Erfahrungsbericht über

Annie gibt Gas / Maureen Martella

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Annie gibt Gas / Maureen Martella

 

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Annie auf Standgas

2  26.06.2009

Pro:
interessanter Storyansatz

Kontra:
Potential der Story nicht annähernd ausgenutzt

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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Paukenfrosch

Über sich:

Mitglied seit:19.11.2002

Erfahrungsberichte:1294

Vertrauende:232

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 159 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Die letzten Tage und Wochen waren bei mir sehr turbulent. Daher nahm ich mir mal eine leichte Lektüre zur Hand, die ich in meinen kleinen Verschnaufpausen verköstigte:

„Annie gibt Gas“

von
Maureen Martella

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Die Autorin
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Maureen Martella wuchs mit ihren sechs Geschwistern in der Nähe von Dublin auf. Kurzzeitig lebte sie in England. Nach Irland zurückgekehrt, begann sie mit dem Schreiben.

„Maddy räumt ab“
„Annie gibt Gas

www.maureenmartella.com/

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Das Buch
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„Annie gibt Gas“ (orig. „Annie´s New Life”) erschien 2002 als 480-seitiges Taschenbuch beim Ullstein Verlag unter der ISBN 3-548-25421-7. Es kostet 8,95 €.

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Rückentext
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Dreißig Jahre hat sich Annie McHugh so durchs Leben geschlagen, da erfährt sie, daß sie gar nicht Annie McHugh ist:

Ihre Eltern hatten die Geburtsurkunde gefälscht. Ihre wahre Mutter, findet der smarte Privatdetektiv Gerry heraus, ist Victoria Beecham – eine der reichsten Damen der High Society.

Annie sieht sich fortan in Champagner baden! Doch dann kommt alles ganz anders, als sie sich das so vorgestellt hat.

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Inhalt & Meinung
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Zwischen all den Krimis und Thrillern lese ich immer wieder gern mal ein Buch, welches mich anderweitig unterhält. Spannung versprach ich mir von diesem Buch nach Lesen des Rückentextes aber dennoch. Zudem wurde das Buch rückseitig auch als „unwiderstehliche romantische Komödie“ angepriesen. Eine Menge Erwartungen wurden also geweckt. Doch irgendwie lag es nicht allein an meinem derzeitigen Zeitmangel, daß ich ganze zwei Wochen für dieses Buch brauchte…

Annie, die wohlbehütet bei ihren Eltern aufgewachsen ist, erfährt nach deren plötzlichen Unfalltod, daß sie gar nicht die leibliche Tochter ihrer vermeintlichen Eltern ist. Dem Schock folgt Ernüchterung, als sie gemeinsam mit Gerry, einem befreundeten Privatdetektiven, die Frau ausfindig macht, die als Mutter auf ihrer Geburtsurkunde eingetragen ist. Es handelt sich hierbei um eine sehr gutbetuchte Frau, die Annie nun unbedingt kennenlernen will.

Recht interessant und spannend fängt der Roman ja eigentlich an. Derartige Neuigkeiten, die das Leben von heut auf morgen verändern, bergen unheimlich viel Potential für eine gute Story. Zur anfänglichen Spannung paart sich auch ein wenig Witz und Humor, denn Annie, die eigentlich ihre Mutter besuchen und kennenlernen wollte, ist nun plötzlich deren Gesellschafterin.

Der Roman ist aus Annie´s Sicht in Ich-Form geschrieben. Man steht ihr somit 480 Seiten lang zur Seite und darf an ihren Aktivitäten, ihren Erlebnissen, aber auch an ihren Gedanken – vor allem Gedankensprüngen – teilhaben. So sind die Kapitel, die Annie´s Dasein als Gesellschafterin beschreiben durchaus fesselnd, da man sich doch insgeheim wünscht, daß die ganze Sache für Annie positiv ausgehen wird, obwohl ihre Mutter eigentlich eher ein unnahbares Biest ist. Doch man liest und liest und es passiert nichts, was einen vom Hocker reißt.

