Anmerkungen zu Hitler / Sebastian Haffner

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Anmerkungen zu Hitler / Sebastian Haffner

ISBN: 9783596234899 - Verlag: Fischer Taschenbuch mehr

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... "Anmerkungen zu Hitler" gliedert sich in wenige Kapitel. Er hat noch mehr Bücher zu dem verhängnisvollen Führer veröffentlicht. Dieses halte ich für sein bestes und ohne Vorkenntniss zu lesendes, sozusagen eine Zusammenfassung seiner Gedanken und Details in anderen Werken. Ich glaube, ... Bericht lesen





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Kein Friedens-Nobelpreis für HITLER. Warum ?
Erfahrungsbericht von riederwald über Anmerkungen zu Hitler / Sebastian Haffner
17.06.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Leicht verständlich, kurz, subjektiv, von Zeitzeugen, günstiger Preis
Kontra: Etwas kurz

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

EINLEITUNG:

Sebastian Haffner schrieb einen leicht lesbaren Bestseller auf nur knapp 200 Seiten über Adolf Hitler.

"Anmerkungen zu Hitler" gliedert sich in wenige Kapitel.

Er hat noch mehr Bücher zu dem verhängnisvollen Führer veröffentlicht. Dieses halte ich für sein bestes und ohne Vorkenntniss zu lesendes, sozusagen eine Zusammenfassung seiner Gedanken und Details in anderen Werken. Ich glaube, es kam Ende der Sechziger Jahre heraus, zu einer Zeit, wo das Thema in Deutschland kaum Gesprächsthema war.

KAPITEL:

- JUGEND und WERDEGANG HITLERS:
Jeweils ein Beispiel: Hitlers frühe Karriere unterscheidet sich ziemlich von anderen Diktatoren, etwa Napoleon. Durch seine Ablehnung und Geringschätzung von Menschen allgemein.. Einzelne bedeuten ihm wenig oder nichts. Hitler hatte auch kein eigentliches Weltbild oder eine Philosophie, mit der er die Welt irgendwie "besser" machen wollte. (Napoleon hatte zumindest die Gedanken der franz. Revolution und Säkularisation im Hinterkopf). In dieses von Vakuum tritt ein plötzlich - nach ersten Rednererfolgen in den Zwanziger Jahren - ein neues Interesse an Politik. Hitlers immense autodidaktische Bildung, Rednergabe, etc wird durchaus gewürdigt. Sein militärisches, politisches und humanitäres Weltbild war in jener Zeit leider schon arretiert. Haffner sieht die Triebfeder für Hitlers Karriere seine Selbstdarstellung um ihrer Selbst willen .

-- ERFOLGE HITLERS:
Von 6 Millionen Arbeitslosen kam er in 3 Jahren auf Vollbeschäftigung. Eigentlich strenggenommen ein Erfolg für den Wirtschaftswissenschaftler Hallmar Schacht. Und anfangs durchaus noch mit meist zivilen Gütern und Produktionen (noch Butter statt Kanonen)! Unter kräftiger Bedienung der Banknotenpresse, Korruption, Enteigungen und diktieren von sämtlichen Parametern wie Lohn, Arbeitszeiten etc.
Hitler tat dies nicht aus "Liebe" zu Deutschland. Er wollte mit Speck die Mäuse fangen für den Rückhalt für seine späteren und eigentlichen Missionen der Destruktion.
Und wusste, daß die Wirtschaft schon damals das wichtigste für die seit 1918 zur unzufriedenen Krämerseele mutierte deutsche Mentalität geworden war. (Ist übrigens auch heute noch so). Die sozialismusverdächtige NSDAP erreichte ihre Macht übrigens ohne Hilfe des Großkapitals, welches die Partei bis 1933 in KPD-Nähe vermutete. Erst nach Regierungsübernahme mussten auch Industrielle Hitler gezwungermaßen unterstützen, da der Rechtsstaat ja schon im Frühjahr 1933 Makulatur war. Einer der ersten Emigranten ins Ausland und Gegner Hitlers war übrigens der Leiter von Krupp.

