REICH MIR MAL DEN PLAGIOKLAS

4  01.07.2003

Pro:
Interessant, breit gefächert, super Atmosphäre

Kontra:
finanzielle Situation, oberflächlich, Chaos

Empfehlenswert: Ja 

londo.mollari

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:14

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 67 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Diesen Bericht widme ich meinem – wohl fast gänzlich unbekannten Studiengang... dem Diplomstudiengang Angewandte Umweltwissenschaften (AUW) an der Universität Trier. Ich bin mittlerweile am Ende des 2. Semester, und denke, dass ich mittlerweile einen doch recht umfassenden Einblick genossen habe. Selbstverständlich weiß ich nicht alle Details, insbesondere das Hauptstudium betreffend nicht. Deshalb werde ich diesen Bericht von Zeit zu Zeit aktualisieren... meinem Studienfortschritt entsprechend. Auch werde ich gerne Stellung zu aktuellen und gravierenden Einschnitten und Veränderungen in meinem Fachbereich nehmen. Ich bin vielleicht kein fanatischer Anhänger meines Faches, aber ich habe den Ehrgeiz, hier einen kleinen Studienführer aufzubauen um eine echte Entscheidungshilfe bzw. umfassende Einblicke in den Studiengang zu bieten.... ich hoffe, es gelingt... viel Spaß beim Lesen.

1. Die Universität
2. Der Fachbereich VI
3. Der Studiengang
4. Die Fächer
5. Mein Fazit

1. DIE UNIVERSITÄT

Ob man sich während seines Studiums wohlfühlt, oder nicht, liegt oft nicht nur am richtigen Studiengang, sondern auch am richtigen Umfeld. Die Universität Trier ist – wie die meisten neueren Unis – eine Campus-Universität, d.h. alle Gebäude befinden sich mehr oder weniger an einem einzigen Ort... wobei man hier wiederum eine kleine Einschränkung vornehmen muss, denn genaugenommen teilt sich die Universität in zwei verschiedene Campen (ähm... Campusse?). Zum einen den Hauptcampus, oder auch Campus I, an dem sich fast alle Fachbereiche befinden, mal abgesehen von... ja, mal abgesehen von unserem Fachbereich. Dem FB VI – Geographie/Geowissenschaften der auf dem sogenannten Campus II untergebracht ist. Die Informatiker sind neuerdings auch bei uns untergebracht, aber das ist hier eigentlich nur insofern relevant, dass unsere Mensa jetzt total überfüllt ist...

Campus I:
Universitätsring 15
54296 Trier

Campus II:
Behringstrasse
54296 Trier

http://www.uni-trier.de

Geographisch gesehen, befindet sich die Uni auf dem Tarforster Plateau, hoch über der Stadt. Das mag jetzt eher unvorteilhaft klingen, ist es aber nicht, da Trier gerade im Sommer total von Touristen überlaufen ist und man oben auf dem Hügel schön seine Ruhe hat. Außerdem genießt die Stadt unter vielen Studenten den Ruf „Das größte Dorf der Eifel“ zu sein, und ist dementsprechend eher Gegenstand einer Hassliebe, als Wahlheimat. Die Entfernung zur Stadtmitte schätze ich auf etwa 5 km, wobei es aber durch die Buslinien 3, 6, 16 und 86 eigentlich immer ganz vernünftige Verbindungen gibt. Die Parkplatzsituation ist recht entspannt, außer es ist Semesteranfang... aber nachdem unter den neuen Studenten erste Ernüchterung eingetreten ist, sollte es kein Problem mehr sein, einen ansprechenden Stellplatz für seinen Wagen zu finden.

