Anatomie

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Leidenschaftliche Forschung im Auge des Todes

5  02.02.2003

Pro:
Ein spannender Film, .  .

Kontra:
.  .  der nix für schwache Nerven ist

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


FrankyMarc

Über sich: Punkte bis Bronze: 102.727 / Offene (Gegen-)Lesungen: 565 / Fertige Entwürfe: 4 / Berichte fest in P...

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Vertrauende:54

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 76 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Bald ist es soweit – Anatomie 2 ist kurz davor, die deutschen Kinos zu erobern. Sollte sich die Gelegenheit bieten, werde ich mir den Film auch auf jeden Fall ansehen, da mich schon der erste Teil begeistert hat. Um euch diesen noch mal in die Erinnerung zu holen, will ich im folgenden Text ein paar Worte, oder vielleicht auch ein paar mehr, dazu verlieren.

Wie alles begann – die Entdeckung des Filmes

Schon einige Zeit ist es her, dass ich mir im Urlaub aus Langeweile und Mangel an Lesestoff im örtlichen Buchladen etwas gekauft habe. Für alle, die sich es nicht denken können: Es war ein Buch. Um genau zu sein, war es ein Buch zu einem Film – genau – nicht umgekehrt. Zum einen machte mich dies natürlich neugierig, zum anderen aber auch, dass ich vorher schon einiges über diesen Film gehört hatte. Es war – tataaaa – Anatomie.
Gierig verschlang ich innerhalb von nicht allzu vielen Stunden und war begeistert. Seitdem habe ich mehrfach nach dem Film Ausschau gehalten, doch jedes Mal, wenn ich mit irgendwem in irgendeiner Videothek war, war er nicht zu finden. Vorige Tage hatte ich dann aber endlich die Gelegenheit mir den Film anzusehen. Dass ich begeistert war, brauche ich wohl kaum zu erwähnen, oder?

Der Inhalt – sehr lebendig

Ein großer Saal – sieht aus, wie ein OP. Darin liegt ein Mensch, an dem ein paar Ärzte herumdoktorn. Langsam erwacht der Mensch – er betrachtet sich vorsichtig – und erkennt, dass ihm am Arm und an der Hand beträchtliche Mengen an Fleisch fehlen…

- CUT -

Paula (Franka Potente) ist eine ehrgeizige Medizinstudentin. Ihr Grossvater war ein bedeutender Arzt und auch ihr Vater ist ein solcher, wenn auch nicht bedeutend. In ihren Semesterferien opfert sie ihre Freizeit um nach Heidelberg einen Kurs zu besuchen, der eigentlich nur für die Besten gedacht ist. Auf dem Hinweg macht sie schon die erste Bekanntschaft. Eine aufgetakelte Blondine – fast eine lebende Barbie-Puppe – die ebenfalls zu diesem Kurs fährt. Gretchen (Anna Loos) ist ihr Name und sie sieht das ganze weitaus lockerer als Paula. Sie will ihren Spaß haben. Doch der Spaß hört bald auf, nachdem David, dem die beiden im Zug das Leben gerettet haben, vor ihnen auf dem Obduktionstisch liegt. Bei der Untersuchung fällt ihr auf, dass sein Blut eine gummiartige Konsistenz hat und macht sich daran, dies näher zu untersuchen. Dabei stößt sie, gebremst von Professor Grombeck (Traugott Buhre), nach einigen Nachforschungen auf den Kreis der Antihippokraten (hoffentlich richtig geschrieben). Diese Ärzteverbindung hat es sich, im Gegensatz zu „normalen“ Ärzten, zur Aufgabe gemacht, einzelne Menschen zu Forschungszwecken zu töten. Als Gretchen und Phil, ebenfalls ein Besucher des Kurses, verschwinden, macht Paula sich Sorgen und recherchiert gründlicher. Doch mit der Zeit merkt sie, dass sie nicht jedem vertrauen kann. Was haben Hein (Benno Führmann) und Caspar (Sebastian Blomberg) mit der ganzen Geschichte zu tun? Kann sie aus der tödlichen Falle entkommen, in die sie geraten ist?.. Schauts euch an und ihr werdet es sehen :)