Selbst als Annie ihrer Mutter eröffnet, daß sie ihre Tochter ist, knallt es nicht wirklich. Als ihre Mutter einige Tage darauf stirbt, scheint die Luft aus dem Roman völlig raus. Es geht urplötzlich nur noch um die Detektei von Annie´s Freund Gerry, wobei es aber keineswegs spannend wird, da man von den derzeit laufenden Fällen eh nur hin und wieder mal einen Satz zur Information hingeworfen bekommt. Fesselnd ist das nicht.

Ein klein wenig Knatsch soll es wegen der Erbschaft geben, denn immerhin erbt Annie das Haus ihrer Mutter. Ihre Halbgeschwister erfahren vom gut behüteten Familiengeheimnis, aber auch jetzt passiert nichts, was einen berührt. Weder knallen Fronten aufeinander, noch werfen sich die Geschwister vor Freude in die Arme. Völlig emotionslos wird der Leser hier von belanglosen Geschehnissen unterrichtet.

Romantik wurde auf der Rückseite des Buches ja auch versprochen. Annie, die sich vorerst in einem Gefühlschaos zu ihrem Halbbruder befindet, fühlt sich mehr und mehr zu ihrem Detektiv-Freund hingezogen. Knutsch + in die Kiste hopsen = Romantik? Na ja, ich weiß ja nicht. Völlig trocken schildert Martella die sich entwickelnde Liebe. Ein wenig Liebelei gibt es auch bei Annie´s Freundin, bei Gerry´s Exfrau und bei seiner Sekretärin, aber es sind alles Geschichten ohne Tiefgang.

Eigentlich habe ich mir einen turbulenten Roman vorgestellt, der Annie in eine für sie neue Welt entführt, in der sie entweder ihr großes Glück findet, oder die ihr klar macht, daß sie die ganze Zeit das Glück schon in den Händen hielt. Entweder eine große Freude, ihre wirkliche Familie gefunden zu haben oder aber die Bestätigung, daß ihre Adoptiveltern eben doch von Herzen her ihre wahren Eltern sind. Aber nein – nichts dergleichen.

Uninteressant sind ebenfalls die Kapitel, die sich mit der Detektei befassen, auch wenn man hier nachvollziehen kann, wie sich Annie und Gerry spröde näher kommen. Und der ganze Bekannten- und Freundeballast – der ist gänzlich überflüssig.

Man quält sich also wirklich von Kapitel zu Kapitel, stets von der Hoffnung getragen, daß man letztendlich doch noch den Sinn des Buches erkennt. Aber diese Hoffnung bleibt unerfüllt. Man kann das Buch eigentlich nur des lockeren und flüssigen Schreibstils wegen zu Ende Lesen. Er paßt zur dahinplätschernden Story, auch wenn die Autorin dazu neigt, immer wieder irgendwelche Dinge zu wiederholen oder aber gewisse Dinge, wie Handlungen oder Gedankengänge, in die Länge zu ziehen.

Ich bin also absolut nicht begeistert von diesem Buch, denn es wurden Erwartungen geweckt, die nicht ansatzweise erfüllt wurden. Der lineare Schreibstil langweilt zunehmend. Der Ansatz der Story, der so unheimlich viel Potential birgt, ist alles, was man an dem Buch gutheißen kann. Schriftstellerisches Können kann ich hier nicht entdecken. Die Kunst, den Leser zu fesseln, muß Maureen Martella erst noch erlernen. Wünschen wir ihr Glück dabei! Als Motivation gebe ich zwei Sterne…


( 25. Juni 2009 )

Bilder von Annie gibt Gas / Maureen Martella
Annie gibt Gas / Maureen Martella annie gibt gas - Annie gibt Gas/Martella, Maureen
das Buch-Cover


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
lushlife83

lushlife83

15.08.2009 20:32

selbst leichte kost verdient einen spannungsboge - schade, dass das dieser autorin nicht gelungen ist. prima bericht! liebe grüße! =)

Sydneysider47

Sydneysider47

09.07.2009 15:37

Schöner Bericht - das Buch lese ich garantiert nicht, wenn es stellenweise so zäh ist... Viele Grüße aus Ba-Wü!

Lacedes

Lacedes

07.07.2009 10:38

Dabei sieht das Cover so nett aus

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Bewertungen
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