Die Gebäude der Universität sind alle jünger als 25 Jahre, da die Universität Trier 1975 gegründet wurde und erst 1977/1978 nach Tarforst zog. Vorher war die Uni behelfsmäßig in Räumlichkeiten der Fachhochschule untergebracht. Allerdings wurden die Gebäude damals für um die 7000 Studenten konzipiert – heute hat die Uni Trier mit über 12.000 Studis fast doppelt soviele.
Trotz der steigenden Studentenzahlen wurde und wird seit kurzem der Haushalt der Universität extrem zusammengekürzt. Das Land Rheinland-Pfalz hat massive Steuerausfälle (wer nicht?) auszugleichen und beginnt mit dem Sparen bei den Bildungseinrichtungen.... und das obwohl RLP ohnehin das Land ist, dass am wenigsten für seine Studenten ausgibt. Folgen dieser Einsparungsmaßnahmen waren bisher u.a. zwei Ohmachtsanfälle und diverse Rippenprellungen bei Einschreibungen für überfüllte Seminare, keine Neubesetzung von Stellen und dementsprechender Mangel an Personal – sogar für prüfungsrelevante Veranstaltungen. In der Germanistik ist es nicht mehr möglich, eine Zwischenprüfung zu machen. Die Uni-Bibliothek musste während der Weihnachtsferien schließen, da kein Geld für die Heizung vorhanden war... und die Mathematik muss haufenweise Bücher verkaufen, um Geld für einige wenige Neuanschaffungen zu haben und der Semesterbeitrag musste auf 155 € ! erhöht werden, da das Land den Studentenwerken die Zuschüsse gekürzt hat... naja... es könnte ja noch schlimmer kommen – an der FH Trier müssen die Studis mittlerweile ihr Toilettenpapier selbst mitbringen...

2. DER FACHBEREICH VI

Wie bereits erwähnt befindet sich der Fachbereich VI Geographie/Geowissenschaften – unser FB – auf dem Campus II (ca. 10 Minuten zu Fuß von der Uni entfernt). Obwohl wir Geostudis die Bezeichnung Hospital oder Geozentrum bevorzugen. Hospital (gerne auch mal Lazarett) deshalb, weil unser Gebäudekomplex bis 1993 ein französisches Militärkrankenhaus war... bis vor kurzem konnte man übrigens noch wunderbar die Militärarchitektur der 50er Jahre bewundern, was nun leider (oder zum Glück? Da gibt es verschiedene Ansichten...) nicht mehr möglich ist, da sich das Gebäude in der Komplettsanierung befindet, die mittlerweile auch schon zum Großteil abgeschlossen ist. Dennoch gleicht das Gelände um das Hospital einer riesigen Baustelle, was zum einen an den bereits erwähnten Sanierungsmaßnahmen, und zu anderen an den Bauarbeiten für die Landesgartenschau 2004 liegt... ich werde hier nicht weiter ausschweifen, aber unser Campus gleicht eher einem Bombenübungsplatz als einer Universität.

Neben dem Studiengang AUW gibt es noch einige mehr oder weniger fachverwandte Studiengänge innerhalb des FB VI:

- Geographie Lehramt Gymnasien
- Geographie Lehramt Realschulen
- Magister Geographie
- Diplom Angewandte Geographie (Fremdenverkehr)
- Diplom Angewandte Geographie (Raumentwicklung)
- Diplom Angewandte Geographie (Kommunalwissenschaft)
- Diplom Angewandte Physische Geographie
- Diplom Angewandte Biogeographie

Ich gebe zu... es klingt alles mehr oder weniger gleich, aber da ich hier verständlicherweise nicht auf jeden Studiengänge einzeln eingehen kann, verweise ich gerne auf die Seite unseres Dekanates: dekanatfb6.uni-trier.de – dort findet man mehr oder weniger weiterführende Informationen.

Die oben bereits erwähnten Einsparungsmaßnahmen haben natürlich auch an unserem Fachbereich spuren hinterlassen... auch hier wurden Stellen nicht besetzt, wobei es hier zu einer kuriosen Begebenheit kam. Ein Dozent des Faches Geologie bekam seinen Vertrag nicht verlängert, und das obwohl er mit diversen privatwirtschaftlichen Aufträgen ca. 100.000 € pro Semester für den Fachbereich eingefahren hat... also mehr, als man für seine Stelle hätte aufwenden müssen!!! Das ist doch Wahnsinn...
Noch erschreckender ist allerdings, dass kleiner Fächer nicht mehr in der Lage sind, ihre Telefongebühren zu bezahlen... Tutorien gibt es nun auch keine mehr – was natürlich die Studienzeiten erheblich verlängert; mal ganz abgesehen von den schon lange nicht mehr vorhandenen Zuschüssen für die vielen Exkursionen, die ein Geostudi laut Prüfungsordnungen absolvieren muss.