Die Darsteller – falsches Spiel nur im Plot

Franka Potente zählt schon seit Lola rennt zu einer meiner Lieblingsschauspielerinnen. Ihr Talent hat sie auch in Anatomie wieder mal unter Beweis gestellt. Die prüde Paula, die mit der Zeit in Heidelberg immer mehr aufblüht und sich sogar zum Sex hinreißen lässt, bringt sie sehr gut rüber. Auch die Angst und Verzweiflung, die sie gegen Ende des Films erlebt, ist schauspielerisch gut gelungen. Doch vor allem finde ich, hat Traugott Buhre eine Erwähnung verdient. Zwar ist seine Rolle nicht besonders groß, doch den strengen Professor hat er einfach drauf. Auch die Optik stimmt hier. Ebenfalls die Optik ist bei Anna Loos perfekt. Das Gretchen, das sich mehr für die Männerwelt interessiert, als für den Kurs (woran es liegt später), ist ihr Metier. Benno Führmann hingegen spielt meines Erachtens nicht ganz so gut. Der Fanatismus, den er im Film auslebt, wirkt teilweise noch zu harmlos. Auch ist der Charakter selber zu berechnend, was aber nicht am Schauspieler liegt. Sebastian Blomberg schafft es in seiner Rolle die Zuschauer den ganzen Film hindurch zu täuschen. Seine Leistung hingegen ist alles andere als (ent-)täuschend.

Kritik an der Story – Leben und sterben lassen

Ist es nicht etwas weit hergeholt, dass jemand beim Sex auf dem Obduktionstisch ermordet wird? Die Story ist schon teilweise arg unrealistisch, doch wirkt das ganze nicht so. Bei genauerer Betrachtung fällt einem auf, dass die verwundete Paula am Ende doch noch ganz gut rennen kann. Und der Wirkstoff, der das Blut so gummiartig macht? Bis die Wirkung komplett eingesetzt hat vergehen etliche Minuten – die Gegenwirkung aber dauert nur Sekunden? Doch dies sind Dinge, über die man sich bei so einem Film keine Gedanken machen soll. Sinn ist es sicherlich weder den Zuschauern Angst vor Ärzten einzujagen, noch dass jede Kleinigkeit 100%ig realistisch abläuft. Der Zuschauer soll vor Spannung die Decke über den Kopf ziehen. Ganz so extrem ist es in diesem Film nicht. Hier wird eher die Decke wegen einiger doch etwas ekelhaften Szenen hervorgekramt. Mit Filmblut wurde teilweise nicht gegeizt, doch durch die Konservierung vieler Opfer floss nicht zu oft welches.
Am Ende hat man doch ein gutes Spektrum an Toten – doch dies ist nötig um die Spannung des Filmes zu halten. Allerdings ist der Film von Anfang an sehr durchschaubar. Den Anatomiesaal, in dem in der Anfangsszene „gebastelt“ wurde, erkennt man auf den ersten Blick wieder. Auch der Böse enttarnt sich dem Zuschauer selber – so bleibt aber auch die Spannung, da Paula sich dadurch unwissend in Gefahr begibt.
Große Überraschungen gibt es für den Zuschauer halt leider nur selten, daher kommt es umso erstaunlicher, als Paula diejenige findet, die als einzige in dem für den Kurs benötigten Test besser war als sie – Gretchen, die den Kurs schon mehrfach besucht hat. Der zweite Punkt ist Paulas Entdeckung, dass ihr Großvater, der ihr Vorbild war, ebenfalls der Verbindung angehörte und an den Forschungen beteiligt war. Er hat sogar das Mittel erfunden, das dem Blut diese seltsame Konsistenz verleiht.

