Kein Film für Kinder
21.01.2002
Pro:
- großartig umgesetzt, tolle Tricks
Kontra:
- teilweise sehr grausam
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 Plavalaguna21
Über sich:
Mitglied seit:03.01.2002
Erfahrungsberichte:108
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit diesem Vorurteil möchte ich erstmal ganz am Anfang aufräumen : Der (ursprünglich fürs US-Fernsehen konzipierte) Film "Animal Farm" erinnert zwar von der Machart sehr an das gnadenlos niedliche "Schweinchen namens Babe", ist aber alles andere als ein Film,mit dem man die Sprößlinge mal zwei Stunden beschäftigen kann, sondern eine scharfe (und teilweise sehr grausame) Satire auf den Kommunismus und diktatorische Herrschaftsverhältnisse. Wer George Orwell's gleichnamige Satire gelesen hat (hin und wieder wird er noch im Englisch-Unterricht durchgenommen) kennt die Story. Für alle anderen werde ich hier noch mal eine kurze Zusammenfassung liefern:
Den Tieren auf Bauer Jones' Farm geht es schlecht. Schwere Arbeit, miese Behandlung,Schläge...und der häufig betrunkene Bauer vergißt auch gerne mal das Futter. Nachdem Jones seinen treuen Ackergaul Boxer verprügeln will,weil der den Pflug nicht in grader Linie gezogen hat, reicht es der Hofhündin Jessie. Sie greift den Bauern an,um Boxer zu helfen. Daraufhin halten die Tiere der Farm den Zeitpunkt für gekommen,endlich etwas gegen die Unterdrückung zu unternehmen - der Widerstand formiert sich zunächst unter Führung des weisen Ebers Old Mayor,der durch einen dummen Zufall, an dem Jones nicht ganz unbeteiligt ist,sein Leben lässt. Fortan übernimmt Old Mayors Nachfolger Snowball die Führung, und bald gelingt es den Tieren, ihren Peiniger von der Farm zu vertreiben. Für kurze Zeit geht es den Tieren wunderbar - jeder tut seine Arbeit, jeder hat Futter,und Snowball ist ein sehr gerechtes Oberhaupt, der Schreiben lernt und es den anderen Tieren beibringt. Auch Gesetze der neuen Staatsform des "Animalismus" werden beschlossen. Doch am Horizont tauchen Wolken auf...das Schwein Napoleon erschleicht baut sich eine kleine Privatarmee aus Hunden auf und stürzt Snowball,der als Verräter bezeichnet und vom Hof verbannt wird. Nun beginnt eine Schreckensherrschaft der Schweine : Schon bald werden sie den Menschen immer ähnlicher, schlafen in Betten,essen von tellern,fangen schließlich an zu reden und machen Geschäfte mit den Menschen...daß dies zu keinem guten Ende führen kann,ist klar. Am Anfang ist man beeindruckt von den Tricks des Films und den großartigen Dressurleistungen. Dafür benutzte man schlicht computeranimierte Aufnahmen von echten Tieren,ganz im Computer erschaffene Wesen und Animatronics aus der berühmten Puppenwerkstatt Jim Hensons ("Muppet Show"). Auch wenn das manchmal sehr offensichtlich künstlich wirkt (bei "Old Mayor" zum Beispiel),bleibt einem manchmal glatt der Mund offen stehen. Dies passiert aber nicht nur aufgrund der Tricks, sondern auch,weil die Geschehenisse zum Teil äußerst erschreckend sind. In einer Szene des Films setzt Napoleon getürkte Propagandafilme ein, die in ihrer Ästetik ziemlich an alte Wochenschauen aus den 30ern erinnern...auch wenn der Nationalsozialismus eigentlich nicht Thema dieser Satire ist,drängt sich ein Vergleich auf. Napoleon selber läßt sich zum Führer stilisieren,läßt Statuen von sich aufstellen und stachelt seine "Untergebenen" zum unsinnigen Bau einer Windmühle an - nur der treue Boxer ist der einzige,der nicht resigniert. Als ihn all seine Kräfte verlassen,wird er von Napoleon skrupellos an die Abdeckerei verkauft,um dessen (mittlerweile stark angestiegenen) Whiskeykonsum zu finanzieren.
Auch wenn der Film das Ettikett "Satire" trägt,ist er nicht wirklich lustig; er regt dafür aber um so mehr zum Nachdenken an. Dazu ist er für eine TV-Produktion wirklich aufwendig hergestellt und auf jeden Fall sehenswert...nur eben aufgrund der sehr traurigen und grausamen Szenen (unter anderem wird gezeigt,wie als Verräter bezeichnete Tiere am Galgen hingerichtet werden) keinesfalls für Kinder geeignet.
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26.12.2004 13:17
Na sag ich doch *g* Ich find es auch sehr "denkwürdig", dass man auf der VHS-Hülle den Film mit "viel humor" angepriesen bekommt....
14.02.2003 18:55
Animal Farm eignet sich wirklich gut für den Geschichtsunterricht um die Ansichten und Ziele Marxs und co richtig zu verstehen. Privat würde ich ihn mir vielleicht nicht ganz so gerne anschauen... :)
11.02.2002 01:44
Nett zu lesender Bericht, allerdings habe ich dem Film nicht so sehr viel angewinnen können (das tut aber natürlich der Qualität Deines Berichts nichts! *lach*). Das Buch gehört übrigens im Englischunterricht zu den 10 meist gelesenen Romanen ... Sonnigen Gruß, Astrid.