3. DER STUDIENGANG

Einer unserer Professoren erzählte uns auf der Einführungsveranstaltung am die Geschichte unseres Studienganges wie folgt... (ich hoffe mal, ich kriege es noch einigermaßen zusammen): Vor einigen Jahren gab es einen Spiegel-Artikel der ziemliches Aufsehen hervorrief. Es ging wohl um diverse sehr gravierende Umweltprobleme, die wohl in den nächsten Jahren auf die Welt zukommen würden, würde man nicht in irgendeiner Weise gegensteuern... innerhalb relativ kurzer Zeit richtete die Universität Trier daraufhin den Studiengang „Angewandte Umweltwissenschaften“ ein (1996), der die Absolventeb dazu befähigen sollte – und ich zitiere einmal aus der Prüfungsordnung – „Umweltprobleme sowohl vorsorgend als auch nachsorgend in Wissenschaft, Forschung und Beratung für Behörden, Verbände, Organisationen, Produktionsbetriebe, Ingenieurbüros, Verwaltung und Politik bewältigen zu helfen.“

Das klingt etwas schwammig und nicht sehr konkret... aber das liegt in der Natur der Sache, denn um Umweltprobleme erkennen und lösen zu können, braucht man fächerübergreifendes Wissen aus den verschiedenen Geowissenschaften (z.B. Geolgie, Klimatolgie, Fernerkundung, Bodenkunde, Hydrologie, Geobotanik...). Ich versuche das einmal, an einem einfachen Beispiel zu erklären... nehmen wir also eine Mülldeponie die Schadstoffe ins Grundwasser abgibt. Hm... Wasser? Das hat ja mit Sicherheit etwas mit Hydrologie zu tun – hat es auch... aber nicht ausschließlich. Denn es betrifft ebenso den Boden und das Gestein zwischen Deponie und Grundwasser... also wären hier noch zwei andere Wissenschaften gefordert – nämlich die Bodenkunde und die Geologie. Ein Hydrologe fände in diesem Beispiel also mit Sicherheit einen Tätigkeitsbereich, könnte das Problem aber nicht vollständig erfassen, da ihm gewisse Kenntnisse aus anderen Gebieten fehlen würden (Hydrologen würden jetzt mit Sicherheit einwerfen, der Vergleich hinke... das stimmt wohl auch, denn es gibt ja noch die Hydrogeologie usw., aber ich wollte auch nur die grundlegende Problematik verdeutlichen und denke, dass dies einigermaßen gelungen ist).

Also alles klar... AUW’ler erhalten umfassendes und fächerübergreifendes Wissen aus den Geowissenschaften, ziehen aus und retten die Umwelt. Doch ganz so einfach ist es natürlich nicht. Jeder weiß, dass man sich entweder auf EIN Gebiet (oder wenige) spezialisieren kann, oder eben... wie im Falle der Angewandten Umweltwissenschaften umfangreiches – aber eben oberflächliches – Wissen erwerben kann. Zusätzlich erlegt die Prüfungsordung den Studierenden die Absolvierung eines ebenfalls sehr oberflächlichen Begleitstudiums aus dem ‚gesellschaftwissenschaftlichen‘ Bereich auf. Auch hier ist klar, dass das erworbene Wissen nur oberflächlich sein kann... dennoch wird dieses Begleitstudium, da es wohl eine Trierer Besonderheit ist, gerne als ganz toll hervorgehoben... doch Eigenlob stinkt wie man weiß.

