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Angelo "Real Briar" Rhodesian

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Kleines EINSTIEGSMODELL der unteren PREISKLASSE!
Erfahrungsbericht von larshermanns über Angelo "Real Briar" Rhodesian
10.09.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Sehr günstig zu bekommen; liegt sehr gut in der Hand und lässt sich erstklassig rauchen .
Kontra: Leider ist die Maserung nur mangelhaft; das Mundstück könnte ruhig aus Acryl bestehen und auch die Gravur sieht etwas "billig" aus !

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich einmal wieder über eine meiner Pfeifen berichten. Das Modell meines aktuellen Berichtes ist von ANGELO und lautet schlicht REAL BRIAR, was eigentlich nur auf die Tatsache hinweist, dass man zur Herstellung reines Bruyèreholz verwendet hat. Lest aber nun, um was für eine Pfeife es sich konkret handelt.

***** DER KAUF

Diese kleine Pfeife habe ich vor einigen Monaten bei Ebay günstig ersteigert. Bei einem Kaufpreis von €10,00 kann man(n) wirklich nicht meckern. Erfahrungsgemäß würde solch eine Pfeife im Geschäft etwa €20,00 kosten, womit ich also rund 50% gespart hätte. Zum Zeitpunkt des Kaufes, war die Pfeife noch neu und völlig ungeraucht, was den Kaufpreis zusätzlich rechtfertigt.

***** BRUYÈRE

Manch einer wird sich vielleicht fragen, um was es sich bei Bruyère überhaupt handelt. Nur soviel: es ist eine besondere Holzart, wie sie eigentlich nur in Frankreich vorkommt (daher auch der französische Name). Es handelt sich hierbei um einen knolligen Teil der Bewurzelung einer bestimmten Heideart, aus der die modernen Holzpfeifen hergestellt werden. Hat man früher noch Buchsbaum, Olive oder sonstige Materialien zur Herstellung verwendet, hat man sich heutzutage eigentlich komplett auf Bruyère beschränkt, wenn es um die Herstellung von Holzpfeifchen geht. Je schöner das Bruyère gemasert ist, und je feiner die Struktur des Materials ist (keine Macken, Löcher etc.), desto teurer ist automatisch die Pfeife. So kommt es, dass man für polierte Bruyère-Pfeifen eigentlich immer deutlich mehr zahlt, als für brünierte (schwarz lackiert), sonst wie lackierte oder gar sandgestrahlte Pfeifen. Hier wird dann wirklich großen Wert auf eine schöne Maserung gelegt, die je nach Verlauf noch einmal große Preisunterschiede aufweisen kann (bei Birdeyes, Flame-Grain oder gar Straight-Grain).

***** DIE PFEIFE

Bei meiner kleinen ANGELO REAL BRIAR handelt es sich um ein kleines Rhodesian-Modell mit kleinem bis mittlerem Füllvolumen. Die Maximallänge beträgt 130mm, die Maximalhöhe 40mm und die Fülllochbreite knapp 17mm mit einem sehr breiten Rand von bis zu 15mm.
Das formschöne Sattelmundstück passt sich sehr gut der kompletten Form der Pfeife an, die – modelltypisch – leicht gebogen ist. Hierbei befindet sich der Übergang von Pfeife zum Mundstück ziemlich genau in der Mitte der Gesamtlänge, was die Pfeife optisch sehr ausgewogen wirken lässt.
Auf der linken Seite des Holms findet sich eine kleine – billig wirkende – Gravur mit der Inschrift „Angelo Real Briar“, was ein eindeutiges Zeichen der Herkunft dieser kleinen Pfeife ist.

Betrachtet man das Bruyère dieser Pfeife etwas genauer, dann wird man sehr schell merken, dass diese Pfeife zurecht nicht zu den teuren Markenmodellen zählt. Das Holz ist zwar sehr glatt und weist auch keinerlei optische Mängel auf, doch ist es sehr stark gebeizt, so dass man die eigentliche Struktur des Bruyère kaum noch erkennen kann. Dies lässt darauf schließen, dass man zwar reines Bruyère zur Herstellung verwendet hat, das jedoch nicht unbedingt aus dem besten Bereich der Bruyèreknolle zu stammen scheint. Denn auch hier werden gravierende Unterschiede gemacht, auf die ich eines Tages bestimmt in einem gesonderten Bericht eingehen werde.

Dennoch kann man sehr schön erkennen, wie die Maserung offensichtlich quer über den Pfeifenkopf zu verlaufen scheint. Sie wirkt dabei ein wenig wie dunkle Wolken vor einem dunkelrotbraunen Himmel. Die Farbe gefällt mir persönlich noch recht gut, obwohl ich eher eine etwas hellere beize verwendet hätte, um zumindest den kleinen Anteil an Maserung deutlicher hervorzuheben. Dies ist aber letztendlich Geschmackssache und wirkt sich nicht negativ auf den eigentlichen Genuss der Pfeife aus.