Sex sells – so leicht geht das

Ein wenig nackten Oberkörper hier, ein wenig Brust da und schon hat man die Aufmerksamkeit der mit Sexentzug geplagten Menschen jeglichen Geschlechtes. Zwar fällt alles noch in den jugendfreien Bereich, doch einige Darsteller spielen mit ihren Sexappeal sehr stark. So wird sicherlich Gretchen nicht nur Blicke wegen der Handlung auf sich gezogen haben und einigen Frauen beim Anblick von Hein auch etwas anders geworden sein. Jedoch gibt es auch wiederum Gegenparts in dem Film, deren Aussehen irgendwo zwischen Mauerblümchen, Schrottpresse und Clerasil-Testgelände anzusiedeln ist. Diese Personen nehmen aber nur untergeordnete Rollen ein. Die einzige, die zu Anfang noch etwas prüde daherkommt ist Paula. Dies ändert sich aber, wie gesagt, mit der Zeit ein wenig, so dass auch sie in die Rolle der Sexy-Darsteller passt. Höhepunkt des ganzen ist sicherlich der Mord beim Sex auf dem Obduktionstisch ;)

Fazit – ist dies das Ende?

Das Ende vom Film ist nicht unbedingt als Ende der Geschichte zu sehen. Somit wird es interessant sein, ob die Geschichte dort anknüpft, wo sie aufgehört hat. Am Ende unterhalten sich noch Studenten über die Aushebung der Verbindung und wo sie weiterforschen können. Das Ende des Filmes ist somit sehr ruhig – ein weicher Ausklang nach dem Happy End. Doch muss jeder Film ein Happy End haben, wenn er aus Deutschland ist? Auch wenn ich nicht unbedingt auf schnulzige Happy End’s stehe, wäre ein tragisches Ende wie im klassischen Drama fehl am Platz. Schon genug Tragik passierte den Film über – die Spannung blieb bis kurz vor Schluss bestehen. Insgesamt zeigt sich der Film also als fast perfekt – wenn auch nicht ganz. Trotz der kleinen Makel kann ich hier aber noch mit gutem Gewissen 5 Sterne vergeben und eine dicke Empfehlung aussprechen. Man sollte allerdings gute Nerven mitbringen, falls man sich diesen Film anschauen möchte, der nicht immer so leicht und locker wie Gretchen ist.

Wer Fehler findet, soll sie erforschen und mich nicht umbringen ;)

© bY o~> FrankY <~o *~*~* 01-02-03 *~*~*

P.S.: Humor ist stellenweise etwas vorhanden, meist aber auch hier ein sehr dunkler, der nicht jeden Geschmack treffen wird. Anspruchsvoll finde ich den Film auch eher nicht und die Romantik beschränkt sich auch recht stark. Ob der Film ab 12 oder ab 16 ist, kann ich nicht sagen, ich vermute aber, dass er ab 16 ist.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
thomas_kretschmer

thomas_kretschmer

16.02.2004 12:45

guter Bericht. Handwerklich ordentlicher Film mit guten Darstellern. Hauptthema ist aber so haarsträubend unwahrscheinlich ( von der Handlung und der wissenschaftlichen Seite ), daß ich nicht begreife, warum man so einen Film erst nehmen kann. Gruß. Thomas

Andre_BEPO

Andre_BEPO

18.03.2003 22:36

du hast recht ein echt guter film und zum glück habe ich gute nerven!!!

Taschimaus

Taschimaus

08.03.2003 20:54

Hallöchen :o) Ich finde diesen Film soooo genial, habe auch die DVD und diese mehr als einmal gesehen.. wo ich den Film zum ersten Mal gesehen habe war ich allein und hatte so ne Angst *lach* Er ist übrigens ab 16, etwas anderes wäre ja bei diesen heftigen Szenen eher undenkbar! Habe die Fortsetzung übrigens noch nicht gesehen, denn alle sagen ja, dass diese nicht so gelungen sein soll.. ich glaub ich schau mir die dann an, wenn die auf DVD herauskommt.. Liebe Grüße, Natascha

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