Ich demontiere hier gerade meine Existenzgrundlage *gg* - aber es ist nunmal so wie es ist... und manchmal sehe ich Dinge vielleicht etwas kritischer als andere... und um mit der Kritik fortzufahren... in meinem Studiengang herrscht das totale Chaos! Naja, eine gewisse Organisation gibt es schon, aber da der Studiengang keine zehn Jahre alt und innerhalb des Fachbereiches aufgrund seiner Größe eher eine untergeordnete Stellung einnimmt fehlt es sowohl am Willen als auch an der Erfahrung vernünftige Regeln für das Studium aufzustellen. So wird z.B. seit ca. einem Jahr an einer neuen Studienordnung gefeilt – es gibt bisher nur eine provisorische . Das Begleitstudium ist fast nicht durchführbar, da es an Kooperationsverträgen zwischen den Fachbereichen und dementsprechend an Veranstaltungen mangelt. Zudem besteht das Problem, dass man bei der Belegung von Veranstaltungen aus verschiedenen Bereichen (z.B. Jura, BWL, Psychologie) für das Diplom einen Prüfer finden muss, der alle diese Bereiche prüfen kann – keine leicht Aufgabe...

Aber es gibt zum Glück nicht nur negative Punkte... ganz nebenbei gesagt, ist das Studium natürlich durch seine Vielfalt unheimlich interessant und nur sehr selten trocken und theoretisch. Die Betonung liegt auf ANGEWANDT... nicht umsonst sind die Geowissenschaften beschreibende Wissenschaften... also raus ins Gelände... Messpraktika, geologische Kartierübungen, Pflanzenansprachen, Gesteins- und Mineralbestimmung, Bodenbestimmung (mmh... gerne auch mal rein in den Mund, denn Boden schmeckt gut und hat kaum Kalorien) uvm. Besondere Erwähnung sollten an dieser Stelle die vielen Exkursionen finden, die man absolvieren muss. Natürlich geht das auch in Geld, aber die Großexkursion im Hauptstudium ist wirklich eine Erfahrung für’s Leben. So macht man z.B. in der Geologie einen Abstecher nach Equador, um sich einige aktive Vulkane aus der Nähe zu betrachten... die Bodenkundler kraxeln im brasilianischen Regenwald herum und die physischen Geographen machen Kanada unsicher.

Die Atmosphäre unter den ‚Geos‘ ist erstklassig... so etwas wie Bücher in der Bib verstecken oder Mobbing wie man es insbesondere aus den Rechtswissenschaften immer wieder hört, sind ein Fremdwort... Friede Freude Eierkuchen auf der ganzen Linie. Willkommen in der großen glücklichen Geofamilie... aber wo wir schon beim Vergleich mit anderen Fächern sind... woran erkennt man eigentlich Geos? Klar... Juristen sehen immer total aufgemotzt aus, BWL’er haben alle Halstücher (zumindest die weiblichen), Germanisten studieren nur bis sie schwanger oder weggeheiratet werden und Philosophen wollen später die Weltherrschaft oder werden Terroristen. Man liegt eigentlich ganz gut wenn man Geos = Ökos setzt... zumindest bei den meisten AUW’lern trifft das zu, denn mit welcher Intention studiert man wohl UMWELTwissenschaften, wenn nicht Umweltschutz... also Wanderstiefel, Wollpulli, Anti-Atom-Buttons und Trekkingjacke her... schon ist der Geo fertig.

4. DIE FÄCHER

Doch nun zu den eigentlichen Inhalten des Studienganges... den vielen Disziplinen der Geowissenschaften, die es als AUW’ler vorrangig zu erlernen gilt. Da sich nur wenige unter all diesen einzelnen Fächern etwas vorstellen können, werde ich sie im folgenden alle aufzählen, und falls nötig, etwas über die Situation in den Fächern sagen.

 Physische Geographie

Na klar... Geographie... kenn‘ ich doch noch von früher aus’m Erdkundeunterricht bei Herrn Schlopdödel. Da musste ich doch immer drei Nebenflüsse der Isar aufsagen und den höchsten Berg von Deutschland kennen... schon waren die 15 Punkte sicher... tja, leider hatte jedermann früher diesen netten Unterricht genossen und überträgt das jetzt natürlich auch auf gewisse Teile der Geographie und der Geowissenschaften. Ich werde hier mit Sicherheit keine Weltbilder zerstören... auch wenn es angebracht wäre, denn die Geographie umfasst viel mehr... aber das führt jetzt zu weit. Die physische Geographie ist der Teil der Geographie, der sich mit allen Abläufen auf unserem Planeten befasst... klimatologisch, bodenkundlich oder geologisch... wobei ich das für Umweltwissenschaftler relativ überflüssig finde, da sie ja Veranstaltungen in den einzelnen Wisschenschaften selbst besuchen. Außerdem sind die Veranstaltungen der Physischen Geographie immer total überlaufen, da sie für die meisten anderen Studiengänge des Fachbereiches Pflicht sind... die physische Geographie bleibt für mich aus oben genannten Gründen nicht viel mehr als ein Anhängsel ohne tieferen Sinn... zumal der Lernaufwand aufgrund der breiten Thematik nicht zu unterschätzen ist.