-- IRRTÜMER HITLERS: Seine Theorien von Rasse und Nationen werden von Ansatzpunkt an kritisiert. Eine arische Rasse kam nur in (damals wie heute unbewiesenen) okkulten Schriften von Blavatsky oder Rudolf Steiner vor. Die viel beschriebenen Probleme und Ungleichheiten der weißen und schwarzen "Rasse" interessierten Hitler seltsamerweise gar nicht.

Das Judentum wird völlig verzerrt interpretiert. Seine guten Eigenschaften ignoriert, seine tatsächlichen und vermeintlichen Fehler verzerrt ins gigantische tausendmal wiederholt (mein Kampf).
Die Semiten waren laut Sebastian Haffner um 1920 so zersplittert wie nie zuvor. Dieser Bevölkerungsanteil von weniger als 2 % freute sich und war stolz eine neue Identität in Frankreich, England oder Deutschland zu haben.
In das Land Deutschland waren die Semiten besonders vernarrt, sie dienten dem Land als Soldaten im ersten Weltkrieg, als Nobelpreisträger verhalfen sie Deutschland zu Ansehen. Die damalige emotionale Verbundenheit der Semiten gegenüber Deutschland ...da macht die wirre Fehleinschätzung Hitlers (der den Antisemitismus östlicher Prägung in Wien aufgeschnappt hatte) in der Tat betroffen und traurig.
Hier (und bei mehreren anderen Bevölkerungsgruppen in Deutschland) hatte Hitler schon in den ersten Regierungwochen wertvolles Potential für seine Regierungsaktivitäten verspielt. Durch Beleidigungen schlug Vaterlandsliebe schon Anfang 1933 in Haß und Ignoranz um.Er verlor wertvolle Kräfte durch Tod und Abwanderung. Kräfte, die gewillt gewesen wären, Deutschland auf anständigem Wege zu Ansehen zu verhelfen. Einem Land, das Hitler selbst nichts bedeutete, er erkannte in dem Land lediglich das größte Machtpotential Europas, das er für seine egomanen Privattheorien missbrauchen sollte. Die emotionale Haltung Hitlers gegen Deutschland wird auch noch mal in "der Untergang" beschrieben.

Militärisch war die Kriegserklärung gegen Amerika sein seltsamster und sinnlosester Befehl. Haffner stützt seine Theorie auf einige verächtliche Äußerungen Hitlers zu ausländischen Diplomaten gegen Deutschland während des Rußland-Feldzuges. Das deutsche Volk sah in Hitler noch 1939 etwas illusorisches (leider unter Ignorierung der bereits erkennbaren Fakten). Diese Soldaten hatten in fast ganz Europa einen beispiellosen militärischen Sieg errungen, da kam in Rußland die erste Niederlage. Das genügte bereits um ein Haßgefühl Hitlers gegen die deutsche Bevölkerung aufkommen zu lassen und ihm eins auszuwischen. Da er wusste, daß so viele Fronten und dann noch Amerika, Deutschland den Garaus machen muss.

Außerdem lies sich nach wie vor die breite Masse der Bevölkerung nicht von Hitlers wirren Rassentheorien interessieren, das ärgerte Hitler und er verlagerte die Vernichtung in unzugängliche Ostgebiete. Dies spricht eigentlich für eine (oder einen Rest) anständige Haltung sehr vieler Deutscher unter dieser handlungsunfreien Diktatur.

