Erfahrungsbericht über

Anna Karenina - Russische Klassiker (DVD)

Gesamtbewertung (7): Gesamtbewertung Anna Karenina - Russische Klassiker (DVD)

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Nicht unbedingt das gelbe vom Ei.......

3  14.03.2004 (27.03.2004)

Pro:
zum teil gute Darsteller, oft sehr schöne Schauplätze, Dramatik und Rommantik pur

Kontra:
wichtige Stellen aus dem Buch fehlen, streckenweise langweilig, na ja halt Hollywood

Empfehlenswert: Nein 

Tiny_Liny

Über sich: Halli Hallo! Ich bin zwar noch relativ neu hier finde es aber klasse hier und hoffe, dass ich euch l...

Mitglied seit:03.03.2004

Erfahrungsberichte:15

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

So, nachdem mein letzter Bericht ja ziemlich gut ankam möchte ich mich noch mal versuchen.
Ich schreibe über einen Film, den ich gestern zu ende geguckt habe.
Den Anfang habe ich mit einer Freundin gesehen. Wir wollten einen netten Videoabend veranstalten. Was sah ich in der Bibliothek unter der Rubrik "Liebe" ?- Richtig "Anna Kerenina" mit Sophie Marceau und da ich das Buch gelesen hatte und es mir total gefallen hat, dachte ich- warum nicht!
Meine Freundin konnte ich auch überzeugen.
Doch sie fand ihn sehr langweilig ,wollte ihn nicht weitergucken und ich hab ihn daher gestern alleine zu ende gesehen.
Ob meine Freundin einfach nur einen schlechten Geschmack hat oder an ihrer Behauptung was wahres dran ist, seht ihr jetzt.

------------Inhaltsangabe-----------

1. Inhalt des Filmes
2.Darsteller und ihre Rollen
3. Die Vorlage
4. Eigene Meinung
5. Fazit


-------------Inhalt des Filmes-------------
Russland ende des 19. Jahrhundert.
In einer Gesellschaft in der nur Macht und soziales Ansehen gilt verliebt sich die junge Frau Anna Karenina, verheiratet und Mutter eines Sohnes, in den Offizier Wronskij. Auch er verliebt sich in sie und auch, wenn Anna anfangs gegen ihre Gefühle kämpft werden die beiden ein Paar.
Gleichzeitig erhofft sich die junge Prinzessin Kitty eine Hochzeit mit Wronskij und verschmäht daher ihren Jugendfreund Lewin, der sie wirklich liebt.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit dem jungen Glück.
Anna darf ihren Sohn nicht mehr sehen, da ihr Mann es verbietet außerdem möchte er in die Scheidung nicht Einwillen.
Annanwird eine geächtete der Gesellschaft und traut sich nicht mehr aus dem Haus. Auch ihre Beziehung mit Wronskij verschlechtert sich, da sie unglaublich eifersüchtig ist. Sie sieht nicht ein warum sie ihr ganzes Leben für ihn geopfert hat, während er sich mit anderen Frauen vergnügt. Um ihre Nerven zu beruhigen nimmt sie Orphium.
Gleichzeitig erkennt Kitty, das Lewin der einzige Mann ist den die liebt, die beiden heiraten und kriegen ein Kind.
Anna ist mit den Nerven am Ende und den einzigen Weg den sie sieht ist der des Selbstmordes.