http://www.uni-trier.de/uni/fb6/geographie/home/home.htm

 Analytische und Ökologische Chemie

Die Chemie ist auch ein nettes Fach, zumal es im Grundstudium einen Chemiepflichtschein gibt... die Dozenten sind nett, aber leider nicht besonders prickelnd. Die Vorlesungen gleichen mehr dem beliebten ‚aus dem Skript vorlesen‘ als wirklich hilfreichen Veranstaltungen. Aber da die Übungen und Vorlesungen für den Pflichtschein keine Pflicht sind (paradox?), kann man sie sich auch gleich schenken, und sich direkt mit vollem Eifer dem sehr schönen Skript widmen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Chemie hat übrigens extreme Ähnlichkeit mit dem Erfinder der Simpsons, Matt Groening...

http://www.uni-trier.de/uni/fb6/umweltchemie/

 Biogeographie

Die Biogeographie beschäftigt sich mit der geographischen Verteilung der Arten auf unserem Planeten (oder so ähnlich...). Genau weiß ich es nicht mehr, da ich nur ein einziges Mal in einer Vorlesung dieses Faches war... Grund für mein Desinteresse sind die extrem langweiligen Ausführungen des dortigen Professors (Dr. Dr. Dr. Dr. hc. Usw.), der sich für den größten Wissenschaftler aller Zeiten und seine Veranstaltungen für exzellente Möglichkeiten zur Selbstdarstellung hält. Zu seinen Werken gehören neben haufenweise Büchern und anderen Publikationen auch die weltbewegende Erfindung des Klapperschlangenschuppenzählautomates... „ein kleiner Schritt für mich...!“

http://www.uni-trier.de/~biogeo/

 Bodenkunde

Die Bodenkunde ist einer meiner Favoriten für die Vordiplomprüfung... eine Erklärung des Faches ist wohl eher überflüssig – der Name sagt wohl schon alles. Allerdings ist der Professor hier wieder mal nicht sonderlich interessant... über sechzig... seit 30 Jahren die gleiche Vorlesung usw. Dafür kommt es auch den Exkursionen immer wieder zu amüsanten Szenen, wenn es daran geht, die Bodenart zu bestimmen – unverständlicherweise scheinen sich einige Studenten immer noch zu sträuben leckeren Waldboden in den Mund zu nehmen *gg*.

http://boden.uni-trier.de/

 Fernerkundung

In der Fernerkundung geht es um die Sammlung von Daten zu geowissenschaftlichen und geographischen Vorgängen aller Art.. Satellitenbilder, Geoinformationssysteme usw. Das Fach ist ohne Zweifel sehr beliebt, da es zum einen keinen senilen Professor an der Spitze hat und man zum anderen nur einen einzigen Schein für das Vordiplom braucht.

http://www.feut.de/

 Geobotanik

Hier scheiden sich die Geister... die Naturwissenschaftsfanatiker und manche Geologen (wer... ich?) hassen das Fach wie die Pest und die anderen würden am liebsten ihr restliches Leben lang Gänseblümchen bestimmen. Eine nähere Erklärung ist hier wohl auch überflüssig... Botanik = Pflanzen! Die Professorin ist eigentlich ganz nett, hat aber diverse ‚Ausbrüche‘... oder wie soll ich das ausdrücken... sagen wir mal, sie ist eine Professorin der alten Schule... man sollte auch keinen Fall zu spät kommen und während der Vorlesung ja den Mund halten... sonst kann sie ganz schön ungemütlich werden. Die anderen Teile des Personals sind (sofern mir bekannt) gleichsam nett wie kompetent.