- VERBRECHEN HITLERS (zivile):
Laut Sebastian Haffner gab es immer Kriegsverbrechen auf allen Seiten: Bomben auf Warschau, Dezimierung der polnischen und russischen Bevölkerung, Bombenterror der Engländer auf deutsche Städte, Vergewaltigungen russischer Soldaten nach Waffenstillstand, Greuel in früheren ideologischen und religiösen Kriegen, oder auch heute.
.
Doch bei Hitler gab es noch etwas anderes und für ihn ganz spezifisches: Seine ZIVILEN VERBRECHEN und Mordgedanken , lange vor Kriegsbeginn. Das soll auch ein Motivator für seine Karriere gewesen sein, mit so viel wie möglich Leuten abzurechnen.
Diese plante er bereits vor Regierungsantritt. Sie stand mit Kriegsgeschehen in keinem Zusammenhang und spielte sich in seinem Gastland Deutschland ab.
Was das war ist bekannt: Tötungen wie Euthanasie, Zigeuner, Juden, Bildungsschichten, , kirchliche und andere religiöse Gruppen, Liquidierung der ihn einstmals unterstützenden SA. Dies waren keineswegs Kriegsverbrechen, leider verwendeten hierfür die Alliierten dieses falsche Wort in den Nürnberger Prozessen.

- - VERRAT AN DEUTSCHLAND SELBST
Stalingrad, Ernst Röhm, alte Genossen werden fallengelassen und ohne Prozess liquidiert. Siehe auch Film "Der Untergang"
Eein patriotischer General wie Ernst Rommel soll ohne Nachschub aus Berlin sich und seine Armee in Afrika aufreiben lassen. Nur weil der Führer über dessen erste Niederlage (nach unzähligen Erfolgen vorher) verärgert ist.
Hitler besucht außer Paris nicht die Front, nicht die zerstörten Städte ...
Haffner sieht kein emotionales Verhältnis Adolf Hitlers zu Deutschland. Das Buch schließt mit einem klaren Bekenntnis zu den guten Eigenschaften der Nation,

MEINUNG

Das Buch ist uneingeschränkt jeder Altersgruppe zu empfehlen, es liest sich leicht, man spürt nicht oder kaum einen moralischen Zeigefinger, nach dem Lesen hat man keine Lust zu allgemeinen Verurteilungen oder zu Streit. Gegenüber den guten Eigenschaften der deutschen Bevölkerung empfindet Haffner nach wie vor Sympathie und Solidarität, er ist eben ein (guter) Deutscher. Und der fehlgeleiteten Bevölkerung äußert er viele Sätze des Verständnisses, da sie ja ihr falsches idealisiertes Bild in einer unfreien Zeit des Terrors basteln mussten, um sich selbst noch als anständig betrachten zu können.

Sebastian Haffner entlarvt Hitler als typisch UNDEUTSCH. Das sehe ich als eine Hauptaussage des Buches an. Und mir gefiel, daß er den Großteil der Bevölkerung nicht verurteilte, obwohl das Wahrnehmungsvermögen der Bevölkerung ziemlich eingeschränkt gewesen sein musste.

"Anmerkungen zu Hitler" ist ein kluger Essay. Geeignet für jede Altersgruppe und für den Schulunterricht.

FAZIT:

Hitler hat so wenig zu Deutschland "gepaßt", wie die Faust aufs Auge.
Er konnte nur in einem kurzfristigen Szenario Erfolge erreichen. Seine Wahlerfolge erhielt er durch die eher negativen Strömungen bei der Bevölkerung (Ungerechte Behandlung nach dem 1. Weltkrieg, Demokratie wurde als langweilig empfunden) Welche kurzfristig übersah, daß Hitler eine positive Philosophie, eine Menschenliebe allgemein fremd war. Und Diktatoren haben nie eine Rente oder einen Nachruhm, sie müssen sich in Lebzeiten nehmen, soviel sie bekommen können. Den Suizid (wenn "es" nicht mehr klappen sollte) hatte Hitler schon früher oft erwähnt.

Der Preis dieses vielverkauften Taschenbuches ist recht günstig. 7 Euro?

