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Der Diplomstudiengang Angewandte Geographie an der Universität Trier bietet die Möglichkeit, ganz individuell Schwerpunkte zu setzen. Dabei unterscheidet man zwischen drei Hauptschwerpunkten, die jedoch nicht schon beim Studienbeginn gewählt werden müssen, sondern sich mit der Zeit je nach Art der eingebrachten Scheine und besuchten Veranstaltungen herauskristallisieren:
Das Studium
Die Regelstudienzeit beträgt (oh Wunder) acht Semester. Allerdings sind zwölf Semester wohl realistischer. Zum einen lässt man sich ja gerne etwas Zeit und zum anderen ist man in Trier nicht wirklich talentiert, wenn es darum geht, einen Stundenplan aufzustellen, bei dem sich möglichst wenige Veranstaltungen überschneiden. Von überfüllten Seminaren will ich erst gar nicht reden. Am Anfang des Studiums ist es wirklich schwer, seine Veranstaltungen zusammen zu bekommen – später gibt sich das aber dann. Das Studium schließt mit dem Diplom ab.
Um sich für die Diplomvorprüfung melden zu können, muss man über Englischkenntnisse verfügen. Genaugenommen muss man wohl vier Jahre Englisch gehabt haben – wenn nicht hilft ein Sprachkurs der Universität weiter. Die Kenntnisse, die man zum Eintritt ins Hauptstudium braucht, sind keine wirkliche Herausforderung, aber man ist gut beraten, sein Englisch weiter auszubauen, da es die Literatur teilweise nur in Englisch gibt bzw. man für seine spätere Laufbahn ohnehin sehr gute Englischkenntnisse benötigt.
Schwerpunkte
Mögliche Schwerpunkte sind: - Raumentwicklung und Landesplanung - Kommunalwissenschaft - Fremdenverkehrsgeographie Natürlich kann man auch ohne Schwerpunktsetzung studieren.
Die Leitung dieses Faches Raumentwicklung und Landesplanung obliegt Professor Dr. Heiner Monheim, dem nach Aussage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kreativsten Verkehrsplaner Deutschlands. Ich hatte selbst die Gelegenheit, einige Veranstaltungen bei ihm zu Besuchen und er ist wirklich eine einmalige Persönlichkeit. Ohne zu übertreiben: schon alleine er wäre Grund genug, Angewandte Geographie mit Schwerpunkt Raumentwicklung zu studieren. Besonders bei Vorlesungen, die sein Steckenpferd Verkehrspolitik und Verkehrsplanung zum Thema haben fühlt man sich auf die Bühne eines Theaters versetzt und hat die Gelegenheit den Künstler Monheim bei einem seiner Auftritte zu beobachten. Wer den Prof. noch nicht in seiner natürlichen Umgeben (sprich: Uni) erleben konnte, der hat auch die Möglichkeit, sich eine willkürlich ausgewählte Diskussionsveranstaltung zum Thema Verkehr im Fernsehen anzusehen – Prof. Monheim ist mit Sicherheit dabei und treibt die Verkehrslobbyisten mit seinen Ideen und Einwürfen zur Weißglut.
Aber vor lauter Schwärmerei hätte ich ja fast das wesentliche vergessen... aber es ist ohnehin schwer das Tätigkeits- und Beschäftigungsfeld von Geographen auch nur Annähernd einzugrenzen. Versuchen wir es trotzdem: In der Raumentwicklung beschäftigt man sich mit allen raumwirksamen (Planungs)prozessen wie z.B. Regionalforschung (was ist das Europa der Regionen, wie kann man strukturschwache Gebiete oder Entwicklungsländer aus ihren Abhängigkeiten bringen, wie lässt sich Regionalbewusstsein entwickeln?), Bildungspolitik, Handelsforschung, Verkehrsplanung (alternative Verkehrsträger, kann die Bahn in der Fläche überleben, was leistet und kostet unser Verkehrssystem?), Stadtentwicklung (die Zukunft der Städte, Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Bürger, Suburbia als Zukunft? Städte in Entwicklungsländern) usw. Wie gesagt, kann man das nur sehr schwer spezifizieren, weil Geographen ja bekanntermaßen alles können.
Die Fremdenverkehrsgeographen werden von Studenten der anderen Fächer am Fachbereich Geographie / Geowissenschaften der Universität Trier oft geschnitten, da sie unter den Geos den Ruf haben, verkappte BWLer zu sein. Erfahrungsgemäß halten sich die Kenntnisse der Betriebswirtschaftslehre die man während dieses Studiums erwirbt eher in Grenzen – was aber auch ganz individuell verschieden sein kann. Genauso wie die späteren Berufsaussichten der Fremdenverkehrler: Es gibt Absolventen die landen (wenn sie Glück haben) im Reisebüro - andere in der Tourismusverwaltung von Sylt. Die Fremdenverkehrsgeographie stellt den größten Anteil von Studenten innerhalb des Fachbereiches, weshalb das Fach seit kurzem mit einem internen Numerus Clausus belegt ist.
Der Fachbereich
Da Geos als sehr umgänglich und nett bekannt sind, lässt es sich im Fachbereich Geographie / Geowissenschaften gut aushalten. Wobei „umgänglich und nett“ eher auf die Studenten bezogen ist, denn innerhalb und unter einigen Fächern herrscht schon seit Jahren ein erbitterter Stellungskrieg um Mittel und Kompetenzen. Das gilt natürlich nicht für alle, aber manchmal kann man es nicht vermeiden, sich ein Bild zu machen. So verzögerte sich z.B. die Einführung des Studienganges Angewandte Umweltwissenschaften um mehr als 10 Jahre, weil man sich nicht auf einen sinnvollen Studienverlauf einigen konnte.
Der Fachbereich Geographie / Geowissenschaften ist zusammen mit der Informatik und der Wirtschaftsinformatik (wobei die erst später hinzukamen) im komplett sanierten ehemaligen französischen Militärhospital André Genet (dann Geozentrum, jetzt Campus II) untergebracht. Die Ausstattung des Fachbereiches ist sehr gut – allerdings haben die CIP-Pools mit ihren nagelneuen Flachbildschirmen schon so manchen zu ungesetzlichen Handlungen ermuntert. Am Personal wird gerne mal gespart. Allgemein – so zumindest geo-interne Quellen – spart die Uni hier oft mehr als anderswo ein. Was sich in naher Zukunft auch nicht ändern wird.
Anschrift des Fachbereiches:
FB VI Geographie / Geowissenschaften Behringstr. 21 54296 Trier
mhm, klingt zwar nicht uninteressant, hat aber letztendlich doch in der praxis eher mit statistiken zu tun. da wäre mir biologie schon lieber oder wie jetzt bei mir medizin. aber für interessenten ein guter beitrag
12.01.2005 23:55
mhm, klingt zwar nicht uninteressant, hat aber letztendlich doch in der praxis eher mit statistiken zu tun. da wäre mir biologie schon lieber oder wie jetzt bei mir medizin. aber für interessenten ein guter beitrag
12.01.2005 08:55
Studieren wollte ich auch, aber nach Ausbildung relativ guter Job nun 2 Kinder, dass wars dann wohl..... Hat seine Vor und Nachteile. LG Patrik
12.01.2005 00:52
Da wär ich auch fast mal gelandet, damals vor nunmehr 15 Jahren...LG Heimar