Denn sie wissen nicht was sie tun

5  14.03.2002

Pro:
Sehr Spannend, Trotz des Alters Aktualität, klare Erzählweise

Kontra:
etwas kurz

Empfehlenswert: Ja 

matahari

Über sich: www.matahari2000.de

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Vertrauende:7

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Hallo Ciao (anerInnen),

vor gerade einmal einer Woche suchte ich ein gutes Buch für einen kurzen Flug in unserer reichhaltigen Buchsammlung. Zufällig bin ich dabei auf ein Buch von Michael Crichton „Andromeda“ gestoßen.

Da es gerade die richtige Länge für einen Flug zu haben schien, habe ich es kurzerhand mitgenommen. Von dem Autor selbst hatte ich schon vorher mehrere Bücher gelesen und bisher hat er immer wieder meinen Geschmack getroffen.

Bei diesem Buch handelt es sich um seinen ersten Roman, den er unter seinem richtigen Namen geschrieben hat. Durchgelesen habe ich es noch am gleichen Tag, da mich die Geschichte in Atem gehalten hat, aber lest selbst.

Kurzzusammenfassung

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In der Wüste Arizonas stürzt eine militärische Raumsonde ab. Die Einwohner des friedlichen Dorfes Piedmont begehen einen tödlichen Fehler und finden die Kapsel. Ein ganzes Dorf scheint damit ausgelöscht zu sein.

Fieberhaft sucht das fünfköpfige Team Wildfire in einem geheimen Labor nach der Ursache dieses mysteriösen Falles.
Ein tödlicher Staub, den sie den Namen Andromeda gegeben haben, sorgt in Sekundenschnelle für den Tod. Was kann es nur sein, was soviel Grausamkeit anrichtet, und wie kann man es besiegen?

der Autor *****************************===
Der 1942 in Chicago Amerika geborene Michael John Crichton absolvierte 1963 sein Studium an der Harvard Universität. Danach besuchte er bis 1969 weitere Schulen und Universitäten, darunter auch eine Medizinische.

Schon im gleichem Jahr veröffentlicht er sein erstes Buch Andromeda, welches nur ein Jahr später unter gleichnamigen Titel verfilmt wurde.
Viele sollten noch folgen, von denen viele auf die Leinwand verewigt wurden. Auch er selbst legte Hand an bei einigen sehr berühmten Filmen wie „Westworld“ und „Coma“.

Neben seiner Tätigkeiten als Autor und Filmemacher gründete er auch seine eigene Firma, die naheliegend sich um Programme für Sondereffekte bei Filmen kümmert. Auch ein Computerspiel unter dem Namen Amazon wurde mit seiner Hilfe produziert.

Seine Filme und Bücher haben sehr viele Preise und Auszeichnungen bekommen, darunter sogar einen Emmy. Selbst in den entlegensten Gebieten dieser Erde sollten seine Bücher bekannt geworden sein, denn sie wurden in dreißig Sprachen übersetzt.

Das Buch „Jurrasic Park“ ist wohl sein bekanntestes Werk, da es nun schon in der dritten Fortsetzung vom Meisterregisseur Steven Spielberg verfilmt wurde.
Erst im Jahre 1987 heiratete er das erste Mal seine Lebensgefährtin Anne-Marie, mit der er ein Kind bekam.

Seine Bücher *****************************======
Crichton schrieb mehrere Novellen, von denen die meisten einen Hightech Einschlag haben, und einige Bücher mit realem Hintergrund. Es gibt sogar einige Bücher, die er unter Pseudonyme herausgegeben hat als John Lange, Jeffery Hudson und Michael Douglas.

Die ersten Romane erschienen unter John Lange 1966 „Odds On“, danach 1967 „Scratch One“, 1968 „Die Intrige“ (A Case of Need - unter Jeffery Hudson), 1968 „Easy Go“, 1969 „The Venom Business“, 1969 „Zero Cool“.
Erst danach traute er sich unter seinem richtigen Namen ein Buch zu veröffentlichen mit