NACHWORT:
Wie kann jemand heute noch sagen: "Autobahnen hat er gebaut, alle waren (angeblich) satt und damit überglücklich. Nur Ausschwitz das war ein kleines bisschen zuviel, sowas gab es (angeblich) schon immer. Und Kriege gab es auch immer. "Der Adolf hat doch eigentlich einen Friedensnobelpreis nachträglich verdient" (im Ernst, das hatte ich schon mal, sogar im Ausland gehört). . Und das heutige Ozonloch und die Fehler der anderen Nationen von heute sind viel schlimmer als alles was der Adolf jemals ...." Schon gehört" *gfg* ???

Nein, ich finde, es handelt sich beim seriösen Beschäftigen (natürlich nicht übermäßig) nicht "Vaterlandsbesudelung" und Belastung. Es ist genau das Gegenteil. Sehnsucht nach Liebe zur Nation (z.B. meinerseits) und Reinigung von einer Perversion der Begriffe und des "Denkens", wie es sie kaum je gegeben hat und die bis heute nachwirkt. Erst wenn der große Teil der Bevölkerung in Deutschland eine (von innen kommende) gesunde Meinung zu dem Thema hat (ich schätze, im Moment sind es bereits ca. 50 % der Bevölkerung) , dann hat Deutschland evtl. die Chance, mal wieder ein Land zu werden mit Charme. Wie vor 1913 und seitdem nie mehr wieder.

Auch nach dem Krieg ist Deutschland unbedacht in seiner fatalen Besserwisser-Mentalität auf ein falsches Pferd gestiegen und weit davon entfernt ein Land zu sein, das andere (neben Wirtschaft) auch ein wenig ins Herz schliessen konnten. Die Wirtschaft.
Da Ökonomie (die hinten und vorne nicht funktioniert und steuerbar ist) nicht das Wichtigste im Leben ist, wird wohl noch 2 Generationen langer Leitung bedürfen.

Zurück: Warum wird selbst heute noch in Deutschland eine Diskussion über Hitler öfters mal mit "Schlechtmachen von Deutschland" etikettiert ?? So ein Schwachsinn, sich (grundlos) noch unbewusst auf die Seite des undeutschesten Deutschen (Hitler) zu stellen, müsste ein jeder Mensch sofort denken. . Wie kann selbst heute noch so eine Vergriffsverdrehung - auch bei belesenen jüngeren Leuten - möglich sein ?

Erklärungsversuch:
Die Generationen der von ca. 1910 bis 1935 geborenen machte nach dem Zusammenbruch 1945 etwas merkwürdiges:

Sie schlossen sich zu einer Art unsichtbarer Bandenmentalität zusammen. Über das "Vergangene" wird nicht mehr gesprochen. Selbst ehemalige Nazigegner spielten das Spiel mit. Deren Kinder wuchsen somit in dem Glauben auf, daß ihre Eltern / Großeltern keinerlei Wissen über alles hatten und streiften das Thema in der Schule nur in Grundzügen wie eine externe und längst vergangene Epoche des Schwarz-Weiss Films. Diese Kinder hatten sehr oft selbstbezogenen und masochistische Geschichten ihrer Eltern gehört, wo es wieder mal um das Essen ging. Da diese zeitweise hungern mussten, sahen diese Eltern sich auch als die ärmsten und schlimmsten Opfer der Kriegszeit an. Allerdings hatten auch die Bombardements der Alliierten mit den sinnlosen Zivilopfern dazu beigetragen zu dieser Weigerung sich mit der eigenen Zeit und Geschichte zu beschäftigen, so wie es für sie selbst und ihre Kinder gesund gewesen wäre.
Kein Sterbenswörtchen sagten Eltern- und Grosseltern, wem sie dies zu verdanken hatten, dem undeutschen Herrn Hitler. Welche Emotionen und Hass Hitler auch gegen Deutschland gehabt hat ist in "Der Untergang" zu spüren, nicht nur da. Daß Herrn Hitler die Bombardements der deutschen Städte und zivilen Opfer völlig egal waren, das hatte diese Elterngeneration offenbar gar nicht mitbekommen (wollen?) , trotz vielfacher Mediendarstellung nach dem Krieg. Wie kann man da zu dem ehemaligen Führer noch sowas wie Solidarität empfinden. Ich kann mir das wirklich nicht erklären ... Sebastian Haffner war eine Ausnahme jener Generation (geb. 1910 oder so) , eine sehr ehrenvolle Ausnahme. Seine Bücher halfen / helfen zur Begriffs-Geradebiegung von ehemals guten Eigenschaften. Deutschen Eigenschaften.