http://www.uni-trier.de/uni/fb6/geobotanik/geobotframe.html

 Geologie

Lieblingsfach... Lieblingsprofessor – der kommt nämlich aus dem nahegelegenen Luxemburg, ist kompetent, nett und immer wieder um seine Studenten besorgt, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Leider ist im Zuge der Sparmaßnahmen eine Stelle in der Geologie weggefallen (siehe weiter oben...), deren Veranstaltungen nun notdürftig durch einen – zur Lehre unfähigen – Geologen aus der Physischen Geographie ersetzt wurden... naja, ersetzt ist wohl zuviel gesagt... es wird in sehr unvollständigen Umfang weitergelehrt. Die Hälfte fehlt... aber natürlich muss man trotzdem alles wissen :D.

http://www.uni-trier.de/uni/fb6/geologie/Welcome.html

 Geomathematik

Die Geomathe... eines der Hassfächer. Logisch... denn wer Ahnung von Mathe hat, der studiert Informatik... und keine Geowissenschaften. Die meisten Vorlesungen werden momentan von einem ‚richtigen‘ Matheprof gehalten, da die eigentliche Professorin des Faches in die USA abgehauen ist... und ihren Wissenschaftlichen Mitarbeiten mit den ganzen Studenten allein gelassen hat. Tja... Chaos auf der ganzen Linie... wenigstens wurde die gute Frau durch massiven Druck von Seiten der Presse und der Studenten mittlerweile entlassen.

 Hydrologie

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Hydrologie sind ein recht sonderbarer Haufen. Wie der Name schon sagt, behandelt das Fach Wasser... genauergesagt Fließgewässer... doch nicht ausschließlich. Man hat sich hier nämlich der Vermittlung der Geheimnisse des „wissenschaftlichen Arbeitens“ verschrieben... und zwar besonderen Formen... denn alles ist ein Massentransport. Ihr habt keine Ahnung wovon ich rede? Gut, ich nämlich auch nicht... nur soviel... hier erwarten euch keine normalen Vorlesungen, sondern die Einweihung in die Geheimnisse des Lebens und Lernens.

http://www.uni-trier.de/uni/fb6/hydrologie/homepage.htm

 Klimatologie

Meine Vorlesung und Übung die ich hier besucht habe, fand ich extrem schrecklich... was wohl vorrangig daran liegt, dass die Physik der Atmosphäre Gegenstand dieses Faches ist, und ich Physik in der 11. Klasse mit einer 01 abgewäh... aber lassen wir das. Tatsache ist auf jeden Fall, dass der hiesige Professor die Vorlesungen im Grundstudium extrem langweilig und abstoßend gestaltet, um ja auch nur die ‚richtigen‘ Klimatologen in die weiterführenden Veranstaltungen zu bekommen.

http://klima.uni-trier.de/

4. MEIN FAZIT

Ich mag meinen Studiengang... klingt simpel und ist auch so gemeint. Auch wenn es momentan riesige finanzielle und organisatorische Probleme gibt – von den Eigenheiten der einzelnen Profs einmal abgesehen, denn das ist nur der ganz normale universitäre Wahnsinn... die Anwendungsorientiertheit und Vielfalt des Studiengangs finde ich einfach nur phänomenal... auch wenn dabei auf eine wirklich tiefere Bildung verzichtet wird... es scheint der einzige Weg zu sein, befriedigende und kompetente Lösung für die Umweltprobleme der heutigen Zeit zu finden.


Wird immer weiter ergänzt.

Londo.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Alea_X

Alea_X

28.09.2003 01:10

Hab heute abend einige Berichte zu Studiengängen gelesen, aber Deiner war mit Abstand der beste, unterhaltsamste, informativste... Weiter so und noch ein schönes Studium:)!

mapakam

mapakam

09.09.2003 14:02

hmh, muss ich mal weitererzählen, das könnte noch mehr leute interessieren... ciao! mapakam

Ottifand

Ottifand

08.07.2003 18:00

Zu diesem Bericht kann man nur GENIAL sagen! Ich gebe dir mal ein sh

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Angewandte Umweltwissenschaften - Uni, Trier - Testbericht von Wumski AUW Studium
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