------------Darsteller und ihre Rollen-------------


Sophie Marceau als Anna Karenina
Ich denke mal die Rolle der Anna Karenina ist eine Traumrolle für jede weibliche Schauspielerin.
Vom Aussehen her ist sie die Idealbesetzung.
Sophie Marceau muss innerlichen Verfall und starke Verzweiflung spielen. Und ich finde sie macht ihre Sache außerordentlich gut.
Wenn sie vor Trauer und Wut außer sich ist nimmt man ihr das wirklich ab.
Oft sagt ihr Blick mehr als Worte.
Doch es ist nicht
Bilder von Anna Karenina - Russische Klassiker (DVD)
Anna Karenina - Russische Klassiker (DVD) Bild 8906 tb
Tja, das sind Anna und Wronskij.
alles Gold was glänzt.
Verliebt Anna sich in Wronskij wirkt das total unrealistisch uns steif. Kein Knistern keine Spannung.
Ich hab nicht das Gefühl, dass die Schauspieler sich besonders gemocht haben.
Über die Schauspielerin:Nicht nur auf der Leinwand, sondern auch auf der Bühne feiert Sophie Erfolge. Ihr erster Auftritt in "Eurydice" bringt ihr den "Molière", den Preis für den Nachwuchsstar ein. In George Bernard Shaws "Pygmalion" fühlt sie wie die Protagonistin Eliza. "Wie sie wollte ich immer frei sein. Es ist die Suche nach dem Glück, die uns verbindet."
In Claude Pinoteaus "La Boum - die Fete" (1980) spielt Sophie Marceau sich als verliebte 13-jährige in die Herzen des Kinopublikums. Nicht nur die Fortsetzung des Kassenschlagers ("La Boum 2 - Die Fete geht weiter"), sondern auch viele weitere Rollen machten die junge Sophie zum unverwechselbaren Star.

Sean Bean als Offizer Wronskij
Ich denke mal die Rolle des verführerischen und doch oberflächlichen Offizier ist eine starke Rolle.
Doch leider schafft Sean Bean nicht der Rolle die passende Tiefe und Ironie zu geben.
Oft wirkt er etwas blass.
Ich hab eigentlich nicht das Gefühl, dass er großen Spaß an der Sache hatte.
Wie schon oben erwähnt ist keine wirkliche Leidenschaft zwischen den Darstellern zu bemerken und Mr. Bean bleibt eigentlich nur gut aussehen, Sophie Marceau spielt ihn locker an die Wand.
Über dem Schauspieler: Geboren in der englischen Industriestadt Sheffield hat Sean Bean auch schon als Theaterdarsteller reichlich Erfahrung gesammelt. Zu seinen Bühnenengagements zählen Parts in den Royal-Shakespeare-Company-Produktionen "Romeo & Juliet", "Fair Maid of the West" und "Midsummer Night's Dream" sowie der Royal-Court-Theater-Aufführung "Killing the Cat".
Sean Bean ist dem breiten Publikum bestens bekannt durch seine Schurkenrollen in "Stormy Monday" (1987), "Das Feld" (1990), "Die Stunde der Patrioten" (1992), "James Bond 007 - Goldeneye" (1995) und "Ronin" (1998).

Alfred Molina als Lewin
Also eines muss ich gleich mal sagen: Alfred Molina ist wirklich keine Schönheit. Mit seinen schiefen Zähnen, der krummen Nase und der eher korpulenten Figur entspricht er nicht unbedingt dem gängigen Schönheitsideal. Ich hab ihn mir anders vorgestellt.
Er hat die Rolle eines Erzählers auch wenn er Anna Karenina nur einmal begegnet.
Im Buch ist er ein Grübler, eine Zweigespaltene Person - im Film ist davon nicht viel übrig geblieben.
Wirklich philosophisch wird er erst am Ende was ziemlich lächerlich wirkt.
Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Kitty wird leider viel zu vernachlässigt.
Doch da kann der Schauspieler ja nichts für. Er hat eine nette Rolle und spielt sie recht nett.
Seine Mimik ist allerdings recht eintönig. Meistens eine Mischung aus Erstaunen, Trauer und Bescheidenheit.
Na ja wirklich lachen sieht man ihn selten.
Ich finde Alfred Molina hat aus seiner Rolle aber trotzdem das Beste gemacht.
Über den Schauspieler: 1992 spielte Molina in Mike Newells Komödie "Verzauberter April", 1993 folgte die Rolle des Titorelli in der Kafka-Verfilmung "Der Prozess" mit Kyle MacLachlan, Anthony Hokins und Jason Robards, bevor Ken Olin Molina in dem Abenteuerfilm "Wolfsblut 2 - Das Geheimnis des weißen Wolfes" (1994) besetzte.
Auch auf der Bühne ist Alfred Molina immer wieder erfolgreich tätig. 1998 gab er sein Broadway-Debüt in der mit einem Tony prämierten Produktion "Art" an der Seite von Alan Alda und Vicior Garber. Molina selbst wurde für seine Leistung mit einer Tony-Nomierung und dem Gewinn des Drama Desk Award belohnt.

