Dieser Erfahrungsbericht wurde von 4 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
ANIMAL FARM
Kategorie: Spielfilm (TV) Genre: Drama/Satire Land/Jahr: USA 1999 Regie: John Stephenson Darsteller: Pete Postlethwaite Buch: Alan Janes, Martyn Burke Kinostart: Videopremiere Anbieter (Label): BMG Video (Advanced) Handelsform: Leihmedium System: VHS Videofilm FSK: ab 12 Jahre Auslieferung: 22. Februar 2000 EK/Konditionen: 149,95 DM
von Gunther Barnewald
1954 erschien die Zeichentrickversion des berühmten Buches von George Orwell, welche durchaus als Meilenstein betrachtet werden kann. Der Bekanntheitsgrad von ANIMAL FARM dürfte sowohl in Europa als auch in den USA enorm sein, vor allem dank der frühen Verfilmung. Eine Neuverfilmung darf so zwar mit dem Beliebtheitsgrad der Geschichte liebäugeln, sie muß sich aber auch an den genialen und einprägsamen Zeichentrickbildern von einst messen lassen. Denn schließlich war der Film von 1954 keine Disneyproduktion, sondern eine englische Arbeit. Dieser übermächtigen Urversion trotzt die "Realverfilmung" der Geschichte vom Aufstand der Tiere auf einem Bauernhof recht gut. Kein Wunder, denn schließlich wurde hier mit den hervorragenden Mitteln von "Jim Hensons Creature Shop" gearbeitet und entstanden ist ein Film ganz im Stil von EIN SCHWEINCHEN NAMENS BABE".
Perfekt sprechende Tieranimationen tragen die Handlung, die viel rationaler ausfällt als bei der Urversion. So verzichtet der Film auf den blutigen Mord an Schneeball und vor allem auf die Rache der enttäuschten Tiere, die gegen Ende des Zeichentrickfilms die Farm stürmen und die despotischen Schweine töten. Im "Realfilm" bleibt den betrogenen Revolutionären nur die Resignation und Emigration. Die Geschichte liegt damit deutlich näher an Orwells Vorlage. Besondere Stärke entwickelt der Film, wenn er die Selbststilisierung des neuen Diktators (des Schweines Napoleon) zum nationalen Helden darstellt. Die gezeigten "Staatsdokus" der Tiere erinnern verblüffend an kommunistische Propagandafilme unter Stalin und anderen ehemaligen Ostblockdiktatoren. Sie sind sehr entlarvend.
Insgesamt stellt der neue ANIMAL FARM-Film eine interessante und beachtenswerte Neuverfilmung dar, auch wenn die packende Emotionalität der Urversion durch allzu distanzierte Bilder nicht mehr erreicht wird.
Das "Heile- Welt"- Ende ignoriert vollkommen die Situation in den ehemaligen Ostblockländern und ist völlig daneben. Die Eltern können beruhigt mit ihren Kindern aus dem Kino gehen und das Thema ist abgehakt. Die Zeichentrickversion hat da viel mehr zum Nachdenken angeregt
06.11.2001 01:08
Das "Heile- Welt"- Ende ignoriert vollkommen die Situation in den ehemaligen Ostblockländern und ist völlig daneben. Die Eltern können beruhigt mit ihren Kindern aus dem Kino gehen und das Thema ist abgehakt. Die Zeichentrickversion hat da viel mehr zum Nachdenken angeregt