Anna Göldin - Der Film

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... Zeitweise ist sie ganz nett zu Anna und dann kommt plötzlich die Sache mit den Guffen in der Milch und der Krankheit. Es ist dann aber völlig unklar, wer dem Mädchen die Guffen in die Milch tat und ob es nicht vielleicht das Mädchen selber war und ob sie die Krankheit nur gespielt hat. Das ... Bericht lesen





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Fernbedienung oder Gehörschaden
Erfahrungsbericht von Dialya über Anna Göldin - Der Film
05.08.2000


Produktbewertung des Autors:   

Action:  
Anspruch  
Romantik:  
Spannung  
Spaß  

Pro: Inhalt des Filmes
Kontra: Verwirklichung

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich persönlich fand den Film nicht so besonders gut. Die Leistungen der Schauspieler waren zwar zum Teil sehr gut, aber alleine dadurch entsteht noch kein guter Film. Zu einem guten Film gehört nämlich auch ein gutes Drehbuch, was bei diesem Film nicht der Fall war.
Den ganzen Film hindurch war mir die Handlung eigentlich ziemlich unklar. Dies wurde wahrscheinlich durch die plötzlichen Szenewechsel und Zeitsprünge noch verstärkt. Es wurde auch viel zu wenig gesprochen, wodurch das Verhältnis der verschiedenen Personen zueinander unklar ist. Plötzlich kamen auch wieder irgendwelche Personen ins Spiel, von denen man nicht wusste, wer sie sind und was für eine Rolle sie überhaupt spielen. Vor allem die Rolle des kleinen Mädchens ist völlig unklar. Zeitweise ist sie ganz nett zu Anna und dann kommt plötzlich die Sache mit den Guffen in der Milch und der Krankheit. Es ist dann aber völlig unklar, wer dem Mädchen die Guffen in die Milch tat und ob es nicht vielleicht das Mädchen selber war und ob sie die Krankheit nur gespielt hat. Das dies auch wirklich unklar bleiben musste, wurde mir aber erst bewusst, als ich dann noch das Buch gelesen habe.
Die Vorgeschichte wurde erst während des Films aufgerollt, was eigentlich nicht unbedingt schlecht gewesen wäre. Es war aber leider völlig unklar, wann wieder zurückgeblendet wurde oder es wurde erst viel später klar. Zum Beispiel bei der Szene, in der Anna ein Kind zur Welt bringt, meinten viele (aus meiner Klasse) zuerst, dies sei ein paar Monate später und das Kind sei vom Doktor und es wurde dann erst nach der Szene klar, dass sich das Ganze früher abgespielt hat. Aber es war dann immer noch nicht klar, von wem das Kind ist und was dann nachher mit Anna passierte.
Die Kameraführung hingegen war zwar wieder relativ gut. Zu Beginn war sie zwar ein wenig hoprig, aber sie wurde mit der Zeit besser. Was ich sehr gut fand, war, dass zwischendurch immer wieder die Umgebung gezeigt wurde. Dadurch bekam man ein wenig einen Eindruck, wo Anna Göldin gelebt hatte. Zeitweise wurde damit aber auch ein wenig übertrieben, so dass man manchmal das Gefühl bekam, der Film bestehe nur aus Landschaften und handle eigentlich über den Kanton Glarus und nicht über Anna Göldin. Auch wurde zu diesen Landschaftsbildern oft zu laute Hintergrundmusik eingespielt, so dass man den ganzen Film hindurch mit der Fernbedienung in der Hand hätte dasitzen müssen, damit man die Lautstärke immer wieder richtig einstellen kann. Vielleicht wurde dies aber auch mit Absicht gemacht, damit die Zuschauer nicht plötzlich einschlafen.
Was sehr schade war, war vor allem, dass sehr wenig gesprochen wurde. Wenn mehr Dialoge vorgekommen wären, wäre wahrscheinlich auch die Handlung des Films ein wenig klarer geworden. Aber so bekam man dann das Gefühl, dass der Film hauptsächlich aus Geräuschen bestehe. Diese wurden dann unnatürlich laut hervorgehoben, wodurch dann der ganze Film ziemlich gekünstelt wirkte. Auch wurden durch diese Geräusche die Dialoge manchmal undeutlich, so dass man nicht verstand, was gesprochen wurde. Zwischendurch sprachen auch die Schauspieler ziemlich undeutlich und es konnte viel von dem Gesprochenen nicht verstanden werden.
Der Schauplatz und die Kostüme hingegen waren sehr gut gewählt. Das Leben von damals wurde sehr gut dargestellt. So z.B. die noch nicht sehr weit fortgeschrittene Medizin oder der Aberglaube der Menschen. Es wurde auch sehr gut gezeigt, wie hart der Winter früher für die Menschen war, da sie ja noch keine Zentralheizung und keine Elektrizität hatten.
Was ich an diesem Film das Beste fand, war, wie gezeigt wurde, dass die Frau früher gar keine Rechte hatte und sie dadurch ganz auf ihren Ehemann oder als Magd auf ihren Chef angewiesen war.   


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