Mia Kirshner als Kitty
Die Rolle der Kitty ist einfach bezaubernd.
Kitty ist ein unerfahrenes und sehr naives Mädchen, die noch rechtzeitig bemerkt, dass ihre wahre Liebe nicht der oberflächliche Wronskij sondern der herzensgute Lewin ist.
Mia Kirshner ist keine große Schönheit aber sie hat diese gewisse Mischung aus Charme, Natürlichkeit und gutem Aussehen was sie sehr sympathisch macht.
Die Rolle der Kitty ist nicht besonders anspruchvoll und Mia Kirshner gibt dem einen eigenen und leichfüßigen Stempel.
Über die Schauspielerin: Mia Kirshner wollte schon als Kind Schauspielerin werden und hatte Schauspielunterricht an Leah Posluns Theaterschule, seit sie neun Jahre alt war. Sie vervollständigte ihre Ausbildung am Tarragon Theater und am Young Peoples Theatre in Toronto. 1993 schloß Mia ihre High School in Toronto ab, um in den USA Film zu studieren.
In "Die Grasharfe" (1995) spielt sie an der Seite von Jack Lemmon, Walther Matthau, Sissy Spacek, Piper Laurie und Roddy McDowell. Im gleichen Jahr folgte das Justiz-Drama "Murder In The First" mit Kevin Bacon und Christian Slater. In dem Nachfolger des Fantasy-Film "The Crow" mit dem Titel "City of Angel" übernimmt Mia Kirshner 1996 die weibliche Hauptrolle.


--------------Die Vorlage------------
Die Vorlage für diesen Film ist das weltberühmte Buch "Anna Karenina" von dem russischen Schriftsteller Leo Tolstoi.
Geboren ist er 1882 und seine berühmtesten Bücher sind "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina".
Tja da gibt es nicht mehr viel zu sagen, oder?