“Andromeda“ (The Andromeda Strain – 1969)
Selbst jetzt schrieb er noch Bücher nicht unter seinem richtigen Namen:
1970 „Fünf Patienten“ (Five Patients - reales Buch – Crichton)
1970 „Grave Descend“ (John Lange)
1970 „Drug of Choice“ (John Lange)
1971 „Dealing“ (or the "Berkeley-to-Boston Forty-Brick Lost-Bag Blues") (unter Michael Douglas)
1972 „Binary“ (John Lange)
1972 „Endstation“ (The Terminal Man)
1975 “Der große Eisenbahnraub“ (The Great Train Robbery)
1976 „Der 13. Krieger“ (oder „Schwarzer Nebel“ - Eaters of the Dead)
1977 “Jasper Johns“ (reales Buch – Crichton)
1980 “Kongo“ (Congo)
1983 „Electronic Life“ (reales Buch – Crichton)
1987 “Die Gedanken des Bösen“ (Sphere)
1988 „Im Kreis der Welt“ (Travels)
1990 “Jurassic Park“ (Jurassic Park)
1992 „Nippon Connection“ (Rising Sun)
1993 “Enthüllungen“ (Disclosure)
1995 “Vergessene Welt“ (The Lost World)
1996 „Airframe“ (Airframe – 1996)
1999 “Timeline“ (Timeline)

Die Geschichte dieses Buches *****************************======================
Die Wissenschaft dieser Erde findet keine unbekannten gefährlichen Viren mehr auf der Erde, deshalb senden sie Sonden ins All, die in Erdnähe nach dem Unbekannten suchen. Die ersten Flüge waren zwar Misserfolge, doch der verflixte siebte Flug, sollte die Menschheit in ihren Bann schlagen.

Die Sonde mit dem Namen Scoop VII landet in der Nähe des Ortes Piedmont. Das Suchteam der Sonde nähert sich diesem Ort und ist im ständigen Kontakt mit der Basis. Es herrscht Routine, und erst als die Sucher ein wenig hektisch werden und die ersten Toten gefunden sind, hören alle zu.

Sie können gerade noch berichten, dass alle Tot zu sein scheinen, da unterbricht der Funkverkehr. Fast sofort wird Operation Wildfire eingeleitet, das gerade für solche Fälle erstellt wurde. Fünf vorher ausgewählte Wissenschaftler sollen nun in einem abgelegenen Labor nach der Ursache und ihrer Lösung suchen.

Hoffnung gibt, dass Überleben zweier Einwohner des Ortes, die gefunden werden. Auf den ersten Blick scheinen die Beiden nichts gemeinsam zu haben, denn der eine ist ein älterer Trinker und der andere ein kleines schreiendes Baby.

Schnell wird den Wissenschaftlern klar, wie das Virus arbeitet und wie erschreckend schnell es arbeitet, doch sie finden kein Gegenmittel. Die Überlebenden geben ihnen Rätsel auf, und sie können einfach nicht ihr Weiterleben erklären. Sie forschen aber fieberhaft weiter.

Sie sind der Überzeugung, dass sie Zeit haben, doch ein Umstand des Zögerns, bringt wieder Hektik in die Geschichte. Unter dem Druck arbeiten sie weiter, immer mit dem Damoklesschwert im Rücken, denn wenn etwas schief gehen sollte, wird sich das Labor atomar selbst zerstören. Nur einer hat den Schlüssel, der die Selbstzerstörung stoppen kann.


die Personen *****************************======
Arthur Manschek
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Er ist der militärische Befehlshaber des Außenteams, der die Operation Wildfire eingeläutet hat. Er selbst ist der Ruhige Typ, der erst überlegt und dann handelt. Trotzdem scheint er dieser Situation auch nicht Herr werden zu können, aber wer könnte das schon?

Jeremy Stone
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Der Leiter der Operation, der auch die Warnung an den Präsidenten geschrieben hatte, dass jedes Objekt, welches wieder auf die Erde zurückkehrt ein Organismus mitbringen könnte. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, das er auch virulent und gefährlich ist.
Mit seiner Mithilfe wird das Labor in der Wüste errichtet.

Peter Leavitt
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Der Koordinator, der die Mitglieder des Teams zusammenruft. Er scheint zwar der Starke zu sein, doch er leidet unter einer für die Operation gefährlichen Krankheit. Wollen wir hoffen, dass sie nicht im falschen Augenblick ausbricht.

Charles Barton
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Er führt die Tierversuche durch und versucht herauszufinden wie der Organismus arbeitet, und wie er aussieht. Er arbeitet zwar gewissenhaft, aber unter Druck kann man ja mal was übersehen, oder?

Noch schnell genug wird er nähere Bekanntschaft mit dem Virus machen. Eine so innige Beziehung wollte er wohl nie mit dem Virus schließen.