Die Bohrung ist mittig angebracht und endet exakt über dem Abzugsloch, über das der Rauch durch den Holm in das Mundstück aus Ebonitharz gelangt. Auch hier ist die Bohrung schön mittig und gleichmäßig erfolgt, so dass man das Mundstück nicht verstecken muss. Schöner wäre hier eigentlich fast gewesen, als Material Acryl zu verwenden, wie dies oftmals bei Stanwell® der Fall ist. Aber immerhin ist das Mundstück aus Ebonit allemal besser, als so manches Mundstück, das aus Kautschuk hergestellt wird. Es liegt einfach noch etwas besser im Mund, verfärbt sich nicht so schnell und schmeckt einfach noch etwas neutraler. Das Nonplusultra ist und bleibt aber nun einmal in meinen Augen Acryl, bei dem der Geschmack des Tabaks am besten zur Geltung kommt.

***** MEINE MEINUNG UND FAZIT

Nachdem ich Euch nun die Pfeife selbst vorgestellt habe, möchte ich natürlich auch auf ihre Eigenschaften eingehen.

Aufgrund ihrer geringen Größe, liegt die Pfeife natürlich sehr schön in der Hand. Dies wird zudem durch ihr geringes Gewicht von gerade mal 42g noch zusätzlich begünstigt. Man merkt kaum, dass man eine Pfeife in der Hand hält, was sie auch sehr angenehm für das freihändige Rauchen macht. Das Mundstück lässt sich mit den Zähnen sehr gut packen, ohne dass das Gewicht der Pfeife allzu sehr stören würde.

Ich rauche diese kleine Pfeife sehr gern auf der Arbeit, wenn ich meine 30-minütige Pause richtig genießen möchte. Zu etwa 2/3 gestopft, reicht die Pfeife immer rund 30 Minuten aus, was sie perfekt für zwischendurch macht. Bei größeren Pfeifen müsste man dann nur unnötig oft bei maximal ½ Füllung bleiben, was dann wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirken würde. Es tut einfach in der Seele weh.

Dank der großen Dicke des Pfeifenkopfholzes, lässt sich die Pfeife sehr angenehm halten, ohne dass sie einem zu heiß wird. Dies hängt jedoch auch maßgeblich damit zusammen, wie man die Pfeife raucht. Selbst die beste Pfeife geht irgendwann kaputt, wenn man sie zu heiß raucht. Raucht man die Pfeife jedoch normal und gesittet, wird man seine wahre Freude mit ihr haben.

Was mich an dieser Pfeife stört, ist einzig und allein der Umstand, dass es sich um eine polierte Bruyère-Pfeife handelt, bei der man die Maserung nicht sehen kann. Und dabei ist doch gerade dies der Hauptgrund, sich eine solche Pfeife zu kaufen. Schließlich hat man damit letztendlich auch die Art von Pfeife, die einem später eher zu heiß in der Hand werden könnte, als eine sandgestrahlte.

Hier merkt man aber wieder, dass man solche Pfeifen vermutlich herstellt, um den noch ungeübten Neueinsteiger zu locken. Jene Pfeifenraucher, die erst mit dem Pfeiferauchen beginnen und sich allzu schnell mit billigen Angeboten locken lassen. Zu spät erst werden sie bemerken, was der wirkliche Reiz einer guten Bruyère-Pfeife ist. Andererseits sind diese Billigpfeifen die idealen Anfängermodelle, da sie billig zu haben sind und ein Durchbrenner nicht allzu sehr am Portemonnaie zehrt. Man sollte aber stets darauf achten, niemals mehr als maximal €20,00 für solch eine Pfeife auszugeben. Hier lohnt es sich allemal, vorab Informationen einzuholen und sich Vergleichsangebote von anderen Händlern anzusehen. Zu schnell hat man sonst vielleicht das Geld unnötig zum Fenster heraus geschmissen.

Ich werde diese kleine Pfeife noch weiter empfehlen. Aufgrund der hübschen Erscheinung auf den ersten Blick, der mangelhaften Maserung auf den zweiten Blick und die erstklassigen Raucheigenschaften in der Praxis, urteile ich mit „mittelmäßig“. Ich rauche sie zwischendurch immer wieder gern, ziehe aber für das ausgedehnte Rauchen eine meiner edleren Markenpfeifen vor. Wobei diese nicht unbedingt teuer sein müssen (siehe: „Jirsa“ und „Design Berlin“).

***** LINKS

http://www.danpipe.de
http://www.tabakversand.de

***** BEMERKUNG

Sollte diesem Bericht über die ANGELO REAL BRIAR noch irgendetwas wichtiges fehlen, so lasst es mich doch bitte bei den Kommentaren wissen.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit einigen Fachbegriffen für Unklarheiten gesorgt habe. Jeden Begriff explizit zu erläutern, ist jedoch eher Thema für eine Kategorie à la „Pfeife Rauchen Tipps & Tricks“ oder „Pfeife Rauchen allgemein“ und gehört nicht wirklich zu einem Erfahrungsbericht über eine Pfeife an sich. Sollte sich dennoch jemand etwas näher dafür interessieren, stehe ich Euch natürlich gern in meinem GB mit Rat und Tat zur Seite.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!!!

© 2003 Lars Hermanns   


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(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern


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