-------------Eigene Meinung----------------
Es ist schwer diesen Film unparteiisch zu bewerten.
Ich denke mal, wenn man das Buch kennt wird es einem schwer fallen Gefallen an diesem Film zu haben und wenn man die Vorlage nicht kennt, wird man entweder total gerührt sein, oder sich zu Tode langweilen.
Ich möchte das alles einzeln erläutern.
Enttäuscht werden die Menschen die das Buch kennen weil vieles wichtige fehlt und es einfach sehr schwer ist diesem hohen Anspruch gerecht zu werden.
Die Figuren im Film werden nicht so wiedergegeben, wie es sein sollte. Am deutlichsten wird das bei Lewin. Die Rolle des Lewin ist die (wie ich finde) interessanteste, dieser am Leben verzweifelnder, einsame, seltsame Kauz der an der Liebe zu Kitty erst zu sich selbst findet hat mich gerührt und ich hatte das Gefühl ihn zu verstehen. Im Film ist er einfach nur ein schwerfälliger, uninteressanter Mann, in den sich keine Frau verlieben würde.
Hier fehlt auch ein wichtiger Teil und zwar wie Kitty merkt das sie eigentlich Lewin liebt. Der Reife-Prozess des jungen Mädchen wird einfach übersprungen.
Was mir an dieser Liebesgeschichte im Original so gefallen hat war die Normalität des Paares. Denn eigentlich streiten die beiden sich sehr viel.
Ihre Ehe ist/war nicht immer "Friede, Freude, Eierkuchen" wie der Film uns sagen will , sondern die Ehe wurde gestört durch Eifersüchteleien und dem Gefühl die Freiheit zu verlieren. Aber beide Kitty und Lewin merken, das sie sich brauchen und lieben. Das das einfach zu einer Ehe dazugehört und das genau das ihre Liebe so stark macht.
Ich glaube aber, wenn die Macher des Filmes das alles berügtsichtigt hätten wäre der Film doppelt so lang geworden. Das Augenmerk liegt daher auf Anna und Wronskij.
Ihre Beziehung wird fast identisch aus dem Buch übernommen. Nur die Szene in der Wronskij Anna auszieht und die beiden ihre erste Nacht verbringen ist neu hinzugedacht. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.
Der Verlauf ihrer Beziehung wird im Zeitraffer zusammengefasst.
Aber auch hier ist ein Fehler.
Im Film verliert sie ihr Kind durch eine Fehlgeburt im Buch aber bleibt es am Leben.
Die Verzweiflung von Anna nach Normalität und ihrem Sohn wird recht eindrucksvoll dargestellt. Die Sympathien sind ganz klar auf Annas Seite und es wird gar nicht erst versucht Wronskij's verlangen nach Freiheit zu rechtfertigen.
Das Feingefühl mit dem Tolstoi mit den Figuren umgeht fehlt.
Kommen wir zur zweiten Möglichkeit.
Sie kennen das Buch nicht: wird er ihnen Spaß machen?
-Ja und nein kann ich da nur sagen.
Ja, weil er gut gemacht ist, die Darsteller zum größten Teil überzeugen, die Atmosphäre und die Schauplätze gut gewählt ist.
Ja, weil die Kostüme toll sind.
Ja, weil der Kern enthalten ist und ja, wenn sie Hollywood-Schnulzen mögen.
Aber eher nein, weil er für viele sterbenslangweilig sein kann.
Eine wirkliche Handlung kann man erst nach einer Stunde feststellen. Und man kann mit guten Recht sagen(das was meine Freundin gesagt hat) : "der Film ist sterbenslangweilig, da passiert ja gar nichts".
Es gibt keine großartigen Sex- und/oder Action-Szenen.
Man muss sich drauf einlassen. Drauf einlassen in eine andere Welt, eine andere Zeit, eine andere Gesellschaft einzutauchen.
Und zu guter Letzt es ist ein Hollywood-Film. Und das mein ich nicht unbedingt als Kompliment.
Es wird übertrieben und geprotzt wo es nur geht.
Man soll sehen, da hat jemand viel Geld investiert.
Ich finde das hätten sie lieber an einen anderen Drehbuchautoren verschwenden sollen *gg*.
Positiv ist anzumerken, dass die gesamte Musik aus russische Klassik besteht.

-------------------Fazit----------------
Ich hab lange überlegt, ob ich eine Empfehlung oder keine Abgeben soll oder nicht.
Ich hab mich jetzt für ein Nein entschieden....
....Weil ich finde der Film hat zu viel negatives um wirklich als Empfehlung zu gelten.
Ich glaube es gibt nicht viele Menschen die daran Spaß haben.
Ob es bessere Verfilmungen von "Anna Karenina" gibt weiß ich nicht.
Ich empfehle, das Buch zu lesen.

So ich hoffe euch hat mein Bericht gefallen!!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Adriana_Prinzessin

Adriana_Prinzessin

29.08.2004 12:31

Super guter Bericht! Der Film hat mich auch nicht überzeugt!

Branne

Branne

07.06.2004 00:01

Ich hab mal angefangen den Film zu gucken, fand ihn aber nicht so toll, dass ich irgendwann abgestellt habe

carmen

carmen

02.04.2004 19:23

Toller Bericht. Ich kenne auch beides und stimme dir zu - der Film kommt an das Buch nicht heran. gruß, carmen

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  1. Adriana_Prinzessin

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