Mark Hall
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Der sprichwörtliche Außenseiter des Teams, der durch Zufall auf die Liste der Wildfire Operation gelangte. Ihm obliegt die Macht des einzigen Schlüssels, der die Selbstzerstörung stoppen kann. Leider wird ihm schnell klar, dass den Konstrukteuren des Labors ein schwerwiegender Fehler unterlaufen ist.

Er ist derjenige, der ohne Vorurteile die Spuren untersucht, und immer wieder die Untersuchung weiterbringt. Doch kann er auch das Rätsel lösen?

Andromeda
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Der lebende Organismus der auf erschreckende Weise sehr schnell tötet. Bevor man überhaupt merkt das etwas geschieht fällt man schon Tod um.
Kann er überhaupt unter Sicherheitsbedingungen untersucht werden, oder birgt er eine noch unbekannte Gefahr? Was hat uns wohl die Sonde Scoop auf die Erde gebracht. Oh, wäre er doch nur im All geblieben.


Fazit: *****************************
Ein Buch genau nach meinem Geschmack, sehr nüchtern und spannend mit viel Hintergrundstory. Crichton versteht es seinen Leser bei der Stange zu halten. Für ein Buch, das schon über dreißig Jahre auf dem Buckel hat beschäftigt es sich mit einem sehr aktuellen Thema, des unbekannten und vor allen gefährlichen Virus.

Crichton schwingt in diesem Buch ein wenig mit dem erhobenen Zeigefinger, denn er beschreibt das Militär und die Regierung genauso, wovor viele Menschen Angst haben. Sie suchen die Viren im Weltraum um möglichst tödlichere Waffen zu erzeugen. Sie wollen die absolute Biowaffe in ihren Händen haben.

Es fährt einem schon ein wenig kalt den Rücken herunter, wenn man sich vorstellt, dass in vielen Laboren dieser Erde wahrscheinlich genau dies geschieht und jeder dieser Wissenschaftler auch noch beteuert, wir haben alles unter Kontrolle.

Auf ganz zwangsläufige Art und Weise legt uns Crichton nahe, dass genau dies nie der Fall sein wird, denn in jedem Projekt lauert die Fehlerquelle Mensch, der die schönsten Sicherheitsvorkehrungen zunichte macht. Die sich anbahnende Katastrophe ist nur eine Frage der Zeit, und wir können uns bisher nur glücklich schätzen, dass nicht schon eine größere Katastrophe passiert ist. Aber wer weiß, vielleicht hat sie ja schon stattgefunden?

Man hat fast das Gefühl einen wahren Fall beschrieben zu bekommen, mehrere male musste ich in der Einleitung nachschauen, ob diese Geschichte nicht vielleicht doch auf einem realen Fall beruht. Diese Vermutung lag sehr nahe, da einige Passagen wie ein Zeitungsbericht geschrieben sind. Weiterhin werden die Abschnitte des Buches durch Nachrichten unterbrochen, die so aussehen, als könnten sie echt sein.

Der Autor selbst verweist aber darauf, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt, die so oder ähnlich aber stattfinden könnte. Nach Lesen des Buches kann ich ihm nur beipflichten. Wenn man Wissenschaftler alleine lässt, sind sie zu einigem fähig, da geht es dann nur noch um die Forschung, unter dem Motto, wenn ich es nicht gemacht hätte, dann bestimmt ein anderer.

Ein wirklich lesenswertes Buch, das niemals langweilig wird. Trotz der Kürze von 252 Seiten wird alles sehr gut beschrieben und auch wissenschaftliche Details, kommen nicht zu kurz. Am Ende könnte man zwar die ein oder andere Frage noch haben, aber das ist eher marginal.


Erschien 1969 im Droemer Verlag (Knaur)
(Neuausgabe 1994)
Taschenbuch (1969 geschrieben)
ISBN: 3-426-03258-9
aus dem Amerikanischen von Norbert Wölfl
im Augenblick nicht als Einzelbuch erhältlich
Tipp: Im Doppelpack mit „Schwarze Nebel - der 13. Krieger“ unter
3-426-71130-3 erhältlich (5,11 €)

Viele Grüße
Und viel Spaß beim lesen

Euer Matahari
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Mattha

Mattha

22.02.2003 18:22

Und wieder sh

Daverigger

Daverigger

11.04.2002 18:03

Nicht so ganz mein geschmack, aber super geschrieben!

denali

denali

29.03.2002 13:54

Für 'nen Flug wär doch eigentlich "Airframe" angebrachter.... Gruß, denali

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