswert:
Ja
 antjemue
Über sich:
:-( Trauer um MarenF :-( Leserückstand wird langsam aber sicher aufgeholt. Bitte Ciao, lasst das...
Mitglied seit:05.06.2001
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 139 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als wir kürzlich Besuch von 2 kleineren Kindern (6 und 9) hatten, wurde nach dem Spielplatz und vor dem Abendbrot jeden Tag am späten Nachmittag ein Zeichentrickfilm geschaut. Die meisten waren aus dem Hause Disney, denn da haben wir eine umfangreiche Sammlung an VHS aus der Zeit, als unsere Kinder klein waren. Allerdings muss sich auch der Film, den wir am ersten Abend sahen, aus dem Hause 20th Century Fox, nicht verstecken. Im Gegenteil, "Anastasia" habe ich schon vor 7 oder 8 Jahren (so lange haben wir das Video schon) gern gesehen. Und auch diesmal schaute ich mit und war wieder von seinem Zauber gefangen. Im Jahre 1916 gibt es am russischen Zarenhof ein rauschendes Fest. 300 Jahre ist die Familie Romanow auf dem Thron. Doch der böse Zauberer Rasputin, der gerade aus der Verbannung zurückgekehrt ist, will sich an den Romanows rächen und verflucht die ganze Zarenfamilie. Kurze Zeit später bricht die Oktoberrevolution aus. Das Volk stürmt den Zarenpalast und Zar Nikolai und die meisten anderen Familienangehörigen werden getötet. Nur Großfürstin Marie und Anastasia können sich durch Hilfe von Bediensteten retten. Doch sie verlieren sich und seit dem fehlt von Anastasia jede Spur. Die Großfürstin flieht nach Paris und setzt von dort aus eine hohe Geldsumme für das Finden von Anastasia aus.
10 Jahre sind inzwischen vergangen. Die 18-jährige Anya ist in einem Waisenhaus groß geworden. Sie kann sich nicht an die Zeit vorher erinnern. Einzig ein Anhänger, den sie schon trug als sie gefunden wurde, mit der Gravur "Zusammen in Paris", lässt darauf schließen, dass es da mal Menschen gab, die sie liebten. An einem Wintertag, zu dem sie eigentlich zum Arbeiten in eine Fischfabrik losgeschickt wurde, macht sie sich auf den Weg nach St. Petersburg, um von dort aus irgendwie nach Paris zu gelangen. Sie hofft dort ihre wahre Identität zu finden. Der Zufall will es, dass sie in den ehemaligen Zarenpalast gerät. Dort erinnert sie sich an ein großes Fest und trifft auf Dimitri und Vladimir, die ihr Geld mit Schwindeleien und dem Fälschen von Papieren verdienen und gerade in einem Theater junge Frauen vorsprechen ließen. Sie wollten eine finden, die sie als Fürstin Anastasia schulen könnten, um sie der Großfürstin als die verlorene Enkelin zu präsentieren und die Belohnung zu kassieren. Als sie Anya sehen, wissen sie, das ist die Einzige, mit der sie es schaffen können. Sie sagen ihr, dass sie wahrscheinlich die vermisste Anastasia ist (was sie allerdings selbst nicht glauben).
Der charmante Schwindler Dimitri, der bis 1916 als Küchenjunge im Zarenpalast diente, erzählt ihr alles über die Zarenfamilie. Anya, die einfach nur hofft, ihre Familie wieder zu finden, macht sich mit ihnen auf den Weg nach Paris. Doch plötzlich erinnert sich Anastasia an Dinge, die Dimitri ihr nicht beigebracht hat. Außerdem taucht der tot geglaubte Rasputin mit neuen Racheplänen auf und versucht Anya zu töten... Ach war das wieder mal ein schöner Film-Abend. Ich habe diesen Film jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen. Zusammen mit den Kindern saß ich selbst wieder wie ein Kind davor. Die gezeichneten Darsteller sind spektakulär umgesetzt und wirken sehr lebensnah. Auch die Synchronisation ist gut gewählt, die Stimmen passen wunderbar zu den Figuren. Der Film selbst wird von einer traumhaften Musik getragen. Es ist ein Märchen welches klassische und neuzeitliche Elemente gekonnt miteinander verbindet. Wie in jedem Märchen gibt es dabei auch einige sehr grausame Szenen. Alles was mit Rasputin zu tun hat ist sehr düster und gruselig. Gut, nicht ganz alles, die kleine weiße Fledermaus - ganz süß und mit traumhaft großen Ohren, Rasputins Diener, ist es die diese Düsternis immer wieder kindgerecht auflockert. Manch einer mag hier sagen, Rasputin ist überhaupt nicht kindgerecht. Da möchte ich ein bisschen widersprechen.
Ich finde es ist so gar eine äußerst passende Darstellung zum kindlichen Vorstellungsvermögen. Das Böse ist hässlich und grausam, so ist doch die Vorstellung unserer Kinder, die behütet sind und von denen wir in jungen Jahren ganz gut alles Böse fernhalten können. Dass das Böse auch in lieblicher Hülle kommen kann, mussten meine und auch meine Gastkinder bis jetzt glücklicherweise nicht erfahren. Der Film ist ohne Altersbeschränkung. Das finde ich dahingehend in Ordnung, wenn kleinere Kinder ihn mit den Eltern oder anderen vertrauten Erwachsenen zusammen ansehen und danach mit den Kindern darüber gesprochen werden kann. Und sollten sie merken, dass die Rasputin-Szenen das Kind doch zu sehr mitnehmen, können sie ja auch noch mal abmildernd eingreifen. Kinder einfach so vor einen Trickfilm (oder auch anderen Film) zur Unterhaltung zu setzen, fand ich von jeher verantwortungslos.
Wie bereits erwähnt, befindet sich das Video schon einige Jahre in meinem Besitz. Angeschaut wurde es in dieser Zeit vielleicht so an die 20 Mal. Nun weiß ich nicht, ob das an unserem Videorecorder liegt, den nach 12 Jahren noch immer Top funktioniert oder an der VHS Kasette. Auf jeden Fall kommt der Film noch immer in äußerst guter Qualität rüber, rauscht nicht und hat auch keine Hänger. Tja, Ich vergebe dem Videofilm Anastasia die Höchstpunktzahl. Für die Umsetzung, den Lehrgehalt mit geschichtlichem Hintergrund, die Musik, die Qualität und den wunderschönen Familienabend. Regie: Don Bluth, Gary Goldman 20th Century Fox, USA 1997, Länge 94 Minuten Fazit: Den werde ich wohl immer mal wieder anschauen!
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11.10.2010 10:54
ja, die Kinder einen Film schauen zu lassen ist DIE Rettung, mal eine Weile was arbeiten zu können, oder schlicht: auch mal seine Ruhe zu haben ;-) - LG Gisela
26.10.2008 20:03
Ich sehe mir sehr gerne Disney-Filme an, aber den hier habe ich noch nicht gesehen.
26.10.2008 19:30
Den Film habe ich auch schon gesehen. Der war echt toll. Liebe Grüße Sabrina