Tierisches Gerenne
12.10.2004
Pro:
Nette Animation, gute Unterhaltung
Kontra:
Wissenschaftlich nicht so haltbar
Empfehlenswert:
Ja
 x-zine
Über sich:
"Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker gebracht haben."
(George ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die BBC ist immer wieder für eine nette Abendunterhaltung gut. Während die deutschen Fernsehanstalten Nervtröten wie Guido Knopp das Geld für schlechte History-Channel-Imitationen hinterherwerfen, kurbeln Jungs wie John Downer (The Galactic Garden, BBC, 1985) ihre Hochleistungsrechner an und produzieren unterhaltsame Informationssendungen. Diese handelt davon, dass Tiere in einer Olympiade gegeneinander antreten. Allerdings werden sie fairer Weise auf gleiches Niveau gebracht und auch Doping ist verboten. Kommentiert wird es im englischen Original von Jonathan Pearce, der soviel Berühmtheit erreicht hat, dass er in anderen Produktionen wie "Robot Wars" und "Match of the Day" auftritt. Ihm zur Seite steht John Motson, den Kinobesucher aus "Bend It Like Beckham" (GB, 2002) kennen. Die deutsche Produktion von polyband lässt sich nicht lumpen und engagiert Norbert "Nobbi" König, beim "ZDF Sportstudio" (1992-1994), und Wolf-Dieter "Poschi" Poschmann, beim "ZDF Sportstudio" (1994 und immer wieder auftauchend). Die beiden Boliden des deutschen Sportfernsehens machen ihre Sache recht gut. Doch im Vergleich zu den englischen Sprechern wirken sie müde und abgeschlafft. Allerdings kann das nur jemand herausfinden, der über den UK-Import verfügt. Schade eigentlich. Es gibt technologisch kaum einen Grund, warum die Originaltonspur nicht auch noch einen Platz gefunden hätte.
Tiere als Sportler haben schon etwas Tradition. Gerade im Bereich der Animationsfilme: beispielsweise "Goofys Olympiade" (Disney,1992, aus den Folgen der TV-Sendung "The Goofy Sport Story") und "Das Fußballspiel der Tiere" aus "Die Hexe in ihrem fliegenden Bett" ("Bedknobs and Broomsticks", Disney, 1972), bis hin zum vom Titel vergleichbaren Film "Die Dschungel-Olympiade" (USA 1979) von Steven Lisberger (Regie und Buch). Doch der leider allzu müde Zeichentrickstreifen, bei der nur die Musik von 10CC wirklich Pepp hatte, hat inhaltlich nur wenig mit der BBC Animation zu tun. Hier geht es um den echten sportlichen Wettstreit einer Kakerlake gegen eine Geparden. Wer mag gewinnen, wenn ein kleines ungeliebtes Insekt gegen das schnellste Raubier der Welt bei 100 Meter Sprint antritt? Die Frage ist leicht zu beantworten, wenn man einen Blick auf die Körpergröße der beiden Kontrahenten wirft. Rechnet man die Werte allerdings auf ein Normmaß, sagen wir die menschlichen 1,83m, dann wird die Sache wieder spannend. Vor allen dann, wenn man den beiden Renntieren noch andere Schnellläufer aus dem Tierreich an die Seite stellt. Das Ergebnis wird einige Zuschauer sehr überraschen.
Neben dem Wettrennen werden weitere klassische Olympische Disziplinen gezeigt, bei der verschiedene Tierarten gegeneinander antrete: Schwimmen, Gewichtheben, Schießen, Hoch- und Weitsprung. Dabei werden alle Trickregister der Animation gezogen und den Zuschauern beeindruckende Bilder ganz im Stil einer echten Sportberichterstattung gezeigt. Das Ergebnis des Films könnte natürlich heißen, dass wir Menschen die letzten Nieten sind, was sportliche Leistungen betrifft. Doch beruhigend ist die Tatsache, dass ein Gepard von der Größe eines Menschen an defekten Gelenken eingegangen wäre, eine Kakerlake dieser Größe von den eigenen Eingeweiden erstickt wäre und Lachse daran zugrunde gehen, dass sie in der letzten Phase ihres Lebens alle angesammelte Energie herausschleudern. Somit kann man beruhigt diese sehr unterhaltsame und auch informative DVD in den Player schieben und sich weiter einen Fernsehbauch anfuttern.
Doch es geht hier nicht um die wissenschaftliche Haltbarkeit des Leistungsvergleichs. Vielmehr wird in einer humorvollen und sehr unterhaltsamen Weise, die Tierarten und deren spezielle Eigenschaft dem Zuschauer nahe gebracht. Fast unbemerkt werden wir mit Informationen gefüttert und erst nach Ende des Films merkt man, dass man tatsächlich eine Menge gelernt hat. Der Unterhaltungswert von BBC Dokumentationen ist bei hoher Informationsfülle einfach unübertroffen. Technologisch gesehen gibt es an der DVD wirklich nichts auszusetzen. Aufgrund der digitalen Urfassung gibt es kaum Verluste und somit stimmen Schärfe, Kontrast und Farben zur vollen Zufriedenheit. Der Ton in Dolby 2.0 ist sauber und weitaus besser als man es von einem Sportereignis erwarten würde. Das bisschen Extra der DVD sind die Texttafeln zu den einzelnen Tierathleten. Braucht man nicht unbedingt. Interessanter wäre ein Making Of der Trickeffekte gewesen.
In der Gesamtbetrachtung und wenn man den geringen Preis einbezieht spricht sehr viel für die Anschaffung der DVD. Ob nun der UK Import oder die deutsche Fassung bleibt dem Käufer überlassen. Beides auf einmal kostet leider diesmal das Doppelte. Hinweis: Diese Kritik trage ich auch ins X-Zine ein.
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13.09.2009 17:22
Du schreibst, "wenn man den geringen Preis einbezieht", nennst ihn aber leider nirgends. Auch weitere Eckdaten fehlen, um sich ein vollständiges Bild machen zu können. Dennoch hat mich Dein Bericht neugierig gemacht und ich werde weiter recherchieren. :-)
12.10.2004 15:44
Klasse Bericht! LG, Jenny
12.10.2004 13:54
Also gut, ich hab das im Fernsehen (ZDF) gesehen und glaub sogar noch auf VHS aufgenommen, dann kann ich mir die DVD getrost sparen, wenn da nur die deutsche Fassung drauf ist...