Aber das Bewusstsein , ein so falsches wie unrichtiges Empfinden der Dinge, das man im Nachhinein fast Mitleid mit einem solchen Wahrnehmungsvermögen haben muss.
Jene Generation erging sich - wie gesagt - einerseits im permanenten gegenseitigen Selbstmitleid und ignorierte fast gänzlich (Schriftsteller, Journalisten und Filmemacher + ein paar wenige in den 50-ern und 60-ern mal ausgenommen) das Leid von KZ und anderen Völkern wie Russland und Polen. Das ist schwerverständlich gerade unter der Kanzlerschaft von Konrad Adenauer. In meinen Augen ein Ehrenmann, der von den Nationalsozialisten seit 1930 (wie von den Kommunisten) permanent verfolgt wurde, knapp dem KZ entging, ob seiner konservativen Einstellung. Selbst Axel Springer: Er war zwar ein plumper Hasser von allem Linken (weil er mal in Moskau nicht empfangen wurde als Pressevertreter) aber Springer war auch ein Hasser der Nazis, selbst die Bild-Zeitung berichtete öfters über ehemalige Nazi-Sachen, was aber offenbar von den Lesern überblättert wurde.

Die zitierte Generation holte sich in einer beispiellosen optimistischen Phase (50-er 60-er) eines neuen wirtschaftlichen Aufbaus auch die größten und fettesten Brocken für sich selbst heraus. Man hatte ja so viel unschuldig gelitten und verdiente das. Ein Werbespruch wie "Man gönnt sich ja sonst nichts" .. sorry, aber so was kann es wirklich nur hierzulande unter Applaus geben.

Die Aufarbeitung des Nazithemas überliesen sie späteren Generationen. Diese spätere Generation hatte übrigens ab Mitte der Siebziger Jahre mit einer eher schwächeren Konjunktur und höheren Arbeitslosigkeit zu tun. Die ältere Generation interessierte das recht wenig, im Gegensatz zu deren ungefragten Rückschauen in die Zwanziger Jahre, wo die Verantwortung für Hitlers Aufstieg lediglich auf den (von aussen kommenden) Hunger kam. Kein Wort von den Goldenen Zwanzigern mit ihrer reichhaltigen Kultur und weltweit hochgeschätzten Filmen - wie Metropolis oder Emil-und die Detektive - oder M oder dem blühenden Berlin, das keinesfalls nur dekadent war. Diese Kulturbeiträge (die Deutschlands hohes Ansehen in aller Welt untermauerten) wurden seltsamerweise gar nicht beachtet von jener älteren Generation in deren Jugend. (???)

Das in den Siebzigern immer öfters und seit den Neunziger permanent (auch mir manchmal zu oft) das Thema beleuchtet wird, das sahen sie ungerne.

Etwas weitere sehr törichte und oberflächliche Aufarbeitung des Nazi-Themas begann 1968 mit der angeblich so tollen Jugendrevolution. Da wurde rechts durch links ersetzt. Man hasste genauso wie 30 Jahre vorher sich und die Welt aber man war links und "progressiv". Meiner Ansicht nach können sich die beiden (wie in Weimar) Gruppen Links und Rechts die Hand geben, selbst wenn sie zwei Räuberbanden unterschiedlichen Lagers sind. Links war eifersüchtig, daß Rechts 1933 die Beute - das demokratische Deutschland - bekam. Nachträgliches Moralisieren über Hitler entsprang diesem Eifersuchtsdenken und keiner von innen kommenden Menschenfreundlichkeit. Nachdem nach 1989 endlich diese unsäglichen Links-Rechts Diskussionen ohne Boden langsam aufhörten, seitdem ist ein gutes Klima zum Herangehen an solche geschichtlichen Themen langsam gewachsen.

MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG:
Deutschlands verstecktes Hauptproblem seit (mindestens) Beginn des 20. Jahrhunderts ist die innere Verrohung und Verbitterung durch das neue sozialistische Gedankengut gewesen. Das sind wie gesagt eigene Vermutungen, ob diese weder in Studentenkneipen noch im Spiegel zu lesen sind ist mir egal.
Die Deutschen konnten sich seit Ausbreitung der sozialistischen Lehre nicht mehr wohl fühlen. Da man ständig sich Gedanken machte (oder Gedanken anhören musste): Warum habe ich nicht mehr Besitz und Geld wie jene andere. Eine von Neid und Missgunst zerfressene (Volks-) Seele kann unmöglich (selbst unter guten Bedingungen wie 1913) glücklich sein oder das eigene wie fremde Menschenleben besonders hoch einschätzen ... Der Nationalsozialismus war strenggenommen auch eine illegitime Pflanze jenes sozialistischen Denkens. Schon in der Namensgebung und Farbe der Flagge, da sprangen Millionen Linkswähler 1932 / 33 freiwillig und mit Begeisterung auf den Nazi-Zug auf, und verleugneten dies nach 1945.
   

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Kontra: Keine Taschenbuchausgabe

...-Gästen in der ARD). Er gilt mit Recht als einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegsjournalisten ? obwohl er ja eigentlich Jurist werden wollte, was ihm die Verhältnisse (Machtwechsel 1933) und seine eigene Gesinnung (liberal, tolerant und demokratisch) einst verboten. Ein Buch, das für mich neben der bereits genannten Ranicki-Biographie ?Mein Leben? und Kumpfmüllers ?Hampels Fluchten? zum Besten in der Aufarbeitungmühsal deutscher Geschichte und Literatur des letzten Jahrhunderts gehört. Ich warte indes noch auf ein vergleichbar anspruchvolles und fesselndes Buch über die Zeit der Wende bis in unsere Tage. P.S. Weitere Bücher Sebastian Haffners: Churchill ? Anmerkungen zu Hitler ? Von Bismark zu Hitler. Auch hier zeigt sich der frühvollendete Virtuose ? ein Journalist, der auf packende und intellektuell ansprechende Weise Historie originell... Bericht lesen

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01.01.1970
Aus einem deutschen Leben
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Pro: So sollten Memoiren sein, die eigentlich keine sind.
Kontra: viel zu kurz

...Man kennt ihn - Sebastian Haffner. Journalist, Publizist, Historiker. Man liebt ihn für seine literarisch-historischen Werke. "Anmerkungen zu Hitler" sind für mich in ihrer Kürze und Prägnanz immer noch das am meisten zu empfehlende Werk, auch wenn es in seiner knappen Form nicht alle Aspekte ansprechen und ausdiskutieren kann - aber Fragen aufwerfen, Ideen vermitteln und den Leser denken lassen - ist sowieso das Wichtigste - der Leser soll denken, nicht sich vorsagen lassen. Man kennt ihn nicht - Sebastian Haffner. Sein Buch "Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914 - 1933" sind zwar sein erstes Buch, aber erst jetzt erschienen, im Nachlass gefunden und überraschend neu und aktuell und spannend. Wie macht man das? Man schreibt über zehn Jahre seines Lebens und reflektiert dabei zehn Jahre deutsche Geschichte, wichtige... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970


Geschichte eines Deutschen / Sebastian Haffner

Haupteigenschaften

Produktform: Einband - flexibel (Paperback)

Nummer der Ausgabe: 29

Seitenzahl: 192

Erscheinungsdatum: 1981

ISBN: 3596234891

EAN: 9783596234899

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